Donnerstag, 31. Dezember 2015

Was man eben so macht... (ergänzt)

...an Silvester. Es gibt Menschen, die feiern einfach. Andere hocken vor dem Fernseher. Und wieder andere kämpfen sich damit ab, einen vermaledeiten Säbel ein extrem ausbalanciertes Accessoire immer noch zeitgemäßer, fortgeschrittener orientalischer Tanzkunst auseinanderzunehmen, nur um es später wieder ordentlich zusammenzubauen. Es soll schließlich im Falle eines drohenden technischen Versagens niemand aus dem werten Publikum von einer fliegenden Klinge niedergestreckt werden.

Nach der Show ist vor der Show. Und die nächste findet in ein paar Tagen statt.

Möglicherweise, aber wirklich nur möglicherweise, stellen die zweitbeste Ehefrau von allen und ich mit unserer Silvesterbeschäftigung eine Minderheit dar.

Wir halten es aus.

Die zweitbeste Ehefrau und ich wünschen einen angenehmen Jahreswechsel.





PS: Nein, die Dame auf dem Video ist nicht die zweitbeste Ehefrau von allen. Aber man kennt sich persönlich.

PPS: Und jetzt auch das Video mit Ton.






Mittwoch, 30. Dezember 2015

Ach übrigens...

Hört mal, liebe Leute vom Einzelhandel. Bald ist Ostern, und ihr habt immer noch den Silvesterkram im Verkauf. So geht das nicht! Ich will mein Frühlingsgebäck meinen Schokoladenosterhasen, die Zuckereier und das gebackene Osterlamm haben.

Jetzt!

Und wenn es nur zum Einlagern ist. Die schwiegerelterlichen Schokoladenhasen vom laufenden und vorherigen Jahr liegen hier schließlich noch herum. Und die drohen zu vereinsamen.

Das weihnachtliche Herbstgebäck bekomme ich ja auch schon Ende August.



Dienstag, 29. Dezember 2015

Morgen ist Weihnachten

Wir begeben uns nun zurück in die Vergangenheit. Zurück in jene Zeit, an die wir uns kaum noch zu erinnern vermögen.  Zurück in die Vorweihnachtszeit.

Es ist Mittwoch, der 23. Dezember 2015. Der Ort des Geschehens ist das wohlbekannte  gemütliche Büro, von Eingeweihten auch die Höhle im Schicksalsberg genannt. Die folgende kleine Episode konnte ich leider nicht früher aufschreiben, doch nun sei es nachgeholt.

Helga kommt vorbei, um mit Mandy eine gemeinsame Akte zu besprechen. Die Angelegenheit scheint etwas vertrackt zu sein, so wie ich es mitbekomme. Nach einiger Zeit ist man fertig. Mandy lehnt sich leicht entnervt auf ihrem Bürostuhl zurück, lässt einen Blick auf den Kalender fallen.

„Jippie, morgen ist Weihnachten.“

Natürlich kann ich das so nicht unkommentiert im Raum stehen lassen.

„Ähm, nein. Morgen ist Heilig Abend. Weihnachten beginnt übermorgen.“

„Besserwisser!“

„Was richtig ist, muß richtig bleiben, meine Lieben. Das ist genau so wie mit der Olympiade. Falsch! Wenn ich schon höre, daß die Olympiade soundso da und dort stattfindet, rollen sich mir die Fußnägel einzeln auf.  Das sind die olympischen Spiele. Die Olympiade sind die vier Jahre zwischen den olympischen Spielen.“

„Es ist halt manchmal schwer.“

„NEIN! Es ist schwierig! SCHWIERIG! Dinge sind schwer. Etwas nur mit Anstrengung zu tun ist schwierig.“

Jetzt gucken die beiden mich an wie ein Auto. Oder zwei Autos, um genau zu sein. Tendentiell vom Typ Sachensring Trabant.

„Tja, nich jeda kann eben son gepflegtes Deutsch sprechen wie wia Menschen aussm Kohlenpott.“

Und wieso bitteschön lachen mich jetzt ausgerechnet zwei Sächsinnen aus?



