Mittwoch, 11. November 2015

Mach es doch selbst

Es geht jetzt mal nicht um diesen Stempel. Nein, die zweitbeste Ehefrau von allen und ich saßen zu Hause herum. Ich habe meinen Astralleib und den ganzen Rest zwecks abendlicher Erquickung nach einem der üblichen durchwachsenen Tage auf dem Monster gebettet und quälte die elektronische Rechenmaschine, während meine Angetraute den Fernsehsessel mit ihrer Anwesenheit erschwerte und auf ihrem beweglichen Schnurlosfernsprechapparat Katzenvideos laufen ließ.

Eines davon wurde mir auch ansichtig, als sie mir von der Seite diese kleine Mehrzwecktaschenlampe mit Telefonzusatzfunktion fast unter die Nase hielt. Das bewegliche Bild auf dem zur Darstellung desselben vorgesehenen Bildschirms zeigte einen Katzenwelpen, der rücklings auf dem Schoß eines Menschen liegt, während die Daumen des ansonsten nicht sichtbaren Menschen das Wangenfell streicheln.

Ich deutete auffordernd mit meinem Kopf zu Hauskater Marty, welcher sich hinter meiner Angetrauten auf der Rückenlehne des Fernsehsessels ausgebreitet hatte. Das Wangenfell gestreichelt zu bekommen mag er gerne. Hochgehoben zu werden ist hingegen so eine Sache für Notfälle. Immer noch besser als bei Smilla. Bei der würden wir das nur in extremen Notfällen versuchen. Auch nur einen von beiden auf den Rücken zu legen ist – was soll ich sagen – ähnlich einer Division durch Null. Nur riskanter.

Meine Angetraute verstand mein nonverbal kund gegebenes Ansinnen, verweigerte mir als Hausherren jedoch schlichtweg die Umsetzung.

„Das kannst du selbst ausprobieren.“

„Nix, ich kuriere noch an meinen letzten Verletzungen, die mir Lilly verpasst hat, während sie mich als Absprungszwischenpodest in Richtung Monsterrückenbalkon missbrauchte.“

Meine Angetraute zeigte mir einen Finger. Nein, nicht auf diese Art. Anders eben.

„Hier, ich habe noch die Verletzung von Smillas Kralle, die sie an meinem Finger durchgezogen hat, als sie neben mir kuschelte und sich dann wegen irgendwas erschreckte.“

„Meine Verletzung ist aber frischer.“

„Und meine tiefer.“

Tja, Marty. Da hat aber jemand mächtig Glück gehabt. Eigentlich sogar zwei Jemande. Denn wenn wir genau das mit ihm versucht hätten, was auf dem Video zu sehen war, hätte er uns zerfleischt. Jeden einzeln.

Kampfschmuser hin oder her. 




Kommentare:

  1. Sie lieben uns, machen aber mitnichten alles mit.
    Die Definition von Katze :-)

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    1. Oh ja. Meine Sally war dahingehend wohl das schwarze Schaf der Innung. Mit der hätte so etwas locker funktioniert. Ich konnte sogar mit ihr auf dem Rücken in meiner Armbeuge liegend durch die Gegend laufen.

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  2. Das mit den Katzen und den Menschen werde ich nie verstehen. Mal ehrlich: Menschen lassen sich von katzen wesentlich mehr gefallen, als sie es sich von ihren eigenen Kindern gefallen lassen würden! Wo ist da die Logik?
    Ach, liebes Paterfelixchen, so ganz ernst nehmen könnte ich Dich nicht. Ich meine: Wenn Dich schon eine Katze schafft ...? WEIL DU ES WILLST!!!!?????
    *Kopfschüttel*

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    1. Wer sagt denn, daß wir uns das alles gefallen lassen? Wie schon mal erwähnt, gibt es Unfälle und Vorsatz. Die unerwünschte vorsätzliche Handlung wird mit den Katzen ausdiskutiert, so als ob es Kinder wären. Unfälle hingegen können geschehen. Smilla hat sich einfach erschreckt, Lilly wohl eher nicht.

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