Freitag, 19. Februar 2016

Ist jetzt nicht wahr, oder?! (Teil 3 - Alles eine Frage der Mode)

Wie schön, daß auch dieses ominöse Radio Powerplay eine Sendung hat. Ich bemühte mich um eine interessierte Mimik.

„In dieser Sendung kann man Aufrufe starten. Und ich wollte wissen, ob vielleicht zufällig jemand nach Kuba fliegt und das Paket mitnehmen könnte. Die bei der Post wollen nämlich ein Vermögen für das Porto haben.“

Was mich jetzt a) nicht wundert und mir b) auch ziemlich egal wäre. Ist ja nicht mein Geld, was dafür draufgeht. Und auch nicht Herrn Harnischfegers, sondern das von seinem vergesslichen Kumpel. Da bin ich dann durchaus schmerzbefreit.

„Und Sie haben jemanden gefunden?“

„Nein.“

„Das ist schade.“

„Ja.“

„Für Ihren Kumpel!“

„Ja. Aber dann hat mich Heidemarie Kleinberns angerufen.“

„Heidem…?“

„Heidemarie Kleinberns.“

„…“

„Sie kennen Heidemarie Kleinberns nicht?“

„Hat sich mir noch nicht vorgestellt.“

„Das ist doch die Moderation von der Sendung.“

„Also, die Moderation von der Sendung, die ich nicht kenne, die in dem Sender läuft, den ich nicht kenne, hat Sie angerufen?“

„Ja.“

Da strahlt er.

„Und woher soll ich die Dame dann kennen?“

„Hätte ja sein können.“

„Ähm, nein.“

„Schade. Jedenfalls hat sie mich zurückgerufen und gesagt, daß ich eine tolle Stimme im Radio habe und ob sie mich mal interviewen könne.“

„Ich brech‘ zusammen. Der Tonmann vermutlich auch, wenn Sie da in den Hörer brüllen.“

„Ist doch nicht so schlimm.“

„Ansichtssache!“

„Einschränkender Weise muß ich sagen, daß es in dem Interview um Mode gehen soll.“

Mode! Wie gut, daß ich gerade nichts im Mund hatte. Herr Harnischfeger ist genau wie ich leidenschaftlicher ganzjähriger Jeans- und T-Shirt-Träger. Kombiniert mit Turnschuhen. Der hat von Mode mindestens so viel  Ahnung wie ich. Also keine.

„Ich habe von Mode keine Ahnung.“

Habe ich doch gerade geschrieben.

„Ist aber egal. Jedenfalls rufen die mich Freitag an. Da muß ich eben so lange Ausstempeln und in ein leeres Büro gehen.“

„Wäre wohl besser.“

„Und jetzt gehe ich in die Stadt, das Paket zur Post bringen. Das muß man nämlich auf Spanisch beschriften, und ich kann kein Spanisch.“

Und schon war er verschwunden.

Ich grinste mir innerlich einen. Der Kerl will tatsächlich in der Mittagspause zur Neustädter Hauptpost, die Warteschlangen irgendwie innerhalb von maximal zwei Stunden überwinden und den dortigen Schaltermenschen davon überzeugen, ihm dieses Paket auf Spanisch zu beschriften. Weil der als Postmensch das ja können muß.

Ich bin ja mal gespannt, ob er das in der Zeit, die er sich mittags draußen herumtreiben darf, auch schafft. Alleine die Warteschlangen sind eine Herausforderung.



(wird fortgesetzt)



Kommentare:

  1. Also entweder bin ich verwirrt, habs überlesen, er vergessen oder es kommt noch...

    Aber er ist ja fort... und er wollte doch Hilfe von dir... WAS WILL ER DENN JETZT?! Bisher hat er ja nur seine Story erzählt aber nicht den Grund seines eigentlichen Hereinplatzens. o.O

    Nebenbei: "hab ich doch grad geschrieben" - hab Chipskrümel durch die Gegend geprustet :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jap.
      Und. Du. bist. Schuld. Los mach sauba! :D

      Löschen
    2. Lasse mich kurz nachdenken... Nein.

      Löschen
  2. Ja, also ehrlich, wollen Sie uns, äh sich, Ihren Urlaub versüßen mit der Fortstezungsgeschichte?
    Post - das nächste Kapitel handelt dann nur über die Postschlange, die der arme Herr Harnisch natürlich nicht innerhalb der 2 Stunden Mittagspause überwinden wird, weil natürlich alle auf die Idee kommen, zur Post zu gehen, die natürlich ebenfalls in der Mittagszeit nur mit einem Beamten, pardon, Mitarbeiter besetzt ist. und der spricht ausschließlich deutsch, so daß das Paket nur in zweifelhaftem Englisch beschriftet wird, was dafür sorgt, dass es natürlich in Guantano Bay ankommt, sind ja schließlich Engländer, äh Amerikaner, dort. Die sprechen ja englisch. Und weil die Form der Pedale äußerst entfernt an eine Waffe erinnern, wird das Paket sicherheitshalber gesprengt und der wahre Empfänger auf der Insel gesucht. Und anschließend festgesetzt. In Guantanamo. Sind ja schließlich Deutsche, äh Amerikaner dort. Und das alles nur, weil Sie den Herrn Feger nicht aufhalten. Oder so. Wird also noch spannend. Ich harre der Dinge.

    Ach übrigens: Pakete müssen ins Ausland in der typischen Landessprache oder alternativ in französisch beschriftet werden. Internationale Postsprache ist nämlich französisch ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Frankreichisch ist keine Sprache, sondern ein Zustand.

      Löschen