Montag, 30. Mai 2016

Aber jetzt mit Turbo

„Aaargh!“

Mich dünkte eine leichte Verstimmung aus Mandys Lautäußerung  wahrnehmen zu können. Auch die sich in ein kräftiges Rot verwandelnde Gesichtsfarbe schien meine Wahrnehmung zu bestätigen. Vielleicht bin ich ja doch empathisch veranlagt. So ein klein wenig jedenfalls.

Mandy hielt eine geschlossene Akte in die Luft.

„Du erkennst doch auch sofort, daß das hier ein Turboantrag ist, oder?!“

Aus der Distanz betrachtete ich den immer noch Höhenluft schnuppernden Aktendeck…

STOPP!

Es besteht Erklärungsbedarf. Ich sehe es euch ganz deutlich an.

Wie dem kundigen Blogleser in den letzten Monaten und Jahren des intensiven Begleitens meiner Gedanken nicht entgangen sein sollte, ist die Eilbedürftigkeit einzelner Vorgänge im LASA anhand von Statistiken definiert. Die wichtigste aller Statistiken ist die Laufzeitstatistik bestimmter Anträge. Das bedeutet, daß sehr genau und mit einem nahezu lächerlichen korrigierenden Begleitaufwand gemessen wird, wie lange es gedauert hat, nach Eingang eines von dieser Statistik erfassten Antrages einen Bescheid in der Sache zu erteilen. Andere Formen von Anträgen und weitere Arbeiten werden als nicht so wichtig eingestuft. Der Grad der zugeordneten Wichtigkeiten hat dabei nichts mehr mit Realitäten des Lebens zu tun, aber darum geht es ja auch nicht. Wir arbeiten in einer Behörde. Da hat Leben nichts zu suchen.

Um die Zahlen der besagten Statistik möglichst weiter zu drücken, wurde vereinbart angeordnet, daß von dieser Statistik erfasste Anträge bei Eingang in unserem Haus zentral vorgeprüft werden. Ergibt diese Vorprüfung, daß ein solcher Antrag augenscheinlich keiner weiteren Ermittlungen bedarf, wird er zum Turboantrag erklärt und ist innerhalb einer sich nach wenigen Tagen bemessenden Frist zu erledigen. Gelingt dem Sachbearbeiter dies nicht, muß er sich dafür rechtfertigen.

Die vorprüfende Stelle versieht den noch als Loseblattsammlung bestehenden Papierberg mit einem entsprechenden Hinweisblatt, welches ihn als Turboantrag ausweist, und gibt ihn in die Sachbearbeitung. Die LASA-Assistenten legen schließlich die Akte an, platzieren den Hinweis auf den Turboantrag sichtbar von außen an prominenter Stelle und bereiten alles soweit zur Unterschrift vor, bevor sie den Vorgang an den Sachbearbeiter zur abschließenden Prüfung und Entscheidung weitergeben. Wenn dieser nun morgens seine Post aus dem Fach holt, wird er die Akte mit dem Turboantrag anhand des auf dem Aktendeckel prangenden Zettels direkt finden und sich seiner sofort annehmen, bevor er andere, wirklich eilige Dinge erledigt. Dabei ist es vollkommen egal, ob sich aus dem Turboantrag ein Zahlungsanspruch für den Kunden ergibt, der erst in ein paar Monaten fällig ist, und auf dem Tisch andere Akten schmoren, in denen wir aufgrund der langen Liegezeiten bereits Zinsen zahlen müssen. Im Idealfall wird es den Kunden freuen, denn wir verzinsen natürlich deutlich besser als jede Bank. In anderen Fällen finden Kunden dies nicht ganz so gut. Insbesondere dann, wenn sie auf das Geld angewiesen sind.

Wir spulen nun das eingangs erwähnte Geschehen etwas zurück.

Mandy hielt eine geschlossene Akte in die Luft.

„Du erkennst doch auch sofort, daß das hier ein Turboantrag ist, oder?!“

Aus der Distanz betrachtete ich den immer noch Höhenluft schnuppernden Aktendeckel. Es fiel mir nichts auf, was in irgendeiner Form ungewöhnlich gewesen wäre. Ein typischer LASA-Aktendeckel eben. Aber kein turboantragidentifikatonsfähiger Aktendeckel.

Mandy öffnete den Aktendeckel.  Ein grellfarbener Zettel leuchtete mir von der Innenseite entgegen.

„Der blöde Herr Bäcker hat den Turbozettel nicht außen auf den Aktendeckel getackert, sondern von innen, damit es einem ja nicht sofort ins Auge fällt. Jetzt liegt das Teil hier schon ein paar Tage herum. Toll.“

Und es bleibt schwierig.



Samstag, 28. Mai 2016

Auch auf die Gefahr einer Wiederholung hin...

Irgendwann letzte Woche.

