Donnerstag, 4. August 2016

Meldungen

Du wirst zu deiner üblichen Zeit wach, nachdem du gefühlt – und wohl auch tatsächlich – gerade erst eingeschlafen bist. Die Nacht war durchwachsen. Einige deiner Körperfunktionen hatten die Idee, mal abweichend vom üblichen Schema arbeiten zu wollen. Übel. Und das durchaus wörtlich.

Arbeiten ist ausgeschlossen. Denn du liebst gerade deinen wohnungseigenen Zugang zur Kanalisation heiß und innig. Also hast du eine Krankmeldung abzusetzen. Bei deinem Vorgesetzten. Nicht bei einem Kollegen. Nicht per E-Mail. Persönlich am Telefon.

Die gleitende Arbeitszeit ist etwas Wunderbares. Doof ist sie in dem Moment, in dem dein potentieller Ansprechpartner dazu neigt, den morgendlichen Zeitraum zwischen dem frühest und dem spätest möglichen Zeitpunkt des Aufschlagens im Büro ohne besonderes wiedererkennbares Muster auszureizen.

Also anrufen. Versuchen. Immer und immer wieder, bis endlich jemand da ist.

Dabei bist du im Wachkoma und willst du nur noch zurück ins Bett, um noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor du wieder einmal testen musst, ob der Weg zur Kanalisation noch frei ist.


*gnarf*







Kommentare:

  1. Herrje... Ich wünsche dir baldige und vollständige Genesung!
    Wie Fontane schon sagte, immaterielle kommt es nur noch auf zwei Dinge an: guter Schlaf und gute Verdauung.

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    1. Ts... Immaterielle... Blöde Autokorrektur: "im Alter" sollte es heißen.

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  2. Gute Besserung. Wir melden uns hier via Whatsapp krank, und solange niemand ein selfie verlangt, um dem Krankgemeldetsein eine gewisse Verifizierung angedeihen zu lassen, ist das sehr barmherzig.

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  3. @ all: Danke zusammen. Ich habe mich wieder berappelt und werde morgen, verwegen wie ich bin, zum ersten Mal in dieser Woche meine eigenen Akten bearbeiten. :-D

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  4. Hmh, nun bin ich mit meinen Genesungswünschen ein wenig spät dran. Also nachträglich gute Besserung...

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    1. Da geht es mir nachträglich doch glatt noch besser. :-)

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  5. Lassen sich die Vorgesetzten nicht zu einem Anrufbeantworter überreden? Ich bin ganz froh drum, dass unsere Büroleitung für Krankmeldungen den Anrufbeantworter anschaltet, solange man vor 8 anruft, trifft man da garantiert kein menschliches Wesen am Apparat. Die paar mal, die die Kollegin das vergessen hat, habe ich auch immer so überstanden, ist glücklicherweise höchstens ein Tag im Quartal.

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    1. Anrufbeantw... *japs*. Heiße Kiste. Ganz heiße Kiste. So etwas entscheidet die Geschäftführung. Wir können froh und dankbar sein, daß unsere Teilzeitkräfte nach jahrzehnte(!)langem Kampf ein solches Gerät bewilligt bekommen haben. Obwohl das absolut nicht kundenorientiert ist. Und bei denen sind die ABs so eingestellt, daß niemand drauf quatschen kann. Da benötigt der gemeine Rest so etwas schon mal gar nicht.

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