Sonntag, 29. Juni 2014

Mein Freund, der Marty

Es gibt ja Themen, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Natürlich wird nie jemand zugeben, derartig thematisierte Geschichten gerne zu hören. Das ist in etwa so wie mit der Blöd-Zeitung, Tutti-Frutti oder dem Dschungelcamp. Jeder kennt es, aber niemand hat wirklich jemals einen Blick reingeworfen. Natürlich nicht.

Eines dieser heiklen Themengebiet ist die Toilette. Selbstverständlich möchte niemand Geschichten vom Klo hören. Iiiiiiiih! Aber schmunzeln tun sie doch alle. Und wenn es heimlich ist. Bei manchen auch eher unheimlich. Und da in diesem Blog schonungslos aus dem wahren Leben erzählt wird und mir kaum etwas zu peinlich ist, um hier nicht davon zu berichten, gibt es nun eben eine Klo-Geschichte. Rümpft schon mal die Nase und schluckt die letzten Reste eures Brötchens runter.

Es gibt ja verschiedene Dinge, mit denen man sich auf dem Klo beschäftigen kann. Die einen lesen die Zeitung oder – wie einer meiner Onkel in früheren Zeiten – die Bibel, während sie auf dem Thron hocken. Andere denken über das Leben als solches nach. Und wieder andere telefonieren oder kommunizieren dank Smartphone auf anderen Wegen mit dem Rest der Welt, während sie verrichten. Gemeinschaftsklos im Büro sind schon was Tolles. Was man da so alles mitbekommt ist wirklich wundersam.

Ganz Durchtriebene spielen sogar mit leeren Klorollen und versuchen, besonders viele von diesen Klorollen auf geschickten Wegen zusammen in eine einzelne Klorolle zu stopfen, ohne sie einzureißen. Leute gibt es…

Während Frauen es ja gewohnt sind, zumindest in der Öffentlichkeit gemeinsam auf das Klo zu gehen, um sich dann wieder in getrennten Kabinen einsam niederzulassen, ist es für die Männerwelt nicht ungewöhnlich, sich bei der eher männertypischen Variante der Verrichtung ins Gesicht sehen zu können. Wenn sie denn wollen. So von Angesicht zu Angesicht unterhält es sich auch besser. Mit anderen Worten: Wir sind es gewohnt, beim Wasserlassen nicht einsam zu sein.

Sogar ich bin von den profanen Dingen des Lebens nicht gefeit. Hin und wieder erreicht mich ebenfalls ein menschliches Rühren, welches mich veranlasst, die sanitären Einrichtungen der eigenen Wohnung aufzusuchen. Und natürlich lässt es die (heimische) Lage nicht zu, der Verrichtung auf typisch männlichem Weg nachzukommen. Ich denke, der in Mitteleuropa übliche Weg hin zur sitzenden Verrichtung ist bekannt. Der hosetragende Mensch lässt selbige der Schwerkraft folgend nach unten gleiten, sorgt anschließend dafür, daß die darunter befindliche kürzere Zweithose folgt und macht es sich auf dem Thron gemütlich.

Hin und wieder nimmt der hauseigene Kater Marty die damit verbundenen Geräusche zum Anlass, sich gerufen zu fühlen. Da steht er nun mit großen Augen vor mir, während ich so sitze und über die Probleme der Welt grüble. Er bemerkt meinen Gegenblick und wähnt sich eingeladen. Schon ist er da und wünscht gekrabbelt zu werden. Zu einem solchen Anlass könnte ich mir durchaus angenehmere Orte vorstellen, aber der Kater hat dummerweise die Eigenheit, immer die Gelegenheiten zur Befriedigung seines Zuwendungsbedürfnisses auszuwählen, die mir nicht so sehr entgegenkommen: nach dem morgendlichen Aufrichten im Bett, nach dem Duschen, beim Wäsche aufhängen und – wenn ich auf dem Thron sitze. Aber bloß nie, während ich mich auf dem Sofa herumlümmel und nahezu alle Zeit der Welt habe, ihn zu beachten.

Nicht genug damit, fängt er dann an, wie verrückt mit deutlicher Kraft um meine Beine herumzustreichen und versucht sogar durch die Beine meiner Hose zu kriechen. Der kann nicht mehr normal sein. Natürlich lenkt mich das alles auch noch beim Nachdenken ab.

Wenn ihr also weiter darauf warten solltet, daß mir endlich die Lösung für die Probleme dieser Welt einfällt, dann vergesst es einfach. So lange mich der Kater beim Denken stört, wird das nichts mehr.




17 Kommentare:

  1. Ich würde ja einfach die Badezimmertür zumachen - bei sowas muss ich allein sein :)

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    1. Das scheint mir ein durchaus überlegenswerter Aspekt zu sein.

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    2. Na toll...
      Dann sitzt der arme Kater demnächst heulend vor der Badezimmertür... :-(

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    3. Ungefähr so lange, bis er die Tür selber öffnet. Das kann er schließlich.

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  2. Meine Katze versucht es sich in der runtergelassen Hose bequem zu machen. Das nervt...

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  3. Du kannst uns doch hier nicht einfach die Lösung für die Weltprobleme vorenthalten! ;)

    Sperr die Katze einfach aus, verriegel die Tür - und finde die Lösung :D

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  4. Meine Bieselbegleitung heißt Sammy...:-)

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    1. Vielleicht sollten wir die beiden mal einander vorstellen.

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    2. Gute Idee, dann hätten wir beide Ruhe...

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    3. Wäre jedenfalls mit Sicherheit im Ergebnis interessanter als eine geschlossene Tür.

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  5. Merkwürdig. Meine dreiköpfige, befellte Chaotenschar trifft sich ebenfalls jeden Morgen mit mir... auf dem Klo, wo man dann zu dritt (!!!) um meine Beine streicht, wenn ich auf dem heimatlichen Porzellan Platz genommen habe. Ins Bett kommen sie aber nicht, weil das Schlafzimmer off limits für Felide ist.

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    1. Eng ist gemütlich. Und kalte Füße wirst du wahrscheinlich während der Verrichtung auch nicht bekommen. ;-)

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