25 Grad. Kein Windhauch weht. Es ist schwül. Ich stehe in der Kassenschlange. Vor mir eine Frau, geschätzt über 70. Das begleitende Kind dürfte ihr Enkel sein. Mir fällt auf, daß zu dieser Uhrzeit viele ältere Herrschaften in Begleitung ihrer Enkel unterwegs sind. Es ist nicht meine typische Uhrzeit, um Einkäufe zu erledigen.

Die Frau trägt Mantel und Schal. Der Knirps musste auch eine mollig warme Jacke anziehen. Und was er darunter trägt, sieht nicht gerade nur nach einem T-Shirt aus.

Wenn Oma bei dem Wetter friert, dann muß der Enkel doch wohl auch frieren.

Das arme Kind.

Und natürlich sucht sie an der Kasse nach Kleingeld. Klischee mal wieder erfüllt.

Ja ich weiß, ich wiederhole mich.

Es ist der Ausdruck meiner tiefen Fassungslosigkeit über die alltäglichen Realitäten des Lebens.


Freitag, 27. Mai 2016

Am und im Wassernapf

Wir haben für unsere Katzenbande in der Wohnung zwei Wassernäpfe verteilt. Bei den Näpfen handelt es sich der Größe nach zu urteilen wohl ursprünglich um Fressnäpfe, die ausgewachsenen Doggen oder ähnlichen Großhunden für mehr als nur einem kleinen Snack genügen würden, aber das müssen die Katzen ja nicht wissen.

Die Angehörigen der Katzenbande V2.0 haben so ihre Eigenheiten, mit den Näpfen umzugehen. Jedenfalls fühle ich mich durchaus bestätigt in meinem Erleben, daß die sprichwörtliche Wasserscheue von Katzen sich eher auf von oben fallendes als von unten stehendes Wasser bezieht.

Während Smilla dazu neigt, den Pegelstand des Wassers durch ein heftiges Eintauchen ihrer Schnauze und damit ihrer Nase in Erfahrung zu bringen und das somit unwillkommene Inhalieren von Wasser durch eben diese Nase mittels ordentlichen Niesens wieder rückgängig zu machen, was vermutlich zu einer gewisssen Aromatisierung des Wassers führt, ist es Lillys großes Vergnügen, Katzenspielzeug, Papierkügelchen und sonstigen von ihr geklauten Kleinkram in den Wassernäpfen zu versenken. Was wiederum Marty dazu bringt, insbesondere die wasserspeichernden Dinge wie Katzenminzekissen wieder aus den Näpfen zu ziehen und diese irgendwo möglichst auf Teppichen abzulegen Außerdem ist er ein sehr reinlicher Kater, der scheinbar einen gewissen Drang verspürt, nach einem Gang aufs Katzenklo mindestens eine aus der vorhandenen Auswahl seiner diversen Vorderpfoten in einen Wassernapf zu tunken und darin stehen zu lassen, während er daraus trinkt. Die sich in den Näpfen ansammelnden Spuren von Katzenstreu, welches er noch zwischen den Pfotenballen hatte, sind unübersehbar.

Können die nicht einfach nur daraus trinken?

Katzen…



Mittwoch, 25. Mai 2016

Handtuchtag 2016

Soeben haben mich aus dem Büro Grüße zum Handtuchtag erreicht.




Natürlich habe ich hier zu Hause auch mein Handtuch in Reichweite. Die permanente Schufterei macht es notwendig, zumal heute angesagt war, allen möglichen Kram eine Etage höher zu befördern. Ich hasse es, Treppen zu steigen. Aber das ist ja auch irgendwie Sport. Passt also schon.



Küche ab 18

Es geht bestimmt nichts wenig einiges über einen türkischen Karottensalat. Aber probieren lohnt sich vermutlich doch. Also stellen wir mal die Zutaten zusammen.

Die Karotte ist die Basis eines jeden Karottensalates.





Dazu noch etwas Knoblauch.





Oh, verdammte Hacke. Kein Spritzer Joghurt mehr im Hause. So ein Pech.

Aber ganz ehrlich: Aus irgendwelchen Gründen hätte ich da jetzt auch nicht mit dem Messer herangehen wollen.



Sonntag, 22. Mai 2016

Die rote Tunke

Kenner der Materie werde es erahnen: Es geht um Ketchup. Im Zusammenhang mit der folgenden Geschichte hätte es auch etwas anderes sein können, aber Auslöser von allem war nun mal Ketchup.

Ich war noch ein Kind. Ob schon im schulpflichtigen Alter oder nicht, ist mir nicht mehr erinnerlich. Mit meinen Eltern und Großeltern ging es in ein Einkaufszentrum. Die standen damals, in den wilden Siebzigern, noch nicht so herum wie Sand am Meer. Also waren sie etwas Besonderes. Dieses Einkaufszentrum existiert heute noch, hat sich optisch aber natürlich deutlich gewandelt.

