Montag, 30. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 4)

Vor Jahren haben die Kollegen meines Fachbereichs im Rahmen eines Teamentwicklungsprogramms beschlossen, mal regelmäßig etwas gemeinsam in der Freizeit zu veranstalten. Man redete so von ein oder zwei Terminen im Jahr.

Viel geworden ist daraus nicht, aber was mal versucht wurde ist, nachmittags nach Feierabend in den dann ungenutzten Besprechungsräumen in unserer LASA-Außenstelle gemeinsam einen Spielenachmittag zu veranstalten. Und das ist ja durchaus was für mich.

An den ersten Termin kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Zum zweiten Termin einigte man sich darauf, gemeinsam UNO zu spielen. In großer Runde mit mehreren Kartendecks. Nun bin ich auch dem UNO nicht ganz abgeneigt, aber das war jetzt nicht das, was ich mir unter einem Spielenachmittag vorstelle. Das hier ist mehr wie ein gemütliches Beisammensein, während dessen man planlos und ohne nachzudenken irgendwelche Spielkarten abwirft.

Mit den gemütlichen Beisammensein komme ich nicht zurecht, sofern es nichts gibt, mit dem ich mich ausreichend beschäftigen kann. Es kann gutgehen, so daß ich ohne Panikattacke aus der Nummer rauskomme. Es kann aber auch anders ausgehen. Also bevorzuge ich die Variante, in der ich mich auf das Spiel konzentrieren kann.

Ich war in der UNO-Runde gar nicht erst dabei. Meine Vorstellung war es eher, daß wir an mehreren Tischen unterschiedliche, durchaus normale Gesellschaftsspiele mit entsprechend angepasster Spielerzahl spielen und man auch mal hier und da schauen kann, was die anderen machen. Zwanghaft alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht mein Ding. Bei den anderen war es vermutlich auch so, denn es war das letzte Mal, daß man sich zu so einem Nachmittag in einer derart großen Runde getroffen hat.

Später unternahm ich einen Versuch, Blood Bowl zu etablieren. Mir schweben da ja mit Blick auf die Zukunft immer gleich langfristige, gut durchorganisierte Veranstaltungen vor, zumal man dieses Spiel sehr gut in Form einer sich entwickelnden Liga betreiben kann. Allerdings bin ich Realist genug um zu wissen, daß das in dieser Form wohl eine Phantasterei bleiben wird. Interesse weckte ich bei Sven, Frl. Hasenclever sowie einer anderen Kollegin, die heute nicht mehr bei uns beschäftigt ist. Wir trafen uns nur zu zwei Terminen, danach überschatteten betriebliche Probleme, die auch ins Persönliche reinragten, alle derartigen Aktivitäten. Die Höllenjahre 2013 und 2014 begannen. So tat sich einige Zeit lang nichts.

Diese Phase scheint nun überwunden, zumindest aber nicht mehr so ausgeprägt zu sein wie einst. Also habe ich versucht, die Blood Bowl-Runde wiederzubeleben. Frl. Hasenclever, Sven, Mandy und Herr Harnischfeger zeigten sich ausreichend davon angetan, wobei letzterer aus den inzwischen hinreichend thematisierten Gründen noch außen vor blieb.

Also fragte ich Dr. Strebsinger wenige Wochen nach der Übernahme ihrer Funktion als Außenstellenleiterin nach ihrer Erlaubnis, unter der Woche nach Feierabend die Räume entsprechend nutzen zu dürfen. Sie war einverstanden und würde alles unterstützen, was der Teamentwicklung förderlich sei. Gut, ich hatte nicht erwähnt, daß wir nur zu fünft sein würden, aber egal. Es ist ein Anfang.

Allerdings stellte Dr. Strebsinger drei Bedingungen. Die Arbeit dürfe nicht darunter leiden. Niemand darf darüber jammern, wenn er deswegen nicht mit seiner Arbeit klarkäme. Nun ja, ist ja Feierabend. An meiner Arbeitszeit ändert sich dadurch nichts. Auch den zweiten Punkt, nach dem wir die anderen nicht stören dürfen, ist verständlich und in der Umsetzung kein Problem, denn der von uns ausgesuchte Raum befindet sich auf einer Etage, welche um diese Uhrzeit nahezu menschenleer ist. Nur die Stühle in dem Raum sind schrecklich: Schwingstühle! Ich traue den Geräten einfach nicht und kann da nicht entspannt sitzen. Jeden Moment rechne ich mit einem Abknicken der Unterkonstruktion.

Der abschließende Punkt aus Dr. Strebsingers spontanem Forderungskatalog allerdings gab mir zu denken: keine Alkoholexzesse! Ich weiß ja nicht, was Dr. Strebsinger an ihrem bisherigen Einsatzort so alles erlebt hat. Bei uns jedenfalls ist das kein Problem, ja noch nicht mal ein Thema.

Die Bedingungen sind also erfüllbar.

So traf ich also meine letzten Vorbereitungen; die Übungsspiele mit den Neueinsteigern konnten unter sachkundiger Leitung von Sven und mir beginnen. Im Moment stelle ich zwei meiner drei Miniaturenteams Mandy und Frl. Hasenclever zur Verfügung, Sven ist bereits aus früheren Zeiten versorgt. Beide Damen haben bereits signalisiert, sich eigene Modelle anschaffen zu wollen. Und auch an Freebooter’s Fate scheint ihrerseits Interesse zu bestehen. Zumindest dem Erzählen nach. Auch wenn wir das rein organisatorisch keinesfalls in den Büroräumen spielen können. Sollte es aber zumindest mit Blood Bowl doch endlich mal funktionieren? Ich wünsche es mir sehr.

Und schon spinne ich weiter rum. Wir brauchen noch mehr Spieler aus dem Kollegenkreis. Wenn wir genug zusammen haben, könnten wir die Liga starten. Die LASA-Liga. Die Pläne liegen noch aus früheren Zeiten griffbereit in der Schublade auf der Festplatte.  Sechs bis acht Personen insgesamt sollten reichen.

Es ist zwar schwierig, Menschen für solche schon etwas schrägen, eher nerdigen Spiele zu begeistern. Aber wer weiß…

Ja, die Sache mit der Spielerei sollte für die meisten Menschen ein Luxusproblem sein. Zumindest aber trivial. Für mich ist sie ungemein wichtig. Sie bedeutet für mich mehr, als nur Unterhaltung zu haben.

Es hat für mich so etwas wie Teilhabe am Leben außerhalb der eigenen vier Wände.


(Ende)



Sonntag, 29. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 3)

Sven spielt immer noch aktiv Warhammer 40K. Eine passende Miniaturenauswahl habe ich hier noch herumstehen, welche allerdings nach einigen Regeländerungen nicht mehr spieltauglich war und ich in mehr als mir genehmen Umfang Material hätte nachkaufen müssen, um damit wieder etwas anfangen zu können. Hier will der Hersteller Umsatz generieren, was diametral zu meinen Ambitionen in dem Bereich steht. 

Man stelle es sich so vor: Der Entwickler des Schachspiels bringt selbiges auf den Markt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur Bauern und den König als Spielfiguren. Die Bauern aber lassen sich nicht nur gerade nach vorne ziehen, sondern auch seitlich.

Schließlich wird das Spiel weiterentwickelt. Die Bauern dürfen von nun an nur noch nach vorne ziehen und diagonal schlagen. Stattdessen wird mit dem Turm eine neue Figur eingeführt. Um weiterhin bestehen zu können, muß ich mir also die zwei Turm-Modelle anschaffen. In einer neuen Edition kommt für den weißen Spieler der Läufer auf den Markt, anschließend noch der Springer. Allerdings hat man sich entschieden, diese Modelle nicht für den schwarzen Spieler aufzulegen. Damit ist dieser wohl dauerhaft aus dem Rennen. Bis zu einer neuen Edition, in welcher der schwarze Spieler die Dame als neues Modell einsetzen darf.

Entweder man lässt sich darauf ein oder wechselt das System. Nicht alle Hersteller sind so extrem wie hier bei den beiden Warhammer-Varianten. Es gibt inzwischen Alternativen. Und einige davon habe ich hier im Keller eingelagert. Man muß nur Mitspieler finden. Huch, da sind wir ja wieder bei meinem Problem.

Jedenfalls haben die weiteren Entwicklungen des Spiels dafür gesorgt, daß meine superatomgetriebenen Zombierobotermutanten, die Necrons, nach den aktuellen Regeln durchaus wieder konkurrenzfähig einsetzbar geworden sind. Ich müsste mir tatsächlich nur drei neue Modelle zu einem - in Bezug auf diesen Hersteller sogar relativ übersichtlichen Preis - besorgen, um wieder mit meinem vorhandenen Material mithalten zu können. Und natürlich das aktuelle Regelwerk.  
                            
