Samstag, 23. Januar 2016

24 Stunden Borg für Einsteiger (Teil 6)

Bis…

…zu meiner üblichen Zeit um drei Uhr irgendwas.

Wieder begann das Warten. Ich musste das Gerät ja noch in der Zeit zwischen 7.45 und 8.00 Uhr beim Arzt vorbeibringen. Meine Angetaute hatte sich zwar angeboten, dies für mich zu übernehmen, aber ich möchte ihr die Unterbrechung der bis dahin nur kurzen Nachtruhe nicht zumuten. Auch wenn sie sagt, daß sie sich danach ja – ganz im Gegensatz zu mir - wieder hinlegen können.

Also wartete ich, daß die Zeit verging, zu der ich losmarschieren konnte. Und wartete. Wartete. Wartete weiter. Und noch etwas. Ein paar Minuten noch. Endlich 7.30 Uhr. Aufbruch. Da ich vom Arzt aus direkt weiter ins LASA wollte, konnte ich Balduin nicht mitnehmen. So ging es schließlich zu Fuß durch die ländlichen Pseudogroßstadtelternschülerverkehr, den ich irgendwie auch dieses Mal unbeschadet mit einigen Hechtsprüngen zwischen Straße und Fußweg wechselnd überstand.

Pünktlich zu Praxisbeginn klingelte ich. Die elektrische Entriegelung war zu vernehmen, ich öffnete die Haustür, lief die Treppe hoch zur Praxis in den ersten Stock, öffnete die nächste Tür – und stand im Halbdunkel. Kein Mensch am Empfang, keine Deckenbeleuchtung, nur die in Bodenhöhe angebrachte indirekte Beleuchtung war eingeschaltet. Ähm, hallo? Huhu?

Eine Tür öffnete sich einen Spalt weit. Aha, man hatte sich zu einer Teambesprechung zurückgezogen und zu dieser Urzeit noch keine Termine vergeben. Eine kurze nonverbale Kommunikation später legte ich meine nun für mich nutzlos gewordenen Borg-Anbauteile auf dem Tresen ab und verschwand wieder.

Natürlich hatte ich es eilig, denn ich musste meinen Bus erwischen, der mich zum nahegelegenen Bahnhof Richtung Neustadt bringen sollte. Bei dem Gedanken könnte ich regelmäßig kotzen. Seit dem letzten Fahrplanwechsel hat sich wurde der ÖPNV hier bei uns neu strukturiert. Die Presse örtliche Tagespresse verlautbarte ständig, daß dieses eine Verbesserung sondergleichen sei.

Nun, wie soll ich es sagen? Lügenpresse! Jetzt verstehe ich auch die …gida-Leute. Das sind auch alle Nutzer des ÖPNV. Mag ja sein, aber nicht für unsere Gegend. Die durchgehende Busverbindung nach Neustadt ist weg. Ich darf nun jeden Morgen zum örtlichen Bahnhaltepunkt latschen und mich da in den vollen und stets überhitzen Viehtransporter Nahverkehrszug zwängen.

Von der Praxis aus schaffe ich den Weg zu Fuß jedoch nicht rechtzeitig bis zur Abfahrt des nächsten Zuges. Also nehme ich einen anderen Bus, der mich bei pünktlichem Erscheinen zum Haltepunkt Neustädter Ländchen bringen soll, wo ich dann fünf Minuten Zeit habe, in den Zug zu wechseln. So mein dem Fahrplan entsprechend geplanter Plan. Sollte meine so geplante Planung planmäßig aufgehen?

Mit einer leichten Anspannung wartete ich an der Haltestelle. Noch eine Minute. Würde der Bus pünktlich sein?


(wird fortgesetzt)




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