Nach Beendigung der Einkaufs- und Bummeltour sollte es wieder zurück zu meinen Großeltern gehen. Wir kamen noch innerhalb des Gebäudes an einer Imbissbude vorbei, als man auf Seiten der Erwachsenen darin übereinkam, sich zum heimischen Verzehr ein paar halbe Hähnchen bzw. Rippchen mitzunehmen. Zu gebratenen oder wegen meiner auch gegrillten Hähnchen wie auch Rippchen habe bis heute ein zwiespältiges Verhältnis. Geschmacklich fallen sie ja durchaus in mein Beuteschema, aber der Aufwand, den man beim Verzehr hat, schreckt mich phasenweise ab.

Mit anderen Worten: Mich nerven die Knochen. Mal mehr, mal weniger.

Seinerzeit schien ich in einer der Mal-mehr-Phasen gewesen zu sein, denn ich hatte keine Lust auf Hähnchen. Und Rippchen hatte ich damals noch nie gegessen, die waren mir unheimlich. Doch damit der arme kleine Paterfelis nicht an völliger hungerbedingter Entkräftung zusammenbrechen würde sollte es machbar sein, im großelterlichen Haushalt etwas anderes zu finden. Da machten wir uns allgemein keine Sorgen drüber.

Und so kochte meine Oma für mich ein paar Nudeln. Von al dente hatten wir seinerzeit noch nichts gehört. Die zu Hause gekochten Nudeln schienen immer etwas übergart gewesen zu sein. Das war ja nicht unbedingt heimische, sondern exotische Küche, mit der man sich im Haushalt meines eher rechtskonservativen Großvaters niemand so richtig auskannte. Also waren die Nudeln im Regelfall nicht nur tendentiell matschig, sondern im Falle von Spaghetti sogar noch einmal durchgebrochen, damit man sie leichter essen könne. Schwerer Fehler, wie man nicht erst heutzutage weiß.

Das mit dem Zerbrechen von Spaghetti konnten wir Enkel meiner Oma irgendwann abgewöhnen, und was die ideale Konsistenz der fertigen Nudeln angeht wussten wir es schließlich nicht besser.

Was gehörte damals auf einen ordentlichen Teller Nudeln? Ein paar Spritzer Maggi und selbstverständlich Ketchup. Der Ketchup wurde seinerzeit exklusiv zur Verköstigung der Enkelgeneration angeschafft. Die Generationen vor uns zeigten sich der unentbehrlichen roten Tunke, mit der man nahezu alles, im äußersten Notfall sogar Gemüse, schmackhaft machen konnte und welche zeitweise zu jedem nicht süßem Gericht zwingend erforderlich war, eher abgeneigt.

So aßen die Erwachsenen bei Oma und Opa im Wohnzimmer also ihre halben Hähnchen oder Rippchen ohne Ketchup, während ich alleine in der Küche am Kindertisch sitzend die ganze Flasche überlassen wurde. Der süßliche Geschmack dieser Ketchupsorte ist mir als Kinderheitserinnerung bis heute haften geblieben. Nur den Hersteller habe ich verdrängt. Die Flaschenform ist bis heute weit verbreitet, aber ich habe trotz wiederholten intensiven Testkäufen niemals mehr das Original gefunden.

Nachdem wir gegessen hatten, wurde mir übel. Es kam sogar so weit, daß ich mir das ganze Essen nochmal durch den Kopf gehen ließ.

Investigative Ermittlungen führten zu dem Verursacher. Da rohe Nudeln nicht dazu neigen, schlecht zu werden und ich mich auch nicht an ihnen überfressen hatte, kam man schnell auf die Ketchupflasche und ihren Inhalt. Denn der Inhalt der Flasche war schon lange Zeit nicht mehr von der Umwelt hermetisch abgeriegelt und seit mehr als einem Jahr abgelaufen. Zu allem Überfluß hatte sie diese Zeit nicht im Kühlschrank, sondern als nicht salonfähiges Exotenprodukt irgendwo hinten im Küchenschrank meiner Oma verbracht.

Im Gegensatz zur guten Molly habe ich jedoch keine traumatischen Erfahrungen davongetragen. Bis heute sind die zweitbeste Ehefrau von allen und ich was abgelaufene Lebensmittel angeht relativ unempfindlich, sofern wir wissen, daß die Sachen ordentlich gelagert waren.

Und was bringt uns jetzt diese Geschichte?

Mir die Erkenntnis, daß ich mich mal wieder auf die Suche nach dem besagten Ketchup begeben muß. Wenn ich schon nicht mehr das Nasi Goreng meiner Kindheit bekommen kann, welches meine andere Oma schon mal auf den Tisch brachte, dann will ich wenigstens mal wieder diesen Ketchup haben.   

Mit Nudeln.

Aber diese dann bitte al dente.



Samstag, 21. Mai 2016

Kleine Randbemerkung

Die Reste des Klebestreifens alter Fliegennetze aus dem Fensterrahmen zu entfernen ist eine Arbeit, die ich nur meinem schlimmsten Feind wünsche. Und besonders bösartig wird es, wenn man anschließend einen frischen Klebestreifen anbringt und weiß, daß der in ein paar Jahren die gleiche Arbeit verursachen wird.

