Sonntag, 28. Februar 2016

Lebenszeichen



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Dienstag, 23. Februar 2016

...und noch ein Versprechen hinterher

Na, kann er es nicht lassen? Doch, kann er im Moment noch.

Ich möchte euch was versprechen: Sobald mich die Schreiblust überkommt, dann werde ich auch schreiben. Die Texte werden ganz normal in das jetzt nicht für euch zugängliche Paterfelis-Archiv eingepflegt.

Und wenn ich der Meinung bin, wieder auf Sendung gehen zu wollen, dann werden sowohl die alten als auch die neuen Texte wieder hier erscheinen.

Echt ehrlich.



Montag, 22. Februar 2016

Das wars

Ich habe mich entschlossen: Hier ist es vorbei. Vielleicht befristet, vielleicht für immer. Im Moment weiß ich es nicht.

Jetzt lasse ich es erst mal auf mich wirken, keinen öffentlichen Blog mehr zu führen. Die Texte, Bilder und Kommentare sind vorsorglich gesichert.

Man liest sich irgendwo.

Bis dahin

Euer
Paterfelis




Samstag, 20. Februar 2016

Ist jetzt nicht wahr, oder?! (Teil 4 - Ein Ende, wie mein Deutschlehrer es geliebt hätte)

Nachdem ich mich wieder innerlich entgrinst hatte, was durchaus eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, ist mir bewusst geworden, daß Herr Harnischfeger jetzt überhaupt nicht gesagt hat, was er eigentlich von mir wollte. Wahrscheinlich nur seine Geschichte loswerden.

Ich bekam nicht mit, wann und mit welchem Erfolg er wieder unser lauschiges Büro erreichte.

Die Tage vergingen, es wurde Freitagnachmittag.

Von dem Interview habe ich nichts gehört. In der Höhle zum Schicksalsberg hören wir den öffentlich-rechtlichen Sender, wie sich das in einer guten, ebenso öffentlich-rechtlichen Amtsstube für öffentlich-rechtliche Angestellte eben gehört. Nachdem ich entsprechende Erkundigungen eingezogen habe, ist Radio Powerplay wohl nicht so mein Ding.

Erzählt hat der Kerl auch nichts. Wird also nicht so prall gewesen sein. Vermutlich. Kann man drüber nachdenken. Nachgefragt habe ich jedenfalls nicht. Ich frage niemals nach. Womit mein alter Deutschlehrer ins Spiel kommt. Denn der fand Bücher mit offenem Ende ohnehin immer am besten. Eben weil man da noch drüber nachdenken könne.

Ich vermochte mich seiner Überzeugung nie so ganz anzuschließen.

Und wozu das jetzt alles?

Also holte ich wieder meine Hakenrolle aus der Schublade meines Schreibtischcontainers und ließ sie über die mir zur Prüfung zugewiesenen Vorlagen tanzen.

Diese Aufregung bringt mich noch um. 


(Ende)



Freitag, 19. Februar 2016

Ist jetzt nicht wahr, oder?! (Teil 3 - Alles eine Frage der Mode)

Wie schön, daß auch dieses ominöse Radio Powerplay eine Sendung hat. Ich bemühte mich um eine interessierte Mimik.

„In dieser Sendung kann man Aufrufe starten. Und ich wollte wissen, ob vielleicht zufällig jemand nach Kuba fliegt und das Paket mitnehmen könnte. Die bei der Post wollen nämlich ein Vermögen für das Porto haben.“

Was mich jetzt a) nicht wundert und mir b) auch ziemlich egal wäre. Ist ja nicht mein Geld, was dafür draufgeht. Und auch nicht Herrn Harnischfegers, sondern das von seinem vergesslichen Kumpel. Da bin ich dann durchaus schmerzbefreit.

„Und Sie haben jemanden gefunden?“

„Nein.“

„Das ist schade.“

„Ja.“

„Für Ihren Kumpel!“

„Ja. Aber dann hat mich Heidemarie Kleinberns angerufen.“

„Heidem…?“

„Heidemarie Kleinberns.“

„…“

„Sie kennen Heidemarie Kleinberns nicht?“

„Hat sich mir noch nicht vorgestellt.“

„Das ist doch die Moderation von der Sendung.“

„Also, die Moderation von der Sendung, die ich nicht kenne, die in dem Sender läuft, den ich nicht kenne, hat Sie angerufen?“

„Ja.“

Da strahlt er.

„Und woher soll ich die Dame dann kennen?“

„Hätte ja sein können.“

„Ähm, nein.“

„Schade. Jedenfalls hat sie mich zurückgerufen und gesagt, daß ich eine tolle Stimme im Radio habe und ob sie mich mal interviewen könne.“

„Ich brech‘ zusammen. Der Tonmann vermutlich auch, wenn Sie da in den Hörer brüllen.“

„Ist doch nicht so schlimm.“

„Ansichtssache!“

„Einschränkender Weise muß ich sagen, daß es in dem Interview um Mode gehen soll.“

Mode! Wie gut, daß ich gerade nichts im Mund hatte. Herr Harnischfeger ist genau wie ich leidenschaftlicher ganzjähriger Jeans- und T-Shirt-Träger. Kombiniert mit Turnschuhen. Der hat von Mode mindestens so viel  Ahnung wie ich. Also keine.

„Ich habe von Mode keine Ahnung.“

Habe ich doch gerade geschrieben.

„Ist aber egal. Jedenfalls rufen die mich Freitag an. Da muß ich eben so lange Ausstempeln und in ein leeres Büro gehen.“

„Wäre wohl besser.“

„Und jetzt gehe ich in die Stadt, das Paket zur Post bringen. Das muß man nämlich auf Spanisch beschriften, und ich kann kein Spanisch.“

Und schon war er verschwunden.

