Mittwoch, 6. Januar 2016

Sitte, Anstand und Moral

Mandy telefoniert, während Sven bei mir stand, um eine Akte zu besprechen. Irgendwie bekommt man ja immer mit, was der Andere gerade so am Telefon treibt. Mandy versuchte in dem Moment einen Kunden davon zu überzeugen, daß es sicherlich allgemein sinnvoller wäre, seinen vorgesehenen Antrag bei uns im Haus aufnehmen zu lassen, als es zu Hause selbst zu versuchen. Letzteres führt meistens zu Verzögerungen aufgrund von dann noch erforderlichen Rückfragen, was wieder sehr nervtötend für alle Beteiligten ist.

Ihre Versuche schienen eher erfolglos zu sein.

„Dann können Sie sich den selber runterholen.“

Ah ja. Sven und ich konnten den Anflug, aber wirklich nur den leichten Hauch des Anflugs eines Grinsens nicht unterdrücken.

Minuten später beendete Mandy ihr Telefonat.

„Mandy?!“

„Ja.“

„Du hast dem Kunden gerade gesagt, er könne ihn sich selbst runterholen.“

„Was?“

„Das hast du schon richtig verstanden. Sven ist Zeuge.“

„Gar nicht. Ich meinte, er könne sich den Vordruck aus dem Internet runterladen.“

„Hast du aber nicht gesagt.“

„…“

„Warum hast du nicht gleich eine Banane empfohlen? Du sagst doch auch andauernd, daß Bananen glücklich machen, ohne eine Gebrauchsanweisung zu geben.“

„PATER…“

„Nix da. Du hast angefangen. Wie wäre es gleich mit einer Schlangengurke statt einer Banane? Die machen Frauen doch auch glücklich. Hört man immer wieder.

Obwohl ich die Sache, sich Essen in Form von Gurkenscheiben und Quark ins Gesicht zu schmieren, noch die verstanden habe.



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