Tief in den Abgründen der Pandemie hat es sich unser Arbeitgeber
nicht nehmen lassen, einen Klinkenputzer einzustellen. anzumieten, zu beauftragen. Der war sogar schneller da als ein Desinfektionsmittelspender. Auf letzteren mussten wir lockere vier Monate seit seit Beginn des ersten Lockdowns warten. Sein Name - also der des Klinkenputzers, nicht des Desinfektionsmittelspenders - ist
Eugen. Eugen ist zwischenzeitlich 20 Jahre alt geworden. Seit Beginn des
ersten Lockdowns wuselt er bei uns herum, reinigt die Stühle im
Wartebereich unserer Außenstelle und wischt mindestens drei Mal
täglich die Türklinken und Lichtschalter im ganzen Haus ab. In der Zeit zwischen seinen Rundgängen sitzt er in seinem Auto und wartet auf bessere Zeiten. Eine
Tätigkeit für Menschen, die Vater und Mutter erschlagen haben, aber
auch das muss gemacht werden. Besser als arbeitslos.
Das Abwischen der Türklinken und Lichtschalter auf unserer Etage erscheint mir mehr eine Beschäftigungstherapie zu sein denn ein sinnvoller Akt. Die Türen der Büroräume stehen meistens offen und auch die Lichtschalter werden nur einmal morgens und dann wieder abends betätigt. Bei den Toilettenräumen sieht das natürlich anders aus.
Woran aber, wenn ich mir den Schmierfilm mal näher betrachte, niemand gedacht hat, sind die Funktionselemente der Multifunktionsgeräte – jener Wundergeräte, die als Kopierer, Fax und Scanner gleichzeitig dienen und sich reger Beliebtheit erfreuen. Wenn man die einmal bei richtigem Lichteinfall gesehen hat, packt man die nie wieder an, sondern nutzt seine Befugnisse gnadenlos aus und schickt Auszubildende vor.
Wäre jedenfalls besser. Aber ich bin ja nicht so. Ich fasse ja - zwangsweise - auch Originalunterlagen an, die unsere Kundschaft uns mitunter einreicht und bei deren Ansicht man sich sofort Gummihandschuhe wünscht. Vielleicht hat die Digitalisierung doch was Gutes, denn jetzt muss im Regelfall die Scanstelle da durch.
Heute habe ich kein Foto für dich euch.
Seid dankbar dafür.
Beim Begriff Klinkenputzer hab ich nicht an jemanden gedacht, der sprichwörtlich Klinken putzt. Hab mich am Anfang des Textes gewundert warum euer Arbeitgeber einen Vertreter eingestellt hat :-D
AntwortenLöschenPS. Irgendwie scheint, zumindest bei mir, die Formatierung bissel kaputt zu sein. Der Text wechselt mitten drin die Schriftgröße und Zeilenabstände.
Die Formatierung ist hier ein Sorgenkind. Während der Blogpause wurde die seitens Blogspot/Google das ganze System scheinbar neu aufgesetzt. Meine Vorgaben sind für alle Absätze einheitlich; ich bekomme es aber nicht hin, dass die endgültige Anzeige dies auch so darstellt.
Löschenich würde dir da gerne helfen, ich hab nur leider von dieser Blog-Software keine Ahnung. Ich seh nur im HTML-Code, dass die beiden Blöcke unterschiedliche Werte für die Zeilenhöhe haben.
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