Samstag, 11. Juni 2016

Das Schema

Wenn ich im Büro und anderen Ortes Vorgehensweisen hasse, dann ist es schematisches Arbeiten. Dies gilt umso mehr, wenn bestimmte Angelegenheiten einfach eine individuellere Betrachtung verdienen. Darin bin ich mir mit Mandy einig, der aufgrund damit verbundener Vorfälle ebenfalls regelmäßig die Hutschnur reißt.

Die Azubinette und ich arbeiteten in unserer kleinen, gemütlichen Höhle im Schicksalsberg friedlich vor uns hin, als es endlich auch für Mandy an der Zeit war, uns mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Sie kam zur Tür rein, sagte wie jeden Morgen freundlich die Tageszeit, ging zu ihrem Schreibtisch, legte ihre Tasche ab, bewegte sich in Richtung Kleiderständer, drückte im Vorübergehen den Knopf zur Stromversorgung des Radios, um schließlich ihre Jacke aufzuhängen, wieder am Schreibtisch ihren Platz einzunehmen und mit dem Tagewerk zu beginnen.

Einige Minuten vergingen.

„Warum ist es denn so ruhig hier?“

Die Azubinette wusste die einzig mögliche Antwort.

„Weil du gerade das Radio ausgeschaltet hast.“

„Was?“

„Ja!“

„Hast du das etwa heute Morgen schon angemacht?“

„Ich war so frei.“

„Hrmpf.“

Ja ja, schematisches Arbeiten. Ich habe es gesagt.



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