Sonntag, 7. August 2016

Sonntagsgedanken

Die Gartenarbeit für den Tag ist erledigt. Und wieder ist so eine dieser praktischen mobilen Grünzeugsammelbehälter ordentlich voll. Sehr schön heute war, daß ich draußen nur einem einzigen Menschen begegnet bin. Mal wieder jemand, der mit seinem Hund unterwegs war. Das Gesicht kam mir nicht bekannt vor. Weder das von dem Hund noch das von dem dazugehörigen Menschen. Guten Tag, guten Weg.

Oben auf dem Balkon rumort es. Hilfshausmeisteringenieur zur See Knutsen bereitet das Frühstück vor. Seine Schwiegermutter ist zu Besuch. Gleich wird er losziehen und frische Brötchen besorgen. Wie jeden Morgen. Auch dann, wenn er alleine zu Hause ist.

Ein geregeltes Leben.

Aus der nicht ganz so weiten Ferne ertönen immer wieder Hupen. Schon seit Tagen ist es aus dieser Richtung laut geworden. An einer Kreuzung wurde übergangsweise eine abknickende Vorfahrt eingerichtet. Das Gewohnheitstier Mensch hat so seine Probleme mit Veränderungen. Oder ist einfach zu blöd, die Regelung zu verstehen. Man weiß es nicht.

Auf die geänderte Vorfahrt wird mit Vorwarnschildern sowie den eigentlichen Schildern, die auch noch mit gelb blitzenden Warnlampen versehen sind, mehr als deutlich hingewiesen. Gelbe Fahrbahnmarkierungen tun das Ihrige dazu. Es scheint nicht zu reichen. Zwanzig Minuten an dieser Kreuzung stehen und beobachten reicht, um ein Buch über die Dummheit der Menschen schreiben zu können.

Auf der Terrasse liegen Rohre. Eine mobile Ballettstange ist im Entstehen. Ihr künftiges Einsatzgebiet ist noch freizuschaufeln. Ich komme mit letzterem nicht weiter, weil anderer Kram alles blockiert. Nicht mein Kram, was mich natürlich wieder verstimmt. Aber das Wetter sollte zur Vorbereitung des Stangenaufbaus genutzt werden. Farbe und so. Muß sein.

Lilly rammt ihren Kopf überall hin, wo sie mich erwischen kann. Sie ist im Moment etwas aufdringlich. Auf Hauskater Marty wartet ein Termin beim Tierarzt. Irgendwann in den nächsten Tagen. Ihn in die Transportbox zu befördern wird eine Herausforderung werden. Das hat man ihm im Tierheim in jüngeren Jahren nicht beigebracht. Und wir haben es dann später auch nicht so richtig geschafft. Immerhin lässt er sich mittlerweile kurz hochheben. Es reicht, um ihn ein paar Meter weiterzubefördern. Bei seiner Schwester Smilla ist das weiterhin ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Sonne fängt an, mir von draußen durch die geöffnete Terrassentür auf den Rücken zu brennen. Kein gutes Wetter für Sport. Auch nicht für die Sauna. Das macht mein Kreislauf nicht mit. Ich bin da etwas empfindlich, es gibt Erfahrungswerte. Doof. Auch ein Grund, warum ich die Gartenarbeit immer in aller Frühe während der Morgenkühle erledige.

Außerdem stellt sich die Frage, ob ich die Fahrzeugpapiere gefunden hätte. Gestern bin ich ohne zum Einkaufen gefahren, weil meine Angetraute die mal wieder irgendwo geparkt hatte, wo ich sie nicht gefunden habe. Ich fahre nicht gerne ohne Papiere. Der Gedanke, dadurch unangenehm bei der Rennleitung aufzufallen, sorgt bei mir für Unruhe. Unterschwellig zwar, aber doch vorhanden. Soziophobiker eben. Alleine diese permanente leichte Unruhe kann dazu führen, daß in einer späteren, eher harmlosen Situation eine Panikattacke ausgelöst wird. 

Lilly knurrt. Draußen hat eine Katze gekreischt.

Die Waschmaschine meldet sich. Eine Ladung T-Shirts ist fertig. Als nächstes folgt die Bettwäsche.

Heute Nachmittag ist sturmfrei. Die zweitbeste Ehefrau von allen gibt Einzelunterricht. Auftrittsvorbereitungen. Bald wieder eine Show. Ich werde mich während dessen damit vergnügen, hier in dem ewigen Chaos einen Zettel mit einer Notiz zu suchen. Ich weiß noch nicht mal, wie dieser Zettel aussieht. Freude kommt auf.

Es ist an der Zeit, die Sonne auszusperren, so lange es in der Wohnung noch angenehm ist.

Wir haben Sonntag.

8.00 Uhr.




Kommentare:

  1. Nun dachte ich eben schon, Du wolltest dich ballettänzerisch betätigen, so im rosafrbenen Tütü, hätt ich zu und zu gern gesehen *quietsch*...

    Marty? Tierarzt? Isser krank, oder was?

    Kenn ich nur zu gut, permanente leicht (bis schwere) Unruhe, die dann später oder bisweilen auch prompt zu Panikattacken führen kann. Gräßlich, ganz gräßlich...

    Dinge finden zu müssen, von denen man weder weiß wo in etwa sie sein könnten noch wie sie aussehen, ein immerwährendes Übel. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Lebenszeit ich damit schon verbracht habe. Es könnte alles so einfach sein...

    Bleib tapfer ;-)

    Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag wünsch ich *wink*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Marty scheint eine leichte Verletzung an der Schnauze zu haben, die nicht verheilt. Sicher sind wir nicht, da der Bursche zum Nachsehen einfach nicht stillhalten will.

      Löschen