Was mich noch abhält ist der Umstand, daß das neue Regelwerk aus drei nur gemeinsam erhältlichen Bänden besteht, von denen ich zwei nicht benötige, weil diese nur Hintergrundgeschichten und Bemalanleitungen etc. enthalten. Brauche ich nicht; mit dem Hintergrund der Geschichte bin ich vertraut, ebenso mit den Maltechniken. Zudem sind meine zugehörigen Miniaturen bereits komplett und zu meiner Zufriedenheit mit Farbe versehen. Dazu ist es mir dann doch zu teuer. Und gebraucht kommt man noch nicht günstig an den Band mit dem Regelwerk. Es gibt zwar noch die verkleinerte Regelbuchvariante aus einer Grundbox, aber die darin enthaltene Schriftgröße ist nicht mehr für die Augen eines älteren Menschen gedacht. Sven hat es mir mal ausgeliehen – ehrlich, da kommt meine Sehkraft so langsam an ihre Grenzen. Für ein schnelles Nachblättern jedenfalls taugt es nicht.

Außerdem sind immer noch die Logistik und die Spielorte offen. So lange ich da nicht sicher was zu sagen kann, investiere ich nicht in neue Modelle. Hier steht schon zur Genüge inzwischen unbenutztes Zeug herum.

Kommen wir zur letzten Karte im Spiel.


(wird fortgesetzt)



Samstag, 28. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 2)

Wie bereits erwähnt, zeigte sich Herr Harnischfeger auch an den Gesprächen zwischen Sven und mir zum Tabletop-Spiel überaus interessiert. Er hatte wohl auch mal irgendwelche Bilder oder Berichte im Fernsehen gesehen, bei denen historische Schlachten mit entsprechenden Modellen nachgebildet wurden und stellte sich jetzt auch so etwas vor.

Klar, kann man machen, ist in dem Ausmaß seiner Vorstellungskraft aber so rein gar nichts für Anfänger. Sven und ich versuchten, einen gemeinsamen Nenner zu finden, auf dessen Basis wir vielleicht was auf den Weg bringen könnten, ohne daß zumindest Sven und ich wieder richtig investieren müssen. Alle Spiele mit historischem Hintergrund fielen damit schon mal raus, da Sven sich dafür nicht zu begeistern vermochte. Seine alten Warhammer Fantasy-Modelle hat er zwischenzeitlich verkauft; außerdem handelt es sich dabei trotz mittlerweile vorhandener Alternativen anderer Hersteller ebenfalls nicht um ein günstiges Einsteigerspiel. So zogen wir Blood Bowl und Freebooter’s Fate in Betracht. Mit einer Investition in Höhe von 100 Euro kommt man sehr weit. Dies gilt umso mehr, wenn in dem Spielerkreis bereits Leute vertreten sind, die über das erforderliche Beiwerk wie Geländeplatten etc. verfügen und man sich nur noch auf die Miniaturen und das Regelwerk beschränken muß.

Herr Harnischfeger entwickelte dabei die Vorstellung, daß wir drei Männer spielen könnten, während sich unsere Frauen gleichzeitig zu einer Mädchenrunde treffen, da zumindest für seine Frau derartige Spiele wohl eher nichts sind. Tja, vertan sprach der Hahn. Meine Angetraute würde lieber selber mitspielen, sofern sich eine Fraktion fände, die ihr gefiele. So ein Mädchenabend ist aber nichts für sie. Zumindest nicht in dieser Konstellation. Svens bessere Hälfte hat mit Spielen so gar nichts am Hut und wäre für einen Mädchenabend auch nicht unbedingt zu haben. Was aber uns nicht davon abhalten würde, unsere Männerrunde auf den Weg zu bringen.

Und schon mussten wir Herrn Harnischfeger einen weiteren Zahn ziehen. Sven und ich sind uns zwar darin einig, die Spiele auf dem so genannten Bier-und-Bretzel-Niveau auszutragen (heute nennt man das auf Neudeutsch casual spielen), sind aber beide dem von Herrn Harnischfeger direkt ins Gespräch gefassten Kasten Bier eher abgeneigt. Ok, kein Problem, nur Bretzel sind sehr in Ordnung. Auch seine Vorstellung einer abendlichenRunde fand auch keine Gegenliebe bei uns, denn für derartige Spiele muß man eine gewisse geistige Fitness mitbringen. Die sind kein Mensch-ärgere-dich-nicht, sondern erfordern schon etwas mentale Anstrengung. Nach zwei bis vier Stunden spürt man, was man da gemacht hat. Also den Termin vorziehen auf den frühen Nachmittag bis in den Abend rein. Machbar.

Nun stellte sich wieder die organisatorische Frage. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Herrn Harnischfeger fahren ist eine – sagen wir mal – Herausforderung. So ist das eben auf dem Land. Und alleine schon für das ganze Geländematerial wäre es nicht verkehrt, das Auto als Transportmittel zur Verfügung zu haben. Was bei mir ja immer wieder schwierig ist. Sven geht es da auch nicht wesentlich anders.

Bedingt durch den Hauskauf Herrn Harnischfegers hat sich die Weiterverfolgung dieser Pläne aber auch erst mal erledigt. Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufnehmen.

Es ist an der Zeit, weitere Optionen ins Auge zu fassen.


(wird fortgesetzt)



Freitag, 27. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 1)

Der geneigte Leser vermag sich daran zu erinnern, daß ich ein leidenschaftliches Spielkind bin. Und daß meine diesbezüglichen Aktivitäten seit einigen Jahren nahezu gänzlich auf Null zurückgefahren wurden. Es ist nicht so, daß es keine Versuche gab, diesen Zustand wieder zu ändern. Also ziehen wir mal eine Zwischenbilanz und schlüsseln Andeutungen auf, die ich vor nicht allzu langer Zeit hier mal gemacht habe.

Beginnen wir mit Herrn Harnischfeger. Er kam vor nicht ganz zwei Jahren zu uns und gewann bei mir in dieser Zeit durch seine zupackende und offene Art. Wir verbrachten viel Bürozeit miteinander, da ich ihn in verschiedene Themen einarbeiten musste, mit denen er in seinem früheren Leben bei dem LASA eines anderen Bundeslandes nichts zu tun hatte. Praktischer Weise wurde er in einem Raum ganz in der Nähe der Höhle im Schicksalsberg untergebracht – auf Ruf- und Hörweite sozusagen. Zumindest, wenn die Türen offen stehen.

Da Sven und ich zumindest was das Tabletop-Spiel angeht fast auf einer Wellenlänge liegen und dahingehend auch eine gemeinsame Vergangenheit haben, gibt es da natürlich immer wieder mal einen informellen Austausch zwischen uns, den Herr Harnischfeger mitbekommt. Wie er berichtete, waren er und seine Frau auch lange in einer Spielrunde vertreten, allerdings eher die üblichen Gesellschaftsspiele, welche aber nach einem Umzug nicht aufrecht erhalten blieb. So spielt er heute mit Frau und Kinder zwar noch regelmäßig Die Siedler von Catan, aber das war es doch auch.

Es kam, wie es kommen musste. Zunächst zeigte Herr Harnischfeger Interesse an dem Spiel mit den Miniaturen, war aber hellauf entsetzt darüber, daß man diese auch noch selbst bemalen müsse. Na ja, man muß nicht. Es ist durchaus möglich, mit unbemalten Miniaturen zu spielen, nur sieht es eben nicht ganz so schön aus. Dies dürfte auch eher der Normalfall sein.

Entscheidend war aber mehr seine Frage, ob die zweitbeste Ehefrau von allen und ich nicht Interesse hätten, mal einen Spieletag ins Leben zu rufen. Auf Ebene der normalen Gesellschaftsspiele. Nun könnte man meinen, daß ich mit Begeisterung eingewilligt hätte. Dem ist aber nicht so, weil sich sofort meine Gedankenmaschinerie in Bewegung setzte.

Der Ort des Geschehens kann aus aktueller Sicht nicht unsere Wohnhöhle sein. Gut, hier stehen wir vor einem lösbaren Problem, denn Familie Harnischfeger besteht neben dem bislang bekannten Protagonisten und seiner Frau auch noch aus zwei Kindern, welche sich in einem Alter befinden, in dem sie der Aufsicht benötigen. Die Veranstaltung würde also nicht bei uns stattfinden. Ein Problem weniger.

Wer allerdings um meiner Begeisterung von Kindern weiß, der mag erahnen, daß ich diesen Aspekt auch nicht so ganz verdrängen kann. Doch da mag man es auf einen Versuch ankommen lassen.

Schwerwiegender ist das Gedankenkreisen und das weiterführende Was-wäre-wenn. Ja, was wäre, wenn es nicht funktioniert? Wenn die Veranstaltung nicht harmonisch verläuft? Im Büro müssen wir ja weiterhin relativ eng zusammenarbeiten. Das sind die Überlegungen, die mir schlaflose Nächte bereitet haben.

