Freitag, 29. Januar 2016

Abendessen oder so ähnlich

Seit die zweitbeste Ehefrau von allen ins Trainergeschäft eingestiegen ist, haben sich ihre Termine stetig erhöht. Viele davon sind in den Abendstunden. Aktuell ist es so, daß wir uns unter der Woche oftmals gar nicht sehen, weil ich erst zu Zeiten nach Hause komme, in denen meine Angetraute schon wieder weg ist und sie erst nach Hause kommt, wenn ich schon Matratzenhorchdienst schiebe.

Am Wochenende ist sie auch zumeist einen Tag bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend abwesend.

Es ist halt so, da macht man nichts.

Somit liegt die Vorbereitung ihres Abendessens, welches eine warme Komponente haben sollte, bei mir. Und einfach früher essen kann meine Angetraute nicht, denn das ist vor einem Training nicht unbedingt ein so guter Gedanke. Auch bei Trainingsstunden, in denen man sich als Trainer mit eigenem Körpereinsatz mal zurückhalten kann und die Teilnehmer schuften lässt.

Also sehe ich zu, daß ich täglich ein passendes Abendessen vorbereite, es sei denn, ich erhalte rechtzeitig eine Absage, weil sich bei meiner Angetrauten etwas anderes ergeben hat. Was durchaus schon mal vorkommt, wenn man mit der Bauchtanztruppe abends stilgerecht noch etwas beim Araber essen geht.

Die Auswahl des Essens ist schon durchaus eine Herausforderung, denn es muß ja aufwärmbar sein, nicht zu fettig, nicht am nächsten Morgen nachdünsten und auch nicht zu anderen am nächsten Tag unerwünschten Körperreaktionen führen, nicht immer Tomaten enthalten *leider* und sich natürlich auch nicht stetig wiederholen. Ganz wichtig: Die Zutaten müssen schon seit Freitag da sein und sich halten, bis ich sie am Donnerstag benötige, wobei insbesondere auf den nächsten Punkt der Liste auch zu beachten ist, daß aufgetaute Bestandteile nicht wieder eingefroren werden können. Spontane Neudispositionen sind natürlich auch zu berücksichtigen. Wir essen auch immer beide das Gleiche, da ich mich bemühe, auch mal solche Dinge wie Spinat *schauder* zu verwenden, den ich allenfalls zur Unkenntlichkeit in Ravioli oder so verarbeitet zu mir nehme.

Außerdem bin ich nach Feierabend zunehmen einfach nur noch platt und habe nicht zwingend die Lust, immer zu kochen. Also muß ich soweit variieren können, um komplexere Gerichte zu Gunsten der einfacheren zu verschieben, ohne daß mir was von den Vorräten verreckt.

Gestern hatte ich Essen aus der Stadt mitgebracht. Wieder würden wir uns nicht zu sehen bekommen.

Am frühen Abend klingelte unser Telefon. Natürlich wieder im passenden Augenblick, denn ich war gerade bei meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Katzenscheiße schaufeln, und musste dementsprechend hastig vom Gartenzimmer aus die Treppe rauf ins Wohnzimmer hechten.

Ich konnte meiner Angetrauten, die eine vorherige SMS von mir nicht richtig interpretiert hatte, die frohe Kunde übermitteln, daß ihr ausgeschriebener Kurs an der örtlichen VHS schon so gut wie ausgebucht sei. Danach gingen wir über in den wichtigen Teil:

„Dein Nachtsnack steht im Kühlschrank. Oder aber dein spätes Frühstück.“

„Aber ich hatte dir doch eine SMS geschickt, daß ich heute kein Abendbrot brauche. Wir gehen mit den Mädels heute Essen.“

„Ja, aber da war es schon zubereitet.“

„Wieso? Da warst du doch noch gar nicht zu Hause.“

„Stimmt.“

„Und die Nudeln von gestern habe ich gegessen.“

„Weiß ich. Trotzdem war es schon fertig. Hält sich aber locker bis morgen.“

„Und was ist es?“

„Eine flexitarische Salattasche. Oder auch zwei. Du kannst beide haben, wenn du willst.“

„Eine was?“

„Eine flexitarische Salattasche.“

„Häh?“

„Nochmal sage ich es nicht.“

„Und was ist eine flexitarische Salattasche?“

„Dein (zumeist erst gegen Mittag eingenommenes (Anm. d. Red.))Frühstück.“

„Woraus besteht es?“

„Ein Döner. Oder auch zwei.“

„Hachz!“

Ja. Und wer sich jetzt wundert von wegen Knoblauchfahne und Sport: Die hiesigen Dönerbuden haben sich darauf eingestellt, daß es in der Neustädter Innenstadt nur Einzelhandel und Büros gibt. Da wär Knoblauch nicht so toll. Zumindest nicht in den sonst üblichen Mengen.

