Dienstag, 8. Dezember 2015

Kellerkinder

Im Rahmen der in diesem Urlaub vorgesehenen Entrümpelungsaktion des schwiegerelterlichen Kellers – der kundige Blogleser weiß, daß ich meine Urlaube seit Jahren zumindest mehrere Tage lang damit verbringe, meine natürliche Gabe, irgendwelche Räume auszumisten, sinnvoll einzusetzen – haben es die zweitbeste Ehefrau von allen und ich es geschafft, im Laufe mehrerer Stunden immerhin den Inhalt des größten Raums des Kellergeschosses zur Hälfte zu sichten, grob vorzusortieren und 12 Müllsäcke zu je 120 Litern mit entsprechenden wegwerfenswerten Dingen zu beladen.

Meine Schwiegereltern haben für diese Zeit Kellerverbot bekommen, damit wir überhaupt die Chance hatten, Dinge zu entsorgen. Und die Müllsäcke haben wir auch mitgenommen, damit wir deren Inhalte nicht während der nächsten Runde erneut eintüten müssten. Kann man ja alles noch gebrauchen. Inklusive der original 70er Jahre Kaffeemaschine in braun-knallorangen Design…

Morgen werde ich mich damit vergnügen, diese Säcke auf der Terrasse einen nach dem anderen zu leeren und den Inhalt nach Müllsorten zu sortieren. Das funktionierte heute vor Ort aus organisatorischen Gründen nicht. Die Entsorgung als Restmüll würde ein Vermögen kosten. Also schön brav trennen, wie man das in diesem unserem Lande so zu machen hat.

Und wehe, das Wetter spielt morgen nicht mit, denn sie Säcke hole ich bestimmt nicht rein in die Wohnung.

In dem Raum ist übrigens eine Bar mit Theke aufgebaut, dazu drei Sofas und ein Tisch. Mein Schwiegervater gedenkt, in diesem Raum nächstes Jahr wieder seinen Geburtstag zu feiern. Ich habe ja keine Idee, was er sich so vorstellt, wohin die Kartons mit den unstrittig aufbewahrenswerten Dingen dann verschwunden sein sollen. Wenn es nach meiner Angetrauten und mir geht, werden die alten Möbel aus dem Raum verschwinden und Regale aufgebaut werden.

Ihm das klarzumachen, wird eine sehr harte Nuss werden. Mein Optimismus ist da sehr eingeschränkt.

Aber ohne Regale geht es nicht.

Basta!



Kommentare:

  1. Hallo Paterfelis
    ich bewundere diesen Tatendrang umzuzuräumen, auszumisten usw. dazu fehlt
    mir meistens die Lust, da muss ich mich schon dazu aufraffen.
    Allerdings versuche ich, möglichst nicht allen Krimskrams aufzubewahren, auch im
    Hinblick darauf, dass ich mal nicht in der Lage dazu bin das nachzuholen, möchte ich es meinem Kind auch nicht zumuten.
    Lg und einen angenehmen Tag.
    Sadie

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    1. Das mit dem Hin- und Herräumen ist immer so eine Sache. Wenn es sich um meinen Kram handelt, dann weiß ich, was ich damit anfangen soll und komme zügig durch. Da fällt auch nicht so viel auf einmal an, weil ich das meistens zeitnah erledige. Wenn es sich um den Kram anderer Leute handelt, wird es natürlich schwierig, weil ich absolut nicht abschätzen kann, wie wichtig einzelne Teile sind und wann die wieder benötigt werden. Das bremst mich und meine Motivation dann schon. Und wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, also kaum oder keine Ordnungs- und Ablagesysteme vorhanden sind, wird es auch für mich richtig übel.

      So hatte mein Schwiegervater die Vorstellung, alles einfach in 20 gekaufte Umzugskartons zu stopfen und fertig. So funktioniert das aber unter Garantie nicht, selbst wenn alle Sachen noch aufzubewahren gewesen wären.

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  2. Oje. Ich rieche Dickkopfalarm.

    Aber Hut ab - ich hätte da wenig Muße zu. Ich meine.. .Entrümpeln okay - aber dann auch noch zu sortieren. Bäääääh.