Aber von nichts kommt nichts, also ließ ich mich darauf ein. Angedacht war gemütliches Grillen im Harnischfegerschen Garten, während dessen man auch ein Spielchen wagen könne. Dahingehend habe ich entsprechende Erfahrungswerte, es kann durchaus funktionieren. Und auch eine kühlere Wetterlage sollte uns nicht davon abhalten, zumal sowohl die Harnischfegers als auch wir Gelegenheits-Wintergriller sind.

Die Terminfindung war die nächste Herausforderung, denn es sollte ein Samstag sein. Nun ist es ja bekanntlich so, daß die zweitbeste Ehefrau von allen samstags beruflich beschäftigt ist, und auch Frau Harnischfeger als Pflegekraft durchaus regelmäßig und zu unterschiedlichsten Zeiten im Wochenenddienst steht. Dennoch fanden wir einen Samstag, an dem wir es versuchen würden. Allerdings behielt ich mir den Joker vor, kurzfristig absagen zu dürfen. Denn an dem Termin unserer Wahl waren in der Trainerschule Prüfungen angesetzt, an welchen meine Angetraute zwar nicht als Prüfling, aber teilweise als Prüferin teilnehmen sollte. Dies bedeutet auch aktive Teilnahme an den von den Prüflingen vorbereiteten Kursprogrammen sowie das Abhalten einer mündlichen Prüfung und die Auswertung von schriftlichen Prüfungsarbeiten. Das Ende des Prüfungstages würde sich nach der Teilnehmerzahl richten, welche erst kurz vorher feststehen sollte.

Zwischen dem Zeitpunkt der Terminvereinbarung und dem geplanten Tag der Veranstaltung blieb meine permanente Unruhe bestehen. Außerdem erfuhr ich mehr über das Familienleben der Harnischfegers, hier vor allen Dingen über die Frau des Hauses. Was ich da so mitbekam war nicht dazu angetan, meine Unruhe zu beseitigen. Ganz im Gegenteil. Mir schien Frau Harnischfeger nicht der Typ Mensch zu sein, mit dem meine Angetraute und ich eine engere Verbundenheit herstellen könnten. Aber gut, man kann sich ja auch täuschen.

Schlußendlich aber mußte ich den Joker ziehen und absagen. Die soziophobisch bedingte Unruhe überschritt die Grenze, bis zu der sie noch beherrschbar gewesen wäre. Dazu kam, daß meine Angetraute wie befürchtet voraussichtlich nicht übertrieben früh von dem Prüfungstag zurückkehren würde und danach einfach nur noch platt wäre. Insgesamt passte mir das so auch ganz gut in den Kram, denn zwischen dem Kollegen Harnischfeger und anderen Kollegen begannen im Büro einige auch aus meiner Sicht verständliche Querelen. Kein guter Zeitpunkt, um in unserem Verhältnis zueinander von Sieauf Du zu wechseln. Wie man weiß, gehe ich damit seit einigen Jahren ohnehin wieder sehr viel zurückhaltender mit um als in früheren Zeiten.

Eine Neuauflage des Termins steht jetzt erst mal in den Sternen, denn Familie Harnischfeger hat zwischenzeitlich ein älteres Haus auf dem noch platteren Land als hier gekauft, welches einer gründlichen Renovierung bedarf, die über das übliche Tapezieren deutlich hinausgeht. So etwas macht die Zahl der weißen Flecken im Terminkalender natürlich übersichtlich.

Zeit zum Luft holen.

Doch das Thema Spielen ist damit noch nicht am Ende. Es gab weitere Entwicklungen.


(wird fortgesetzt)



Mittwoch, 25. November 2015

Och nö

Wir haben Tag 1 meiner Strohwitwerzeit. Und was mache ich mehr oder weniger unmittelbar nach dem Aufstehen? Na? Kommt wer drauf?

Ich schnipple mir einen Obstsalat zusammen.

Äpfel, Birnen, Bananen und Nashi.

Die Clementinen habe ich gestern Abend schon verdrückt, aber ich könnte noch ein paar Nüsse reinwerfen.

Was ist nur aus mir geworden?

Nun denn, es ist ja niemand da, der es sehen würde. Und ihr behaltet es bitte für euch, ja?!



Dienstag, 24. November 2015

Ohne (viele) Worte





Die Socke hängt auch im Jahr 2015 wieder.



Pläne und die Realitäten des Lebens

Ich stehe nur noch Stunden vor meiner jährlichen Strohwitwerzeit. Meine Strohwitwerfahne liegt quasi schon bereit. Das bringt es aber mit sich, daß mir das Auto nicht zur Verfügung steht. Dieses Mal für fast eine Woche. Und da der Sporttempel mit dem öffentlichen Nahverkehr zwar leidlich gut zu erreichen, der Rückweg mit denselben Linien aber katastrophal ist, wollte ich mich dort heute Morgen nochmal austoben. So lange ich eben noch Zugriff auf meine eigenen rollenden vier Wände habe.

Wie üblich war ich vor dem (Radio-)Wecker wach. Dieser sprang dann auch zur geplanten Zeit an und dudelte so vor sich hin. Also war ich guter Dinge und wartete auf den passenden Zeitpunkt zum Aufstehen. Ich weiß ganz genau, daß ich anderthalb Stunden wach war. Mindestens. Die Nachrichten haben es mir verraten. Vom Ablesen der Zeitanzeige des Weckers ohne Brille müssen wir jetzt mal lieber nicht reden.

Tja, und irgendwann nach den letzten Nachrichten so gegen halb Sechs ist es passiert: Ich bin wieder eingeschlafen. Nicht sehr lange, meine geplante Aufstehzeit habe ich nur knapp verpasst. Aber ich habe irgendwas, was inhaltlich jetzt völlig ohne Belang ist, geträumt. Und das hat meine Stimmung vor die Wand gefahren, obwohl ich da noch nicht mal eine Querverbindung herleiten kann. Ich weiß ganz genau, daß ich den Sporttempel in dieser Stimmung nicht betreten hätte. Denn es lauerte die Panikattacke. Ich habe es gemerkt. War also wieder nichts.

Ok, dann schleppe ich mich jetzt einfach so unter die Dusche. Hilft vielleicht beim Frustabbau.



Montag, 23. November 2015

Stunde Null + X

Seit der Stunde  Null sind weitere Stunden vergangen.

Noch bin ich nicht angekommen.

Mir ist nur nach dem hier: Klick mich!


Sonntag, 22. November 2015

Erkenntnis des Tages

Das Abtauen eines Eisschranks ist eine sehr feuchte Angelegenheit, wenn man die anstreckbare Ablaufrinne nicht finden kann. Da hätte nicht viel gefehlt und ich wäre glatt ertrunken. Dabei bin ich ein guter Schwimmer. Eher Langstrecke, dafür ein schlechter Taucher. Mein Seepferdchen habe ich seinerzeit gerade so hinbekommen.

Wie gut, daß mein heute Morgen noch im Einsatz befindliches Saunatuch zur Hand war. Zusätzlich zu den ohnehin bereitliegenden Handtüchern.

Trotzdem: Bääääääh!



Männergespräche

Der Ruf der Natur erreichte mich im Büro. Natürlich ließ ich mich nicht sonderlich von derartig unspektakulären Dingen wie eilige Arbeiten davon abhalten, eben diesem vernommenen, unüberhörbaren Ruf auch tatsächlich zu folgen.

Während ich nun so in meinen vier Wänden innerhalb des Porzellanpalastes auf die Dinge wartete, die da noch hoffentlich kurzzeitig das Licht der Welt erblicken würden, hörte ich, wie Sven und der Ökoklaus gleichfalls den Bereich vor meiner Abgeschiedenheit betraten. Es schien ein weitreichender Ruf gewesen zu sein, denn normaler Weise verabreden die beiden sich nicht zu einem gemeinsamen Toilettengang. Das wäre ja schließlich auch eine Mädchensache, und von denen sehen wir auf dem Männerklo eher selten welche.

Man erwies sich als so genannte Stehendnutzer, trotz des Risikos für die auf der rechten Seite stehende Person, während des Nachgehens seiner Tätigkeit eine Tür in den Rücken geschlagen zu bekommen. Klarer Konstruktionsfehler des Architekten.

Ich hörte ein starkes Rauschen, begleitet von einem kurzen Dialog.

„Boaah, du pinkelst wie ein Pferd.“

„Mach jetzt bloß keinen Scheiß.“

„Mache ich nicht. Dann würde ich ja sitzen.“

Sollte man jedenfalls hoffen.



Freitag, 20. November 2015

Die Stunde Null

Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Zumindest für die nächsten drei Wochen. Der Anfang vom Ende des Resturlaubes aus 2014, garniert mit ein paar Überstundentagen. Wie es eben so ist.

Normalerweise versuche ich, am letzten Tag so viel Ordnung zu schaffen, daß meine Vertreter sich nicht zu sehr beklagen können. Was natürlich immer in eine unschöne Hektik ausartet. Darüber hinaus neigen nicht wenige Kollegen dazu, natürlich an meinem letzten Tag noch mit ihren Ekelakten bei mir aufzutauchen, um für sie gerade rechtzeitig vor meiner Abwesenheit damit verbundene Fragen zu klären. Als ob man gerade am letzten Arbeitstag nicht selbst genug zu tun hätte.

