Donnerstag, 12. November 2015

Vom Bilden eines Gedankens gegen 8.23 Uhr

Menschen können sich irren, behauptet der Volksmund. Nun, ich bin wohl ein Mensch. Sogar bei näherer Prüfung überwiegen die Indizien, daß ich einer bin. Und als solcher nehme ich mir die Freiheit heraus, mich entsprechend der eingangs aufgestellten Theorie Weisheit des Volksmundes mal zu irren. Oder zu vertun, um es mal simpelsprachlicher auszudrücken.

Unsere EDV im LASA hakelte nun schon seit mehreren Tagen. Mal mehr, mal weniger, mal die Allgemeinheit betreffend, mal nur eher Einzelpersonen. Aber es lief nicht rund und schon gar nicht flüssig.

Auch heute nicht.

Als ich um kurz nach acht Uhr ein PDF zu öffnen wünschte, war es um meinen Rechner geschehen. Nichts ging mehr. Vor dem Anruf beim Helpdesk, um deren übliche erste Frage zielführend mit einem Ja beantworten zu können, schaltete ich den Rechner mangels anderer Möglichkeiten aus und startete neu. Schwerer Fehler. Nun konnte ich mich gar nicht mehr anmelden.

Anruf beim Helpdesk. Eine freundliche Frauenstimme erklärte mir mit einem nahezu ekelhaft unpassenden, ja nahezu überschwänglichem Frohlocken in der Stimme, daß zur Zeit alle Mitarbeiter im Gespräch seien und ich warten möge. Auch beim zweiten, dritten vierten Versuch im Abstand von ein paar Minuten wiederholte sich diese Bandansage.

Irgendwann war ich so entnervt, daß ich mich zu Frl. Hasenclever begab, um mein Ansinnen anzubringen, den mir zugewiesenen Arbeitsplatz vorzeitig mit dem Ziel Heimat verlassen zu dürfen. Bevor ich was sagen konnte, meinte sie mindestens genauso entnervt, daß es wohl ein allgemeines technisches Problem gäbe und sie sich beim Helpdesk immerhin schon auf Platz 15 der Warteliste vorgekämpft habe. Da aber auch eine Dienstbesprechung anstände, zog ich mein Begehr nach vorzeitigem Feierabend zumindest bis nach der Besprechung zurück. Ohnehin würde einem Entsprechen des Begehrs schwierig werden, da die Personaldecke damit für den Rest des Tages einen bedrohlich dünnen Zustand annehmen könne. Na ja, ich kann ihr ja kaum etwas abschlagen, wenn sie es nur freundlich genug sagt. Also blieb ich bis zum vorgesehenen Feierabend und prüfte einige Akten so gut es ohne EDV ging. Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie sehr man auf die Maschine angewiesen ist. Und das soll sogar noch deutlich ausgebaut werden.

Irgendwann kam Sven rein. Er hatte jemanden von der IT erwischt. Ich hörte mir an, was er zu sagen hatte und kam zu folgender Hypothese:

Wenn jemand von der IT sagt, daß gerade alle Server dabei sind durchzudrehen und man im dortigen Kompetenzzentrum nicht den Hauch einer Ahnung hat, warum das so ist, dann wird das für mich kein erfolgreicher Arbeitstag.

Jetzt wäre es angemessen, den menschlichen Faktor ins Spiel zu bringen. Nämlich die Sache mit dem Irren und so.

Nein, ich war unmenschlich. Ich habe mich nicht geirrt.

Bis zum Feierabend lief definitiv - nichts.



Kommentare:

