Es war die Zeit vor der letzten großen Fahrplanumstellung.
Die Zeit, zu der ich noch nicht durch das hiesige Gebirge bis zum nächsten
Bahnhof laufen musste, um dann im Zug eingepfercht stehenderweise bis nach
Neustadt gebracht zu werden und den letzten Weg wieder per pedes zurücklegen
durfte. Nein, es war die gute alte Zeit, als ich noch von unserer Haustür aus
nahezu zur Bushaltestelle gestolpert bin, dort bequem Platz nahm und
schließlich bis zum LASA gefahren wurde. Wehmütig erinnere ich mich an Juri,
den Busfahrer. Jetzt gibt es nur noch
Blondi, die Lokführerin, die schon früher mit ihren speziellen Durchsagen
aufgefallen ist. Doch auch diese Zeit ist überwiegend vorbei, die Ansagen kommen mit einer
ekelhaft schleimerischen Stimme vom Band Mikrochip. Immerhin machen einige Lokführer noch Ausnahmen.
Der Bus fuhr seines Weges. Juri hatte alles mehr oder weniger
im Griff. Passagiere stiegen mehr ein als aus, der Wagen füllte sich
dementsprechend. Ich hatte einen meiner Lieblingsplätze eingenommen, den
Einzelsitz vorne rechts, den der ehemals bloggende und von mir sehr vermisste Busfahrer
Wheeler mal als Königsstuhl bezeichnet hatte. Die Aussicht ist gut, was mir
aber egal ist, und ich stehe sitze nicht in dem Risiko, daß sich jemand
neben mir ausbreitet. Zu allem Überfluß war die Inneneinrichtung in diesem Bus
so ausgestattet, daß ich den Knopf des Haltewunschsignalisationbedienelementes
ohne aufzustehen oder irgendwelche
Verrenkungen einzulegen erreichen konnte.
Juri hielt den zwischenzeitlich gut ausgelasteten Wagen ausnahmsweise
mal völlig form- und sachgerecht an einer Haltestelle. Draußen warteten vier oder
fünf Mitfahrwillige, darunter eine junge Frau von etwa 20 Jahren. Vielleicht
waren es auch ein paar mehr oder einige wenige weniger. Ich kann die Zahl
zurückgelegter Lebenszeit anderer Menschen nicht so richtig schätzen und bin
sogar von mir selbst überrascht, schon bald wieder eine Dekade vollendet zu
haben. Da ändern auch die Silberfäden in meinen Haaren nichts dran. Für diese
Geschichte hier handelt es sich jedenfalls um eine Frau von etwa 20 Jahren, was
weiterführend aber auch überhaupt nichts zur Sache tut.
Viel wesentlicher ist der
Umstand, daß sie in ihren Händen eine kleine Schale hielt und auch einen
dazugehörigen Löffel zwischen den Fingern eingeklemmt hatte. Sie stieg vorne
ein, so daß ich eindeutig zu erkennen vermochte, daß es sich bei der kleinen Schale wohl
nicht nur eine typische, schlichte Müslischale handelte, sondern daß diese auch noch mit
dem entsprechenden Zubehör ausgestattet war. Juris Blick fiel auf die
Schale, in welcher Müsli und Milch schon bedrohlich vor sich hin wogten.
Dabei stand der Bus immer noch an der Haltestelle.
„Nicht damit in meine Bus!“
ertönte Juris russisch akzentuierte Stimme.
„Aber ich konnte zu Hause nicht
mehr frühstücken.“
„Hier in meine Bus auch nicht.“
„Der da hinten hat aber auch
seinen Kaffee.“
„Da isse Deckel drauf. Ist in
Ordnung.“
„Ich bin auch ganz vorsichtig.“
„Nein, Sie musse wieder raus.“
„Dann beschwere ich mich über
Sie.“
„Können gerne mache, aber nicht
mitfahren. Nicht mit Müsli.“
Also stieg die junge Dame bis ins Tiefste
beleidigt wieder aus.
Und manches Kleidungsstück wird
ihr es gedankt haben.
Busfahrunternehmen, Polster usw. sicher auch. Manche Leute brauchen ECHT ne Soziophobie - die nehmen sich schon wieder zu viel raus. Manchmal denke ich, dass wir die normalen sind Paterfelis. xD
Ja ey, wenn Sie solang brauchen zum Freigeben der Kommentare ;)
Habe ich aber echt noch nciht gesehen - ne Müslischüssel mit Deckel. Ich faß das immer noch nicht so ganz. Ich würde mich auch nicht mit einem Kaffeebecher in den Bus stellen. Aber machen Leute scheinen echt schmerzbefreit ...
Echt mal! Schäm dich Paterfelis! Das Kommentar muss SOFORT nach den abschicken GESICHTET, etwaige Schreibfehler KORRIGIERT, Meinung VERBESSERT und dann FREIGESCHALTET werden. *wildes herum gefuchtel*
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Busfahrunternehmen, Polster usw. sicher auch.
AntwortenLöschenManche Leute brauchen ECHT ne Soziophobie - die nehmen sich schon wieder zu viel raus. Manchmal denke ich, dass wir die normalen sind Paterfelis. xD
Davon bin ich ohnehin überzeugt. Das hier kann einfach nicht mein Planet sein.
LöschenMit gefüllter Müsli-Schale? OMG.
AntwortenLöschenAlso der Verkaufshit: Müslischale mit Deckel ...
Falls das eine Inovation sein sollte: siehe oben. Zu spät.
LöschenJa ey, wenn Sie solang brauchen zum Freigeben der Kommentare ;)
LöschenHabe ich aber echt noch nciht gesehen - ne Müslischüssel mit Deckel. Ich faß das immer noch nicht so ganz. Ich würde mich auch nicht mit einem Kaffeebecher in den Bus stellen. Aber machen Leute scheinen echt schmerzbefreit ...
Wirklich schlimm hier. Service-Wüste Deutschland. :-D
LöschenEcht mal! Schäm dich Paterfelis! Das Kommentar muss SOFORT nach den abschicken GESICHTET, etwaige Schreibfehler KORRIGIERT, Meinung VERBESSERT und dann FREIGESCHALTET werden. *wildes herum gefuchtel*
LöschenAch, Mist. Diesen Kommentar wollte ich doch erst morgen freischalten.
LöschenJaaa, ich vermisse den Wheeler auch. Vor allem seit ich regelmäßig Bus fahre...
AntwortenLöschenImmerhin bist Du wieder da
Ich kann euch doch nicht alleine lassen.
LöschenWas es nicht alles gibt.
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