Doch heute sollte es anders laufen – sah der Plan vor. Mein Plan. Ein guter Plan.



30 Stunden vor der Stunde Null

Ich hole schon mal die Post rauf, die mich im Normalfall erst am nächsten Morgen erwarten würde, sortiere vor, lege Akten an und erledige, was erledigt werden kann, damit es Freitag etwas ruhiger wird.



24 Stunden vor der Stunde Null

Ich habe alle verschiebbaren Termine entsprechend verschoben. Alles, was eilig oder ekelig ist, wurde erledigt. Am letzten Tag würde ich nur noch den Rest vom Laufenden machen müssen.



8 Stunden vor der Stunde Null

Ich empfange eine E-Mail von Dr. Strebsinger. Besprechung zweier Fachbereiche. Es geht um die Laufzeiten. Immer geht es um die Laufzeiten. Nicht für den Kunden, sondern für die Statistik arbeiten wir. Darum sind auch nicht die Fälle am eiligsten, bei denen jemand am längsten auf sein Geld wartet, sondern jene, die man am schnellsten erledigen könnte, auch wenn der Zahltermin in weiter Zukunft liegt. Dabei kann es sich durchaus um Monate handeln. So eine Besprechung wird dauern.



4 Stunden vor der Stunde Null

Besprechung erledigt. Inhalt wie erwartet. Dazu Mehrarbeit ab Januar. Es kommen nur wenige Kollegen mit ihren Ekelakten. Was auch daran liegen könnte, daß wir mittlerweile an Freitagen aufgrund von Kollegen in Teilzeit, Urlaub und Erkrankung kaum noch Personal vor Ort haben. Wieso müssen eigentlich alle Teilzeitkräfte grundsätzlich freitags frei haben? Und nicht zum Beispiel mittwochs? Mittwoche können doch auch schöne Tage sein.



2 Stunden vor der Stunde Null

Mein Schreibtisch ist blank. Nicht blank in dem Sinne, daß ich nichts mehr zu tun hätte. Aber alles, was jetzt noch herumliegt, hat Zeit und kann in den Schrank. Ich riskiere es, mich auf einen pünktlichen Feierabend und damit Urlaub einzustellen. Zur Feier des Tages mache ich mir einen heißen Kakao. Ohne Sahne. Danach fange ich an, mir ein paar schnelle und geistig nicht herausfordernde Fälle von meinen Resten zu holen und beginne, diese zu erledigen.



58 Minuten vor der Stunde Null

Ich schreibe eine E-Mail an meine Kollegen, verabschiede mich und gebe die letzten Hinweise, Bitten und freundlichen Anweisungen für die Zeit meiner Abwesenheit.



32 Minuten vor der Stunde Null

Frl. Hasenclever wünscht mir schon mal einen schönen Urlaub. Donnerstag werden wir uns wiedersehen. Denn es ist Blood Bowl-Tag.



7 Minuten vor der Stunde Null

Mein Arbeitsmaterial beginnt, in den Schreibtisch zu wandern. Auf dem Tisch liegen noch zwei Akten, die ich erst zwischen den Feiertagen benötige, um eine Schulung vorzubereiten.



6 Minuten vor der Stunde Null

Der Fachbereichsleiter des Bereichs Leistungsgewährung erscheint ungefragt.

„Ich hatte gerade einen Typen am Telefon, der wohl schlecht gefrühstückt hat.“

Oh oh, wenn der so anfängt…

„Er hat mich rund gemacht und besteht darauf, seinen Bescheid zu bekommen. Er will nicht zurückgerufen werden, falls es nicht möglich ist, sondern verlangt nach dem Bescheid. Ohne Wenn und Aber. Hier, kümmere dich mal darum.“

Ok, meine Zuständigkeit. Keine Ahnung, warum der Typ so einen Wirbel macht. Der Antrag ist noch fast frisch. Ich kann keinen Grund zu besonderer Eilbedürftigkeit erkennen, es geht um kein Auszahlungen und nichts. Reine Dokumentation. Aber eine fiese Sache.

Nichts, was man den Kollegen hinterlässt. Und schon gar nicht, wenn jemand meint, Terror machen zu müssen.



1 Stunde und 45 Minuten nach der Stunde Null

Dr. Strebsinger wünscht wider besseren Wissens nur ein schönes Wochenende. Ich weise nicht korrigierend auf meinen anstehenden Urlaub hin, um das übliche Abschiedsgesülze zu vermeiden. 



2 Stunden nach der Stunde Null

Akte erledigt. Drei Viertel des Beantragten abgelehnt. Er wollte es nicht anders. Wenn ich nicht ausermitteln darf und die Belege nicht genügen, ist das die logische Konsequenz. Um den zu erwartenden Widerspruch kümmere ich mich in vier Wochen. Oder so.



2 Stunden und zehn Minuten nach der Stunde Null

Urlaubsanfang.



Und irgendwann werde ich es erleben, daß der letzte Arbeitstag so etwas wie einen gleitenden Übergang in die Freizeit bietet. Ohne nochmal so richtig hochgepuscht zu werden.

Schon meldet sich die Lebenserfahrung mit einem abgewandelten Zitat des verblichenen Herrn von Moltke (wahlweise auch Rommel, Clausewitz oder Herrn Müller von drei Häuser weiter):

Kein Plan übersteht den ersten Kontakt mit der Realität.

Isso!



Auf und ab

Die auf dem Display meines Amtstelefons eingeblendete Uhr bedeutet mir, daß es an der Zeit sei, zu der ich meine Arbeit nach den allgemeinen statistischen Vorhersagen erledigt haben sollte. Nun ist es ja so, daß derartige Ermittlungen von studierten, hochbezahlten Fachkräften unter Zuhilfenahme eines akademisch geschulten Verstandes erstellt worden sind. Und wer bin ich schon als Unstudierten, daß ich an solchen in harter Kleinarbeit mit geballter Sachkompetenz ermittelten Ergebnissen zweifeln würde?

Eben.

Also ist Feierabend, gleich was da noch alles an Zeug herumliegt. Ich fuhr den Rechner runter und schleppte mich zu unserem Abzug. Natürlich zum Abzug, denn ich wollte ja ab nach unten und nicht auf nach oben. Denn dann hätte ich den Aufzug genommen. Ist doch logisch.

Vor mir wartete bereits Herr Maus. Herr Maus ist ein großer Liebhaber des pünktlichen Feierabends. Und Raucher. Was ihn immer wieder wertvolle Arbeitszeit kostet. Darüber hinaus gehört er auch zu jenen, die regelmäßig Überstunden abbauen. Niemand weiß so richtig, wie er die zusammenbekommt, weil die beiden erstgenannten Punkte der kleinen Auflistung nicht so ganz mit dem letztgenannten in Einklang zu bringen sind. Aber das ist nicht mein Problem.

Mit leichtem Scheppern öffneten sich die Metalltüren, welche uns in geschlossenem Zustand davor bewahren sollen, in die Untiefen des AufAbzugsschachtes zu stürzen, falls die Kabine mal nicht an Ort und Stelle sein sollte. Wir betraten die Metallbox, Herr Maus drückte brav den Knopf, den es zu drücken galt, um unserem Begehr nach Feierabend förderlich zu sein, und schon schlossen sich die Türen. Ein leichter Ruck; los ging die kurze Fahrt.

„Jetzt geht es mit uns abwärts.“ sinnierte Herr Maus.

„Es kann auch schön sein, wenn es mit einem abwärts geht.“ ergänzte ich seinen Gedankengang.

„Morgen sind wir wieder hier, dann geht es mit uns aufwärts.“ setzte Herr Maus ein.

„Und was lernen wir daraus? Es ist nicht immer prickelnd, wenn es mit einem aufwärts geht.“

Paradoxe Welt.



Dienstag, 17. November 2015

Steigerungen

Es lässt sich ja immer meistens noch ein Schüppchen drauflegen. So auch jetzt. Die Saison ewiger Sauerstoffarmut im Büro ist bekanntlich mit Eintreten der kalendarischen Heizphase unabhängig von realen Außentemperaturen wieder höchst präsent. Also röchle ich wieder vor mich hin, atme viel zu trockene Luft und leide wegen akuter Sauerstoffunterversorgung unter einem dumpfen Kopfschmerz, der sich zügig gibt, sobald ich die Räumlichkeiten verlasse. Und wenn es nur in Richtung des Ganges ist.

Aber meiner aktuellen Gegenüberin genügen die geschlossenen Fenster nicht. Das Experiment wird ausgeweitet.

Werte Mitlesenden, es gibt nicht nur menschliches Leben ohne Sauerstoff. Parallel dazu wird Licht neuerdings auch überbewertet. Aber so was von. Man würde am Liebsten im Halbdunkel arbeiten, Deckenbeleuchtung ausgeschaltet. Egal, ob von draußen Sonnenlicht einfällt oder der Himmel sturmwolkenstarkregenverhangen ist.