Montag, 28. Dezember 2015

Zielgerade

Wir sind auf der Zielgeraden. Drei Arbeitstage zwischen den Feiertagen. Ich habe mir vorgenommen, mich intensivst mit ein paar Knobelakten zu beschäftigen sowie Schreibtischcontainer und Büroschrank endlich mal auszumisten.

Leider hat sich in den letzten Jahren ein Phänomen ausgebildet. In grauer Vorzeit waren die Telefone an diesen Tagen fast wie tot. Nun aber meint die Nation, nachdem man an den Feiertagen zusammengesessen und die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht hat, unbedingt den freundlichen Onkel aus dem Büro anrufen zu müssen und zu fragen, ob das, was Tante Erna, Onkel Helmut und die Blöd-Zeitung alles verbreitet haben, denn auch so seine Richtigkeit haben kann.

Leute, gönnt uns die Ruhe an diesen drei Tagen. Wir bekommen die Zeit schon sinnvoll rum. Auch, wenn wir Abwesende jetzt mal nicht vertreten müssen. Ehrlich.

Und jetzt mache ich, daß ich weg komme. Lilly und Smilla haben mich im Blick und nehmen Maß. Wenn ich nicht aufpasse, kleben gleich zwei Kuschelkatzen an mir. Muß jetzt nicht sein.

Gehabt euch wohl und lasst die Finger vom Telefon.

Ich mache es auch.



Sonntag, 27. Dezember 2015

Es ist geschafft

So, Weihnachten ist vorbei, selbst das Internet erwacht wieder zu virtuellem Leben.

Ich begrüße alle Überlebenden - und natürlich insbesondere jene, die nach der ekelhaften Völlerei noch nicht wieder in der Lage sind, feste Nahrung zu sich zu nehmen, geschweige denn auch nur daran zu denken.

Keine Sorge, das gibt sich wieder.



Samstag, 26. Dezember 2015

Morgenröte

Es ist ein Uhr. Morgens. Der zweite Weihnachtstag ist angebrochen. Die zweitbeste Ehefrau von allen fährt auf dem Rückweg von unserem – zumindest für mich wie immer wenig tiefenentspannten - Besuch bei meinen Schwiegereltern noch einen Umweg, um mir das Studio zu zeigen, in dem sie ab nächstem Jahr als Trainerin tätig sein wird. Zusätzlich zu den anderen Wirkungsstätten, die sie jetzt schon innehat. Als Trainer kommt man rum. Wie Rajiv einmal seinen Auszubildenden in einer Veranstaltung sagte, auf der wir beide als Referenten zugegen waren:

Fitnesstrainer sind wie Söldner. Sie ziehen von Studio zu Studio, bleiben eine Weile und sind dann wieder unterwegs zum nächsten Studio.

Obwohl eine gewisse Stabilität natürlich auch nicht verkehrt wäre. Beides hat meine Angetraute nun schon erlebt.

Wir sind nun also nächtens auf dem Weg in Richtung dieses brandneuen Studios, welches noch der Eröffnung harrt. Nur mal von außen gucken, mehr nicht. Nach Verlassen der Autobahn fahren wir mit eingeschaltetem Fernlicht weiter über gut ausgebaute Straßen, nur flankiert von großen, unbestellten Feldern. Die Gegend hier ist flach. Sehr flach. Fast wie zu Hause. Also nicht da, wo ich jetzt wohne, sondern in der Heimat am Niederrhein, in der Grenzregion zum Ruhrgebiet. Wir nähern uns einem roten Lichtschein. Eine Ampel steht zwischen den Feldern an einer Kreuzung.

Ich fasse zusammen: Um ein Uhr am fast frühest möglichen Morgen des zweiten Weihnachtstages stehen wir mitten in der Pampa des Neustädter Ländchens einsam und verlassen an einer rot leuchtenden Ampel ohne Kontaktschleifen. Sie spult gnadenlos ihr Programm ab. Zwei Minuten sind nun schon vergangen. Die Kreuzung und die zugehörigen Straßen sind bis weit in die Ferne einzusehen. Nirgendwo ein Licht. Nur wir und die rote Ampel.

Wie bescheuert kann man sein, hier zu warten? Jeder vernunftbegabte Italiener wäre in seinem Heimatland einfach gefahren. Wie andere in anderen Gegenden auch.

