Montag, 11. Januar 2016

Kontrolle wäre besser

Am Sonntag kam die zweitbeste Ehefrau von allen gegen mittags wieder zurück nach Hause. Wie der aufmerksame Leser sich zu erinnern vermag, war sie aufgrund der Teilnahme an einer abendfüllenden Bühnenshow seit Freitagabend wieder auswärtig untergebracht.

Nachdem wir den vor dem Haus parkenden Balduin geleert hatten und alle erforderlichen Berichte beiderseits erstattet worden waren, ging es für sie schon wieder weiter in Richtung Krankenhaus zu ihrer Mutter. Ich hatte am Wochenende Schlafanzüge gewaschen, welche dort dringlichst erwartet wurden.

Schon im Aufbruch befindlich bekam ich noch die Anweisung, schon mal den Trolley zu leeren.

„Du kannst auch nichts verkehrt machen. Auf der einen Seite ist mein Bettzeug, auf der anderen Seite nur Schmutzwäsche.“

Die Sache mit dem verkehrt machen ergibt durchaus einen Sinn, denn an die Auftrittskostüme und das Zubehör gehe ich vorsorglich und in beiderseitigem Einvernehmen nicht ran. Einmal irrtümlich in der Waschmaschine falsch mitgewaschen, und das nicht übertrieben billige, zumeist auch noch mit viel Aufwand hergestellte Material ist sinngemäß da, wo die Sonne beim Menschen nicht hinscheint.

Also legte ich den Trolley aufs Bett, öffnete ihn und fand zu meiner Linken tatsächlich das Bettzeug, welches ich direkt ins Mädchenzimmer schleppte. Zur Rechten sah ich direkt die angekündigte Schmutzwäsche. Ok, zwei Paar ordentlich zusammengelegte Socken wurden auch sichtbar. Die übliche Reserve, die man so mitnimmt, wenn man auf Reisen ist.

Ich nahm das komplette Bündel, um es die Treppe zum Gartenzimmer hinunterzuwerfen, von welchem aus wir unseren Waschmaschinenraum unter der besagten Treppe erreichen konnten. Üblicherweise wartet zu solchen Gelegenheiten Hauskater Marty am unteren Ende der Treppe, um dann im letzten Moment vor den ihm entgegenfliegenden Wäschestücken zu entkommen. Irgendwie mag er dieses Spiel.

Doch es war Zeit für seine Mittagsruhe; kein Marty war weit und breit zu sehen.  Während das Wäschebündel somit als Ganzes meine Hände verließ, spürte ich darin etwas Glattes, Hartes. Und bevor ich auch erste Überlegungen anstellen konnte… *KLONK*.

*KLONK*

Und noch einmal, weil es so schön war.

*KLONK*

Oh shit.

Ich konnte erkennen, wie sich unten ein Glas aus dem Wäschebündel gelöst hatte, die letzten Treppenstufen hinunterfiel, um danach rollender Weise den Weg unter den Tisch zu nehmen. Dieses Glas sollte meiner Theorie nach keineswegs zur Rubrik Schmutzwäsche zählen.

Natürlich ging ich direkt hinterher, um mir die Sache mal etwas näher in Augenschein zu nehmen. Es handelte sich um ein Marmeladenglas mit selbst gemachter Apfel-Zimt-Konfitüre aus September 2015. Offenbar ein Mitbringsel.

Und es hat gehalten. Kein Kratzer, kein Splitter.


Na dann: Mahlzeit!


Ich überstand einen Absturz





Kommentare:

  1. Apfel-Zimt... geile Mischung... da krieg ich voll Japp drauf.... und löscht den Rest Deiner Erzählung ... was mache ich hier? Ach ja, Apfel-Zimt! Jummy...

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    1. Ich könnte mich jetzt durchaus mit einer gewissen Begeisterung an einem Pfannkuchen (= Eierkuchen, keine Berliner bzw. Krapfen) mit Äpfeln und Zimt erfreuen. Wenn ich nur Äpfel hätte...

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  2. Ist ja auch Apfel-Zimt -- also zäh .. behaupte ich mal eben so am Rande.
    Gruß vonner Grete

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    1. Heute Abend gab es dann die Pfannkuchen. Mit wesentlichen Quantitäten des Glasinhalts. Köstlichst.

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    2. Ja, so ein leckerer Pfannkuchen hat schon was. Ganz besonders mit so einer Marmeladensorte ...

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