Heute kommt endlich der Teil der Arbeiten, der mir liegt: Möbel vom alten Mädchenzimmer ins neue Mädchenzimmer schleppen!

Dummerweise sind die Schränke alle noch prall gefüllt.



Freitag, 20. Mai 2016

Müllkutscher

„Wieso kommen die heute erst? Die waren doch für gestern angekündigt?“

„Vielleicht waren die gestern voll.“

„Die Müllmänner sollen nicht saufen, sondern unsere Mülltonnen leeren.“

So was aber auch.



Donnerstag, 19. Mai 2016

Er lebt

Live von der Baustelle!

Kaum rutscht man drei Stunden auf dem Boden herum, geht als Alternative mal in die Hocke oder beugt sich irgendwo hin, schon meldet sich der Rücken und meldet, daß noch ein Rest von Leben in ihm ist.

Autschverdammtekacke! 



Mittwoch, 18. Mai 2016

Besorgniserregende Nachrichten

Da ist man mal ein paar Tage nicht im Büro, schon geht dort alles drunter und drüber. Ich wurde soeben darüber informiert, daß man wieder ein Feierabendspielchen gemacht hat. Gut, ok, das wusste ich vorher, aber ich hatte ja leider keine Zeit, um dort zu erscheinen.

Aber daß Sven mit seinen Dunkelelfen gegen ein von drei Trainerinnen  – in Person Frl. Hasenclever, Mandy und die Azubinette – geleitetes Ork-Team mit 0 : 1 geschlagen wurde, ist wirklich ungeheuerlich.  Ich frage euch, wie soll das gehen? Drei Frauen mit einem gemeinsamen Ziel – das bedeutet mindestens vier Wege, auf denen sie es erreichen wollen.

Und dann so etwas.

Unglaublich.

Hier das Bild vom Touchdown.





Dienstag, 17. Mai 2016

Hä?

Live von der Baustelle!

Die Aufgabe: 16 Quadratmeter blanken Estrich in einem ansonsten leeren Raum einer Intensivbehandlung mit einem Staubsauger unterziehen, bevor es an die Weiterbehandlung des Bodens zur Vorbereitung der Verlegearbeiten geht.

Das Tatwerkzeug: ein dröhnverstärkter Dyson-Staubsauger mit Tornadotechnik und Rollbürste.

Der Hall: unbeschreiblich.

Die Lautstärke: AC/DC-Konzert.

Das Ergebnis: ein Boden, von dem man essen kann.

Und ein vorübergehend in einer geräuschgedämpften Welt lebender Paterfelis.

Bis auf das Piepen im Ohr und das Rauschen im Schädel.




Montag, 16. Mai 2016

Auch eine Einladung

Es war die Zeit zwischen den Frühlingen. Also im April diesen Jahres. Die ersten warmen Tage waren vorübergezogen, die arktische Luft ließ es nochmal mit allen Konsequenzen winterlich werden. Sogar ich zog es vor, draußen nochmal meine Winterjacke anzuziehen. Morgens an einem Bahnsteig, der ziemlich freistehend inmitten eines Ackers geparkt wurde, zeigt man doch eine gewisse Dankbarkeit für zugsichere (ha ha, Wortspiel) Oberbekleidung.

Frl. Hasenclever stand in der Höhle im Schicksalsberg und fröstelte ein wenig. Die Insassen hingegen konnten dies jetzt nicht so richtig nachvollziehen, denn Mandy, ich und die Azubinette arbeiteten uns warm. Der Wärmeausstoß mehrerer PCs, Drucker und Monitore erhöhte die rechnerisch vorhandene Wärmelast einer potentiellen Klimaanlage zusätzlich. Nicht daß wir eine hätten, aber ich kenne die entsprechenden Zahlen aus der Hauptverwaltung in Bad Husten, die über solch ein Wundergerät verfügt.

Doch ich schweife ab.

Frl. Hasenclever fröstelte es also. Natürlich wies ich direkt darauf hin, daß bei uns im Büro selbstverständlich alle Heizungen in Betrieb sein. Ehrlich. Alle Thermostate in meinem Einflussbereich zeigten die Einstellung „1“.

„Also echt, Herr Paterfelis, mir wäre das zu wenig. In meinem Büro (der Kemenate, Anm. d. Red.) ist gerade Sauna. Aber ohne Aufguss. Wer also mal möchte…“

Das war ja nun eine Einladung.

„Frl. Hasenclever, Sie und ich in der Sauna? Interessante Vorstellung.“

„Ähm, ich glaube, das wollen Sie nicht sehen.“

Ob ich ihr klarmachen soll, daß mich nach einigen Jahrzehnten des regelmäßigen Saunaganges kaum noch etwas erschüttern kann?


