Samstag, 14. Mai 2016

First Blood

Liebe Kinder, passt gut auf und merkt euch, was der Onkel Paterfelis schreibt:

Werkzeuge sind gefährliche Waffen! Auch Pinsel!

Ein ganzer Karton davon entspricht also einem Waffenarsenal.

„Schatz, kannst du mal im Keller-Keller nachsehen, was wir da noch an Malersachen haben? Und ob da noch ein Besenstiel ist, auf den die große Rolle für die Deckenfarbe passt?“

Mache ich doch glatt. Wir haben hier zwar schon einen großen Karton mit Malerzeug herumstehen, den wir mal an Frau Kuchenbäcker verliehen hatten und dessen Inhalt jetzt wieder hier bei uns auf seinen Einsatz wartet, bevor er wieder zurückverliehen wird.  Aber ein paar Dinge benötigt man eben doch noch, und ehe diese neu beschafft werden, begutachten wir eben mal unsere Reserven.

Natürlich befand sich der benötigte Karton ziemlich am anderen Ende des schmalen aber gut ausgenutzten und wohlsortierten Raumes. Mein Revier! Also entfernte ich zwei Kartons, drückte sie der hinter mir wartenden Angetrauten in die Hände und wuchtete den Malerkarton aus dem Regal, winkelte ihn entsprechend an, damit er unter die in der Nähe verlaufenden Rohrleitungen durchpasste und hielt ihn schließlich in meinen Händen.

Es ging zurück durch unseren Waschmaschinenraum. Dort schloss ich die Brandschutztür, steckte den Universalschlüssel, der unter anderem auch zur Keller-Keller-Tür passt, in den Zylinder und bemerkte, wie gut doch eigentlich die nicht silberglänzenden, sondern die eingefärbten Schlüssel aussehen. Dieses metallisch glänzende Rot…

Moment!

Der Schlüssel müsste eigentlich silbern glänzen. Wir besitzen keine eingefärbten Schlüssel. Ich besah mir den Schlüssel etwas näher.

„Hallo, Hauptfrau! Hast du dich gerade verletzt oder war ich das?“

Die rote Farbe war zweifellos eine frisch dünne Blutschicht, durch die noch etwas silberner Untergrund durchschien.

Nein, die zweitbeste Ehefrau von allen zeigte sich unverletzt – im Gegensatz zu mir. Ein dicker Schnitt über die Kuppe meines rechten Daumens ließ Blut hervorquellen. Ja geradezu strömen. Und ich hatte wieder mal nichts davon bemerkt, überhaupt eine Verletzung zu haben. Man möge einen Krankenwagen rufen!

Nein, tat man nicht.

Dennoch eine sehr heimtückische Sache.

Was uns direkt zur nächsten Lektion führt.

Liebe Kinder, wenn ihr schon eine kleine Freundin oder einen kleinen Freund habt, und mal etwas für ihn kochen wollt, zum Beispiel ein Pilzgulasch mit Semmelknödeln, dann denkt vor dem Zwiebelschneiden daran, über etwaige vorhandene tagesaktuelle Wunden ein Pflaster zu kleben oder einen Einweghandschuh anzuziehen. Und falls ihr das nicht macht, werdet ihr schon merken, warum es besser gewesen wäre, den Rat von Onkel Paterfelis zu befolgen.



Kommentare:

  1. OMG ... Notruf, Rettungswachen, Sanitäter ... oder gleicht der Amputateur?
    Gute Besserung.

    Nehme an mit dieser Fleischwunde kannst du nicht weiter renovieren, Clevere :-)

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    1. An die Farbrolle lässt man mich ohnehin nicht. Aber zum Besorgen und Schleppen von Dingen reicht es noch.

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