Ich grinste mir innerlich einen. Der Kerl will tatsächlich in der Mittagspause zur Neustädter Hauptpost, die Warteschlangen irgendwie innerhalb von maximal zwei Stunden überwinden und den dortigen Schaltermenschen davon überzeugen, ihm dieses Paket auf Spanisch zu beschriften. Weil der als Postmensch das ja können muß.

Ich bin ja mal gespannt, ob er das in der Zeit, die er sich mittags draußen herumtreiben darf, auch schafft. Alleine die Warteschlangen sind eine Herausforderung.



(wird fortgesetzt)



Donnerstag, 18. Februar 2016

Ist jetzt nicht wahr, oder?! (Teil 2 - Das geheimnisvolle Paket)

„Paket?“

„Ja, das für meinen Kumpel.“

Als ob ich wissen müsste, was er für einen Kumpel mit welchem Paket beglücken möchte. Ich schaute vermutlich etwas fragend aus der Wäsche.

„Wissen Sie nicht?“

„Nö.“

„Also…“

Herr Harnischfegers Gesicht wies eine gewisse Grundzufriedenheit aus, als er fortfuhr:

„Also… wie gesagt – ich habe da einen Kumpel. Der befindet sich gerade auf Kuba. Zum Fahrradfahren.“

„Fahrradfahren?“ echote ich.

Falls es mich jemals nach Kuba verschlagen würde - was *setzteNameeinesbeliebigenüberirdischenWesensnacheigenemGustoein* verhüten möge, so lange man da nicht fließend meine Sprache spricht und die Billigsitze im Billigflieger nicht meinem Körperbau entsprechen – hätte ich andere Ideen, wie ich da meine Zeit verbringen könnte als ausgerechnet damit, mit einem Fahrrad zu fahren.

„Ja, zum Training. Er fährt Rennrad.“

Kann man doch auch hier. Wie auch immer, das ist nicht mein Problem. Jeder kann da Fahrradfahren, wo er will. Solange er nicht vor mir her- oder mir in die Hacken reinfährt, sehe ich das ausnehmend liberal.

„Ach?!“

„Ja. Nur hat er vergessen, Ersatzpedale mitzunehmen.“

„So so.“

„Und ich soll ihm das nun mit einem Paket hinterherschicken. Nach Kuba. Mit Luftpost. Ist ja schließlich eilig.“

Ja, ich räume ein, daß Schiffspost vermutlich zu lange dauern würde. Wäre ja auch blöd, wenn man mit dem Auto liegenbleibt, und der Pannenhelfer mit der Getriebestange erst zu Fuß irgendwoher aus einem Kaff jenseits der Alpen anmarschieren müsste. So als Ötzi.

Ich schweife ab.

„Müsste ich jetzt die Querverbindung zum Radio erkennen?“

„Noch nicht. Aber ich habe da bei Radio Powerplay angerufen.“

„Kenne ich nicht.“

„Was hört man denn hier in Neustadt?

„Na, entweder Radio Neustadt als Lokalsender oder den Nordwestostsüddeutschen Rundfunk  mit seinem mitteldeutschen Regionalsender.“

„Ach? Na ja, ist ja Ihr Problem.“

„…“

„Jedenfalls habe ich da angerufen. Die haben da nämlich so eine Sendung.“



(wird fortgesetzt)



Mittwoch, 17. Februar 2016

Ist jetzt nicht wahr, oder?! (Teil 1 - Die Gestalt)

„HERR PATERFELIS, SIE MÜSSEN MIR HELFEN!“ dröhnte mir eine wohlbekannte Stimme entgegen.

Warum nur muß der Kerl so ein lautes Organ haben? Damit kann der Tote aufwecken. Schlimm genug, daß ich ihm den ganzen Tag zuhören muß, wie er telefoniert. Mit der Kundschaft, wegen der Hausrenovierung, in seiner Funktion als Kassenwart des Sportvereins und mit seiner Frau. Dabei hat dieser Mensch sein eigenes Büro ein paar Meter und zwei Türen entfernt und sitzt nicht etwa mir gegenüber.

Wenn ich ja so mit der zweitbesten Ehefrau von allen reden würde wie er mit seiner, dann hätte ich zu Hause nichts mehr zu lachen.  Garn nichts. Aber so was von nichts. Egal, das ist ein anderes Thema.

Ich blickte also nach oben. Wie zu erwarten, verdeckte eine massige Gestalt die Sicht in den Flur. Die Zweimetergrenze dürfte diese Gestalt locker erreichen. Und jetzt stört diese Gestalt mich dabei, unter selbstlosem Einsatz meiner Hakenrolle Vorlagen zu unterschreiben. So etwas kann einen schon aus der Fassung bringen.

„Ja, Herr Harnischfeger, was kann ich gegen Sie tun?“

„ICH KOMME…“ (Nein, werte Leser, an dieser Stelle folgt jetzt kein platter obszöner Witz.)

„He, etwas mehr piano bitte, mir klingeln schon die Ohren.“

„Oh, Entschuldigung. War ich wieder so laut?“

„Ja.“

„Sie wissen doch, daß ich auf einem Ohr schlecht höre und das nicht mitbekomme.“

„Also, was liegt an?“

„Ich komme Freitag ins Radio.“

Will ich sehen. Der sprengt doch jedes Radiogehäuse.

„Wie haben Sie das denn schon wieder geschafft?“

„Na, mit dem Paket.“



(wird fortgesetzt)



Dienstag, 16. Februar 2016

Abwarten

Wenn du die halbe Nacht damit zubringst, über den Unbill nachzudenken, den die Welt für dich übrig hat, dann hast du danach auch keine Lust mehr, entsprechend aller Planung etwas für dich zu tun. Dafür verbringst du den Rest des Tages damit, darauf zu warten, daß er vergeht, weil du keine anderen Möglichkeiten siehst.