Wir nicht.

Denn wir wissen: Der einzige Polizist in Umkreis von fünf Kilometern, der gerade nichts Besseres zu tun hat, wird hier hinter einem der niedrigen Sträucher warten und auf uns lauern. Nur auf uns. Und sobald auch nur eine Achse des Wagens die Haltelinie überrollt hat, wird er zuschlagen. Qualifizierter Rotlichtverstoß.




Nein, kein Risiko. Ich käme einen Monat ohne Führerschein aus, ohne mit der Wimper zu zucken. Die zweitbeste Ehefrau von allen jedoch nicht. Als Söldnerin Fitnesstrainerin ist sie auf den Lappen die kleine Karte zur Legitimierung ihrer Fahrberechtigung angewiesen. Also warten wir als brave Bürger um ein Uhr morgens mitten in der Pampa an dieser roten Ampel.

Irgendwann ist der Durchlauf des Programms beendet. Die Ampel schaltet auf grün. Wir fahren weiter.

Nach wenigen hundert Metern der Fahrt bewegt sich aus einer Seitenstraße kommend ein Polizeiwagen auf die Hauptstraße und uns entgegen. Er war zu weit von der Ampel entfernt, als daß er da auf der Lauer gelegen haben könnte.

In ihm befindet sich bestimmt die Ablösung von dem mutmaßlichen Polizisten hinter dem Busch.

Ich bin mir da sicher.

Sehr sicher.






Freitag, 25. Dezember 2015

Nicht mit uns!



Bockwurst mit Kartoffelsalat?


Fondue?


Raclette?


Nicht mit uns!


Abendessen Heilig Abend 2015



Entrecote!


1.314 Gramm!


Eines medium, das andere englisch.


Kartoffeln.


Blumenkohl und Brokkoli.


Kräuterbutter.


Sauce Hollandaise.


Himalaya-Salz.


Grober Pfeffer.


Yeah!




Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohes Fest 2015





Aufgenommen von der zweitbesten Ehefrau von allen, 
als sie im Rahmen ihrer alljährlichen Teilnahme an dem 
Orientalischen Tanzfestival mal etwas Muße hatte. 



Montag, 21. Dezember 2015

Lohnt es sich?

Die letzten Tage vor Weihnachten. Ich habe mich zu der Meinung durchgerungen, daß es sich nicht lohnenswert scheint, sich über die knallvollen Straßen in der Innenstadt aufzuregen. Über den schon heute Vormittag zusammengebrochenen Verkehr. Über nur deswegen scheinbar überfüllten Parkplätze, weil niemand sich bemüssigt fühlt, auch nur einen Meter weiter zu laufen als nötig und deswegen seinen Wagen auch keinesfalls in der letzten Reihe abstellt. Und auch nicht über das ganztägige Hupkonzert in D-Moll vor dem Büro, welches auch bei fleißigem Üben bis zum Fest mit Sicherheit nicht stimmungsvoller wird.

Ach, was soll's.

Ich rege mich nicht auf.

Seid einfach mal nett zu einander.

Wäre mal ein ganz neue Erfahrung.



Sonntag, 20. Dezember 2015

Düfte

Ich trete auf die Terrasse. Ein Geruch, nein, eher ein Duft empfängt mich. Ziemlich markant, aber keineswegs unangenehm.

Unser Lavendel.

Er blüht.

Jetzt fehlen nur noch die zugehörigen Hummeln.

Übermorgen ist Wintersonnenwende.






Samstag, 19. Dezember 2015

Notfallmaßnahmen

Es ist schon ziemlich doof, wenn der örtliche ÄrWeh-Markt am letzten Samstag vor den Feiertagen, an und nach denen man bekanntlich wochenlang nicht mehr einkaufen kann und folgerichtig am Morgen des Heiligen Abends unbedingt noch höchst verderbliche Frischware wie zum Beispiel Toilettenpapier und Getränkekästen bunkern muß, seine Tür nicht öffnen kann.