Sonntag, 15. Mai 2016

Gewinnertypen

„SO SEHEN SIEGER AUS!“

„Aber wir haben doch gar nicht gewonnen.“

„Sehe ich aus wie ein Manga-Mädchen?“

„Nein.“

Eben.



Gedanke der Nacht

Auch wenn er nur für eine Grillmarinade verwendet wurde, so brennt dir chinesischer Knoblauch doch die Seele aus dem Leib.

Und jetzt langsam ausdünsten, bevor es an die Reste geht.



Samstag, 14. Mai 2016

First Blood

Liebe Kinder, passt gut auf und merkt euch, was der Onkel Paterfelis schreibt:

Werkzeuge sind gefährliche Waffen! Auch Pinsel!

Ein ganzer Karton davon entspricht also einem Waffenarsenal.

„Schatz, kannst du mal im Keller-Keller nachsehen, was wir da noch an Malersachen haben? Und ob da noch ein Besenstiel ist, auf den die große Rolle für die Deckenfarbe passt?“

Mache ich doch glatt. Wir haben hier zwar schon einen großen Karton mit Malerzeug herumstehen, den wir mal an Frau Kuchenbäcker verliehen hatten und dessen Inhalt jetzt wieder hier bei uns auf seinen Einsatz wartet, bevor er wieder zurückverliehen wird.  Aber ein paar Dinge benötigt man eben doch noch, und ehe diese neu beschafft werden, begutachten wir eben mal unsere Reserven.

Natürlich befand sich der benötigte Karton ziemlich am anderen Ende des schmalen aber gut ausgenutzten und wohlsortierten Raumes. Mein Revier! Also entfernte ich zwei Kartons, drückte sie der hinter mir wartenden Angetrauten in die Hände und wuchtete den Malerkarton aus dem Regal, winkelte ihn entsprechend an, damit er unter die in der Nähe verlaufenden Rohrleitungen durchpasste und hielt ihn schließlich in meinen Händen.

Es ging zurück durch unseren Waschmaschinenraum. Dort schloss ich die Brandschutztür, steckte den Universalschlüssel, der unter anderem auch zur Keller-Keller-Tür passt, in den Zylinder und bemerkte, wie gut doch eigentlich die nicht silberglänzenden, sondern die eingefärbten Schlüssel aussehen. Dieses metallisch glänzende Rot…

Moment!

Der Schlüssel müsste eigentlich silbern glänzen. Wir besitzen keine eingefärbten Schlüssel. Ich besah mir den Schlüssel etwas näher.

„Hallo, Hauptfrau! Hast du dich gerade verletzt oder war ich das?“

Die rote Farbe war zweifellos eine frisch dünne Blutschicht, durch die noch etwas silberner Untergrund durchschien.

Nein, die zweitbeste Ehefrau von allen zeigte sich unverletzt – im Gegensatz zu mir. Ein dicker Schnitt über die Kuppe meines rechten Daumens ließ Blut hervorquellen. Ja geradezu strömen. Und ich hatte wieder mal nichts davon bemerkt, überhaupt eine Verletzung zu haben. Man möge einen Krankenwagen rufen!

Nein, tat man nicht.

Dennoch eine sehr heimtückische Sache.

Was uns direkt zur nächsten Lektion führt.

Liebe Kinder, wenn ihr schon eine kleine Freundin oder einen kleinen Freund habt, und mal etwas für ihn kochen wollt, zum Beispiel ein Pilzgulasch mit Semmelknödeln, dann denkt vor dem Zwiebelschneiden daran, über etwaige vorhandene tagesaktuelle Wunden ein Pflaster zu kleben oder einen Einweghandschuh anzuziehen. Und falls ihr das nicht macht, werdet ihr schon merken, warum es besser gewesen wäre, den Rat von Onkel Paterfelis zu befolgen.



Freitag, 13. Mai 2016

Es schimmert blau

Live von der Baustelle!

Die zweitbeste Ehefrau von allen hat mich in bodenlos leichtsinniger Weise im Renovierungschaos alleine zurückgelassen. Aber natürlich tat sie das nicht, ohne mir vorher nicht noch in vollkommener Verantwortungslosigkeit einen Auftrag zu erteilen.

Bei ersten Streichen der Tapeten vor einigen Jahren hatte sich ein Abklebeband gelöst, so daß auch etwas Farbe auf die schmale Seite des Türrahmens gelangt war. Jetzt ist es nicht so, daß die Wände so gestrichen waren, wie ein ordentlicher Mann es sich wünschen würde. Denn ich bin durchaus der Meinung daß es ausreicht, einen Eimer mit weißer Farbe auf die Wände zu schütten und fertig.

Die so entstehenden hellen Wände werden später durch die geschickte Positionierung so genannter Möbel in deutlichem Umfang reduziert. Und wem das noch nicht reicht, dem sei empfohlen, ein Bild an die Wand zu nageln.