Ich kenne jedenfalls niemanden, der nach so einem Döner jemals eine Knoblauchfahne gehabt hätte.

Und nochmal ja. Wir essen Döner auch kalt.  

Legga!




PS: Sie sind nun zum heutigen Mittagessen mutiert, rechtzeitig genug bevor meine Angetraute wieder weg musste.




Kommentare:

  1. 3 Beutel Reis, 1 Flasche Currysauce, 1/2 große Dose Fruchtcocktail, kleingeschnippeltes Geflügelfleisch. Fleisch salzen und braten, dann schön die Früchte braten, alles mit Saft und Soße vermischen und drauf auf den gekochten Reis. Lässt sich schnell in der Pfanne erwärmen, schmeckt aber auch aus der Mikrowelle. Einfach, schnell, macht pappsatt. Soll gruselige Menschen geben, die sich da noch Rosinen reinknallen, *schauder*. Mahlzeit! :-)
    Für mehr grandiose Rezepte werfen Sie einen Euro ein.

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    1. Da bist du bei einem meiner Probleme: Früchte und Fleisch ist eine Kombination, die ich liebe und meine Angetraute nicht anrührt. Auf die Rosinen würde ich hier aber auch dankend verzichten.

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    2. Nun, dann wirst Du wohl das ganze Fleisch essen und Deine Angetraute mit einem vegetarischen Gericht verzücken müssen. Problem damit? :-D

      PS: Und ja, es IST mir aufgefallen, dass Du keinen Euro eingeworfen hast, alter Geizknüppel! :-P

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    3. Meine Angetraute hätte wohl ein Problem damit, wenn ich ihr das ganze Fleisch vorenthalten würde. Und meinen letzten Euro hat heute Morgen der Einkaufswagen gefressen.

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    4. Soll ich dir dafür verraten, was es hier heute Abend zu Essen gibt?

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  2. Mein Mann hat mir auch verboten, demnächst noch was mit Tomaten zu machen. Ich könnte die überall reinwerfen. :(
    Sogar in Kuchen!

    Hätte ich meinen Blog noch *nachtrauer* hätte ich auch schon von den leckeren Knoblauchtoamten letztens vorgeschwärmt *_*
    Wäre sicher auch was für dich :P (bei deiner Angetrauten nur an Terminfreien Tagen - der Bär sagte - ich zitiere: "Ich atme puren Knoblauch! Schau da! Hab grad ne ganze Knolle ausgeatmet!"

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    1. Wieder ein Problem: Meine Angetraute hat nur ganz selten terminfreie Tage. Und für mich ist Knoblauch auch nur freitags geeignet, weil ich samstags nichts vor habe. Dummerweise aber meine Angetraute. Blöd. Also picken wir uns alle paar Wochen bis Monate mal den einen Tag aus dem Kalender, an dem es ausnahmsweise mal geht, und dann wird das Zeug inhaliert. :-D

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    2. Ja wie, Du hast kein Blog mehr???

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  3. Nebenbei:
    Döner kalt essen wir auch.
    ...
    Und bei uns müssen sich die Anderen auf den Knobi einstellen, nicht der Knobi auf die anderen! :D

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    1. Na ja, als selbständiger Dienstleister mit engem Kontakt zu deinen Mitmenschen kannst du das nicht bringen. Und im Büro möchte ich den kleinen Raum auch nicht vollstinken, von meinen Mitmenschen im Zug mal ganz abgesehen. Auch wenn so mancher es da verdient hätte.

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  4. Döner ohne Knoblauch ist kein Döner ...

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    1. Ja klar, immer feste Salz in meine Wunden. ;-)

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  5. Ja, die hiesigen Lammspieß-to-go-Anbieter haben sich auch entsprechend angepasst - es gibt herkömmliche Knoblauchsoße und eine Joghurt-Kräuter-Soße, manche haben auch "scharfe Soße" (sieht nach Joghurt mit pul biber angerührt aus?).
    Wenn ich mal gaaaanz großen Hunger auf Döner unter der Woche habe (oder wir uns im Kollegenkreis in Erwartung eines laaangen Arbeitstages entschließen einen Döner zum Mittagessen zu vertilgen) esse ich ihn auch mit der Mädchen-Soße (sage ich als Frau :-)). Aber ansonsten: nur mit Knoblauch. Die Kräutersoßen sind mir geschmacklich zu joghurtlastig und dann befriedigt das nicht meine Döner-Gelüste.
    Apropos... morgen habe ich keine Verpflichtungen, da könnte ich heute Abend doch mal wieder... :-)

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  6. Viele Grüße von Alessa
    (das gehört zum letzten Kommentar ;-))

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    1. Ich habe mir gerade die Terminplanungen hier angesehen und festgestellt, daß unser nächster Tag mit möglichem Knoblauch in der Karnevals-Faschings-Fastnachtszeit liegt. Da muß ich doch glatt mal die Rezeptesammlung durchgehen.

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