Mandy und ich haben es versucht. 20 Minuten lang.

Dann durfte die Deckenbeleuchtung wieder ihren Dienst verrichten.

Bin gespannt, welche Idee als nächstes kommt.

Nur noch drei und der Rest von heute.

Eigentlich nur noch drei.



Sonntag, 15. November 2015

Bitte nicht stören

Kurze Zwischenmeldung: Sonntage dienen der Erholung und Entspannung. Deswegen mache ich heute auch im Rahmen meiner neuen Funktion hier im Haus die Hausgeldabrechnung für das Jahr 2014. Ja, so etwas macht mir wirklich Spaß. Ich liebe es, mit Zahlen zu jonglieren und zu erleben, wie alle Teilergebnisse aus den Kontrollrechnungen schließlich das erwartete Endergebnis bestätigen. Aus dem Chaos bildete sich ein harmonisches Ganzes. Das ist meine Welt.

Und da ich ja bekanntlich einen Frühaufsteher-Rhythmus habe, verließ ich die Koje heute um 5.00 Uhr, habe zunächst die Katzen und dann mich versorgt und schließlich den großen Tisch im Gartenzimmer für meine Zwecke in Anspruch genommen. Nachmittags brauche ich mit so etwas gar nicht erst anzufangen; das funktioniert dann nicht mehr.

Die Katzen mussten auch erst davon überzeugt werden, daß es gerade nicht erwünscht ist, hier auf dem Tisch herumzulaufen und darauf aufmerksam zu machen, daß sie betuttelt werden wollen. Und erst recht nicht, daß sie sich mit ihren Kackärschenhintern auf die Unterlagen zu setzen oder sich sonst wie gemütlich darauf einzurichten. Jetzt haben sie sich auf dem umliegenden Stühlen verteilt und glotzen mich an, bis es ihnen zu langweilig wird und sie sich mal wieder zu einem Nickerchen zusammenrollen.

Es ist für mich durchaus sinnvoll, bei der erstmaligen Durchführung von für mich neuen Abrechnungen alles von Hand zu machen und sich nicht auf vom Vorgänger übernommene EXCEL-Tabellen zu verlassen, um die Sachen auch von Grund auf zu verstehen.

Und deswegen bin ich jetzt immer noch nicht fertig. Gut, die Rechnerei ist erledigt, jetzt kommt noch der Aufbau einer schöneren und vor allen Dingen nachvollziehbareren Abrechnung zur Aushändigung an die Miteigentümer. Mit der bisherigen war ich da nie so zufrieden.

Übrigens: Die Stühle im Gartenzimmer sind nicht rückenfreundlich, wenn man da ein paar Stunden drauf verbringen muss.  *autschverdammtekacke* Sport ist also ausgefallen; ich wäre gerade nie die Treppe von den Umkleiden zur Trainingsfläche hochgekommen. Und eine Etage fahre ich nicht mit dem Aufzug…

…zumindest nicht im Fitnessstudio.

Wobei sich mir gerade die Frage aufdrängt, wie ich gleich die Treppe vom Gartenzimmer zurück ins Erdgeschoss bewältigen könnte. Mist! Na ja, nebenan ist das Vorräteregal; Wasser gibt es hier auch. Vermutlich kann ich ein paar Tage durchhalten.

Ich mache dann jetzt mal weiter.



Donnerstag, 12. November 2015

Vom Bilden eines Gedankens gegen 8.23 Uhr

Menschen können sich irren, behauptet der Volksmund. Nun, ich bin wohl ein Mensch. Sogar bei näherer Prüfung überwiegen die Indizien, daß ich einer bin. Und als solcher nehme ich mir die Freiheit heraus, mich entsprechend der eingangs aufgestellten Theorie Weisheit des Volksmundes mal zu irren. Oder zu vertun, um es mal simpelsprachlicher auszudrücken.

Unsere EDV im LASA hakelte nun schon seit mehreren Tagen. Mal mehr, mal weniger, mal die Allgemeinheit betreffend, mal nur eher Einzelpersonen. Aber es lief nicht rund und schon gar nicht flüssig.

Auch heute nicht.

Als ich um kurz nach acht Uhr ein PDF zu öffnen wünschte, war es um meinen Rechner geschehen. Nichts ging mehr. Vor dem Anruf beim Helpdesk, um deren übliche erste Frage zielführend mit einem Ja beantworten zu können, schaltete ich den Rechner mangels anderer Möglichkeiten aus und startete neu. Schwerer Fehler. Nun konnte ich mich gar nicht mehr anmelden.

Anruf beim Helpdesk. Eine freundliche Frauenstimme erklärte mir mit einem nahezu ekelhaft unpassenden, ja nahezu überschwänglichem Frohlocken in der Stimme, daß zur Zeit alle Mitarbeiter im Gespräch seien und ich warten möge. Auch beim zweiten, dritten vierten Versuch im Abstand von ein paar Minuten wiederholte sich diese Bandansage.

Irgendwann war ich so entnervt, daß ich mich zu Frl. Hasenclever begab, um mein Ansinnen anzubringen, den mir zugewiesenen Arbeitsplatz vorzeitig mit dem Ziel Heimat verlassen zu dürfen. Bevor ich was sagen konnte, meinte sie mindestens genauso entnervt, daß es wohl ein allgemeines technisches Problem gäbe und sie sich beim Helpdesk immerhin schon auf Platz 15 der Warteliste vorgekämpft habe. Da aber auch eine Dienstbesprechung anstände, zog ich mein Begehr nach vorzeitigem Feierabend zumindest bis nach der Besprechung zurück. Ohnehin würde einem Entsprechen des Begehrs schwierig werden, da die Personaldecke damit für den Rest des Tages einen bedrohlich dünnen Zustand annehmen könne. Na ja, ich kann ihr ja kaum etwas abschlagen, wenn sie es nur freundlich genug sagt. Also blieb ich bis zum vorgesehenen Feierabend und prüfte einige Akten so gut es ohne EDV ging. Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie sehr man auf die Maschine angewiesen ist. Und das soll sogar noch deutlich ausgebaut werden.

Irgendwann kam Sven rein. Er hatte jemanden von der IT erwischt. Ich hörte mir an, was er zu sagen hatte und kam zu folgender Hypothese:

Wenn jemand von der IT sagt, daß gerade alle Server dabei sind durchzudrehen und man im dortigen Kompetenzzentrum nicht den Hauch einer Ahnung hat, warum das so ist, dann wird das für mich kein erfolgreicher Arbeitstag.

Jetzt wäre es angemessen, den menschlichen Faktor ins Spiel zu bringen. Nämlich die Sache mit dem Irren und so.

Nein, ich war unmenschlich. Ich habe mich nicht geirrt.

Bis zum Feierabend lief definitiv - nichts.



Mittwoch, 11. November 2015

Mach es doch selbst

Es geht jetzt mal nicht um diesen Stempel. Nein, die zweitbeste Ehefrau von allen und ich saßen zu Hause herum. Ich habe meinen Astralleib und den ganzen Rest zwecks abendlicher Erquickung nach einem der üblichen durchwachsenen Tage auf dem Monster gebettet und quälte die elektronische Rechenmaschine, während meine Angetraute den Fernsehsessel mit ihrer Anwesenheit erschwerte und auf ihrem beweglichen Schnurlosfernsprechapparat Katzenvideos laufen ließ.

Eines davon wurde mir auch ansichtig, als sie mir von der Seite diese kleine Mehrzwecktaschenlampe mit Telefonzusatzfunktion fast unter die Nase hielt. Das bewegliche Bild auf dem zur Darstellung desselben vorgesehenen Bildschirms zeigte einen Katzenwelpen, der rücklings auf dem Schoß eines Menschen liegt, während die Daumen des ansonsten nicht sichtbaren Menschen das Wangenfell streicheln.

Ich deutete auffordernd mit meinem Kopf zu Hauskater Marty, welcher sich hinter meiner Angetrauten auf der Rückenlehne des Fernsehsessels ausgebreitet hatte. Das Wangenfell gestreichelt zu bekommen mag er gerne. Hochgehoben zu werden ist hingegen so eine Sache für Notfälle. Immer noch besser als bei Smilla. Bei der würden wir das nur in extremen Notfällen versuchen. Auch nur einen von beiden auf den Rücken zu legen ist – was soll ich sagen – ähnlich einer Division durch Null. Nur riskanter.

Meine Angetraute verstand mein nonverbal kund gegebenes Ansinnen, verweigerte mir als Hausherren jedoch schlichtweg die Umsetzung.

„Das kannst du selbst ausprobieren.“

„Nix, ich kuriere noch an meinen letzten Verletzungen, die mir Lilly verpasst hat, während sie mich als Absprungszwischenpodest in Richtung Monsterrückenbalkon missbrauchte.“

Meine Angetraute zeigte mir einen Finger. Nein, nicht auf diese Art. Anders eben.

