Dienstag, 12. Juli 2016

Mit fremden Federn

In aller Frühe betrat ich unsere LASA-Außenstelle. Irgendwo geisterte unser Hausmeister herum. Aus Richtung des zu dieser Stunde noch für Kunden geschlossenen Informationszentrums hämmerte laute Musik aus dem Radio. Wie gut, daß Frau Sanchez-Diaz nicht noch dazu trällerte. Womöglich noch über die Rundrufanlage des Hauses.

Ich rettete mich, nachdem ich meine Post geholt hatte, in den Aufzug. Die Etage, auf der sich die Höhle im Schicksalsberg, in der ich tagsüber zu residieren pflege,  befindet, zeigte sich noch menschenleer. Die üblichen Frühaufsteher glänzten krankheits- und urlaubsbedingt durch Abwesenheit.

Es folgte die bekannte Morgenroutine: Post auf dem Tisch ablegen, PC anwerfen, Jacke ausziehen, Teemaschine mit getrockneten Teeblättern befüllen, Kanne schnappen und die nahegelegene Wasserstelle in der Teeküche aufsuchen, um weitere Grundlagen des lebensnotwendigen Heißgetränkes zu beschaffen.

Der Gang zu Teeküche war mit einer Brandschutztür verschlossen. Dies ist des nächtens völlig normal, tagsüber hingegen darf der Zugang unversperrt bleiben. Ich öffnete also zweckgerichtet die Tür und sah – Scheiße. Also wirklich Scheiße. So wortwörtlich Scheiße. Und Federn. Und die Verursacher. Zwei Tauben hatten sich illegal Zuflug Zutritt zu unseren Räumlichkeiten verschafft und konnten offenkundig nicht mehr nach draußen gelangen. Der einzig in Frage kommende Zugang war das Oberlicht der Teeküche, welches weit genug geöffnet war, um einem solchen Vogel fußläufig passieren zu lassen. Der Rückweg hätte hingegen aufgrund der baulichen Gegebenheiten nur im Flugmodus erfolgen können, was aber vollkommen unmöglich umzusetzen war.

Ich schloss die Tür hinter mir und marschierte den Gang  hinunter bis zu seinem Ende. Hier befand sich der nächste Raum mit großen Fenstern, von denen ich einige zu öffnen gedachte. Die Tauben flohen fliegender Weise vor mir und – schlugen beide auf den noch geschlossenen Fenstern auf. Meinem Plan weiterhin folgend öffnete ich die Fenster, wobei ich aufgrund eines mir bis dahin unbekannten Schadens eines davon fast in den Händen hielt und gerade noch so wieder verschließen konnte. Egal, die restlichen Öffnungen mussten reichen. Anschließend zog ich mich zurück, ließ die Tür in ihre Verriegelung gleiten und informierte unseren Hausmeister über die Einbrecher und ihre Hinterlassenschaften.

Nach einiger Zeit an meinem Schreibtisch – ich wähnte mich noch immer alleine auf der Etage – marschierte ich zurück in Richtung Taubengehege, um den Erfolg meines Planes zu prüfen. Hier fand ich dann mit einer gewissen Überraschung  unseren Hausmeister vor, der sich auf Großwildjagd befand. Eine Taube hatte er bereits des Hauses verwiesen nach draußen befördert, die andere hingegen erwies sich nach seinem Bekunden als schlauer. Also gingen wir es gemeinsam an. Während er versuchte, die Taube mit Hilfe eines Mülleimers zu fangen, war es an mir als Großwildjägeramtsgehilfe, die Taube in die entsprechende Richtung zu lenken. Aber dieses kleine Biest entschlüpfte immer.

Irgendwann war es dem Flattermann zu viel. Die Taube hob ab Richtung Außenwelt, fand zielsicher das einzige verschlossene weil defekte Fenster und schlug heftigst dort auf.  Noch benommen von dem zwangsläufig folgenden Absturz geriet sie dann in die Gefangenschaft unseres Hausmeisters, der das verstörte Tier auf der äußeren Fensterbank absetzte. Fenster zu, Thema erledigt.

Die Hektik im Büro bringt mich noch mal um.



Kommentare:

  1. Nicht lustig. Nicht gut geschrieben. Aber bemüht. :((((

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann gibt es den Literaturnobelpreis eben etwas später.

      Löschen
    2. Papperlapapp. Von mir bekommst du ihn früher!

      Löschen
    3. Ach, lass mal. Zur Preisverleihung muß man sich ja in so seltsame Kleidung zwängen und auch noch eine Krawatte anziehen. Das ist nichts für mich. Anzugträger sind mir suspekt.

      Löschen
  2. *Kicher* danke schön werter Herr, da hab ich ja zu so später Stunde doch noch was zu Lachen. Hatte mich schon damit abgefunden, dass dieser Tag völlig für'n Bobbes is... Hausmeister auf Großwildjagd, hatte ich neulich auch bei der Arbeit. Allerdings handelte es sich um eine Maus und ich weiß leider nur aus Erzählung der Kollegin, wie er mit einem Besen bewaffnet dem armen Tier hinterhergejagt ist. Ich hätts zu und zu gern gesehen. Bin aber froh, dass er das süße Tier nicht erlegt hat. Ne halbe Stunde später allerdings, da war besagte Kollegin auf Großwildjagd, weil ich...äh...*stotter*... weil ich ja vor nix Angst hab. Außer vor Spinnen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Spinnen sind hier in der Wohnhöhle auch schon mal ein Thema.

      Löschen
  3. Die armen Flattermänner. Nein, ich beneide sie nicht, kann mir vorstellen, welchen Schreck das verursacht.
    Trinken Sie keinen Kaffee, Herr Paterfelis?
    Nur so am Rande gefragt.

    AntwortenLöschen
  4. Ist uns auch schon mal passiert, aber nicht in menschenleeren Räumen, sondern in einem vorgesetztenokkupierten Chefbüro. Taube und Chefe flatterten gleichermaßen hysterisch durch das Zimmer, die Taube etwas höher. Ich hab mich ganz schnell verabschiedet- wenn ich eins verabscheue und fürchte, sind das flatternde Vögel... Grusel. Und Gratulation zum heldenhaften Einsatz.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da bin ich seit Kindheitstagen abgehärtet. Ich sage nur: Wellensittiche, freifliegend.

      Löschen
    2. hatten wir auch. Frei fliegend und bissig. Daher die Angst :)

      Löschen