Ganz ehrlich – der Statistikwahn setzt mir zu. Natürlich sehe ich durchaus den Sinn in einer gut geführten Statistik. Aber wenn diese nur noch zum Selbstzweck wird, dann beginnt etwas ganz gewaltig schief zu laufen.
Es ist ja eine Eigenart des öffentlichen Dienstes, sich eher nicht gewinnwirtschaftlich zu orientieren. Es werden andere Instrumente benötigt, um den Erfolg der anstehenden Arbeit zu bestimmen, da ein unternehmerischer Gewinn in den meisten Bereichen gar nicht eintreten kann. Kundenorientierung wird aber dennoch immer größer geschrieben. Ja, man merkt es vielleicht nicht überall, aber es ist tatsächlich so. Ok, nicht zwingend dergestalt, daß der Kunde es auch bemerkt, daß wir uns an ihm so orientieren, wie dies aus der Praxisferne angeordnet wurde. Mitunter wirkt es auch albern und sachfremd, aber wir dürfen halt nicht anders. Und mal unter uns: Wenn ich einen Bescheid bekomme, der mich zu einer Steuernachzahlung verdonnert, käme mir auch nicht als erstes der Gedanke in den Sinn, daß mich das Finanzamt gerade als Kunde behandelt hat.
Und manchmal stehen auch Sachzwänge im Weg, welche von unbedarften Außenstehenden nicht in der Form wahrgenommen werden. Aber die Statistik vermasselt eben doch immer wieder auch die brauchbaren Ansätze. Sie steht über alles. Mit ihr steht und fällt unser Verwaltungshandeln. Sie beeinflusst unsere tägliche Arbeit. Es geht nicht nur darum, wann wir etwas ausführen, sondern letztendlich auch um das wie. Die Auswirkungen sind teilweise so dermaßen abstrus, daß ihr es nicht glauben würdet. Nur werde ich hier keine Beispiele bringen; das ist mir dann doch eine Nummer zu heiß. So heiß, daß ich nicht mal wage, das etwas zu Abstrahieren.
Und manchmal stehen auch Sachzwänge im Weg, welche von unbedarften Außenstehenden nicht in der Form wahrgenommen werden. Aber die Statistik vermasselt eben doch immer wieder auch die brauchbaren Ansätze. Sie steht über alles. Mit ihr steht und fällt unser Verwaltungshandeln. Sie beeinflusst unsere tägliche Arbeit. Es geht nicht nur darum, wann wir etwas ausführen, sondern letztendlich auch um das wie. Die Auswirkungen sind teilweise so dermaßen abstrus, daß ihr es nicht glauben würdet. Nur werde ich hier keine Beispiele bringen; das ist mir dann doch eine Nummer zu heiß. So heiß, daß ich nicht mal wage, das etwas zu Abstrahieren.
Mein Gefühl ist da aber sehr eindeutig: Nicht für den Kunden, sondern für die Statistik arbeiten wir.
Der dominierende Statistikdruck spielt nach all den Jahren, in denen wir als Mitarbeiter darauf getrimmt wurden, auch in mein Privatleben rein.
Nicht alleine, daß ich einfach nur noch platt bin, wenn ich nach Hause komme und zur gar nichts mehr Lust habe, wird mir dadurch auch die Freude an den letzten Resten meiner aktiven Freizeitgestaltung genommen. Es betrifft konkret das Bloggen. Ich fühle mich durch diese nicht abschaltbare Drecksblogstatistik unter Druck gesetzt, zu schreiben. Ich bin frustriert, wenn ich mal nichts abgeliefert habe. Ich bin frustriert, wenn die Zahl der Seitenaufrufe mal zurückgegangen ist oder mir innerlich selbst gesteckte Grenzen nicht überschritten hat. Wenn sich mal wieder ein Leser verabschiedet hat. Dabei geht es hier noch nicht mal um irgend etwas.