Ich habe keine Lust mehr, mich für irgend etwas abzustrampeln.

Nur noch 19 und der Rest von heute.

Montag, 15. Februar 2016

Multitasking

Der Titel verrät Kennern der Materie ja schon so Einiges. Unter anderem, daß jetzt wohl wieder so eine Mann-Frau-Geschichte kommt.

Stimmt genau.

Multitasking, also die Fähigkeit, auch als Mensch mehrere verschiedene Dinge gleichzeitig tun zu können, wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Andererseits behaupten geschätzte 50 % der unserer Gesellschaft angehörigen Personen, daß nur sie multitaskingfähig sein würden, während die restlichen, ebenfalls geschätzten 50 %, nämlich die Männer, diese Fähigkeit zweifelsfrei nicht hätten.

Bei den Eheleuten Paterfelis ist dies ebenfalls so. Und ob es nun Zufall oder der natürliche Lauf der Dinge ist, sei dahingestellt, aber auch hier zeigt sich wieder diese Frau-Mann-Unterscheidung. Die zweitbeste Ehefrau von allen spricht mir nunmehr seit Jahren kategorisch jegliches Vermögen ab, mehr als eine Sache gleichzeitig zu tun. Was in mancher Beziehung durchaus richtig ist. Jetzt aber habe ich eine Kombination von Dingen gefunden, die ich wunderbar parallel ausführen kann.

Ich kann fernsehen, dabei mit einer Hand essen und mit der anderen eine Katze krabbeln.

Ist das nicht toll?!

Zukunft, warte auf mich, ich komme.




Sonntag, 14. Februar 2016

Ein Abschluss nimmt seinen Anfang

Das Leben wird auch dadurch bestimmt, mit Dingen abzuschließen. Gerne würde ich mit vielen Dingen abschließen, aber dieses Mal handelt es sich nur um die Urlaubssaison 2014. Der Resturlaub aus 2014 muß jetzt endlich weg, sonst verfällt er. Meine Begeisterung ist nur mäßig ausgeprägt.

Damit der Urlaub auch endlich mal in nennenswertem Umfang weniger wird, habe ich dieses Mal sogar darauf verzichtet, Überstundenabbau mit aufzunehmen. Das bedeutet, daß ich alles, was liegen geblieben ist, nach meinem Urlaub in regulären 8-Stunden-Tagen aufarbeiten darf, da ich dann keine legalen Möglichkeiten habe, noch in wesentlichem Umfang länger zu bleiben.

Es ist wirklich blanker Zufall, daß wir genau während meiner Abwesenheit wieder jemanden bekommen, der bei uns eine Praxisphase im Rahmen seiner Einarbeitung durch unseren Ausbildungsbereich erhalten soll. Kein Auszubildender, sondern jemand, der sich von Extern beworben hat. So weit, so gut. Jetzt ist es aber dummerweise so, daß dieser Mensch nun auch am Ende der Probezeit steht. Und von uns aus soll entschieden werden, ob wir ihn behalten oder nicht. Wie bitte soll das in drei Wochen, die aufgrund noch erforderlichen zeitfressenden Verwaltungsaufwandes tatsächlich nur zwei Wochen sein werden, denn funktionieren?

Egal, es ist wegen meiner Abwesenheit nicht mein Problem, sondern es hat Rebecca getroffen. In diesen drei Wochen wird Rebecca an meinem Schreibtisch Platz nehmen, damit sie mit dem Kollegen räumlich zusammensitzen kann. Ich würde da ja gerne mal einen Blick riskieren, denn meine Schreibtischplatte ist ziemlich hoch angebracht, da ich ja auch etwas größer bin als so ein Durchschnittstyp, wohingegen Rebecca… Na, sagen wir mal so: Der Floh wird gerade mal über die Tischkante sehen können.

Dennoch bin ich ein wenig angepisst. Als die Regelung in einer Dienstbesprechung verkündet wurde, hat man sich aus dem Kollegenkreis direkt dafür ausgesprochen, daß Rebecca in dieser Zeit von der Vertretung befreit wird. Prima. Ganz prima. Während meiner Abwesenheit sind bis auf ein paar Tage alle anderen anwesend. Vertretung wird bei uns neuerdings ohnehin nicht mehr in vollem Umfang gemacht, sondern beschränkt sich nur noch auf bestimmte Vorgänge. Es fällt also für den Einzelnen nicht mehr so viel an wie früher.  Aber da durfte ich kräftig mitvertreten, auch wenn ich neue Kollegen eingearbeitet habe. Selbst bei Mehrfachvertretung. Keine Sau hat sich dafür interessiert, wie das geklappt hat. Der Alte macht das schon, nur keine Sorge. Und als zusätzlichen Nackenschlag bekomme ich mit, daß die Kollegin aus dem benachbarten Fachbereich, die ebenfalls mit Einarbeitung zu tun hat, nicht nur ebenfalls aus der dortigen Vertretung raus ist, sondern sogar noch von Kollegen bei ihrer eigenen Arbeit unterstützt wird. Ja leckt mich doch am Arsch.

Freitag war dann also der letzte Arbeitstag. Und der beginnt mit einem Déjà vu. Am letzten Tag vor Beginn meines Urlaubs im November machte morgens ein Kunde Stress. Er rief direkt bei der Fachbereichsleitung an und verlangte, seinen Bescheid zu bekommen. Nein, er wolle keinen Rückruf von der Sachbearbeitung und gar nichts, er besteht jetzt auf Bescheiderteilung. Gut, konnte er haben. Blöd nur, daß die Sache komplexer war, mit sehr viel Zeit an diesem Tag gekostet hat, und die mir nicht zur Verfügung stand, weil gerade am letzten Arbeitstag bestimmte Dinge zwingend noch erledigt werden müssen, die nicht vorher geregelt werden können. Und da ich keine Rückfragen mehr halten durfte, führte dies auch dazu, daß einige Dinge abzulehnen waren.

