Freitag, 30. Mai 2014

Alle Neune

Katzen sind ja doch irgendwie anders als Menschen. Interessant werden die Dinge für sie mitunter erst oder wieder, wenn sie an einem anderen Platz stehen. Oder mal für ein paar Wochen verschwunden waren. So wie unser Katzentunnel.

Ein Katzentunnel ist eine flexible Röhre aus einem Plastikmaterial. Dieses Plastikmaterial sorgt für ein markantes Rascheln, wenn katze durch die Röhre marschiert oder auf selbige einprügelt.




Das finden sie interessant.

Nun habe ich einen solchen Tunnel aus unserem Fundus ausgegraben und auf den Boden gelegt. Lilly und Smilla fanden ihn ausgesprochen unterhaltenswert. An einer Öffnung hängt ein kleiner Spielzeugfisch, den Lilly als unsere Kleinste gerne schnappt, indem sie ihn durch die gegenüberliegende Öffnung über die komplette Länge des Tunnels anspringt, während Smilla lieber mit den Pfoten auf dem Boden bleibt, um ihr Ziel zu erreichen.



Marty zeigte sich an Lillys Vorgehensweise sehr interessiert. Nach längeren Zeiträumen des einfachen Herumhantierens mit dem neuen Spielzeug wagte auch er den Sprungangriff. Dumm nur, daß er als Kater naturgemäß deutlich größer als Lilly ist. Irgendwie hat er es geschafft, sich so zu bewegen, daß Kopf, Schulter und Vorderpfoten aus dem Tunnel ragten, während der Rest seines Körpers im Tunnel festsaß. Nicht derart, daß er unbeweglich wurde, so groß ist er auch wieder nicht, aber es hat gereicht, daß er den Tunnel mit sich herumschleppte.

Aus unseren jeweiligen Augenwinkeln bemerkten die zweitbestehe Ehefrau von allen und ich ein schnelles Huschen den Flur hinunter, gefolgt von einem ordentlichen, aus einem Mix von sich unplanmäßig bewegenden Flaschen und Dosen erzeugten Scheppern. Ein zunächst verwirrter Kater stürmte die Treppe zum Metzelsaal Gartenzimmer hinab.

Folgendes Bild war vorzufinden:





Die Rekonstruktion des Ereignisses drängt nachstehende Vermutung auf:

Marty bemerkte, daß er aus welchen Gründen auch immer mit seinem Heck im Tunnel feststeckte. Das löste in ihm Panik ein gewisses Unbehagen. Also bewegte er sich im Wesentlichen unter Nutzung seiner Vorderbeine mit der ihm gerade schnellstmöglichen Geschwindigkeit aus dem Wohnzimmer in Richtung Flur, um den Tunnel abzuschütteln.

Dies wiederum hat natürlich einige katzenuntypische bewegungstechnische Ungenauigkeiten zur Folge hatte, die ihn dann ohne den zwischenzeitlich losgewordenen Tunnel mit voller Kraft auf einen im Flur zur Mitnahme bereitgestellten Stoffbeutel mit Pfandflaschen und -dosen aufschlagen ließ.



Kein Wunder, daß Marty anschließend eine gewisse Verstörung an den Tag legte.

Alle Neune, würde ich sagen.

Ich gehe dann mal den Kater betutteln.



6 Kommentare:

  1. Och, der arme Kater. Aber in Deiner Obhut wird er schon über das Drama hinweg kommen. Ein schönes, undramatisches Wochenende wünsche ich Euch! LG ST.

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    1. Er hat es mit der ihm eigenen Würde überstanden. Den Tunnel allerdings meidet er jetzt konsequent.

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  2. Ja Katzen sind schon komisch. Unsere älteste Perser war nie verspielt und immer sehr reserviert den anderen Katzen gegenüber. Vor ein paar Wochen habe ich einen neuen Kratzbaum angeschaft. Seitdem ist sie wie verwandelt. Spielt ( zwar immer noch alleine ) mit den angehängten Minispielzeugen. Jagt anderes Spielzeug durch die Wohnung, krabbelt unter den Teppich usw. Nicht wiederzuerkennen.

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  3. Cool .... Euer (Fernseh)Programm ist ja aller beste Sahne. Wie und wo genau kann man diesen Sender empfangen? ;D ;D

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