In aller Frühe betrat ich unsere LASA-Außenstelle. Irgendwo
geisterte unser Hausmeister herum. Aus Richtung des zu dieser Stunde noch für
Kunden geschlossenen Informationszentrums hämmerte laute Musik aus dem Radio.
Wie gut, daß
Frau Sanchez-Diaz nicht noch
dazu trällerte. Womöglich noch über die Rundrufanlage des Hauses.
Ich rettete mich, nachdem ich meine Post geholt hatte, in
den Aufzug. Die Etage, auf der sich die Höhle im Schicksalsberg, in der ich
tagsüber zu residieren pflege, befindet,
zeigte sich noch menschenleer. Die üblichen Frühaufsteher glänzten krankheits-
und urlaubsbedingt durch Abwesenheit.
Es folgte die bekannte Morgenroutine: Post auf dem Tisch
ablegen, PC anwerfen, Jacke ausziehen, Teemaschine mit getrockneten Teeblättern
befüllen, Kanne schnappen und die nahegelegene Wasserstelle in der Teeküche
aufsuchen, um weitere Grundlagen des lebensnotwendigen Heißgetränkes zu
beschaffen.
Der Gang zu Teeküche war mit einer Brandschutztür
verschlossen. Dies ist des nächtens völlig normal, tagsüber hingegen darf der Zugang unversperrt bleiben. Ich öffnete also zweckgerichtet die Tür und sah – Scheiße. Also
wirklich Scheiße. So wortwörtlich Scheiße. Und Federn. Und die Verursacher. Zwei Tauben
hatten sich illegal Zuflug Zutritt zu unseren Räumlichkeiten verschafft und konnten
offenkundig nicht mehr nach draußen
gelangen. Der einzig in Frage kommende Zugang war das Oberlicht der Teeküche,
welches weit genug geöffnet war, um einem solchen Vogel fußläufig passieren zu
lassen. Der Rückweg hätte hingegen aufgrund der baulichen Gegebenheiten nur im
Flugmodus erfolgen können, was aber vollkommen unmöglich umzusetzen war.
Ich schloss die Tür hinter mir und marschierte den Gang hinunter bis zu seinem Ende. Hier befand sich
der nächste Raum mit großen Fenstern, von denen ich einige zu öffnen gedachte.
Die Tauben flohen fliegender Weise vor mir und – schlugen beide auf den noch
geschlossenen Fenstern auf. Meinem Plan weiterhin folgend öffnete ich die
Fenster, wobei ich aufgrund eines mir bis dahin unbekannten Schadens eines
davon fast in den Händen hielt und gerade noch so wieder verschließen konnte.
Egal, die restlichen Öffnungen mussten reichen. Anschließend zog ich mich
zurück, ließ die Tür in ihre Verriegelung gleiten und informierte unseren Hausmeister über die
Einbrecher und ihre Hinterlassenschaften.
Nach einiger Zeit an meinem Schreibtisch – ich wähnte mich
noch immer alleine auf der Etage – marschierte ich zurück in Richtung
Taubengehege, um den Erfolg meines Planes zu prüfen. Hier fand ich dann mit
einer gewissen Überraschung unseren
Hausmeister vor, der sich auf Großwildjagd befand. Eine Taube hatte er bereits des
Hauses verwiesen nach draußen befördert, die andere hingegen erwies sich
nach seinem Bekunden als schlauer. Also gingen wir es gemeinsam an. Während er versuchte,
die Taube mit Hilfe eines Mülleimers zu fangen, war es an mir als
Großwildjägeramtsgehilfe, die Taube in die entsprechende Richtung zu lenken. Aber
dieses kleine Biest entschlüpfte immer.
Irgendwann war es dem Flattermann zu viel. Die Taube hob ab
Richtung Außenwelt, fand zielsicher das einzige verschlossene weil defekte Fenster
und schlug heftigst dort auf. Noch
benommen von dem zwangsläufig folgenden Absturz geriet sie dann in die
Gefangenschaft unseres Hausmeisters, der das verstörte Tier auf der äußeren
Fensterbank absetzte. Fenster zu, Thema erledigt.
Die Hektik im Büro bringt mich noch mal um.
Nicht lustig. Nicht gut geschrieben. Aber bemüht. :((((
AntwortenLöschenDann gibt es den Literaturnobelpreis eben etwas später.
LöschenPapperlapapp. Von mir bekommst du ihn früher!
LöschenAch, lass mal. Zur Preisverleihung muß man sich ja in so seltsame Kleidung zwängen und auch noch eine Krawatte anziehen. Das ist nichts für mich. Anzugträger sind mir suspekt.
Löschen*Kicher* danke schön werter Herr, da hab ich ja zu so später Stunde doch noch was zu Lachen. Hatte mich schon damit abgefunden, dass dieser Tag völlig für'n Bobbes is... Hausmeister auf Großwildjagd, hatte ich neulich auch bei der Arbeit. Allerdings handelte es sich um eine Maus und ich weiß leider nur aus Erzählung der Kollegin, wie er mit einem Besen bewaffnet dem armen Tier hinterhergejagt ist. Ich hätts zu und zu gern gesehen. Bin aber froh, dass er das süße Tier nicht erlegt hat. Ne halbe Stunde später allerdings, da war besagte Kollegin auf Großwildjagd, weil ich...äh...*stotter*... weil ich ja vor nix Angst hab. Außer vor Spinnen...
AntwortenLöschenJa, Spinnen sind hier in der Wohnhöhle auch schon mal ein Thema.
LöschenDie armen Flattermänner. Nein, ich beneide sie nicht, kann mir vorstellen, welchen Schreck das verursacht.
AntwortenLöschenTrinken Sie keinen Kaffee, Herr Paterfelis?
Nur so am Rande gefragt.
Nein, ich gehöre zur Tee-Fraktion.
LöschenIst uns auch schon mal passiert, aber nicht in menschenleeren Räumen, sondern in einem vorgesetztenokkupierten Chefbüro. Taube und Chefe flatterten gleichermaßen hysterisch durch das Zimmer, die Taube etwas höher. Ich hab mich ganz schnell verabschiedet- wenn ich eins verabscheue und fürchte, sind das flatternde Vögel... Grusel. Und Gratulation zum heldenhaften Einsatz.
AntwortenLöschenDa bin ich seit Kindheitstagen abgehärtet. Ich sage nur: Wellensittiche, freifliegend.
Löschenhatten wir auch. Frei fliegend und bissig. Daher die Angst :)
Löschen