Natürlich kam postwendend der Widerspruch. Also wurde wieder ermittelt, ich stellte meine Fragen und bekam meine Antworten nebst benötigten Unterlagen. Und wieder alles an meinem letzten Tag. Und ebenso wieder mit dem telefonischen Hinweis, daß das alles sofort und überhaupt wohl eher noch gestern zu erledigen sei. Also erledigt man das zur weiteren Abwendung von Ärger. Und wenn es nur aus dem Grund ist, so einen Vorgang nicht dem Vertreter aufs Auge zu drücken.

Ich hatte mich auf einen längeren Tag eingestellt, zumindest aber keine feste Feierabendzeit geplant, als die zweitbeste Ehefrau von allen sich meldete, sie sei gerade unterwegs, müsse noch eben zur Post, dann kurz zum Kolonialwarenhändler und könne mich danach abholen. Gut, ich ließ mich darauf ein. Worauf hin es hektisch wurde. Also erledigte ich die letzten zwingend zu erledigenden Dinge in Rekordzeit:

  • Prüfung zweier Leistungsbescheide
  • Prüfung zweier frisch reingekommener Urteile
  • Eintragen eines Stapels bis nach meinem Urlaub unerledigter Vorlagen in VATeR
  • Einhängen meiner restlichen unerledigten Akten in den Schrank
  • Abräumen des Tisches für Rebecca
  • Verteilen des Postausganges
  • Verabschiedung und letzte Hinweise an die Kollegen per E-Mail
  • Änderung von einem halben Dutzend vor dem Ablauf stehender Passwörter


Zwei Minuten, nachdem ich damit fertig war, fuhr dann auch meine Angetraute vor.  Ab nach Hause und warten, daß die Zeit vergeht. Drei Wochen können so unendlich lang sein.

Nein, ich freue mich wirklich nicht.



Freitag, 12. Februar 2016

Blendendes Ergebnis mit Nebenwirkung

Eine der beiden Tore Türen zur Höhle im Schicksalsberg stand im 90-Grad-Winkel nach innen offen. Plötzlich schob sich eine größere, grüne Tasse, einer dieser typischen Pötte eben, in Schulterhöhe zu uns ins Zimmer rein. Die Tasse wurde von einer kräftigen Hand gehalten.  Ihre weiße Innenseite  war zu mir ausgerichtet. Es sah alles sehr beabsichtigt aus. Etwas stach in meinen Augen.

Einen Moment später schwang sich der Ökoklaus hinterher.

„Na, bist du geblendet?“

„Und wie!“

„Tja, die Reflexionskraft einer sauberen Tasse ist schon beeindruckend.“

Oh ja, da konnte ich nicht widersprechen.

„Wieso hast du die sauber gemacht? Ist das Jahr etwa schon wieder 'rum?“

Verstohlen warf ich einen Blick auf eine meiner zahlreichen Bürotassen. Nö, die haben noch Zeit bis Weihnachten. Die ganze Tee-Patina verstärkt schließlich noch den Geschmack. So etwas ist nach dem Genuss unzähliger Tassen Tee hart erarbeitet. Das gibt man nicht einfach auf.

„Es war nötig. Und es gab einen überraschenden Nebeneffekt.“

„Welchen?“

„Du glaubst gar nicht, wie sehr das Füllvolumen einer Tasse steigen kann, wenn man sie hin und wieder mal reinigt.“

Da könnte natürlich etwas dran sein.

Muß ich vielleicht einfach doch mal wieder ausprobieren.



Donnerstag, 11. Februar 2016

Die Geschichte zum Gedanken - Marty ist ein Arsch

Wie hier immer wieder mal erwähnt wird, hat die zweitbeste Ehefrau von allen unser als Monster bekanntes Sofa einst um einen Anbau, den so genannten Balkon, erweitert.

Dieser Balkon erfreut sich bei der Katzenbande großer Beliebtheit. Die Zeiten, zu denen sich die einzelnen Angehörigen der Katzenbande den Balkon friedlich geteilt haben, sind allerdings vorbei. Wobei anzumerken ist, daß der Wille zum Teilen auch früher nicht so übertrieben groß ausgeprägt war.

Es hat ein sich stetig wiederholendes System etabliert.

Wenn Smilla oder Lilly den Balkon nutzen wollen, dieser aber schon belegt ist, suchen sie sich einfach einen anderen Platz. Dies allerdings nicht, ohne nicht immer wieder einen Blick zu riskieren, ob sich der Belegungszustand nicht vielleicht doch… nein, alles wie gehabt.

Liegt Smilla auf dem Balkon, während sich in Marty der Wunsch regt, selbiges zu tun, bleibt sie stur und schaut konsequent sonst wo hin, als ob es keinen Marty geben würde. Marty kapituliert dann regelmäßig und verzieht sich auf die Sessellehne. Ich weiß ja nicht, ob da geschwisterliche Zuneigung im Spiel ist. Auf jeden Fall zieht er den Kürzeren.

Liegt allerdings Lilly auf dem Balkon, bewegt sich Marty einfach ein Stück weit auf den freien Restplatz. Je nach Gemütslage prügelt Lilly auf ihn ein, um dann zu verschwinden. Oder aber sie verschwindet direkt. Lillys Prügel wird von Marty geflissentlich ignoriert. Sobald Lilly verschwunden ist, rollt er sich auf dem Balkon zusammen und es herrscht Ruhe.