„Hier, ich habe noch die Verletzung von Smillas Kralle, die sie an meinem Finger durchgezogen hat, als sie neben mir kuschelte und sich dann wegen irgendwas erschreckte.“

„Meine Verletzung ist aber frischer.“

„Und meine tiefer.“

Tja, Marty. Da hat aber jemand mächtig Glück gehabt. Eigentlich sogar zwei Jemande. Denn wenn wir genau das mit ihm versucht hätten, was auf dem Video zu sehen war, hätte er uns zerfleischt. Jeden einzeln.

Kampfschmuser hin oder her. 




Dienstag, 10. November 2015

Delete 10.11.2015 - Enter

Einer dieser Tage, die man aus dem Kalender streichen sollte. Ehrlich. Wenn es damit losgeht, daß ich im Büro schon erwartet, also quasi schon morgens beim Ankommen vor dem Aufzug in Empfang genommen werde, um irgendwelche Probleme zu lösen, und man mir noch nicht mal Zeit gibt, den PC hochzufahren, dann bin ich direkt bedient. Und wenn ich mich dieses ersten Problems anderer Leute eine Stunde widmen durfte, um dann festzustellen, daß die von mir als einziger Ausweg gefundene Notlösung auch die einzige möglich Lösung ist und man das bei den maßgeblichen Stellen durchaus bekannte Problem nicht mal eben als Hinweis ins technische Benutzerhandbuch aufnehmen wollte, könnte ich schon herumflippen. 

In diesem Stile ging es weiter. Keine Sorge, ich erspare euch die Details. Allerdings verschmähte ich den Gedanken an die berühmt-berüchtigte benzinbetriebene Kettensäge mit extra langem Blatt, sondern erfreute mich an dem Wunsch, einen Granatwerfer zum Einsatz zu bringen, welcher sich im Laufe des Tages zu Wahnvorstellungen in Richtung einer Stalinorgel weiterentwickelte.

Aber zwei Erkenntnisse aus früheren Zeiten haben sich wieder bestätigt.

Zunächst mal bleibt die unbewiesene Theorie, nach der man in der Mittagspause mal rausgehen sollte, um wieder runterzukommen, was mich betrifft eine unbewiesene Theorie.

Immerhin habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, meinem eigentlichen Plan entsprechend den örtlichen Schnellwok zur Frustbekämpfung zu plündern. Als ich ihn auf dem Weg in die Stadt passierte, war es mir das Geld noch nicht wert. Und auf dem Rückweg war mir der Laden zu voll. Gut, mindestens 10 Euro gespart. Mehr als ich beim Chinamann-Mittagsbuffet hinterlassen hätte. Wird übrigens auch mal wieder Zeit.

Der zweite Fakt des Tages – für öffentlich-rechtliche Bürokraten auch nicht neu: Liebe Bürger, wenn es euch immer irrer vorkommt, was die Behörden von euch so wollen und daß die Bescheide, ja selbst ganze Verwaltungsverfahren inhaltlich durch Formalien immer aufgeblähter werden, dann liegt es nur allzu oft nicht an den Behördenmitarbeitern, sondern an der deutschen Gerichtsbarkeit. Sage ich mal ganz wertfrei.

So gut es eben noch geht…



Montag, 9. November 2015

Eine Frage der Hose

Kann es eigentlich sein, daß diese schrecklichen, nahezu hautengen Jeans wieder modern sind? Zumindest bei den Teens? Und einigen Twens? Kennt überhaupt jemand noch diese Wörter? Sind die etwa auch schon ein Zeichen meines Dinosauriertums?

Fragen über Fragen.

Kommen wir zurück zu diesen Hosen. Ich konnte die ja noch nie leiden. Früher nicht, heute nicht. Egal, wer die anzieht. Schlimmer sind nur noch Karottenhosen. Ich bevorzuge da eher die zeitlose Mode. Gerade Jeans und T-Shirt. Turnschuhe. Fertig.

Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen verdächtig viele Teens und Twens gesehen, die wieder hautenge Beinbekleidung angezogen haben. Und darunter waren eindeutig zu viele, welche noch nicht mal das richtige Fahrgestell dazu hatten.

Ja ich weiß, Glashaus, Steine und so.

Trotzdem: Auch wenn man schlank ist, kann man nicht alles anziehen, was der Markt so hergibt.

Das musste jetzt einfach mal raus.




Samstag, 7. November 2015

Unsere Nummer Eins

Sehr geehrte Damen und Herren, es ist großartig, daß nun auch sie sich zu unserer Übertragung aus dem Flammenbart-Stadion zuschalten. Das Publikum hat die Tribüne gut gefüllt und sorgt mit Hilfe der mitgebrachten Lärminstrumente, Trommeln, Tröten und Dudelsquigs für mächtig gute Laune. Die Zombis in den hinteren Reihen sollten lieber aufpassen, ihre Hände nicht in Fetzten zu klatschen, denn so etwas trübt die Stimmung.

Ja, meine Damen und Herren, wo sonst kann man Zwerge und Nachtgoblins ebenso wie Dryaden und Chaoskrieger friedlich vereint gegen den Schiedsrichter auf dem Feld erleben außer hier bei uns? Die Stimmung ist gut, mein Name ist Paterfelis und das Spiel heißt 


Blood Booooooooooowl!!!


Zu dieser Gelegenheit möchte ich dem Hauptsponsor des Tages danken. Denn Sie wissen ja: Gute, zähe Sportbekleidung kauft man nur von Orkidas.

Auf der rechten Seite ist Mandys Menschenteam angetreten, heute in freundlichen grün-grauen Farben in einem zeitlosen 90er Jahre Retrolook. Als Gegner erleben wir erstmals Svens dunkle Dunkelelfen, deren Trikots noch nicht durchgehend mit Farbe versehen wurden. Wir werden sehen, ob die alte Erfahrung wieder unter Beweis gestellt wird. Denn wie jeder Miniaturenspieler weiß, kämpfen bemalte Püppchen einfach besser.

Und damit stehen alle Zeichen gut für Mandy, welche zum zweiten Mal mit ihrem Team antritt. Nachdem sie da vor einigen Wochen gegen Frl. Hasenclevers blutrünstige Orks eine Niederlage einstecken musste, wird sie heute alles geben, diese Scharte wieder auszuwetzen.

Das Spiel hat bereits begonnen. Nach dem Anstoß der Dunkelelfen kam das Menschenteam sofort in Ballbesitz. Mandy hält den ballführenden Spieler tief in der eigenen Spielfeldseite zurück, will noch nichts riskieren, während die Dunkelelfen sofort beginnen, den Gegner zu attackieren.

Doch was ist das? Ein einsamer Blitzer der Menschen hat sich durchgekämpft und steht fast alleine in der gegnerischen Spielfeldhälfte. Los, Mandy, das ist deine Chance. Wenn sie es schafft, den Ball so zu werfen, daß der namenlose Blitzer ihn in die Hände bekommt, ist das ein sicherer Touchdown.

Die Wurfentfernung wird gemessen. Es sieht schlecht aus, das ist ein Megapass, schon an der Grenze der maximalen Reichweite. Doch jetzt setzt sich der Werfer in Bewegung. Er bricht aus der dunkelelfischen Tacklezone, der rund um jeden Spieler befindlichen Angriffszone, aus, tänzelt großzügig um ein paar Gegner herum und vermindert so die Wurfentfernung. Ja, das könnte was geben.

Und nun der Wurf. Mandy nimmt sich den sechsseitigen Würfel. Sie benötigt eine fünf, um den Ball sicher zum Ziel zu bringen. Oh nein, eine Drei. Ballverlust! Und jetzt? Halb so schlimm, der Spieler hat die Fähigkeit Wurfsicher und darf den Versuch wiederholen. Jetzt gilt es. Jawoll, geschafft. Der lange Pass wurde erfolgreich ausgeführt. Mit einem lockeren Wurfergebnis von Drei fängt der Blitzer, dessen Aufgabe es eigentlich eher ist, den Weg freizuprügeln als den Ball ins Ziel zu bringen, das stachelbewehrte Leder und stürmt vor in Richtung Ziellinie.

Mandy überlegt weiter. Sie könnte den Ball mit zwei zusätzlichen Sprintbewegungen über die Ziellinie bringen, unterliegt dabei aber dem Risiko, ihn durch ein unglückliches Stolpern ihres Spielers wieder zu verlieren. Doch nein, sie geht kein unnötiges Risiko ein. Im nächsten Zug der Dunkelelfen wird keiner der Gegner nah genug an den ballführenden Spieler heranreichen können. Der Ball ist sicher, sie wartet ab.

Was sehe ich hier von meiner Sprechertribüne? Ist das nicht pure Blutgier in ihren Augen? Sie will einen am Boden liegenden Dunkelelfen foulen. Ihre Argumentation lautet: Ich will das Spiel lernen! Blood Bowl ist kein Hallenhalma, das Foulspiel gehört dazu. Es interessiert sie nicht, daß Trainercoach Paterfelis vor dem Spiel verkündet hat, erst mal ohne Fouls zu spielen. Das Publikum rast vor Begeisterung.