  1. Autsch autsch autsch. Durchdrehende Server sind PHÖßE!

    Und EDV-Zicken kenne ich. Unsere Rechner auf der Arbeit streiken alle paar Minuten für x Sekunden - bzw. unser medizinisches <*del>VersagerHochleistungsprogramm. Dazu kommt, dass auf unserem wichtigsten Rechner (aus MFA-Sicht) genau dieses Programm gerne mal den ITlichen Stinkefinger zum Drucker zeigt. Äußert sich darin, dass dann eine Fehlermeldung aufploppt ("ich mag das nicht drucken" oder so) und dann einfach das Rezept zumacht. Ohne zu drucken oder es zu speichern. Ärgerlich, wenn man gerade 5 Minuten gebraucht hat, um auch ja das richtige Medikament zu finden. Gesteigert wird das mit "Ach leck mich, ich druck das nicht!" - dann ploppt die Fehlermeldung permanent auf und man muss das Programm über den Taskmanager komplett töten und den PC neustarten (sonst startet das gesamte Programm nicht mehr).
    Lustiger Weise kann man den Fehler NICHT umgehen. Ich habs versucht. Man kann das Rezept ja auch einfach nur speichern oder in den Spooler setzen. Aber die "Ich druck das nicht!"-Meldung kommt sogar dann, wenn man versucht das Rezept einfach abzubrechen. Naja. Außer der IT-Futzi ist da. Dann ist es brav und tut, was es soll.

    Und ja - es wäre nur nervig, wenn es ein oder zweimal am Tag vorkommt - aber der "Zeit für Halb Zehn in Deutschland"-Fehler tritt bei jedem Aktenaufruf mind. drei mal auf (Akte aufrufen, Ziffern eingeben, Laborblatt aufrufen, Rezept ausdrucken, einfach mal so...) und das mit dem Drucken zwar immer nur mal sporadisch - aber wenn er erst mal da ist, dann wird man ihn für den Rest des Tages nicht mehr los. Bei. jedem. verschissenen. Druck.

    Woran das hapert?
    Chefs haben in der IT gesparrt. Der neue Server ist einfach zu grotten langsam und kommt auf so viele aktive Arbeitsplätze nicht klar.
    Und das mit dem Drucker? Ich vermute eine mörderische Triangel:
    Das wundertoll Programm. Der neue Drucker (nachdem der alte Abnutzungserscheinungen an den Tag legte). Windows XP.

    PS:
    Bei jedem Update des wundertoll Programms (alle drei Monate also) ploppt seit Anfang letzten Jahres (nur vor der XP-Service-Einstellung) "dieses Programm ist für XP nicht geeignet" auf.

    PPS:

    Am Dienstag hab ich vor lauter Frust genau diesen Rechner zusammen gebrüllt (nachdem der Chef weg war... und kein Patient mehr vor mir stand) - erstaunlicher Weise lief er dann für den Rest des Tages rund. o.o"

    EDIT:

    PATERFELIS!
    Warum zum Teufel ist der Del-Tag für Kommentare nicht zulässig!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!? Du musst gleich Marty hochheben als Strafe! *böse schaut*
    *komische Sternchen in den Tag haut*

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    1. Der Del-Tag ist nicht gesperrt. Du hast da doch sogar schon selbst kommentiert. IT-Problem? :-D
      Egal, ich habe Marty gerade auf den Tisch gehoben. Das ist gefahrlos möglich.

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    2. Hrm. Er hat mir in roten Lettern gesagt, dass ich diesen Tag nicht anwenden darf, nachdem ich auf "veröffentlichen" geklickt hab. o.O
      "Ihr Tag ist nicht zulässig.: DEL-Code kann nicht übernommen werden." schimpft es. Ist auch eine Fehlermeldung von blogspot

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    3. Tja, wie gesagt: Es passt zum Thema.

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  2. Hach, was freue ich mich auf die kommenden fünf Wochen. Softwaretest. Neues Release. Da wirds wieder von Fehlern wimmeln. Technische. Fachliche. Deadlock-Situationen (hoffentlich nicht, die nerven).
    Aber immerhin, ich habe es noch nicht geschafft, dass mich "mein" Entwickler hasst (muss wohl an seiner rheinländischen Herkunft liegen - wenn auch keine absolute Frohnatur). Obwohl ich auch mal sehr gerne zu "das-Problem-sitzt-vor-dem-Bildschirm" Fehlern neige.
    Und auf die kommenden Bugfixe, die mich des öfteren fragen lassen: Wie zum Henker haben die das da draußen hingekriegt, DIESEN Fehler zu erzeugen?! Ich kriegs nicht hin...
    Mal schauen, vielleicht kann ich den Test zu Weihnachten mit einem fränkischen "bassd scho" (also perfekt gelungen) abschließen.
    Und gottseidank muss ich mich nicht mit "Servicehotlines" rumärgern :-).

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