Einkaufen in Begleitung ist weitgehend doof. Man muß andere als die schon automatisch ablaufenden Wege gehen, und das in einer nicht üblichen Geschwindigkeit, der Einkaufszettel ist nicht wie gewohnt strukturiert und überhaupt hat man die ganze Sache nicht so im Blick wie sonst. Aber irgendwie klappte es schon.
Erste Station: Feinkost Albrecht. Am Ende der Einkaufwagenparkbox – oder an deren Anfang, wie man es halt nimmt – stand eine Überraschung: ein Kunststoffeinkaufswagen. Mit der Feinkost Albrecht-Beschriftung. EINER. Und zwar ein großer, nicht die kleinen Quengelwagen für die kleinen Quengelkinder, die mit Mama einkaufen gehen und diesen rollenden Einkaufskorb praktischerweise alleine und außerhalb des mütterlichen Blickfeldes mit Süßigkeiten und Spielzeug füllen können. Ansonsten gab es nur die hinlänglich bekannten Drahtkörbe auf Rädern, die man im Übrigen auch hervorragend als Grill verwenden kann.
Na, dann wollen wir das Ding mal testen. Das Rollverhalten ist als gut zu bezeichnen, das Transportvolumen entspricht wohl dem klassischen Modell. Aber das Beste: Es gab keine Lärmemissionen. Eine klare Nutzungsempfehlung! Einziges Manko: Das Teil passt nicht in die anderen Wagen; man kann sie also nicht gemischt zusammenschieben. Ich wüsste ja gerne, wie und vor allen Dingen warum das Teil da gelandet ist.
Im Aldi wurde die einzige offene Kasse heute vom Azubi bedient. Und selbiger hat offenkundig zum Ziel gehabt, den Rekord über die Anzahl der pro Stunde eingescannten Artikel drastisch nach oben zu setzen. Wir Kunden sind ja gut erzogen und räumen die aus strategischen Gründen ohnehin zu kurze Auflauffläche für eingescannte Waren schon blitzartig und fast ohne Überlegung ab. Dieser Bursche schaffte es aber so schnell zu scannen, daß sich da sogar bei mir ein Rückstau bildete. Und er schob weiter nach. Am liebsten hätte ich die nachfallenden Artikel ja so gesteuert, daß sie auf den Joghurtdeckel fallen. Und das alles natürlich mit dem Ziel, eine schöne Schweinerei zu verursachen. Dann kann er sich nämlich seinen Rekord in die Haare schmieren. Aber ich war ja wieder brav. Schade eigentlich. Aber der Rest der Belegschaft und auch die folgenden Kunden werden dankbar gewesen sein.
Nachdem Feinkost Albrecht – heute übrigens wieder mit gefüllten Regalen – abgearbeitet war, ging es weiter zum falsch geschriebenen Onkel Tom. Unterwegs stießen wir auf einen Vater, der seine Tochter suchte. Aber Muttern war ja ebenfalls vor Ort und hatte direkt die Lösung: „Wie ich meine Tochter kenne, steht die beim Griespudding.“ Siehste, geht doch. Das Töchterlein fand sich dann auch freudestrahlend vor dem Regal mit besagter Leckerei.
Zwischendurch verlief der Einkauf unspektakulär. Abgesehen davon, daß wir die beiden wichtigsten Posten auf unserem Zettel nicht besorgen konnten. Der Lammfonds war geplündert, Gänse-, Enten- und Waldpilzfonds sollte es dann doch nicht sein, und andere Sorten gab es nicht. Macht aber letztendlich nichts, denn Lammfleisch gab es auch nicht. So gleicht sich alles wieder aus.
An der Kasse schließlich kam er dann aber – der Kontakt mit der Generation, die unser Land erst kaputtgemacht hat und sich dann damit brüstet, es alleine, ja quasi persönlich wieder aufgebaut zu haben. Hinter uns stand nämlich eine Oma, welche - deren Gesicht nach zu urteilen - dem Kaiser noch selbst die Hand geschüttelt haben könnte. Besagter Oma schien es etwas langweilig zu sein, erdreistete sie sich doch, das von uns zum Zwecke des käuflichen Erwerbs auf das Band gelegte Erzeugnis der Tagespresse aufzunehmen und selbst vorab studieren zu wollen. Leider konnten wir nicht feststellen, wie weit sie am Ende gegangen wäre, denn die zweitbeste Ehefrau von allen nahm ihr das Teil wortlos wieder ab und legte es zurück aufs Band. Wenigstens kam kein blöder Kommentar über die Jugend von heute.
*kopfschüttel*
*kopfschüttel*
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