Aber meine Angetraute zieht es vor, an den Wänden mit farbiger Farbe zu arbeiten und verschiedene Elemente dazustellen. Es müssen also Linien gezogen und Abgrenzungen geschaffen werden. Und just in der Gegend des Türrahmens zeigte sich damals als Wunschfarbe ein blau-grauer Farbton. Für Freunde des gepflegten Tabletop-Spieles: Der von uns allen so gehasste Marktführer nennt diesen Farbton Space Wolfes Grey. Nur ist dieser etwas heller.

Ein Weiß wäre auf dem weißen Türrahmen nicht so aufgefallen, aber bei einem farblich passenden Tapetenabschluss war das jetzt auch kein Drama.

Nun aber soll sich die Farbe auf der Tapete ändern. Das Blau-Grau stört.

Womit wir zu meinem Auftrag kommen. Man wies mich an, mit Hilfe zweier mir zur Verfügung gestellter Mikrofasertücher während des Friseurbesuches meiner Angetrauten diese an sich wasserlösliche Farbe anzugehen und von dem Türrahmen zu entfernen.

Ich bearbeitete den Türrahmen wie mir aufgetragen wurde und stellte fest, daß die Farbe sich gar nicht mal so leicht lösen ließ. Gut, der Farbton wurde etwas heller, was ich mir mit einer Vermischung der Farbpartikel mit dem Wasser begründete. Doch dann fiel mir auf, daß die blauen Flächen scheinbar dazu neigten, sich auszuweiten.

Ich kratzte kurz mit dem Fingernagel an den Übergängen von Weiß zu Blau-Grau. Von Blau-Grau zu Weiß zeigte sich eine winzige Stufe. Das sich ausweitende Blau-Grau war die untere Schicht. Das war nicht geplant, denn niemand von uns hat in irgendeiner Weise Lust, auch noch die Türrahmen zu lackieren.

Meine destruktive Beteiligung an der Renovierung sollte eigentlich mit der Entfernung des Teppichs ihren Abschluss gefunden haben.

Also stelle ich die Arbeiten ein und warte auf Anweisungen.

Mist!

Ich sauge jetzt mal die Heizkörper ab. Dabei kann ich wenigstens nichts kaputt machen.





Donnerstag, 12. Mai 2016

Mal ganz nüchtern betrachtet

Man kann einen neuen Bodenbelag, Wand- und Deckenfarbe, Teppichleisten und alle möglichen Zubehörteile für die Renovierung eines Zimmers erwerben.

Oder für den Gegenwert das ganz bestimmte Modell eines imperialen Sternenzerstörers, mit dem ich ja nun bekanntlich seit langem liebäugle, in 17facher Ausfertigung sowie zwei Brathühner kaufen.

Ach, verdammt, was soll ich denn mit 17 Sternenzerstörern?



Mittwoch, 11. Mai 2016

Störfaktor

Wie verstört man Katzen?

Leere alle Schränke und Regale in einem Zimmer aus.

Demontiere sämtliche Möbel aus diesem Zimmer und parke sie woanders.

Entferne zu guter Letzt den Teppich und zerlege ihn in kleine, handliche Stücke.

Ja, ich habe wieder Urlaub. Die Zeichen sind eindeutig. Und falls es hier in den nächsten Tagen etwas ruhiger wird, liegt es entweder an den im dargestellten Eingangsszenario zugrunde liegenden Umständen – oder daran, daß die Google-Blogspot-Technik immer noch nachhaltig spinnt.


Dienstag, 10. Mai 2016

Klare Ansage

Die Lebensälteren unter uns werden sich an die Zeiten erinnern, als es auch im öffentlichen schienengebundenen Personennahverkehr des Bundes noch Zugbegleiter gab. Deren Aufgabe war es unter anderem dafür Sorge zu tragen, daß sich die Türen des abfahrbereiten Zuges schlossen. Heute sieht man so etwas nur noch im schnellen Fernverkehr. Im Nahverkehr hingegen erfolgt das Schließen der Türen durch Knopfdruck durch den Lokführer. Was mitunter zu folgenden Szenen führt.

Ich hatte mal zeitig Feierabend gemacht. Der Zug in Richtung Neustädter Ländchen hielt an einem an der Strecke liegenden Haltepunkt. Die übliche Wartezeit war vorüber, aber die Abfahrt verzögerte sich. Erfahrene Zugreisende wissen, was jetzt kommt.

„Sehr geehrte Fahrgäste. Bitte verlassen Sie den Bereich in den Türen, damit sich diese schließen und wir unsere Fahrt fortsetzen können.“

Diese ölig schmierige Stimme stammte vom Lokführer. Also nicht direkt vom Lokführer, sondern sie wurde nur von ihm ausgelöst. Der Sprachbaustein befand sich auf einem Chip. Wieder einmal stand jemand im Bereich der Türsensoren, die dafür Sorge tragen sollten, daß sich diese nicht schließen, so lange jemand im Weg ist. Das kommt jeden Tag vor.