So ganz unbeeindruckt scheint Marty von Lillys Hieben allerdings nicht geblieben zu sein, denn inzwischen drängt er sich nicht mehr mit dem Kopf voran auf den Balkon, sondern parkt eher rückwärts ein. Das Endergebnis ändert sich dabei nicht; Lilly räumt den Platz.

Letzten Donnerstag war Marty allerdings derb drauf. Wie immer hat der kleine Drecksack Lilly auf seine überaus subtile Art vom Balkon vertrieben. Nachdem es sich Lilly irgendwo anders bequem gemacht hat, hat auch Marty den Balkon wieder geräumt. Das ist so in der Vergangenheit auch immer wieder mal vorgenommen. Dieses Mal hat sich das Spiel aber innerhalb von 20 Minuten drei Mal wiederholt. Und das ist neu.

Wenn er mit Lilly kuscheln wollte, hätte er es auch an den anderen Orten versuchen können. Natürlich erfolglos, den Lilly will nicht mit ihm kuscheln. Was er an sich inzwischen auch begriffen haben dürfte.

Da soll mir mal einer sagen, Tiere hätten keinen Sinn dafür, andere einfach nur mal ärgern zu wollen.



Dienstag, 9. Februar 2016

Die Geschichte zum Gedanken - Pralinen

Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich hatten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, endlich mal wieder knoblauchhaltiges Essen nicht nur herzustellen sondern auch sachgerecht damit umzugehen. Während wir am Samstag ein paar Burger grillten und diese sowie die selbstgekochte Sauce entsprechend mit einer noch vorhandenen eher harmlosen  Knoblauchpaste eines Markenherstellers aufpeppten, sollte es am Sonntag einen Pestobraten geben, welcher mit in natürlichem Zustand von uns zuvor beschafften Knoblauch aufgepeppt wurde. 

Schon gegen Mittag bin ich während eines gelangweilten Klickens durch eine der wohlbekannten Rezeptesammlungen über etwas Interessantes gestolpert: Knoblauchsuppe. Wir hätten ja alles da gehabt, um eine solche eben frisch herzustellen. Dennoch habe ich Abstand davon genommen. Zunächst mal. Aber das Rezept ist vorgemerkt.

Nachdem ich dann zu der gebotenen Uhrzeit zwei der kleinen Knollen einer Sorte, bei welcher sich eben jene Knolle nicht in weitere Zehen unterteilte, zerkleinert hatte, probierte ich den Knoblauch vor, indem ich zwei oder drei der von mir erschaffenen Miniwürfel auf die Zunge legte. Holla die Waldfee, der war scharf. Mir brannte es fast ein Loch in die Zunge.

So muß es sein.

Und leider musste das ganze gute Essen am gleichen Tag verputzt werden, denn die nächste Gelegenheit zu einem Knoblauchtag, an dem wir eventuelle Reste verwerten könnten, ist erst in ein paar Wochen. Einfrieren war auch keine Option, da der Eisschrank gerade voll ist. So ein Pech aber auch…

Nachdem wir den Gedanken verworfen hatten, zu unser beider Betten eine Wasserleitung zwecks Tilgung des in der Nacht zu erwartenden Durstes Rachenbrandes zu legen, verschwanden wir dann so zur Nachtruhe und wussten, daß ein eventueller Einbrecher die Hütte nach einem ersten Atemzug panikartig wieder verlassen hätte.

Die Katzen habe es übrigen mit schiefem Blick aber dennoch in einer gewissen Art von Würde ertragen.

Was hat des jetzt mit Pralinen zu tun?

Natürlich nichts.

Aber hier einfach nur einen Zweizeiler rauszuhauen, in dem ich beschreibe, daß wir uns vor ein paar Tagen mal eine Schachtel belgischer Pralinen gegönnt habe, die aber im Ergebnis teilweise schon über deren Konsistenz und auch geschmacklich nicht so ganz unser Wohlwollen gefunden haben, fand ich dann auch etwas zu schmal.



Montag, 8. Februar 2016

Die Geschichte zum Gedanken - Schlechte Verlierer

Nachdem die Veranstaltung zur Präsentation rheinischen Brauchtums ohne der rheinischen Tradition entsprechenden abgeschnittene Krawatten - der einzige potentielle Krawattenträger in unserem Hause glänzte durch urlaubsbedingte Abwesenheit - ihren Abschluss gefunden hatte, erschien Frl. Hasenclever mit einem lustigen albernen Hütchen auf dem Kopf, um sich bei Mandy, Sven und mir zu erkundigen, wann wir denn gedachten, Feierabend zu machen, damit wir mit unserem monatlichen Blood Bowl-Spiel starten können. Wir teilten ihr unsere diesbezüglichen Vorstellungen direkt mit: so früh es unsere Arbeitszeitordnung eben zuließe.

Fräulein Hasenclever erhob direkt Protest.

„Eine Stunde später bitte, damit ich noch etwas geschafft bekomme.“

Wie der unermüdliche Leser sich zu erinnern wissen wird, hatten Mandy und ich schon einiges an Arbeit bewegt, und auch Sven war es aufgrund seines vorzeitigen Rückzugs von den Feierlichkeiten gelungen, gegenüber Frl. Hasenclever einen entsprechenden Vorsprung aufzubauen.

„Nö. Pünktlich!“

„Dann komme ich eine Viertelstunde später. Sie können ja schon mal alles aufbauen. Mandy spielt ohnehin gegen Herrn Paterfelis, dann können die beiden ja schon mal starten.“

Also gönnten wir ihr dieses Viertelstündchen, wohl wissend, daß dies sowohl bei uns als auch bei Frl. Hasenclevers Arbeitsplanung ohnehin nichts mehr reißen würde. Aber es ging eben um die psychologische Komponete. Wenn sie sich dadurch besser fühlen und ihr schlechtes Gewissen beruhigen würde, dann soll es halt so sein.

