Freitag, 7. Dezember 2018

Am Ende

Letzter Urlaubstag. Und wieder einmal habe ich das Wesentliche, welches ich mir für diesen Urlaub vorgenommen habe, nicht geschafft. Noch nicht. Bis Montag ist ja noch etwas Zeit.

Wie sagte Rebecca unlängst zu mir, als wir etwas verspätet mit unserem Fachbereich die jährliche, traditionelle Nachweihnachtsfeier bei einem indischen Buffet begangen haben? „Welchen Raum räumst du dieses Mal aus? Das machst du doch in jedem Urlaub.“ Ja, dieses Mal habe ich mir unsere Küche vorgenommen und zu diesem Zweck, quasi als Hilfstabletts, im Vorfeld Druckerpapierkartondeckel gesammelt. Damit lassen sich bestimmte Kleinteile besser gesammelt verschieben oder wegstellen. Denn um die Kleinteile geht es.

In unserer Küche findet sich vor allen Dingen ein unübersehbarer Wust aus Gewürzpackungen. Soviel Gewürze benötigt kein Mensch. Wir aber schon. Und andere Dinge mehr. Da nützt es nichts, wenn diese Dinge ordentlich im kellergebundenen Lebensmittelregal einsortiert sind. Bestimmtes Material gehört in die Küche, sonst wird es vergessen. Nicht von mir, da ich als verwaltender Pfleger des Kellerregals durchaus nur selten etwas von dem vergesse, was da lagert. Aber die zweitbeste Ehefrau von allen merkt sich das nicht. Kaum sind verschiedene Dinge aus den Einkaufstaschen verschwunden und systematisch im Kellerregal eingepflegt worden, entwickelt sich bei der zweitbesten Ehefrau von allen hierzu eine gedankliche Nulllinie.

Das ist schlecht.

Und oben in der Küche lagern die Gewürze in einem wilden Chaos. Der Gewürzschrank reicht nicht mehr aus, um alle unterschiedlichen Döschen, Gewürzmühlen und Tütchen aufzunehmen, während im offenen Küchenregal Dinge lagern, welche seit Jahren nicht mehr berührt wurden und Platz wegnehmen. Ein für mich unerträglicher Zustand.

Ich kann mich stundenlang und tatsächlich wachsender Begeisterung damit beschäftigen, sowohl die Bücher- und Spieleregale als auch die Kellerregale und den Inhalt der Wohnzimmermöbel neu zu strukturieren. Um Ordnung in ein Chaos zu bringen, sind aber drei Grundvoraussetzungen erforderlich:

  1. Ich muss mit den Dingen etwas anfangen können.
  2. Ich muss eine logische und ästhetisch anspruchsvolle Grundvorstellung haben, wie es später aussehen soll.
  3. Ich muss allein sein, wenn ich das Werk vollbringe.

Punkt 1 ist kein Problem. Ich könnte niemals den Kleiderschrank, die Sportgeräte und die Tanzausrüstung der zweitbesten Ehefrau von allen sortieren. Das ist nicht meine Welt. Außerdem kann ich Textilien nicht ordentlich falten. Irgendwann würde ich gefragt werden, wo dies und das gelandet ist und könnte nicht antworten, weil ich nicht mal ansatzweise eine Idee habe, um was es geht und wie das gesuchte Ding überhaupt aussieht. Kaum etwas kann mich mehr aufregen als die Aufgabe, in natürlich mangels rechtzeitiger Beauftragung knapp bemessener Zeit Dinge zu suchen, die ich nicht kenne. Schlechte Voraussetzung. Dies wäre in der Küche natürlich anders.

Punkt 2 ist ein größeres Problem. Wir haben einfach zu viele Gewürze in zu unterschiedlichen Aufbewahrungsmitteln. Die Möglichkeit einer Vereinheitlichung sehe ich aus verschiedenen Gründen als unrealistisch an und würde letztendlich auch nicht weiterführen, weil der Gewürzschrank einfach überfüllt ist. Und eine Auslagerung an eine andere Stelle wird zumindest nicht platzsparend, sondern auf Grund der Gegebenheiten eher platzfressend sein. Platz ist etwas, was es in unserer Küche kaum gibt. Hier muss ich experimentieren und zwingend mit Zwischenlösungen arbeiten, welche vielleicht später in ein sauberes und auch optisch ansprechendes Ergebnis umgewandelt werden können.

Punkt 3 ist auch so eine Sache. In diesem Urlaub hat sich keine mehrtägige Abwesenheit der zweitbesten Ehefrau von allen ergeben. Die paar Stunden am Abend, wenn sie ihre Kurse gibt, werden für meine Zwecke nicht ausreichen. Außerdem bin ich ein Morgenmensch. Wenn ich nicht morgens mit etwas begonnen habe, ist der Schwung vorbei. Und ich will hier keinen Radau veranstalten, während die zweitbeste Ehefrau von allen noch schläft. So etwas machen hier nur Lebensmüde und Paketboten.

Mal sehen, wie ich das noch hinbekomme.




4 Kommentare:

  1. Antworten
    1. Danke. Mir ist heute noch eingefallen, daß ich vielleicht klären sollte, was außer den offensichtlichen Dingen noch alles aus der Küche raus kann. Es könnte spätere Komplikationen vermeiden.

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  2. Gedankliche Nulllinie. Radau ... machen nur Lebensmüde und Paketboten.
    Köstlich.
    Aber kein Platz haben und zu viel Dinge für zu wenig Platz - das ist schwierig zu lösen.

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