Mein erster Blick morgens im Büro fällt in die diversen statistischen Auswertungen meiner dortigen Arbeit. Und jedes Mal, wenn ich hier zu Hause den Rechner einschalte, fällt der erste Blick nahezu zwanghaft auf die Blogstatistik. Mehrfach täglich. Immer wieder.
Mein erster Blick morgens im Büro fällt in die diversen statistischen Auswertungen meiner dortigen Arbeit. Und jedes Mal, wenn ich hier zu Hause den Rechner einschalte, fällt der erste Blick nahezu zwanghaft auf die Blogstatistik. Mehrfach täglich. Immer wieder.
Das kann es doch nicht sein.
Ich war wiederholt kurz davor, hier den Laden dicht zu machen, bloß um von dieser scheiß Statistik wegzukommen. Oder den Blog auf nicht öffentlich umzustellen und nur angemeldete Leser zulasse. Fragt mich nicht, was ich mir davon verspreche, aber es wäre vermutlich irgendwie anders. Obwohl hier in dem Fall natürlich auch eine Statistik läuft. Und keine Statistik könnte so gut sein, daß ich nicht irgendetwas finden würde, was ich daran aussetzen könnte.
Dieser Eintrag hier - klick mich - sollte zu dem Zeitpunkt eigentlich der letzte gewesen sein, den ich normal veröffentlichen wollte. Das hat mir damals schon ein paar Tage vermiest. Und alles, obwohl ich noch mehr auf Halde habe, die Themen noch lange nicht am Ende sind und es tatsächlich auch noch Menschen gibt, die das hier lesen. Es ist einfach oft, zu oft, nur belastend und auch noch nicht ausgestanden. Aber das muß ich mit mir selbst ausmachen.
So kam Mandy letztens von Frau Dr. Strebsinger zurück.
„Sie hat mich gefragt, ob ich nach der letzten Sonderaktion schon mal in meine Statistik geguckt hätte; die sähe ja jetzt toll aus.“
„Und?“
„Ich habe ihr gesagt, daß ich da schon seit Jahren nicht mehr reinsehe und das erst wieder anfangen werde, wenn darin auch alles erfasst ist, was hier zu tun ist, und nicht nur ein paar ausgewählte Sachverhalte, an denen alles festgemacht wird. Da hat sie etwas traurig geguckt.“
„Na ja, besser als das, was unser Fachbereich mal mit dem alten Dr. Strebsinger veranstaltet hat.“
„Was war denn?“
„In einer Besprechung ging es auch mal wieder um die Zahlen. Und der meinte doch glatt, daß die Statistik die Wahrheit darstellen würde. Das sagte er so. Da haben wir ihn ausgelacht. Denn schließlich wissen wir viel besser, wie sehr die Zahlen manipu… ähm, nach offiziellem Sprachgebrauch ja ‚berichtigt‘ sind, weil wir es doch sind, welche die Manipu… ähm, die ‚Berichtigungen' vornehmen müssen. Er hatte doch nicht mal im Ansatz eine Ahnung von dem Volumen, weil er von der Sachbearbeitung keine Ahnung hat. So wie alle Außenstellenleiter.“
Es ist einfach nur noch zum Kotzen.
Dann wäre, weil wir doch gerade beim Thema sind, auch noch was nachzutragen. Blogleser Ednong hat hier mal die Frage gestellt, warum wir die Statistik zu unserem Nachteil verfälschen. Die Antwort ist simpel: Weil wir es müssen. Es ist immer wieder ein Streitthema zwischen allen Beteiligten. Wenn wir die Statistik nicht den offiziellen Vorgaben entsprechend berichtigen, setzen wir uns dem Risiko aus, gewaltig Ärger zu bekommen, weil wir die Statistik verfälschen. Alles schon dagewesen. Ich bin Arbeitnehmer und als solcher weisungsgebunden.
So einfach ist das.