Natürlich kam Frl. Hasenclever noch etwas später als angekündigt.

Die beiden Spielfelder waren bereits aufgebaut. Schnell versorgten wir uns noch mit den aufgefundenen Resten des Frühstücks, konkret einer offenen Packung Kekse, einigen dieser maßlos überteuerten Mini-Schokoriegeln und ein paar Erdnüssen. Ich warf noch einen kritischen Blick zu Frl. Hasenclever.

„Was haben Sie denn?“

„Das Spiel hier ist eine ernste Angelegenheit.“

„Äh, was?“

„Haben Sie mal in den Spiegel gesehen?“

„Warum?“

„NICHT MIT DIESEM ALBERNEN HÜTCHEN AUF DEM KOPF, FRL. HASENCLEVER!“

Sie nahm das Hütchen vom Kopf und verspürte auch direkt selbst eine gewisse Erleichterung, da das zugehörige Gummibändchen wohl doch etwas gedrückt hatte.

Den ersten Touchdown gab es in dem Spiel zwischen Mandy und mir bereits nach drei Spielzügen, während Sven und Frl. Hasenclever noch hinterherlagen. Zeitlich betrachtet. Als Sven den ersten Touchdown erzielte, hatte ich bereits den zweiten vollbracht, doch befand man sich auf dem benachbarten Spielfeld zu diesem Zeitpunkt erst im zweiten Zug.

Wir spielten vor uns hin. Mandy wurde zunehmend schweigsamer, nachdem ich in der zweiten Halbzeit Touchdown Nummero 3 und 4 verbuchen konnte. Nebenan hingegen machte sich eine doch erhöhte Lautstärke bemerkbar. Frl. Hasenclever begann um die Regeln zu diskutieren. Irgendwie schien sie gestresst zu sein, zum Ende der ersten Halbzeit mit 0 zu 3 Touchdowns gegen Sven im Rückstand zu stehen.

Zu diesem Stand beendeten wir dann auch das Spiel. Mandy und ich hatten beide Halbzeiten absolviert, während Sven und Frl. Hasenclever zum Ende der ersten Halbzeit mit einem Blick auf die Uhr befanden, daß es sich nicht lohnen würde, die zweite Halbzeit noch zu beginnen. Irgendwann hätten wir das Haus ja auch zu verlassen, bevor der Wachdienst uns rausschmeißen würde.

Obwohl: Ich habe im Gegensatz zu fast allen anderen Kollegen inklusive Frl. Hasenclever einen speziellen Dienstausweis, der mich legitimiert, das Hausrecht auszuüben. Vielleicht könnte ich ja damit den Wachdienst... Nein, besser nicht.

3 : 0 für Sven nach einer Halbzeit, 4 : 0 für mich nach einem vollständigen Spiel. Ein annehmbares Ergebnis. Dieser Interpretation vermochten sich die beiden Mädels aber nicht so vollinhaltlich anzuschließen, wie Sven und ich den Gesichtsausdrücken entnehmen konnten. Auch am nächsten Tag hat Sven noch von Mandy einen verbalen Schlag zwischen die Hörner bekommen, als er sie an unsere Siege erinnerte. Auf seine Anmerkung, daß Mandy nach dem letzten Mal ihn auch ständig aufgezogen habe, stellte sie den Sachverhalt mit einfachen Worten klar:

„Das war ja auch etwas völlig anderes."

Zweifellos.

Sie haben gut verloren, weil wir gegen sie gut gewinnen konnten. Schlechte Verliererinnen waren sie trotzdem. Dabei haben Sven und ich es ihnen während der letzten Spiele immer und immer wieder versucht nahezubringen, wie sie gegen unsere Teams spielen sollten. Im Blood Bowl gibt es nämlich etwas vereinfacht gesagt nur zwei Arten von Teams: so genannte Kreativteams und die Prügelteams. Sven und ich spielen Kreativteams. Diese sind geschickt im Umgang mit dem Ball und dabei auch noch schnell zu Fuß unterwegs. Worin diese Teams nicht glänzen, ist die körperliche Auseinandersetzung. Hier wiederum kommen die Prügelteams zum Zug. Tja, wenn man sich nicht traut, mit einem regeltechnischen körperlich überlegenen und gut gerüsteten Team auch körperlich anzugreifen, darf man sich nicht wundern, daß man bei einem versuchten Geschicklichkeitsspiel verliert.

Auf dem Weg zu unseren Zügen konnten Sven und ich an der U-Bahn in Neustadt noch unsere Blood Bowl-Erfahrungen sinnvoll nutzen. Wir gerieten nämlich noch in einen riesigen Haufen angetrunkener Jugendlicher, der sich aus der soeben eingefahrenen Bahn auf den Bahnsteig ergoss. Also ging ich mit breiten Schultern, ähnlich einem Blood Bowl-Blitzer (Offensive Lineman), vor, wich den dichtesten Ansammlungen aus und drängte mich ansonsten durch, während Sven quasi als Ballträger (Quaterback) unbehelligt folgte.

Da soll mal einer sagen, daß man durch das Spielen nichts fürs Leben lernt.