Der am Boden liegende Dunkelelf trägt eine 8er-Rüstung. Das bedeutet, daß Mandy ihn nur verletzen kann, wenn sie mit zwei Würfeln mindestens eine Neun würfelt. Doch halt, zwei weitere Dunkelelfen signalisieren, ihren Teamkameraden zu unterstützen. Damit erhöht sich der erforderliche Wurf für Mandy auf mindestens Elf Punkte.

Sollte Mandy jetzt einen Pasch würfeln, würde der Schiedsrichter das Foulspiel bemerken und ihren Spieler vom Platz werfen. Das wäre schlecht für Mandy, denn das Team steht schon jetzt nicht mehr in voller Spielerzahl auf dem Feld.

Es kann also nur eine Elf sein, die zum Erfolg führt. Mandy nimmt die Würfel. Sie wirft die Quader nicht gemeinsam, sondern nacheinander - eine Fünf. Das Publikum hält den Atem an. Der nächste Wurf muß sechs Augen zeigen. Und jaaaaaa, geschafft. Die Rüstung ist durchdrungen. Nun noch den Verletzungswurf. Auch geschafft, der Dunkelelf muß vom Spielfeld getragen werden.

Mandys Zug ist vorbei. Sven schickt einige Dunkelelfen auf den einsamen menschlichen Spieler zu, um ihn unter Druck zu setzen. Die restlichen Spieler greifen mit unterstützten Blocks Mandys Menschenspieler an, um noch das Beste aus Mandys Zeitspiel herauszuholen. Schnell ist Svens Zug vorbei, Mandy nimmt ihren ballführenden Spieler, bewegt ihn über die Ziellinie und



TOUCHDOOOOOOOOOOOOWN!!!



Ich nehme an, Sie können die Begeisterung des Publikums selbst erleben.

Die Teams versammeln sich zu einem neuen Anstoß. Sven hat nur noch wenige Züge, um den Ausgleich herzustellen, doch sein Team spielt jetzt in Unterzahl.

Die Dunkelelfen sind in Ballbesitz und preschen an der rechten Auslaufzone vor, um einen schnellen Durchbruch zu erzielen.

Aber nein, was muß ich da sehen? Der ballführende Spieler steht mit zwei seiner Teamkameraden in einer Linie quer zum Spielfeldrand? Wenn das kein schwerer Fehler ist. Oh, Mandy hat das Gemurmel des Stadionsprechers gehört, der sie auf ihre Möglichkeiten hinweist, da jetzt mal richtig Schaden zu verursachen. Sie blockt den inneren der drei Spieler, wirft den Blockwürfel und ja – der Spieler wird ein Feld weit zurückgedrängt und geht dort zu Boden. Die beiden neben ihm stehenden Spieler müssen die seitliche Bewegung ebenfalls mitmachen, was dazu führt, daß der ballführende Spieler vom Spielfeldrand geschoben wird. Ballverlust für die Dunkelelfen. Das Publikum stürzt sich der Tradition entsprechend auf den unglücklichen Dunkelelfen und verprügelt ihn nach Strich und Faden. Wir werden ihn heute nicht mehr auf dem Spielfeld erleben.

Einwurf. Der Ball landet auf dem Spielfeld. Mandys nächststehender Menschenspieler versucht, ihn aufzunehmen, aber nein, vermasselt. Das ist Pech, der Ball springt weiter. Die Dunkelelfen sind am Zug und gelangen sicher wieder in Ballbesitz.

Es ist der letzte Zug. Atemlose Spannung, der Ausgleich ist möglich. Sven schickt seinen ballführenden Spieler soweit es geht nach vorne zur Ziellinie. Zwei Felder zu wenig. Er muß die zusätzliche Sprintbewegung riskieren oder das Spiel ist vorbei. Die erste Zusatzbewegung gelingt. Nur noch ein Feld, und der Ausgleich ist hergestellt.

Der Dunkelelf wird über die Ziellinie geschoben, aber das ist noch nicht der Touchdown. Sven muß den alles entscheidenden Würfelwurf bewältigen. Gelingt ihm dieser nicht, geht sein Spieler zu Boden und verliert den Ball.

Sven nimmt den Würfel auf. Ihm ist bewusst, daß der erste Wurf den Erfolg bringen muß; ihm stehen keine Wiederholungswürfe mehr zur Verfügung.

Atemlose Spannung auf allen Rängen.

Nur keine Eins.

Alles andere, aber nur keine Eins.

EINS!

Der Fluch des Püppchenschubsers hat wieder zugeschlagen.

Der Spieler stolpert, er verliert den Ball. Sven springt von seinem Stuhl hoch, hält sich die Hände vor das Gesicht. Die Chance auf den Ausgleich in letzter Sekunde ist vertan.

Mandy Menschenteam gewinnt ihr zweites Trainingsspiel mit Eins zu Null gegen Svens Dunkelelfen.


***


Am nächsten Tag wurde Mandys ansonsten morgenmuffeliges Erscheinen am Arbeitsplatz von ihrem Dauergrinsen überlagert, welches noch bis über den Feierabend anhielt.

Und Sven? Er wurde am nächsten Tag von den Kollegen, die auf wundersame Weise von seinem Elend erfahren haben, verdächtig oft mit der Zahl Eins konfrontiert. Schließlich ist er doch unsere einszigartige Nummer Eins.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die LASA-Süd-Südwest-Liga weiterentwickelt.



Donnerstag, 5. November 2015

Immer nur Du kannst nicht - warum eigentlich?

Die meisten von euch werden diese moderne Lebensweisheit kennen:

„Immer nur lächeln und winken!“, optimaler Weise mit dem Nachsatz kombiniert „Du kannst sie nicht alle töten.“

Warum? Und warum eigentlich nicht? Vom vielen Lächeln bekomme ich schon Muskelschmerzen, und das Winken ist auch nicht gut für die Gelenke. Zumindest nicht, wenn man das im Dauermodus machen muß. Ich weiß nicht, wie die Queen das hinbekommt. Außerdem ist es auf mittelfristig unbefriedigend. Die Seele will ja auch mal zu ihrem Recht kommen.

Nicht genug damit, daß ich in Bälde wieder meinen regelmäßigen Vortrag in der Trainerschule halten werde. Nein, kurz vor knapp bekomme ich den Hinweis, daß mir nicht nur aufgrund der dieses Mal etwas seltsamen Terminlage schon etwas Zeit genommen wird, sondern daß es noch einen weiteren Referenten zu einem anderen Thema gibt, der vermutlich auch ganz gerne ein paar Minuten für sich in Anspruch nehmen würde.

Ohne ihn hätte ich ja problemlos alles etwas straffen können, aber jetzt muß ich die komplette Präsentation überarbeiten. Kurzfristig. Sehr. Kurzfristig.

Dann bin ich seit Dienstag designierter stellvertretender Hausverwalter unserer Eigentümergemeinschaft. Ich kann mein Glück kaum fassen. Und gleichzeitig bin ich seit dieser Woche schon jetzt dafür zuständig, die Abrechnung für das Jahr 2014 fertig zu stellen. Kurzfristig. Da muß ich mich erst mal reinarbeiten.

Wie der treue Blogleser sich zu erinnern vermag, ist Frau Knutsen, welche bislang alles geregelt hatte, vor einiger Zeit überraschend verstorben. Seit dem hangeln wir uns hier hausorganisatorisch etwas durch und müssen nun so langsam wieder System in die Sache bringen. Also ran. Aber erst, nachdem ich die Sache mit der Präsentation erledigt habe. Danach wird die Zeit aber auch schon knapp.

Ich habe zwar noch vor dem Termin Urlaub – den Anfang vom Resturlaub aus 2014, nachdem der 2013er endlich verbraten war - aber den werde ich wohl eine Zeit lang im Keller meiner Schwiegereltern verbringen, um da auch mal Ordnung in das Chaos reinzubringen. Als ob es mein Hobby wäre und ich mir nichts Schöneres vorstellen könnte, als irgendwo irgendwas in großem Stil aufzuräumen. Wie eigentlich zu fast jedem Urlaub in den letzten Jahren. Zu dumm, wenn man vor Ort der Einzige ist, der selbst im größten Chaos den leuchtenden Pfad eines Systems sieht und weiß, wie man diesen konsequent ausbaut, ohne dem Wahnsinn zu verfallen. Meine Schwiegereltern und deren Abkömmling sind von dieser Befähigung leider absolut befreit.

