Nach dem Ende
unserer gemeinsamen Großwildjagd begutachtete Hausi, der Hausmeister unserer
Außenstelle, die Hinterlassenschaften der beiden Unbefugten. Auf mehrere Räume
verteilt zeigten sich genügend Federn und Vogelkacke, daß Anlass zur Vermutung
bestand, die Tauben wären über das gesamte frisch vergangene Wochenende
eingesperrt gewesen, zumindest aber deutlich länger als einen Tag. Erste
Bemühungen Hausis, wieder Ordnung zu schaffen und den aggressiven Taubenkot zu
entfernen, erwiesen sich als relativ ergebnislos. Also erklärte er mir, daß er
unseren Reinigungsdienst verständigen würde.
Als vorausschauend denkender Mensch verschloss ich die Tür
zum Ort der wilden Hatz und befestigte ein aufklärendes Schild im DIN A4-Format
in Augenhöhe. Nun würde wohl niemand mehr auf den Gedanken kommen, voller
Besorgnis wegen der Verschmutzung irgendwelche Menschen zwecks weiterer Veranlassung anzurufen. Und die empfindlicheren
Gemüter würde es davon abhalten, mit dem Unrat konfrontiert zu werden.
Unter Wiederaufnahme der Tagesroutine begab ich mich nach
Indien in das dort befindliche Büro der zu jener Zeit langzeiterkrankten Rebecca, um die dauertemporäre
Verteilung aller anfallenden Arbeiten auf alle Anwesenden vorzunehmen. Nach
Erledigung meiner dortigen Obliegenheiten beendete ich meinen Besuch auf der
anderen Seite des Ganges und begab mich auf den langen Weg zurück zur Höhle im
Schicksalsberg. Auf halbem Weg kam ich an dem Gang zur Teeküche vorbei. Trudi
hatte die Tür gerade geöffnet, arretierte diese und begann ein Gespräch mit dem
soeben dort aufgeschlagenen Sven, der sich auf der Suche nach Wasser befand,
der Grundlage all unserer Betriebsmittel und Schmierstoffe.
Ihr wisst schon.
Sven warf einen Blick in den verdreckten Gang. Trudi teilte
ihre Vermutung mit, daß der Dreck ihrer Meinung nach wohl von einer Taube sei,
während sie überlegte, Hausi zwecks Beseitigung zu informieren. Ich störte die
Beiden in ihrem Gespräch Trudi in ihrem Monolog und verschloss die kurz
zuvor arretierte Tür mit einem gewissen Nachdruck.
„Die Tür bleibt zu, dann
ist das Schild auch besser lesbar!“
Trudi schaute mich verständnislos an.
„Welches Schild?“
„Der einzige auf der
Tür befindliche DIN A4-Zettel, der sich zudem auch noch in deiner Augenhöhe
befindet.“
Ist es denn wirklich so schwierig?
Wenn das Gehirn etwas gut kann, dann ausblenden. Das macht es schließlich jeden Tag und rund um die Uhr. :D
AntwortenLöschenAber vielfach blendet es zu intensiv aus, wie ich gestern wieder bei der Aktenprüfung feststellen musste. :-(
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