Montag, 16. Mai 2016

Auch eine Einladung

Es war die Zeit zwischen den Frühlingen. Also im April diesen Jahres. Die ersten warmen Tage waren vorübergezogen, die arktische Luft ließ es nochmal mit allen Konsequenzen winterlich werden. Sogar ich zog es vor, draußen nochmal meine Winterjacke anzuziehen. Morgens an einem Bahnsteig, der ziemlich freistehend inmitten eines Ackers geparkt wurde, zeigt man doch eine gewisse Dankbarkeit für zugsichere (ha ha, Wortspiel) Oberbekleidung.

Frl. Hasenclever stand in der Höhle im Schicksalsberg und fröstelte ein wenig. Die Insassen hingegen konnten dies jetzt nicht so richtig nachvollziehen, denn Mandy, ich und die Azubinette arbeiteten uns warm. Der Wärmeausstoß mehrerer PCs, Drucker und Monitore erhöhte die rechnerisch vorhandene Wärmelast einer potentiellen Klimaanlage zusätzlich. Nicht daß wir eine hätten, aber ich kenne die entsprechenden Zahlen aus der Hauptverwaltung in Bad Husten, die über solch ein Wundergerät verfügt.

Doch ich schweife ab.

Frl. Hasenclever fröstelte es also. Natürlich wies ich direkt darauf hin, daß bei uns im Büro selbstverständlich alle Heizungen in Betrieb sein. Ehrlich. Alle Thermostate in meinem Einflussbereich zeigten die Einstellung „1“.

„Also echt, Herr Paterfelis, mir wäre das zu wenig. In meinem Büro (der Kemenate, Anm. d. Red.) ist gerade Sauna. Aber ohne Aufguss. Wer also mal möchte…“

Das war ja nun eine Einladung.

„Frl. Hasenclever, Sie und ich in der Sauna? Interessante Vorstellung.“

„Ähm, ich glaube, das wollen Sie nicht sehen.“

Ob ich ihr klarmachen soll, daß mich nach einigen Jahrzehnten des regelmäßigen Saunaganges kaum noch etwas erschüttern kann?


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