Donnerstag, 16. Juni 2016

Adieu

Ein höherrangiger, langjähriger Mitarbeiter verlässt demnächst überraschend unsere Außenstelle und wird in der Hauptverwaltung in Bad Husten eingesetzt. Mit der Entscheidung, diese Möglichkeit wahrzunehmen, hat er es sich sehr schwer gemacht; er wird nicht ohne Wehmut gehen.

In der kürzlich stattfindenden Elefantenrunde, dem regelmäßigen Treffen der Führungskräfte unserer Außenstelle, an der ich in Vertretung von Frl. Hasenclever teilgenommen habe, betonte der Kollege, daß er keine Abschiedsfeierlichkeiten wünsche, weil ihm die ganze Sache emotional zu nahe gehen würde.

Die Planungen für die Feier wurden unverzüglich aufgenommen.

Heute gab er seinen Fortgang offiziell den restlichen Kollegen bekannt und betonte auch hier nochmals, daß er aus den bereits genannten Gründen keine Abschiedsfeier oder ähnlich gelagerte Veranstaltung wünsche.

Die Planungen laufen weiter.

Ich könnte kotzen. Aus Gründen.



Kommentare:

  1. Wie gut ich Dich da verstehen kann! Hab mich mal eingelesen in Deinen Beitrag aus 2013 und erkenne mich darin durchaus wieder. Leider habe ich solche Exemplare haufenweise erlebt - das wirklich miese ist ja, dass es denen nicht um Dich (oder wen auch immer in dem Moment) geht, sondern um sich selbst. Die sind egoistisch hoch zehn, wollen ihr Bedürfnis befriedigen und nicht Deins. Und wenn man denen das unter die Nase reiben würde - Heureka, was würden die los schimpfen!

    Aber gut, ich merke oft - bei solchen Leuten hilft nur, unfreundlich sein. Nein sagen. Sich abschotten. In anstelle des Kollegen würde die Feier, sofern ich überrascht würde, sofort wortlos verlassen um klar zu zeigen - ich will das nicht, ich habe es kommuniziert und wenn ihr feiern wollt, dann bitteschön, aber ohne mich!

    Liebe Grüsse
    Clara

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    1. Unfreundlich ist immer so eine Sache. Mit Absicht klappt das bei mir selten. Soziophobiker eben, da bist du zu jedem freundlich. Und wenn mal nicht, dann ist das ein Zeichen von höchster Gefahr, denn dann ist deine Laune auf einem wirklich ungemütlichen Level.

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  2. Das ist doch Müll! Wenn einer das ausdrücklich nicht will?
    Wieso muss da geplant werden? Weil "man" das so macht? Und es in der Firma immer so war?
    Ich finde das auf zweierlei Ebene Mist. Einmal für den Betroffenen, das das nicht will, und andererseits ist doch das für die Kollegen auch unterschiedlich. Also ich mag ja solche Feiern auch nicht.....
    Und wenns ein für mich geschätzter Kollege ist, mit dem ich gut arbeiten konnte, dann würde mir das auch schwer fallen.
    Aber dann kann man ja als Privatperson auch was persönliches übergeben. Muss doch nicht der Große Zirkus sein....
    Kannst Du dem nicht einen Tipp geben? Damit er sich der Sache entziehen kann?

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    1. Ich spiele gerade eher so mit dem Gedanken, den Verantwortlichen nochmal ins Gewissen zu reden.

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  3. Määäh. Ich kenne das vom Geburtstag auch - auch wenn das "ich werde gratuliert" eher angenehm-unangenehm ist (ja ich hab halt gerne und das soll jeder wissen, mir ist aber die Aufmerksamkeit zuwider) und das zurück gratulieren das schlimmere Beispiel ist (soll ich jetzt gleich? Und wenn ich nicht direkt kann, soll ich dann nachhohlen? Was ist, wenn wir dann schon längere Zeit bei einander waren, dass sieht dann ja doof aus und... da fand ichs in der Praxis schön. Wir haben in der relativ ruhigen Mittagszeit den Alternden ein Happy Birthday gesungen, Geschenk überreicht, zurück auf Anfang - ohne großes Tammtamm... auch wenn das besungen werden im höchsten Maßen fürchterlich war).

    Was die Feuer für den Kollegen angeht:
    Ich habe nun mehrfach Menschen erlebt, die sagten, so etwas nicht zu wollen und dann empört waren, wenn sie nichts bekamen. Daher bin ich bei solchen Aussagen immer verunsichert. Sagt er das nur des guten Tons wegen oder will er wirklich nicht? Määäh. Na, lass ma die Anderen machen.

    Und:
    Mannmann will auch immer nix, bekommt aber trotzdem was zum Geburtstag und zu Weihnachten. Ja, weil MIR es gut tut, wenn ich ihm etwas schenke. Das kann ich aus finanziellen Gründen halt nicht oft und ich spare dann auch gezielt auf so etwas hin - und suche dann immer Geschenke raus, wo rüber er entweder lachen muss ("Schaatz... ich hab Tripper!" - DAS Gesicht hättest du sehen sollen :D Und als ich ihm dann das Kuscheltier in Tripperform überreicht hab :D) oder sich ehrlich freut (hat meist was mit Essen zu tun, einmal einen Schuhabtreter von "Tot aber lustig", den er neun Monate zuvor bestaunt hatte, der Geldausgabe aber nicht wert sah - er tritt sich zwei Jahre später immer noch ganz stolz grinsend darauf die Schuhe ab - jeden Tag :D ).
    Komplizierter wird es dann nebenbei umgedreht. Ich WILL nämlich was. Kann auch paar Tage vorher oder nachher sein, is mir wurscht - kann auch was kleines sein, kann auch "ich koch dir was schönes" - aber ich will was. Ich kenne das so und liebe es. Aber versuch das mal nen sturen Asperger zu erklären :D (bisher hats aber immer geklappt - u.a. auch mit etwas getrixe. Vorletztes Jahr zu Weihnachten haben wir uns z.B. beide zeitgleich die selbe GraKa in der selben Ausführung gekauft - hab dann beschlossen, dass er mir meine und ich ihm seine geschenkt hab).

    Ährm ja. Wall of Text. Sorry.

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    1. Ich habe nichts gegen eine Wall of Text. Aber was ist eine GraKa?

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    2. Ach alter Paterfelis. Grafikkarte. ;)

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    3. GraKa ist die Abkürzung für Grafik-Karte

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  4. Mach beides.
    Partygeiles Pack. Wie ich das hasse.

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    1. Ich gehe davon aus, daß man es wirklich gut meint und sich absolut nicht vorstellen kann, daß da wirklich kein Interesse besteht. Was es aber nur unwesentlich besser macht.

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  5. ....und wetten er freut sich, wenn es dann soweit ist... er feiert gut und gerne und aus internen Kreisen weiss ich, dass er schon traurig wäre ganz ohne Klimmbimm zu gehen...
    aber generell hast du sehr recht Paterfelis.
    Manche Mitmenschen müssen es erst lernen andere Wünsche zu akzeptieren und neben sich gelten zu lassen, auch wenn sie es vielleicht nur gut meinen...
    *ichweisswovonichrede*

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