Feierabend. Sofa. Laptop. Mann sein.
Grunz.
Marty, komm sofort zum Papa!
Männer unter sich. Fast. Nicht mehr lange.
Die zweitbeste Ehefrau von allen machte sich bereit, zum Training zu entschwinden.
Da will man(n) bestimmte Wörter vorher einfach nicht hören. Exemplarisch stelle ich jetzt nur die den Satz einleitenden Worte dar:
„Könntest du mir mal…“
Schlimme Sache. Hat garantiert etwas mit nachfolgendem Zwang, die Burg das Monstersofa verlassen zu müssen zu tun. Aber mit etwas an den Tag gelegten demonstrativen Unwillen wäre das durchaus noch zu bewältigen. Wenn der Satz nicht noch eine Fortsetzung gefunden hätte. Eine ganz bestimmte. Und die lautete ungefähr so:
„…von unten den pinken Rock raufholen?“
Während die unbeteiligte Leserin, so sie
nicht eine grundsätzliche Abneigung gegen
PinkPink hat – ja, alle mal herzhaft lachen - sich bei dieser einfachen aber im Kerngehalt klassischen Formulierung nichts weiter denken mag, wird schon der unbeteiligte männliche Leser alleine bei der Aufnahme dieser Worte in einen inneren Alarmzustand versetzt, noch bevor deren Sinn durch das Gehirn entschlüsselt und der männlichen Bewusstseinsebene zugeführt wurde.
Adrenalin fließt.
Pink. Eine Frauenfarbe, die es ansonsten nicht gibt. So wie Aprico Apricot. Bleue Bleu. Und andere, die nur Frauen kennen.
Nun handelt es sich bei dem Haushalt, den die zweitbeste Ehefrau von allen und ich nun schon seit Jahren gemeinsam führen, nicht um den typischen klischeebehafteten Haushalt, in dem sich der Anteil weiblicher Besitztümer auf Unmengen von Schuhen, Handtaschen, Hüten und
SchalsPashminas beschränkt. Denn bei uns gibt es kaum Hüte. Dafür gibt es anderes.
Wie der treue Blogleser weiß, begann alles mit den legendären Worten, welche ich meiner Angetrauten bis zum Ende aller Tage bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in Erinnerung rufen werde:
Daraus wurde dann eine durchaus nennenswerte Sammlung an Dingen, die ich jetzt in männlicher Plattheit als Bauchtanzkostüme und –utensilien bezeichne. Nur damit mich
jeder versteht. Oder auch nicht, denn der
in der Materie des orientalischen Tanzes auf Semiprofi-Niveau unbewanderte Leser vermag nicht mal zu erahnen, was sich da alles an Stoffzeug, Glitzerkram und sonstigem Zubehör ansammelt. Wobei auch richtig coole Dinge darunter sind. Zum Beispiel ein
Schwert Krummsäbel. Da darf ich aber nicht mit spielen.
Jedenfalls wurde mir aufgetragen, in den frisch sortierten Untiefen des Kellers, welche für all diese Sachen separiert wurden, einen pinken Rock rauszusuchen.
Einen.
Pinken.
Rock.
Der mitfühlende Leser möchte sich bitte daran erinnern, daß der arme vom Leben gepeinigte Autor dieses Blogs eine Rotsehschwäche hat. Rot ist rot. Orange ist rot. Rosa ist rot. Pink ist rosa rot. Irgendwie so.
Manche dieser Farben verlaufen auch auf so einem Rock durchaus gewollt ineinander. Rot eben.
Und natürlich gibt es in den Aufbewahrungsbehältern, die entweder Plastikboxen oder Kleidersäcke sein können, zumeist mehrere gleichartige oder ungleichartige Textilien. Und nicht immer liegen oder hängen die Gewünschten vorne, wo der schlichte männliche Blick sie auf Anhieb erfassen würde.
Und unter diesen Bedingungen muß ich armes Menschenkind
Einen!
Pinken!
Rock!
raussuchen.
Einen ganz bestimmten.
Schon auf meine vorherige Ansage, daß das wieder eine längere Aktion werden würde, vor deren Beginn ich mir erst mal Erleichterung im
Palast der Tränen verschaffen müsste, wurde mit einem gewissen Unverständnis reagiert.
Wir hätten wetten sollen.
Natürlich habe ich mehr als nur einmal einen die Kriterien erfüllenden Rock gefunden, ausgepackt, nebenbei den schmusebedürftig im Weg herumstehenden Kater ignoriert, den Rock die Treppe raufgeschleppt, präsentiert, mir ein mitleidiges Lächeln ansehen müssen, den Rock die Treppe runtergeschleppt, nebenbei den schmusebedürftig im Weg herumstehenden Kater ignoriert und das Textil wieder eingepackt.
Was auch sonst?
Nachtrag:
Meine Angetraute besteht unter Äußerung schlimmster Drohungen darauf, daß ich erwähne, den Rock bereits im zweiten Versuch gefunden zu haben. Aber man weiß ja, was mit Drohungen erzwungene Aussagen wert sind. Außerdem widerspricht das nicht meiner Äußerung, mehr als nur einen in Frage kommenden Rock gefunden zu haben und mehrmals die Treppe rauf- und runtergelatscht zu sein.
Das grenzt ja fast schon an seelische Grausamkeit. Ich weine.
AntwortenLöschenIch weine nicht. Ich bin abgehärtet.
LöschenDann bricht Dich die Stufe zwei der rhetorischen Grausamkeiten: "Ich denke, du wolltest......?"
LöschenJetzt weine ich auch.
LöschenJa, seelische Grausamkeit ....... "den schmusebedürftig im Weg herumstehenden Kater ignoriert" ...
AntwortenLöschenHättest die zweitbeste Ehefrau nach dem x-ten Fehlversuch mit in den Keller genomen, ihr nebenbei den schmusebedürftigen, im Weg herumstehenden, Kater gegeben. Ihr ein hoffentlich vorhandenes und bequemes Sitzmöbel angeboten und ihr, mit samt dem Kater auf dem Schoß, dann ein ̶p̶̶i̶̶n̶̶k̶̶e̶̶n̶ roten Rock nach dem anderen gezeigt ....
...... Muß ich aber eigentlich nicht erwähnen, ´ne? ;D ;D ;D
Ach, Traumwelten... den Kater auf dem Schoß haben... nö, so etwas macht er nicht.
LöschenDie "Lieblingsfarbe" des Chefs ist Mauve. Wie sagt er immer so schön: "Moof ist doof". Na dann...
AntwortenLöschenWie würde diese Farbe denn unter Männern heißen? Nur damit ich eine Vorstellung bekomme, wie die aussieht.
LöschenIch würde sagen, es ist fast so lila wie Pflaumen. Also Pflaumenblau. Mit einem Stich ins Rote. Aber eher Weinrot. So Burgunder, aber der Schwere. Mit Lila wie Zwetschge. Oder doch eher Pflaume. Eben so, nöch!
AntwortenLöschenÄhm, ja.
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