Montag, 30. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 4)

Vor Jahren haben die Kollegen meines Fachbereichs im Rahmen eines Teamentwicklungsprogramms beschlossen, mal regelmäßig etwas gemeinsam in der Freizeit zu veranstalten. Man redete so von ein oder zwei Terminen im Jahr.

Viel geworden ist daraus nicht, aber was mal versucht wurde ist, nachmittags nach Feierabend in den dann ungenutzten Besprechungsräumen in unserer LASA-Außenstelle gemeinsam einen Spielenachmittag zu veranstalten. Und das ist ja durchaus was für mich.

An den ersten Termin kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Zum zweiten Termin einigte man sich darauf, gemeinsam UNO zu spielen. In großer Runde mit mehreren Kartendecks. Nun bin ich auch dem UNO nicht ganz abgeneigt, aber das war jetzt nicht das, was ich mir unter einem Spielenachmittag vorstelle. Das hier ist mehr wie ein gemütliches Beisammensein, während dessen man planlos und ohne nachzudenken irgendwelche Spielkarten abwirft.

Mit den gemütlichen Beisammensein komme ich nicht zurecht, sofern es nichts gibt, mit dem ich mich ausreichend beschäftigen kann. Es kann gutgehen, so daß ich ohne Panikattacke aus der Nummer rauskomme. Es kann aber auch anders ausgehen. Also bevorzuge ich die Variante, in der ich mich auf das Spiel konzentrieren kann.

Ich war in der UNO-Runde gar nicht erst dabei. Meine Vorstellung war es eher, daß wir an mehreren Tischen unterschiedliche, durchaus normale Gesellschaftsspiele mit entsprechend angepasster Spielerzahl spielen und man auch mal hier und da schauen kann, was die anderen machen. Zwanghaft alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht mein Ding. Bei den anderen war es vermutlich auch so, denn es war das letzte Mal, daß man sich zu so einem Nachmittag in einer derart großen Runde getroffen hat.

Später unternahm ich einen Versuch, Blood Bowl zu etablieren. Mir schweben da ja mit Blick auf die Zukunft immer gleich langfristige, gut durchorganisierte Veranstaltungen vor, zumal man dieses Spiel sehr gut in Form einer sich entwickelnden Liga betreiben kann. Allerdings bin ich Realist genug um zu wissen, daß das in dieser Form wohl eine Phantasterei bleiben wird. Interesse weckte ich bei Sven, Frl. Hasenclever sowie einer anderen Kollegin, die heute nicht mehr bei uns beschäftigt ist. Wir trafen uns nur zu zwei Terminen, danach überschatteten betriebliche Probleme, die auch ins Persönliche reinragten, alle derartigen Aktivitäten. Die Höllenjahre 2013 und 2014 begannen. So tat sich einige Zeit lang nichts.

Diese Phase scheint nun überwunden, zumindest aber nicht mehr so ausgeprägt zu sein wie einst. Also habe ich versucht, die Blood Bowl-Runde wiederzubeleben. Frl. Hasenclever, Sven, Mandy und Herr Harnischfeger zeigten sich ausreichend davon angetan, wobei letzterer aus den inzwischen hinreichend thematisierten Gründen noch außen vor blieb.

Also fragte ich Dr. Strebsinger wenige Wochen nach der Übernahme ihrer Funktion als Außenstellenleiterin nach ihrer Erlaubnis, unter der Woche nach Feierabend die Räume entsprechend nutzen zu dürfen. Sie war einverstanden und würde alles unterstützen, was der Teamentwicklung förderlich sei. Gut, ich hatte nicht erwähnt, daß wir nur zu fünft sein würden, aber egal. Es ist ein Anfang.

Allerdings stellte Dr. Strebsinger drei Bedingungen. Die Arbeit dürfe nicht darunter leiden. Niemand darf darüber jammern, wenn er deswegen nicht mit seiner Arbeit klarkäme. Nun ja, ist ja Feierabend. An meiner Arbeitszeit ändert sich dadurch nichts. Auch den zweiten Punkt, nach dem wir die anderen nicht stören dürfen, ist verständlich und in der Umsetzung kein Problem, denn der von uns ausgesuchte Raum befindet sich auf einer Etage, welche um diese Uhrzeit nahezu menschenleer ist. Nur die Stühle in dem Raum sind schrecklich: Schwingstühle! Ich traue den Geräten einfach nicht und kann da nicht entspannt sitzen. Jeden Moment rechne ich mit einem Abknicken der Unterkonstruktion.

Der abschließende Punkt aus Dr. Strebsingers spontanem Forderungskatalog allerdings gab mir zu denken: keine Alkoholexzesse! Ich weiß ja nicht, was Dr. Strebsinger an ihrem bisherigen Einsatzort so alles erlebt hat. Bei uns jedenfalls ist das kein Problem, ja noch nicht mal ein Thema.

Die Bedingungen sind also erfüllbar.

So traf ich also meine letzten Vorbereitungen; die Übungsspiele mit den Neueinsteigern konnten unter sachkundiger Leitung von Sven und mir beginnen. Im Moment stelle ich zwei meiner drei Miniaturenteams Mandy und Frl. Hasenclever zur Verfügung, Sven ist bereits aus früheren Zeiten versorgt. Beide Damen haben bereits signalisiert, sich eigene Modelle anschaffen zu wollen. Und auch an Freebooter’s Fate scheint ihrerseits Interesse zu bestehen. Zumindest dem Erzählen nach. Auch wenn wir das rein organisatorisch keinesfalls in den Büroräumen spielen können. Sollte es aber zumindest mit Blood Bowl doch endlich mal funktionieren? Ich wünsche es mir sehr.

Und schon spinne ich weiter rum. Wir brauchen noch mehr Spieler aus dem Kollegenkreis. Wenn wir genug zusammen haben, könnten wir die Liga starten. Die LASA-Liga. Die Pläne liegen noch aus früheren Zeiten griffbereit in der Schublade auf der Festplatte.  Sechs bis acht Personen insgesamt sollten reichen.

Es ist zwar schwierig, Menschen für solche schon etwas schrägen, eher nerdigen Spiele zu begeistern. Aber wer weiß…

Ja, die Sache mit der Spielerei sollte für die meisten Menschen ein Luxusproblem sein. Zumindest aber trivial. Für mich ist sie ungemein wichtig. Sie bedeutet für mich mehr, als nur Unterhaltung zu haben.

Es hat für mich so etwas wie Teilhabe am Leben außerhalb der eigenen vier Wände.


(Ende)



Kommentare:

  1. Wow,
    meine Güte, für sowas hätte ich nicht die Ruhe. Aber die Beschreibung auf Wikipedia klingt ja schon interessant.

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    1. Ich nehme an, die Aussage bezieht sich auf das Malen?! Bei bestimmten Spielen kommt ja noch der Geländebau dazu. Und wenn es richtig in die Vollen geht, d .h. wenn man Spiele mit wirklich vielen Miniaturen spielt - bei Blood Bowl werden nur zwischen 11 und 16 Modelle pro Team benötigt - muß man die Zusammenstellung auch noch berechnen, da hier Einschränkungen einzuhalten sind. Das ist das, was mir bei der Spielvorbereitung immer am meisten Spaß macht. Immer schön von Hand, ohne Rechenblätter, auch wenn es diese gibt. Ich bin da eher Old School, und das gerne. :-)

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