Pünktlich um kurz vor Acht stand ich auf der Matte. Die zweitbeste Ehefrau von allen wünschte heute um neun Uhr das Haus zu verlassen und zum Zwecke der Bereicherung der späteren Tagesgestaltung aufgrund des damit verbundenen besonderen Anlasses vier Flaschen eines bestimmten alkoholfreien Sekts mitzunehmen. Dieser Umstand hatte sich erst gestern Abend, als es für entsprechende Beschaffungsmaßnahmen zu spät war, ergeben. Demzufolge musste heute Morgen alles zeitig gewuppt werden.

Und nun stand ich vor der Drehtür und beobachtete zwei vom Marktleiter flankierte Handwerker bei Ihren durchaus handgreiflichen Bemühungen, eben diese Drehtür davon zu überzeugen, daß es in jedem Fall besser für alle Beteiligten inklusive ihrer selbst sei, wenn sie ihren Dienst wieder verrichten würde.

Schließlich definierte man den nächstgelegenen Notausgang kurzerhand zum Noteingang um und ließ mich über diesen Weg hinein. Und ich bin immer wieder begeistert davon, in dem großen Laden zu dieser Uhrzeit fast als einziger Kunde herumzulaufen. Auf jeden Fall findet sich dann mehr Personal vor Ort als Einkaufswillige. Der Rest der ortsansässigen frühaufstehenden Bevölkerung fängt die Samstagsrunde nämlich traditionell bei Feinkost Albrecht, dem Schwarzmarkt und schließlich dem Kolonialwarenhändler an. Die ÄrWeh-Kundschaft hat da einen etwas anderen Rhythmus.

Egal. Ich füllte mein Wägelchen mit vier Flaschen des begehrten Getränkes, stockte um zwei Smoothies sowie ein paar Brötchen auf und konnte mich dann an der Kassenreihe von fünf wartenden Kassierinnen umwerben lassen.

Hach, watt war datt schööön.

Beim Verlassen des Ladens funktionierte die Drehtür übrigens auch schon wieder.

Wie sagt Mandy immer?

Alles boogie!



Freitag, 18. Dezember 2015

Premiere

Zum sich nähernden Jahresausklang versammelten wir uns nochmal in der Mittagspause im Restaurant Zum kleinen Chinamann. Wir, das waren Rebecca, der Ökoklaus, Ludwig, Herr Harnischfeger und ich.

Irgendwie sind auf das Thema Kino gekommen. Es war der Tag der Premiere. DIE Premiere. Na die hier: Klick mich. Wir nannten sie nicht beim Namen, so daß Rebecca nachfragte, um welchen Film es gehe.

„Krieg der Sterne, Rebecca.“

„Ist das das Gleiche wie Star Wars? Ich habe da noch keinen einzigen Film von gesehen.“

„Ja, Rebecca, das ist das Gleiche. Wir nannten das damals so.“

Damals eben.

Ich bin ein Dino. Sage ich ja häufiger. Aber wieso bestätigt man mich in diesem Gefühl immer wieder?

Menno…



Donnerstag, 17. Dezember 2015

Gänsekeule

Aus meiner Kindheit ist mir noch in Erinnerung, daß es damals Menschen gab, die in einer Tageszeitung immer zuerst nach den Traueranzeigen gesehen haben. Damals habe ich das nicht verstanden.  Es war ja alles, was damit zusammenhing, so weit weg von mir.

Heute, Jahrzehnte später, mache ich das auch. Gut, zugegeben, nicht in der Tageszeitung. Da würde ich wohl auch niemanden finden, der mir bekannt ist. Was nicht verwunderlich ist, denn ich kenne hier im Neustädter Ländchen ja auch kaum jemanden.

Und eine Tageszeitung beziehen wir auch nicht.

Aber ich werfe den ersten Blick im Propagandablatt der Geschäftsführung  in der Betriebszeitung immer auf die Seite, auf welcher die Jubilare, Ausgeschiedenen und Verstorbenen notiert sind. Ich bin ja nun so langsam schon länger in dem Alter angekommen, in dem das von Interesse ist. Vielleicht steht mein Name da ja auch schon, ohne das ich die zugehörigen Umstände mitbekommen hätte. Aktuell habe ich wieder den Namen einer früheren Vorgesetzten von mir gelesen, zu der ich seinerzeit auch einen übersichtlichen privaten Kontakt pflegte. Der Name stand nicht bei den Verstorbenen, aber bei den aus dem Dienst Ausgeschiedenen. Frühpensioniert. Sie ist nur wenig älter als ich. Was mich personenbezogen auch nicht übertrieben berührt. Es fällt mir eben schwer, größere emotionale Bindungen zu Menschen aufzubauen. Ich nehme – wie in diesem Fall – den Sachverhalt zur Kenntnis und bewerte ihn. Frühpension. Hätte ich damals nicht gedacht. Nicht bei dieser Kollegin.

