Sonntag, 20. März 2016

Tankstation

„Meine Flasche ist leer.“ stellte ich ernüchtert fest.

„Dann hast du wohl ein Problem. Mein Vorrat ist auch am Ende.“

Vom Ökoklaus war also keine Hilfe zu erwarten.

„Dann gehe ich eben ins Erdgeschoss in den Kundenbereich. Da steht doch der Wasserspender mit den Riesenflaschen. An dem fülle meine Pulle wieder auf.“

Gekühltes Wasser, wie ich noch ergänzen möchte. (Wie man merkt, hat sich das Ereignis nicht unbedingt im Winter zugetragen.)

„Darfst du aber nicht. Der ist doch nur für die Kunden, wir haben daran nichts zu suchen und können hier im Zweifel lieber verrecken."

Spaßbremse.

„Es ist eben ein Notfall." 

Und damit wäre es legitimiert.

„Hast du einen Schlauch zum Abzapfen?“

Aha, da spricht der Profi. Wer weiß, was der Bursche früher schon so alles abgezapft hat?

„Nein...“

So sprach der Abzapf-Amateuer.

„…aber dann fülle ich eben Becher für Becher um.“

Ja, auch Amateure wissen sich zu helfen.

„Das sieht dann aber ganz schön bescheuert aus. Und du bist voll im Sichtbereich der Kundschaft in der Wartezone.“

Das ist unleugbar zutreffend.

„Macht nichts. Ich bin ja ein höflicher Mensch und begrüße die vorher freundlich mit einem ‚Guten Morgen, meine Name ist Ökoklaus.‘“

Warum läuft er denn jetzt so rot an?




Kommentare:

  1. Bei uns gibt's im Notfall nur Wasser aus der Leitung vom Waschbecken im Personalraum. Bäh, abgestandenes lauwarmes - aus einer Uraltleitung. Aber besser als vor Durst leiden ist's allemal.

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    1. Ich war sehr froh, schließlich noch Teebeutel gefunden zu haben. Der lose Tee für meine Teemaschine war leider zur Neige gegangen. Wasser aus diesen Riesenflaschen ist mir irgendwie suspekt, und das Wasser aus den Leitungen des Büros trinke ich auch nicht pur und ungekocht. Das Gebäude ist zwar noch nicht so alt, aber irgendwie schüttelt es mich bei dem Gedanken. Woanders habe ich da keine Probleme mit.

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  2. Ökoklaus... *gnihihi*.. ist das der Bruder der Sozpäd-Uschi?

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    1. Ausschließen kann man ja grundsätzlich erst mal nichts.

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