Nach einiger Zeit des Wartens wurde die Ansage wiederholt. Und noch einmal. Nichts tat sich.

Neue Durchsage. Nicht diese saufreundliche abgespeicherte Stimme, bei der man vom Zuhören Zahnschmerzen bekommen kann. Nein, dieses Mal war es eine etwas lebensnähere Stimme.

Die des Lokführers.

„Sehr geehrte Fahrgäste. Wenn Sie an Ihren Zielbahnhöfen die Anschlüsse verpassen, weil wir sie verspätet erreicht haben, dann bedanken Sie sich bei den Kindern im letzten Wagen, welche die Türschließung seit einigen Minuten erfolgreich verhindern, um den vereinzelt noch in aller Seelenruhe heranschlurfenden Resten ihrer Schulklasse ein gemütliches Einsteigen zu ermöglichen. Vielen Dank.“

Piep! Piep! Piep! Piep! Piep! Klack!

So schnell können sich also Türen schließen.






Sonntag, 8. Mai 2016

Einflussnahme

„Boaaah!“

Die Stimme Frl. Hasenclevers drang aus dem Büro, in welchem Herr Harnischfeger seinen Umtrieben nachzugehen pflegte. Augenblicke später stand unser beider Vorgesetzte vor mir.

„Herr Paterfelis, es wird höchste Zeit, daß Herr Harnischfeger aus Ihrem Einfluss gerät.“

Nun, das würde bald soweit sein, denn Frau Dr. Strebsinger hatte die Idee, aus gewissen Sachzwängen das Personal auf unserer Etage vorübergehend neu zu kombinieren. Ich bin von der allgemeinen Umsetzung nicht betroffen, aber Mandy würde unsere gemeinsame Höhle verlassen, um Platz für Sven zu machen. Und auch Herr Harnischfeger wird in Zukunft sein Lager in einem weiter entfernten Zimmer aufschlagen müssen. Aber ein paar Wochen Zeit bis zur Ausführung hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch.

„Was ist denn jetzt schon wieder los?“

„Sie färben auf ihn ab!“

„Das ist doch sehr schön. Dann haben wir ja die Chance zu erleben, daß noch etwas aus ihm wird.“

„Von wegen. Wir hatten uns gerade über mein Auto unterhalten.“

„Und?“

„Er hat nachgefragt, welches Auto ich denn wohl meinen würde.“

„Aha. Und dann?“

„Ich erklärte ihm, daß ich das Auto meine, welches auf meinem Parkplatz unten in der Tiefgarage stehen würde.“

„So so.“

„Dann meinte der Kerl doch glatt, daß er das, was auf diesem Parkplatz steht, normaler Weise hinten in seinem Kofferraum transportieren würde.“

„Ähm, ja. Und?“

„Und was?“

„Wo ist der Fehler?“

„Boaaah!“

Irgendwie neigt Frl. Hasenclever zu wenig weiterführenden Wiederholungen.



Freitag, 6. Mai 2016

Prinzessin Leia

Vorgestern im LASA.

„Trudi, bist du nicht auch der Meinung, daß du heute etwas unpassend gekleidet bist?“

„Häh?“

„Heute ist Star Wars-Tag. Wo ist dein Prinzessin Leia-Kostüm?“

„Ach, das klappt doch nicht. Mit meinen Haaren bekomme ich die Frisur nicht hin.“

„Mach dir da mal keine Sorgen. Wenn du die Klamotten aus Jabbas Höhle anziehst, achtet ohnehin niemand mehr auf deine Frisur. Dann sind die Blicke tiefgehender.“

„Nö, lass mal. Mit Star Wars habe ich es nicht so. Und überhaupt: Wieso bist du nicht verkleidet?“

„Bin ich doch.“

„???“

„Mechaniker vom Todesstern in Freizeitkleidung.“

Muß man denn alles erst erklären?



Donnerstag, 5. Mai 2016

Hausmannsleiden

Wohnhöhle, so gegen 21.40 Uhr. 

Telefon.

„Schatz, ich komme später. Die Mädels haben mich noch zum Essen eingeladen.“

„Dann mache ich hier mal den Ofen aus.“

„Oh. Was steht denn da drauf?“

„Senfgeschnetzeltes.“ Übrigens schon im Warmhaltemodus.

Finale einer durchkreuzten Wochenspeiseplanung. Und gleichfalls Vorbote einer in Folge dessen durchkreuzten Strohwitwer-Halbwochenplanung.

Schlimme Sache.



Mittwoch, 4. Mai 2016

Er fehlt mir

May, 4th.

Star Wars-Tag. Und ich bin immer noch nicht der stolze Besitzer eines Modelles des Imperialen Sternenzerstörers.

Menno.

Das Kind im Manne zeigt sich durchaus betrübt.



Dienstag, 3. Mai 2016

Ja

Neustadt.

Landesamt für sozialen Ausgleich.