In 20 Jahren kann sich viel ändern.

Alljährlich findet zu Beginn der Adventszeit  immer das große Ehemaligentreffen bei Gänsekeule, Rotkohl und Klößen in der LASA-Hauptverwaltung in Bad Husten statt. Ehemalige bedeutet hier Rentner und Pensionäre, keine Gekündigten. Bilder der Veranstaltung finden sich wenig später im Intranet. Mittags habe ich mir diese 159 aktuellen Bilder mal angesehen.  Die Zahl der Gesichter, die ich wiedererkenne, hat natürlich eine deutlich steigende Tendenz. Mittlerweile gibt es kaum noch Aufnahmen, auf denen niemand drauf ist, den ich nicht kenne. Ich bin früher auch viel im Haus herumgekommen; das merkt man jetzt immer wieder.

Die jungen Kollegen von heute können sich das so nicht mehr vorstellen. Sie sind in einer Außenstelle und bleiben da. Vielleicht wechselt man mal die Dienststelle, aber im Normalfall auch nicht mehr als einmal im Arbeitsleben. Und was ist die Personalstärke unserer Außenstelle schon im Vergleich zur Zahl der in der Hauptverwaltung Beschäftigten? Nichts. Ein Fliegenschiss. Wir würden alle auf einer Etage des Hochhauses unterkommen können und hätten noch Platz für mehr.

Wieder sehe ich mir die Gesichter an. Bei manchen bin ich überrascht, sie schon auf dieser Veranstaltung zu sehen. Da muß mir seinerzeit beim Lesen der eine oder andere Name durchgegangen sein.

Die Menschen altern sehr unterschiedlich. Es ist erstaunlich, wenn ich manchmal nur eine Vermutunghabe, daß ich die Person gekannt haben könnte. Weil mich die Augen an was erahnen lassen. Oder Mund, Nase oder andere markante Erkennungszeichen. Und mich erst später an das frühere Gesicht erinnere. Dann sehe ich, mit wem diese Person ständig auf den Bildern zusammen abgelichtet ist, und dann fällt mir ein, wer das ist und wo ich sie oder ihn einsortieren muß. Ohne diese Ableitungen – keine Chance.

An manche Namen kann ich mich nicht erinnern, obwohl wir lange Jahre, teilweise Jahrzehnte zusammen gearbeitet haben. Andere Namen und Gesichter kommen mir spielend zu Bewusstsein, obwohl der Kontakt vor fast 30 Jahren und nur flüchtig war. Vielleicht nur für ein paar Monate, längstens ein halbes Jahr. Auch kenne ich noch die Namen und Gesichter vieler Kolleginnen meiner Mutter aus der Zeit, als ich noch in der Grundschule war.

Unfassbar.

Eine Kollegin, die vereinzelt auch schon als Vorbild für die Figur des Sven herhalten musste, meinte mal, daß sie sich die Namen der jungen Kollegen aus unserer Außenstelle kaum noch  merken würde. Die seien so schnell wieder weg, hätten gekündigt oder sich versetzen lassen, daß es sich nur selten noch lohne.

Ein wenig ist schon daran.

Mich wird man nie auf diesem Ehemaligentreffen finden. Entweder habe ich den Löffel schon abgegeben, bevor ich die Zugangsvoraussetzungen erfülle, oder aber mein Interesse ist gleich Null. Das ist ja wieder eine dieser Panikattacken auslösenden Veranstaltungen. Und ich wüsste auch gar nicht, was ich da soll. Small Talk ist nicht meine Kunst.

Dabei fällt mir ein, daß ich noch nie Gans gegessen habe.