Sonntag, 7. Februar 2016

Die Geschichte zum Gedanken - Fremdschämen

Die Belegschaft unserer LASA-Außenstelle setzt sich nicht nur aus Einheimischen zusammen, sondern auch zu einem nicht unerheblichen Anteil an Zugezogenen. Schwerpunkte bilden hier Menschen aus dem Ruhrgebiet, Westfalen und dem Rheinland – als in NRW Aufgewachsener differenziere ich hier natürlich etwas stärker - sowie aus Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dazu finden sich noch Kollegen aus Schleswig-Holstein und aus Regionen, in der die deutsche Sprache nicht so flächendeckend verbreitet ist, also Afghanistan, der Türkei, Kasachstan, Sibirien und Bayern.

Es dürfte sich herumgesprochen haben, daß am Donnerstag vor Rosenmontag, also der Hochphase der Karnevals-Faschings-Fastnachtszeit, im Rheinland regelmäßig der Ausnahmezustand ausgerufen wird. Mit dem Altweiberdonnerstag beginnt der Straßenkarneval. Als aus den Grenzgebieten zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet stammend ist mir der Karneval in der rheinischen Form natürlich nicht unbekannt, doch vermochte ich mich mit zunehmenden Alter immer weniger damit anzufreunden.

Nun war es so, daß die Rheinländer im LASA auf den Gedanken gekommen sind, im Rahmen des innernationalen Kulturaustausches rheinisches Brauchtum an den Tag zu legen. Dr. Strebsinger gestattete die Veranstaltung eines gemeinsamen Frühstücks mit dem kulturellen Hintergrund angepasster Kleidung sowie einer entsprechenden Auswahl zugehöriger folkloristischer Melodien. Die Teilnahme an der Veranstaltung war nicht verpflichtend. Wer mitmachen wollte, wurde aufgefordert, etwas Nahrhaftes beizusteuern.

Man zwängte sich in unseren in Anbetracht der Teilnehmerzahl viel zu kleinen Besprechungsraum. Vollkommen selbstlos verzichteten hingegen unter anderem der Ökoklaus, Herr Harnischfeger, Mandy, meine Wenigkeit und noch ein paar wenige andere Kollegen auf eine Teilnahme. Wir hatten in Sven unseren Spion gefunden, welcher uns später berichten würde. Wenn meine Teilnahme an einem normalen, alle paar Monate mal angesetzten Gemeinschaftsfrühstück bei schon reicht, um die Gefahr einer Panikattacke zu beschwören, dann wird eine solche Veranstaltung, wie ich sie hier erwartete, ein Garant dafür sein.

So arbeitete eine Hand voll einsamer LASA-Mitarbeiter in ihren lauschigen Büros friedlich vor sich hin, während die Demonstration rheinischen Kulturgutes mit mehr oder weniger aufwändig verkleideten Narren anderen Ortes ihren Lauf nahm.

Nach einer gewissen Zeit drangen die ersten Musikfetzen an unsere Ohren. Ein Grund, zunächst das Radio lauter zu machen und später auf CD umzustellen. Während Mandy und ich uns mit 60er-Jahre-Oldies begnügten, begann sich späteren Bekundungen nach beim Ökoklaus der Wunsch nach Heavy Metal auszubreiten. Doch der Geräuschpegel aus unserem Besprechungsraum steigerte sich. Man begann dort offenkundig, die exotischen Lieder mitzusingengrölen,  was sich schließlich hin zu einer Polonaise steigerte. Diese führte direkt durch das Büro vom Ökoklaus, was mich veranlasste die Türen zur Höhle im Schicksalsberg zu verrammeln. Wäre ja noch schöner, wenn die hier ebenfalls noch einmarschieren. Auch der Ökoklaus zeigte nur eine mindere Begeisterungsfähigkeit für die dargebotene Brauchtumsaktion, denn das Zuknallen seiner Bürotür hinter dem letzten Polonaise-Anhängsel übertönte sogar den Radau der Feiernden.

Kurze Zeit später konnte ich einen flüchtenden Sven wahrnehmen. Wie er später erzählte, hätten zu Beginn der Polonaise vier (!) Kollegen versucht, ihn von seinem Stuhl zu zerren, damit er entgegen seines erklärten Willens daran teilnehme. Was ihm dann gehörig den Spaß an der Sache versaut hat.

Nein, ich werde es niemals begreifen, wie erwachsene Menschen an so etwas Gefallen finden können. Mir ist das nur noch peinlich.

Erschwerend kam hier noch hinzu: Es war noch nicht mal Alkohol im Spiel.

Natürlich sollen sie feiern und ihren Spaß haben. Kein Problem. Wenn sich aber Mitmenschen bewusst dafür entscheiden, nicht daran teilhaben zu wollen, dann sollte es doch wohl möglich sein, das zu respektieren.

Der krönende Abschluss kam, als ich nach Ende der als harmloses Gemeinschaftsfrühstück gestarteten Feier gefragt wurde, ob ich eben helfen könnte, die aus anderen Räumen beschafften Tische wieder an ihren Ort zu schleppen.

Nein, konnte ich nicht.

Die benutzten Tische waren nicht besonders groß und schon gar nicht übertrieben schwer. Sie durch die Gegend zu tragen bedurfte keiner größeren körperlichen Kräfte. Darum können sich dann auch gerne diejenigen kümmern, die in der Lage waren, die Tische zuvor zu verschleppen.

Wer saufen feiern kann, der kann auch arbeitenschleppen.


Die Zeit in der Schule und Ausbildung, in der ich immer verantwortungsbewusst freiwilliger Angehöriger des Aufräumkommandos war, auch wenn ich mit dem anderen Kram nichts zu tun hatte und die Verursacher des Durcheinanders längst nach Sonstwohin verschwunden waren, ist definitiv vorbei.

Und für alle, die dennoch nicht genug davon haben:




Ich kann ja gönnen.