Außenstelle Süd-Südwest.

Höhle im Schicksalsberg.

Heute.

Ein Sachbearbeiter.

Eine Auszubildende.

„Frau Azubinette, fragen Sie sich auch schon mal, wo Sie hier hingeraten sind?“

„Gelegentlich schon, Herr Paterfelis. Aber Sie fragen sich das doch bestimmt häufiger.“

Ja.



Montag, 2. Mai 2016

Rein olfaktorisch

Der Wechsel der Jahre bringt Änderungen mit sich. Das ist nahezu überall so und macht auch vor dem LASA nicht halt. Uns hat es eiskalt erwischt.

Die Reihenfolge, in der die Dienstbesprechungen abgehalten werden, hat sich wieder geändert.

Es finden an einem bestimmten Tag in der Woche zwei Dienstbesprechungen nacheinander statt. Im letzten Jahr begann der Fachbereich, in dem ich mein Unwesen treibe. Nachdem wir fertig waren, dürfen sich die Kollegen des zweiten Fachbereichs auf unserer Etage damit vergnügen. In diesem Jahr starten also wieder die Kollegen mit ihrer Besprechung.

Natürlich ist man im Regelfall froh, den ersten Termin zu bekommen. Dann weiß man wenigstens, zu welcher Uhrzeit es losgeht und hängt nicht den ganzen Morgen damit im Ungewissen herum. Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt…

Wir hatten den Besprechungsraum gerade erst betreten, als Sven auch schon zur Fensterreihe vorstürmte und für Sauerstoffzufuhr sorgte.

 „Hier riecht es ja wie im Puff!“

„Wo du schon alles gewesen bist...“

Und noch bevor Sven darauf reagieren konnte, legte Herr Harnischfeger nach.

„Hast du da wenigstens was verdient?“

Gut, Sven, keine Antwort ist auch eine Antwort.


Sonntag, 1. Mai 2016

Von anderer Leute Neuerwerb eines Automobiles

„Hallo Herr Nachbar, haben Sie ein neues Auto?“

Wie der tiefgründige Blogleser zu erkennen vermag, handelt es sich nicht ein Erlebnis, welches mir selbst geschehen ist. Zumindest nicht um ein Erlebnis, in welchem der Eingangssatz von mir gesprochen worden wäre. Ich käme gar nicht darauf, hier jemanden so anzusprechen. Ich sehe, daß das Auto neu ist. Das genügt mir. Da quatsche ich doch niemanden drauf an. Ich. Doch. Nicht.

Von der Tatsache des Anquatschens abgesehen würde das eine Antwort provozieren. Ja geradezu ein Gespräch über Autos im Allgemeinen und dieses Auto im speziellen. Mein Interesse an einem entsprechenden verbalkommunikativen Austausch tendiert in den Minusbereich meiner nach unten offenen Wohlwollensskala. Das ist ungefähr so, als ob ich andere Leute mit dem Neuesten aus der wunderbaren Welt der Miniaturenspiele zutexte. Das Interessiert auch keinen Menschen, außer ein paar ausgewiesene Nerds. Und wenn ich hier im Blog etwas dazu schreibe, könnt ihr auch nur passiven Widerstand leisten. Ist also ok für mich.

Doch wir waren bei dem neuen Auto.

Tun wir mal so, als ob die Geschichte mir selbst geschehen wäre. Das vereinfacht die Sache.

Also nochmal: „Hallo Herr Nachbar, haben Sie ein neues Auto?“

„Ja, die Zeit war herum.“

Sie kaufen ja häufiger neue Wagen.

„Stimmt. Und niemals diesen asiatischen Mist.“

„Hört man ja durchaus schon mal, daß alle drei Jahre ein neues Auto angeschafft wird.“

„Alle drei Jahre? Hören Sie bloß auf. Ich habe keine Lust, alle Nase lang mit dem Wagen in die Werkstatt zu müssen. Zwei Jahre, dann geht das doch los. Dann will ich den Wagen schon abgegeben haben. Ich habe auf Werkstattbesuche einfach keine Lust. Und einen Vorführwagen will ich auch nicht haben. Mit denen nimmt doch keiner Rücksicht. Die sind doch schon werkstattreif, wenn man sie bekommt.“

Da sieht man, wo Geld steckt.

Wir fahren unseren südostasiatischen Balduin jetzt seit acht Jahren und sind im sechsstelligen Kilometerbereich. Werkstattbesuche gab es außerhalb der Inspektionen so gut wie keine. Wie mit allen anderen Autos, die wir bisher hatten, auch nicht. Meistens waren es Vorführwagen.

Wir fahren sie, bis sie schrottreif sind oder der Unterhalt nach einem größeren Schaden wirklich zu teuer wird. Da interessieren mich auch die ganzen subjektiven Rechnungen mit den Wertverlusten von Autos nicht.

Und das dauerte bislang immer länger als zwei Jahre.

Deutlich länger.