Viele andere tote Tiere schon, darunter auch Hai, Strauß, Steinbock und Känguruh. Vielleicht auch Pferd, Esel und Würmer im Fisch, wobei das dann wohl eher der Fall war, ohne daß es mir bewusst geworden wäre. Aber keine immerhin - relativ - gewöhnliche Gans.

Ich werde es wohl verschmerzen.

Wie alles andere auch.



Mittwoch, 16. Dezember 2015

Wir sind doch keine Weicheier (Teil 2)

„Warum willst du mit der Flasche nach mir werfen?“

Oh Mann, da zappelte er wieder herum.

„Weil du uns gestern das Superzwischenfeiertagsbloodbowlturnier versaut hast, Sven.“

„Wie das?“

„Wer hat denn hier gesagt, daß er lieber Zeit mit seiner Frau verbringt als mit uns?“

„Ist doch egal. Wenn da kein Klo ist…“

„Hallo?! Ich habe die zweitbeste Ehefrau von allen auch gefragt. Die will mitkommen. Und ihr würde es nichts ausmachen.“

 „Außerdem habe ich da ein Klo. Zwei, um genau zu sein. Hinter den Büschen für Mädchen und vor den Büschen für Jungs.“

Soweit die Stimme aus dem Hintergrund.

„Na also."

„Nur die Heizung fehlt noch.“

Sven bekam wieder Oberwasser. „Da, seht ihr?“

„Nix sehen wir. Wozu wird denn wohl der Grill aufgebaut?“

Wir sind eben keine Weicheier. Zumindest die meisten von uns nicht. Aber immerhin wollte Sven mal versuchen, doch noch etwas Zeit von seiner besseren Hälfte loszueisen.

Man darf gespannt sein.


(Ende)




Dienstag, 15. Dezember 2015

Wir sind doch keine Weicheier (Teil 1)

Montag habe ich Sven darüber informiert, daß ich das Aufleben meiner spielerischen Ambitionen in Richtung Warhammer 40K und meinen superatomgetriebenen Zombierobotermutanten doch weiterhin ruhen lassen werde. Es bringt nichts darin zu investieren, so lange nicht gesichert ist, auch potentielle Spielorte zu erreichen.  Und die Fahrerei mit dem ÖPNV ist mir da viel zu lästig - insbesondere vor dem Hintergrund, daß ich mindestens zwei Taschen an Material mitschleppen müsste.

Wir waren uns darin einig, weiterhin nach Feierabend Blood Bowl zu spielen und hatten für die mittelfristige Zukunft Freebooter’s Fate im Visier, ein Piratenspiel. Sven und ich haben unsere Mannschaften zusammen. Man benötigt nur eine übersichtliche Zahl an Miniaturen, die sich dementsprechend auch deutlich besser transportieren lassen.

Herr Harnischfeger als potentieller Dritter im Bunde meldete sich aus dem Hintergrund.

„Ich habe da einen leeren Raum zur Verfügung. Da können wir zwischen den Feiertagen doch mal grillen und dieses Fantasy Football spielen.“

Joah, das hörte sich interessant an.

„Zum Pinkeln müssen wir aber in den Garten, weil wir die Toiletten im neuen alten Haus noch nicht fertig haben.“

„Aha, du lädst also direkt die Mädels aus.“ Der Einwand kam natürlich von unserem Rotschopf. So konnte ich das nicht stehen lassen.

„Sven, die Mädels können auch im Garten machen. Mandy ist eine Harte, und Frl. Hasenclever wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“

„Egal, ich kann nicht. Zwischen den Feiertagen will ich Zeit mit meiner Frau verbringen.“

Pantoffelheld.

Dann eben nicht.



(wird fortgesetzt)



Dienstag, 8. Dezember 2015

Kellerkinder

Im Rahmen der in diesem Urlaub vorgesehenen Entrümpelungsaktion des schwiegerelterlichen Kellers – der kundige Blogleser weiß, daß ich meine Urlaube seit Jahren zumindest mehrere Tage lang damit verbringe, meine natürliche Gabe, irgendwelche Räume auszumisten, sinnvoll einzusetzen – haben es die zweitbeste Ehefrau von allen und ich es geschafft, im Laufe mehrerer Stunden immerhin den Inhalt des größten Raums des Kellergeschosses zur Hälfte zu sichten, grob vorzusortieren und 12 Müllsäcke zu je 120 Litern mit entsprechenden wegwerfenswerten Dingen zu beladen.