Freitag, 5. Februar 2016

Unsere Frau für alles

Im LASA-Aufzug flackerte eines der Lichter. Da unser Hausmeister mal wieder durch Abwesenheit glänzte, wurde Maria, unsere gute Seele für alles, darauf angesprochen, ob sie für Abhilfe sorgen und das Flackern beseitigen könnte. Schließlich sei sie ja wohl so etwas wie unsere technische Expertin, nachdem es ihr auch gelang, unsere Stempeluhr durch beherztes Drücken des Reset-Knopfes wieder in Funktion zu setzen. So legten wir all unsere Hoffnungen in ihre technische Kompetenz.

Und etwas später…

„Du, Paterfelis, Maria hat sich des Flackerns im Aufzug angenommen.“

„Prima.“

„Jetzt flackert das Licht nicht mehr.“

„Ich bin förmlich beglückt.“

„Ja. Sie hat die kaputte Glühlampe herausgeschraubt.  Im Aufzug ist es jetzt allerdings etwas dunkler.“

Auftrag den Weisungen gemäß erfüllt.




Donnerstag, 4. Februar 2016

Gedanke(n) des Tages

1) Ohne Fremdschämen geht es manchmal nicht.

2) Mädchen können hervorragend verlieren, sind aber schlechte Verlierer.

3) Belgische Pralinen? Nicht mehr mit uns. Bäääähh!

4) Hauskater Marty kann ein Arsch sein.




Mittwoch, 3. Februar 2016

I'll come back

Mandys Tisch war für ein paar Tage verwaist. Nadja kam vorbei, um die auf sie entfallenden Vertretungsarbeiten zu regeln. Sie wuselte hier und da, fummelte am Aktenschrank herum und belud dann ihren kleinen Aktenkarren mit einem beeindruckenden Stapel an Papierkram.

Beim Rausgehen warf sie mir einen Blick zu und verabschiedete sich.

„Ich komme gleich wieder.“

„Nadja, meinst du das jetzt politisch oder sexuell?“

Sie stoppte kurz, warf einen Blick auf die Uhr.

„9.30 Uhr, also sexuell.“

Dann bin ich ja beruhigt.



Montag, 1. Februar 2016

Scarface - bloß ein Amateur

Es ließ sich bedauerlicher Weise nicht vermeiden, daß ich noch zur Besprechung meiner Untersuchungsergebnisse zum Doc musste. Irgendwie sollte die ganze Qual ja auch einen Sinn ergeben haben.

Da ich wusste, daß der studierte Herr bei mir noch ein Hautscreening durchziehen wollte, war ich natürlich so gnädig, mich vor dem anstehenden Spätnachmittagstermin nochmal unter den Armen und anderswo zu waschen. Hinter den Ohren zum Beispiel. So ein Medizinmann ist ja irgendwie auch ein Mensch. Also etwas. Ein wenig. Zumindest hat er mich noch nicht dermaßen geärgert, daß ich ihn nach einem langen Bürotag in der überhitzten Höhle zum Schicksalsberg und der Tour in Winterjacke in dem noch viel mehr überhitzten bahneigenen Viehtransporter mit meinen ureigensten, ungefilterten Ausdünstungen zu beglücken gedachte.

Meine MÜV-Plakette wurde dann auch ohne Beanstandungen verlängert. Ist ja schon mal was.

Kommen wir zur Hautuntersuchung.

„Oh, was haben Sie denn da für eine prächtige Narbe am Kopf?“

„Schwungvoller Kontakt im frühen Kindesalter mit einem Heizkörper. Ich neigte damals zu schnellen Laufbewegungen, bin gestolpert und eben sehr unpassend gestürzt. Darum gibt es bei mir heute keine unbotmäßig hektischen Bewegungen mehr. Muß eine traumatische Erfahrung gewesen sein. Überall Blut und so...“

„Und diese hier?“

„Autounfall. Nur als Beifahrer. Das war die rechte Seitenscheibe eines VW Transporters. Der Typ von rechts bestand darauf, Vorfahrt zu haben, bloß weil ihm die Ampel ein grünes Licht anzeigte. Der Arzt hatte seinen Spaß daran, die ganzen Splitter wieder aus meinem Schädel zu holen. Nicht zu vergessen das ganze Blut...“

„Hmmm. Die hier ist ja auch nicht schlecht.“

„Pferdebiss. So richtig in die rechte Schulter rein. War aber mit ohne Blut, dafür hing etwas aus der Wunde raus. Seitdem sehe ich Pferde nur noch als Vorstufe eines ordentlichen Sauerbratens. Aber nicht so einen in der rheinischen Art, sondern mit ohne Rübenkraut, mit ohne Mandeln, mit ohne Schwarzbrot und ganz bestimmt auch mit ohne Rosinen. So was gehört da einfach nicht rein. Da könnte ich...“

„Dann wäre hier noch…“

„Darüber rede ich nicht, das ist peinlich.“

„Na gut. Aber hier unten am…“

„Urlaubsmitbringesel von einer Atlantikinsel. Im Boden war ein Trampolin für Kinder eingelassen. Ich bin gerade darüber gelaufen, habe den Schwung leicht unterschätzt und mich dann allerliebst in den umliegenden Schotter geworfen. Ja, wir Kinder wurden damals noch nicht verweichlicht. Wenig Blut und einiges an zerfetzter Haut..."

„Ähm, ja. Wenn Sie meinen. Und dieses kleine Prachtexemplar?“

„Küchenunfall beim Zwiebelschneiden. Ganz tief, direkt in die Fingerkuppe. Das waren mal richtige Schmerzen. Und es blu...“

Ja, so hätte es sein können, wenn er wirklich gefragt hätte. 

Hat er aber nicht. Dafür hat er aber auch nichts gefunden, was sonst der besonderen Beachtung bedürfe und mir noch ein gutes Sonnenverhalten attestiert.

Gut so.