Im Büro habe ich einen Antrag in die Finger bekommen, welchen der Kunde gemeinsamen mit einem Berater unseres Service-Teams aufgenommen hat. Besagter Berater, nennen wir ihn mal Herrn U. N. Geheuer, neigte früher schon dazu, auf seiner Meinung nach in der Vergangenheit schiefgelaufene Sachverhalte hinzuweisen, welche den Kunden zu Unrecht benachteiligt hätten. Gut, ist soweit in Ordnung. Wenn etwas dran ist, kann man es meistens schnell bereinigen. Und falls nicht – hat man Mehrarbeit damit, das dem Kunden auch klarzumachen. Was aber meistens noch übersichtlich ist.

Jetzt aber hat er etwas gefunden, was sich vor 20 Jahren zu Unrecht positiv für den Kunden ausgewirkt hat. Und er wies im Antrag darauf hin. Da nützt auch kein Liter Tipp ex mehr, den Vermerk bekommen wir nicht unauffällig entfernt. Wir müssen da ran und prüfen, wie man es bereinigen kann. Da ist in diesem speziellen Fall nichts verjährt; Vater Staat besteht darauf, daß was Recht ist auch Recht bleiben muß. Egal was es kostet und ob es nur um geringe Summen geht. Relativ gesehen jedenfalls. Da gibt es auch kein Ermessen, keine Geringfügigkeit wegen Kleinstbeträgen und auch keine sonstige Möglichkeit des Verzichts unsererseits.

Über den Antrag wäre ohne den Vermerk in 10 Minuten positiv von mir entschieden worden. So aber hat einer unserer Assistenten erhebliche Mehrarbeit, weil er zusätzliche Berechnungen anstellen muß. Ich habe erhebliche Mehrarbeit, weil ich eine Anhörung und später einen manuellen Bescheid schreiben muß. Dr. Strebsinger, die sonst gar nicht mehr daran beteiligt wäre, hängt da jetzt auch mit drin. Und hinterher muß jemand überwachen, daß die Rückforderung auch beglichen wird. Außerdem ist alles für die Statistik gesondert und mit viel Aufwand zu dokumentieren.

Bloß, weil dieser Vollhonk mal nicht weghören konnte, als der Kunde den entscheidenden Hinweis gegeben hat. Niemand hätte was gemerkt. Zumal die Vorakten auch schon vernichtet sind.

Dann kommt Kollege Bäcker zu mir. Ja, dieser Herr Bäcker. Er müsste irgendeinem Gericht eine Auskunft geben und dazu was berechnen. Das MIST springt aber nicht darauf an, weil alle Ausgangswerte für die Berechnung – vollkommen korrekt - auf Null stehen. Nun fragt er mich, ob er nicht noch einen anderen Sachverhalt technisch einpflegen könnte, damit sich da was tut. Nein, verdammte Hacke nochmal! Denn dieser Sachverhalt wird die Ausgangswerte ganz offenkundig ebenfalls nicht ändern. Ein Automotor erhält auch nicht mehr PS, bloß weil das Auto in einer anderen Farbe lackiert wird. Nicht mal einer von VW. Null mal Null bleibt Null. Spätestens seit Adam Riese ist das so. Und wird vermutlich auch so bleiben. Zumindest aber bis zum Ablauf der Antwortfrist des Gerichts; davon ist auszugehen.

Dann hat Herr Harnischfeger wieder zugeschlagen. Gut, er kann nichts dafür. Wirklich nicht. Aber er befindet sich jetzt in einer misslichen Lage, in welcher er vorübergehend seine Arbeitszeit aufgrund erforderlicher vorübergehender Kinderüberwachungsbetreuungsmaßnahmen drastisch reduzieren muß. Und das gerade in der Zeit, in der es auf das Jahresende zugeht und wir ohnehin nicht wissen, wo uns der Kopf steht. Seine Frau hätte ihre vorübergehende Abwesenheit, die als Ursache des Problems anzusehen ist, dem Vernehmen nach durchaus anders lösen können. Wollte sie aber nicht. Daß er mit seinen Beständen jetzt unterzugehen droht, ist vorprogrammiert. Und daß irgendjemand mal so beiläufig wieder ein Auge darauf werfen sollte, daß bei ihm nichts anbrennt, ist auch klar.

Dann wollen wir nicht vergessen, daß ich noch eine Schulungsmaßnahme vorbereiten darf. Ich weiß zwar nicht, wann ich die Vorbereitung hinbekommen soll, kann es aber aus bestimmten Gründen wirklich nur im Büro während der Arbeitszeit erledigen und nicht zu Hause. Doch da fehlt mir neben der Zeit auch die Ruhe. Gut, Frl. Hasenclever hat mir angeboten, während ich mich um die Sachen kümmere, bestimmte Akten von mir zu übernehmen. Was mir aber leider so ziemlich gar nichts nützt, weil ich im Moment ohnehin nicht zu speziell diesen Akten komme. Die Zeitersparnis wäre für mich damit also wiederum nicht vorhanden. Und andere kann sie mir nicht abnehmen. Tja, Pech. Soll es halt mal wieder vor die Wand fahren. Man muß ja dokumentieren, daß es etwas zuviel des Guten ist.

Oh, Moment, da war ja noch was. Dr. Strebsinger hat ja angedeutet, daß bei uns im Fachbereich noch Luft genug wäre, um Akten von anderen Kollegen zu übernehmen. Das beurteilt sie anhand der ohnehin von vorne bis hinten und sogar offiziell gefälschten Statistik. Denn genau wie ihr Vorgänger hat sie keine Ahnung von dem, was wir wirklich alles machen. Hauptsache, es erscheint nicht in der Statistik, damit der Herr Geschäftsführer weiter in Ruhe pennen kann.

Ja ja, ich mach‘ ja schon. Irgendwie. Wie immer ohne noch mehr offizielle Überstunden, weil die Zeitgrenzen mal wieder dermaßen ausgereizt sind, daß ich mir jeden Tag auf die Minute genau ausrechnen muß, wann ich Feierabend zu machen habe, damit es keinen Ärger wegen zu langer Anwesenheitszeiten gibt.

Ausstempeln und weiterarbeiten? Da freut sich die Berufsgenossenschaft, wenn was passiert. Mache ich nicht – mehr.

Verfallen wir also wieder dem Wahnsinn.

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hatte ich so etwas wie ein eigenes Leben.

Ist lange her.

Schön war es ja.

Damals.



Mittwoch, 4. November 2015

Aufmunterung

Nadja schaute durch die offene Tür in die Höhle zum Schicksalsberg, in welcher ich die mir auferlegten dienstlichen Obliegenheiten zu erledigen trachtete.

„Hallo Paterfelis, guck doch mal freundlicher.“

„Dann bring mich zum Lachen.“

„Bin doch kein Clown.“

„Sage mir einfach einen klugen Spruch. Dann habe ich was zum Lachen.“

„HE!“

„Ach, Nadja. Ich lache dich dann doch nicht aus, sondern nur vor Freude.“

Muß man denn alles erst erklären..?



Montag, 2. November 2015

Prüfungen

Und jetzt gaaaaanz langsam wach werden. Alle Sinne wieder aktivieren, schön nacheinander. Ja, so wie es jetzt ist, hat es seine Richtigkeit. Ich liege in meinem Bett, irgendwo hat eine Katze an mich angedockt und draußen ist es noch dunkel.

Hauskater Marty bemerkt, daß ich nicht mehr schlafe. Er baut sich auf mir auf und beginnt zu treteln. Pech für mich, denn er macht dies ziemlich nah am oberen Rand der Bettdecke, unter welcher ich mich befinde. Eine der ausgefahrenen Krallen erwischt nicht eben diese Decke, sondern meinen Oberarm. Wer nach so etwas nicht wach ist, der wird voraussichtlich niemals mehr wach.

Ich bin gerädert. Vor allen Dingen fühle ich mich aber ausgelaugt. Erschöpft. Leer. Platt.

Mich hat mal wieder ein Traum erwischt. Einer, an den ich mich erinnern kann. Ich träumte, eine Prüfungsklausur schreiben zu müssen, wie damals in der Aus- bzw. später in der Fortbildung.

Vier Stunden lang schreiben, bis die Hand abfällt.

Dabei habe ich mir vorgenommen, in der restlichen, mir noch verbleibenden Lebenszeit keine Prüfung mehr ablegen zu wollen. Es gibt da nichts, was mich dazu reizen würde. Kein selbst gestecktes Ziel, welches nur auf diesem Weg zu erreichen wäre.

Natürlich war es im Traum anders als damals in der Realität, aber die meisten Elemente hatten einen gewissen Wiedererkennungswert.

Vor allen Dingen das Gefühl danach.

Ist es eigentlich normal, das geträumte Ausgelaugtsein mit in den Wachzustand zu übernehmen?



Sonntag, 1. November 2015

Horror - direkt bei uns

Wir haben gestern die neue Grillsaison 2015/2106 eröffnet. Darf ich vorstellen: Die original Hellraiser-Halloween-Wurst.




Der Plan war eigentlich anders, aber der Spieß hat nicht so gehalten, wie vorgesehen. Verbraucht wurden - hier nicht komplett sichtbar - auch nur 13 Zahnstocher. Sehr passend zu Halloween.