Freitag, 22. Januar 2016

24 Stunden Borg für Einsteiger (Teil 5)

Nein, die 24 Stunden waren noch nicht vorbei.

Nachmittags verließ mich die zweitbeste Ehefrau von allen, um ihre Mutter in Krankenhaus zu besuchen und von dort aus direkt weiterzufahren, um ihre Kurse wahrzunehmen. So ließ sie mich in meinem Elend alleine. Der Fernseher musste es im Dauerbetrieb büßen. In großen Zügen verinnerlichte ich mir die fünfte Staffel von The Walking Dead. Auf Star Trek hatte keine Lust mehr – es hätten Borg auftauchen können. Außerdem haben die Menschen da immer gegen die Borg gewonnen. Und ich wäre somit der Verlierer gewesen. Man sieht ja nicht gerne, wie das eigene Volk zerschlagen wird.

Lilly zeigte sich übrigens von meinen neuen Brummkünsten auch nicht sonderlich beeindruckt.

Wie der geneigte Leser sich vorzustellen vermag, ist das Schlafen mit derartigen Anbauteilen auch keine Freude. Ich weiß jetzt, warum die Borg im Stehen schlafen. Mit so einem Kasten zwischen Körper und Matratze ist das Liegen leidlich unbequem. Leider ist mir diese Fähigkeit des Stehendschlafens nicht gegeben. Und das ständige Brummen und Pumpen, jeweils nach vorherigem Achtsamkeitston, damit der Arm entspannt werden kann, ist dem Bemühen um Schlaf auch nicht förderlich.

Auf dem Weg ins Bett lehnte ich die Schlafzimmertür nur an, weil sich Smilla bereits in ihrem Topf ebenfalls zum Schlafen eingerollt hatte und sie die Möglichkeit behalten sollte, auf Wunsch auch wieder das Zimmer zu verlassen. Katzen neigen bekanntlich dazu, bei verschlossenen Türen heftig Alarm zu schlagen.  Ich war mir sicher, sie würde wegen der fehlenden Ruhe bald verschwinden. Dann hätte ich die Tür geschlossen, um nicht wieder geweckt zu werden, wenn meine Angetraute mitten in der Nacht wieder nach Hause käme. Sie würde die Tür wieder öffnen, wenn sie selbst in ihrem Mädchenzimmer zu Bett ginge. Eine bewährte Methode.

Selbstverständlich schlief ich dieses Mal noch nicht. Die zweitbeste Ehefrau von allen kam ins Schlafzimmer und sah, daß sich Smilla nun so gar nicht davon beeindruckt zeigte, daß der von ihr adoptierte Papa zum Borg umgebaut Radau im Bett machte. Wohl wissend, daß ich noch wach war, versuchte meine Angetraute Smilla davon zu überzeugen, daß es spätestens jetzt an der Zeit sei, das Schlafzimmer zu verlassen, da sie die Tür schließen wolle. Schließlich hatte sie als Nachteule jetzt noch nicht vor, es außerhalb des Schlafzimmers zu Nachtruhe kommen zu lassen. Alles soweit kein Problem.

Natürlich außer dem Umstand, daß es immer noch durchaus mit Risiken verbunden ist, Smilla hochheben zu wollen. Im Tierheim hatte man es nicht mit ihr trainiert, und zu Hause konnten wir es ihr – im Gegensatz zu ihrem Bruder Marty – nicht mehr beibringen. Erschwerend kommt hinzu, daß Katzen, die sich auf einem mobilen Untergrund befinden, in den sie sich festkrallen können, selbigen mit hochziehen.

Und wenn es ein ganzer Kratzbaum ist. Na gut, ein kleiner Kratzbaum. Aber immerhin.

Schließlich gelang es meiner Angetrauten, mit entsprechendem Nachdruck dafür Sorge zu tragen, daß Smilla das Schlafzimmer verließ, die Tür zu schließen und Ruhe einkehren zu lassen. Was meine Anbauteile unbeeindruckt ließ. Dennoch döste ich etwas vor mich hin, bis schließlich…

RÖÖÖÖÖÖÖÖÖM!!!

Das kurze Aufmerksamkeitssignal vor Einleitung des Pumpvorganges hatte sich zu einem Dauersignal gewandelt. Also ergriff ich die rettende Maßnahme: Licht an, Schalter suchen, Gerät ausschalten, Gerät in die Ecke schmeißen loswerden, hinlegen, Ruhe genießen und schlafen.

Bis…


(wird fortgesetzt)




Kommentare:

  1. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass deine Hausarztpraxis da eine scheiß Firma bedient. :D

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  2. Ich hasse Klippenhänger wie die Pest...

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    1. Es dauert nicht mehr lange. Im Gegenzug muß ich allerdings auch sagen, daß ich so einen langen Text am Stück in einem Blog auch nur sehr selten lesen würde. :-/

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  3. Oh... Mein letztes Erlebnis mit einem Anbauteile endete exakt si, nur ohne Ehefrau und Katze im Schlafzimmer. Mit in die Ecke gepfeffertem Gerät und der Frage an die Arzthelferinnen, was der Mist eigentlich soll. Immer, wenn der Achtsamkeitston erscholl, stieg nein Blutdruck nämlich schon... Und das Ding pumpte, was das Zeug hergab, bis der Arm blau anlief. Keine Chance, mit dem Auto heil zu Hause anzukommen. Geschweige denn auf Schlaf. Repräsentativ ist das nicht.

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    1. Daß der so stark hochgepumpt hat - immer so bis 180/200 - hatte ich beim letzten Mal. Da habe ich das Teil schon vor der Nachtruhe abgelegt. Fand der Doc zwar nicht so prall, ich aber schon. Zu prall eben.

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