Meine Schwiegereltern haben für diese Zeit Kellerverbot bekommen, damit wir überhaupt die Chance hatten, Dinge zu entsorgen. Und die Müllsäcke haben wir auch mitgenommen, damit wir deren Inhalte nicht während der nächsten Runde erneut eintüten müssten. Kann man ja alles noch gebrauchen. Inklusive der original 70er Jahre Kaffeemaschine in braun-knallorangen Design…

Morgen werde ich mich damit vergnügen, diese Säcke auf der Terrasse einen nach dem anderen zu leeren und den Inhalt nach Müllsorten zu sortieren. Das funktionierte heute vor Ort aus organisatorischen Gründen nicht. Die Entsorgung als Restmüll würde ein Vermögen kosten. Also schön brav trennen, wie man das in diesem unserem Lande so zu machen hat.

Und wehe, das Wetter spielt morgen nicht mit, denn sie Säcke hole ich bestimmt nicht rein in die Wohnung.

In dem Raum ist übrigens eine Bar mit Theke aufgebaut, dazu drei Sofas und ein Tisch. Mein Schwiegervater gedenkt, in diesem Raum nächstes Jahr wieder seinen Geburtstag zu feiern. Ich habe ja keine Idee, was er sich so vorstellt, wohin die Kartons mit den unstrittig aufbewahrenswerten Dingen dann verschwunden sein sollen. Wenn es nach meiner Angetrauten und mir geht, werden die alten Möbel aus dem Raum verschwinden und Regale aufgebaut werden.

Ihm das klarzumachen, wird eine sehr harte Nuss werden. Mein Optimismus ist da sehr eingeschränkt.

Aber ohne Regale geht es nicht.

Basta!



Sonntag, 6. Dezember 2015

Wo bleibt der Frost?

Ich warte auf Frost. Keinen Frühreif, keinen Schnee und auch keine vom Himmel fallende Eiskugeln. Ich will Frost! Bodenfrost. Und idealerweise terminlich so gelegen, daß ich am zweiten Tag nach seinem Einsetzen frei habe.  Natürlich hat das einen Sinn. Als ob ich je etwas machen oder wünschen würde, was keinen Sinn hätte. Also echt jetzt.

Aufgrund der Umstände der Jahreszeit wächst das Unkraut weiterhin haben unsere Mispeln natürlich ihre Früchte verloren. Und die liegen jetzt im Garten herum. Durch die Stürme der letzten Wochen ordentlich verteilt. Die Blätter haben sich weitgehend ordentlich an den üblichen Stellen gesammelt, wo sie auch liegen bleiben können und im Frühjahr abgetragen werden. Sollen sich zufällig vorbeikommende Tiere bis dahin gerne daraus ein Winternest bauen, kein Problem. Aber die abgefallenen Früchte würde ich schon gerne irgendwann mal entfernen. In einem Steingarten kann man allerdings nicht übertrieben gut mit einem Rechen arbeiten. Also muß ich die Dinger Stück für Stück von Hand auflesen. Die sind aber matschig und versauen sogar Gartenhandschuhe.

Also brauche ich Frost.

Tiefkühlware lässt sich da leichter aufnehmen.

Außerdem ist dann die Gefahr, während dessen auf Nachbarn zu stoßen, deutlich geringer.



Samstag, 5. Dezember 2015

Lasse es Abend werden

Wenn du nach einer unruhigen Nacht endgültig wach bewusstseinsklarmit der Erkenntnis versehen wirst, nicht mehr schlafen zu können und quasi sofort das Flipper-Titellied im Kopf hast, dann weißt du, daß du für den Rest des Tages verloren hast. Aber total.

Ich mag ja Delphine. Aber ich hasse die Serie. Vor allen Dingen diese kleinen Jungen, der Flippers Freund sein soll. Und eben die ganze Filmmusik. Wer sich nicht daran erinnern kann, hier die Originalversion:





Die deutsch eingesungene Variante ist noch schlimmer.

Und jetzt geht mir das Lied nicht mehr aus dem Kopf.