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    1. Das Sortieren ist nicht schlimm. Bei dem Müll handelt es sich ja nicht um den klassischen, ekelhaften schimmelnden Müll, an dem noch Nahrungsmittelreste und Tierkadaver hängen. Manches ist natürlich eingestaubt, aber das ist zu verkraften. Rein rechnerisch habe ich, wenn ich damit fertig bin, deutlich mehr als den Mindestlohn pro Stunde alleine dadurch verdient, daß ich die Extragebühren für die Müllabfuhr nicht zahlen musste.

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    2. Ah das Bäh kam falsch rüber. Da ging es nicht um Ekel vor den Beutelinhalt sondern um den Ekel vor dem Aufwand. ;)

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    3. Für Geld mache ich fast alles. Sogar arbeiten. ;-)

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  3. "... Tierkadaver hängen ..." ;)
    Aha, die Motivation ist also geldgesteuert, soso ;)

    Ich glaube, ich täte mich da auch schwer. Merk das ja schon bei meinen Dingen. Sammeln ist da viel einfacher ...

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  4. Zweifellos. In beiden Fällen. Sammeln kann ich auch ganz gut. Aber ordentlich und nicht ziellos. Was die Motivation angeht: Wenn ich die Säcke so zur Deponie bringen könnte, wären die schon am gleichen Tag weggewesen.

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  5. So eine Entrümpelung kann ja so befreiend sein. Allerdings sollte man die Müllbeutel gut kennzeichnen. Meine Schwester vermisste so einmal ihre gesamte Osterdeko. Ihr Mann hatte die Säcke für Müll gehalten und entsorgt...Na ja, vielleicht hat ihm das Zeug auch einfach nicht gefallen und er hat es absichtlich verschwinden lassen...

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    1. Weg ist weg. Die Nachfahren werden es danken.

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  6. Huhu, lieber Paterfelis!
    Hömma, ich warte hier auf den nächsten Beitrag! Oder hat Dich ein Kellerbeist verschlungen? :'(

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    1. Ich bin schon noch da, aber nicht in Schreibstimmung. Vorhin gab es dahingehend zwar einen Lichtblick, aber nachdem ich gemerkt habe, daß ich bei einem Online-Einkauf einen kleineren Bock geschossen habe, ist dieser Lichblick auch gleich wieder verschwunden. :-(

      Du willst nicht zufällig ein paar Bücher kaufen, die ich jetzt doppelt habe? Nichts mit Anspruch, sondern tiefste Trivialliteratur. Science fiction.

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    2. Hm. SF ist immer so 'ne Sache und viel Gutes gibt's da mMn nicht ... Wat hassu denn anzubieten?

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    3. Perry Rhodan, Silberband 87 - 92. Ist aber zu spät, die gingen zum Glück retour an den Verkäufer. Ich habe nur die Portokosten verloren.

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    4. Gut für Dich und, äh, gut für mich. Goo` ol` Perry ist so ... 70er, 80er und dieses Feeling kann ich einfach nciht mehr aufbringen, hach ja! ;-)

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    5. Och, den guten Perry gibt es bis heute und hat sich im Stil wohl gewandelt. Da kann ich aber nicht mitreden, ich bin noch bei den Oldschool-Geschichten.

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  7. Oh. Mann. 12 x 120 Liter... Das einzig richtige ist, die Hamster in der Zeit auszusperren. Vor meinem inneren Auge werfen sich Rentner über alte Sofakissen-Füllungen, treten beherzt dem Containerfahrzeug in den Weg, und was dergleichen Schnappatmungserreger mehr sind. Ein Hoch auf Leute wie dich, die sowas freiwillig machen. Mein Lieblingssatz in dem Zusammenhang ist "Das ist doch noch gut!". Mit dem Argument versuchen auch immer wieder Leute, den Wintermantel, den Oma noch auf der Flucht getragen hat, für die Enkel aufzubewahren. Grässlich.

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    1. Als wir die Säcke rausschleppten, wurden wir auch gefragt, ob wir nichts weggeworfen hätten, was noch gut war. Natürlich nicht. Ist schon dumm, wie viele Sachen da wohl in der Zwischenzeit aufgrund unsachgemäßer Lagerung oder Materialermüdung kaputt gegangen sind. ;-)

      Immerhin habe ich nach dem Sortieren des Mülls nur noch drei Restmüllsäcke. Der Rest gehört zu den diversen Recyclingmüllvarianten.

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