*stöhn*

Wir wäre es denn mal zu Abwechslung mit Skippy? Als Realverfilmung, nicht die Trickserie. Kennt das überhaupt noch jemand?





Nicht, daß die Serie ein wesentlicher inhaltlicher Unterschied zu Flipper wäre. Da muß ein System hintestehen.

Irgendwie.



Freitag, 4. Dezember 2015

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Frauenhumor

Sven litt. Ja, wie alle fleißigen Mitleser wissen, ist er zum Leiden geboren, aber dieses Mal verdiente er schon ein wenig Bedauern. Sogar von mir. Ernsthaft!

„Meine Freundin nervt.“

Soll vorkommen.

„Die kann sich nur einen einzigen Witz merken, und den erzählt sie mir immer wieder. Dabei ist der noch nicht mal lustig. Ein Frauen-Witz eben.“

Ach was.

„Wir testen das jetzt mal. Wie nennt man einen schlecht gelaunten Käse?“

„???“

„Mozzarella.“

Meine Mimik vereiste. Von der Seite her war allerdings ein Glucksen und Prusten zu hören.

Da wir zu diesem Zeitpunkt in Frl. Hasenclevers KemenateBüro standen, hatte sie zwangsläufig mitgehört. Und fand den Witz – na, eben zum Glucksen und Prusten.

Frauen-Witz halt. Wie bereits erwähnt.

Sofort rief sie ihren Freund an und erzählte den Witz weiter.

„Er fand ihn nicht lustig.“ wurden wir anschließend von Frl. Hasenclever aufgeklärt. „Und sein Kollege auch nicht.“

Kein Wunder, es handelt sich bei ihnen ja auch Männer. Die verstehen keinen Frauenhumor.

„Wissen Sie was, Frl. Hasenclever? Jetzt erzähle ich Ihnen mal einen guten Witz. Einen Nerd-Witz.“

Sie kommt im Moment schon etwas mehr mit Nerds in Kontakt, seit Sven und ich sie einst nach Feierabend in einem der leerstehenden Büroräume zu Blood Bowl angefixt haben und Sven sie schon mal in den örtlichen Comic- und Tabletop-Laden geschleppt hat. Natürlich nur zu Studienzwecken, weil sie wissen wollte, worüber wir andauernd reden. Das ist ungefähr so, als wenn die Jungs der Big Bang-Theory eine Frau mit in den Comicbuchladen schleppen. Um nicht zu sagen, es ist genau so.




Mein Dank geht, um mal wieder zum Thema zu kommen, bereits jetzt an Herrn Müller, von dem ich dieses wirklich gelungene Kleinod vollendeten Humors habe.

„Roter Aufkleber an der Stoßstange eines Wagens. ‚Wenn dieser Sticker blau ist, fahren Sie zu schnell.‘“

Sven grinste bis hinter beide Ohren. Frl. Hasenclever schaute mich verständnislos an.

„Ich sagte doch ‚Nerd-Witz‘.“

Die eher allgemein gehaltene Verständnislosigkeit steigerte sich zu einer tiefgehenden Verständnislosigkeit.

„Hallo? Physik? Doppler-Effekt und so?“

Oh, jetzt tut sie so, als ob sie es verstanden hätte.

Muß sie auch noch üben.

Ach übrigens: Die zweitbeste Ehefrau von allen fand den Mozzarella-Witz auch doof, handwerkelt gerne und spielt viel mit Technik herum. Sie fragte sich, was sie dann wohl sei: Männlein oder Weiblein.

Hmmm, ich habe mal nachgesehen; alles ist so, wie es sein muß.



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Weihnachtsmarkt

Auch die 2015er Saison bringt keine wesentlichen Änderungen.

Vor drei Jahren habe ich mich zu dem Thema schon mal in Erinnerungen ausgelassen. Holen wir den Eintrag doch mal aus der Versenkung. Ich bin der Meinung, daß es gerade passend ist. Immer, wenn ich an diese Zeit denke, werde ich schon etwas sentimental.


Klick mich.


PS: Die Kommentarfunktion in dem alten Eintrag habe ich gesperrt. Wenn jemand etwas zum Thema beisteuern möchte, dann gerne hier unter diesem Eintrag. Sonst geht es den anderen Lesern verloren.