Mittwoch, 7. Oktober 2015

Reichlich Stärke im Inneren

Bevor ich mich an den überfälligen Abschlussbericht zum Besuch beim Kleinen Chinamann begebe, Gedankenhüpfer das Geheimnis des Ypsilons erkläre und mich über eine freudsche Fehlleistung auslasse, muß ich mich weiter abreagieren.

Meine anhaltend schlechte Laune resultiert nicht alleine einer Vermutung der zweitbesten Ehefrau von allen entsprechend aus der Tatsache, dass der Mond noch ungewöhnlich nahe an der Erde seine Runde dreht, sondern vielmehr aus dem Umstand einer unendlichen Vielfalt sich wieder auftürmender - nennen wir es mit einem gewissen Understatement einfach - Misslichkeiten.

So wie die nachstehende Peinlichkeit.

Neulich mitbekommen:

„Mandy, kannst du mir eben schnell sagen, was ich hier in den drei Akten machen soll?“

„Gerne. Worum geht es denn in den Akten?“

„Weiß ich nicht, ich habe nicht reingesehen.“

„…“

Ja, so ist es. Man könnte sagen, daß es in meinem Umfeld mehrere Menschen gibt, deren Intelligenz der einer rohen Kartoffel entspricht. Was aber eine Beleidigung für jegliche Kartoffel dieser Welt wäre.

Aber so ist es eben: In guten Zeiten werden die brauchbaren Leute gefeuert, weil man derer zuviel hat. Auch im öffentlichen Dienst. In den schlechten Zeiten stellt man dann die besagten Semi-Intelligenzler ein. Sogar mit Festvertrag.

So stimmen wenigstens diese Zahlen. Was dahinter steckt, interessiert eh keine Sau. Köpfe zählen - passt schon.

Liebe Kartoffeln dieser Welt, ich entschuldige mich bei euch für den unfairen Vergleich. Aber euch geht es eben so wie anderen auch: Ihr habt daran keine Schuld, aber ausbaden müsst ihr es trotzdem.

Basta.



Kommentare:

  1. Das erinnert mich an mein früheres Leben als Budget-Tussi, die sich mit Externen rumschlagen mußte, die plötzlich - obwohl vom BR und Personalabteilung extra untersagt - mit im Budget rumfuchteln sollten. Was dabei raus kam, war natürlich Murks, aber die guten Leute mußten gehen und die Heinis, die nix konnten und eigentlich illegaler Weise die Finger drin hatten, die bekamen horrende Summen noch als Gehalt. Für's Versemmeln.

    Manchmal bin ich doch froh, dass ich da raus bin. Ich glaube, ich hätte irgendwann zu morden begonnen,wenn mich die Gesundheit nicht verlassen hätte...

    Starke Nerven wünsche ich Dir!

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  2. Für solche "liebe Kollegen" hat ein Kollege mal den Ausdruck "Fachkraft für Hell und Dunkel" gebracht... Wobei ich mir bei einigen nicht sicher bin, ob sie selbst das hinkriegen!
    Die die eh nix hinkriegen, werden gepampert (denen gibt man immer weniger Arbeit) und wer darf´s dann machen. Genau - der Rest!
    Was durfte ich mir vor Kurzem erst wieder anhören, als Aufgaben neu (zusätzlich!) verteilt wurden: "Och, geben wir den Part doch dir, du machst das schon...". Ah ja, danke fürs Gespräch!

    Wünsche dir ebenfalls starke Nerven und lass die Kettensäge im Schrank ;-)

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  3. Da gibt den Kollegen, der um halb neun kommt und pünktlichst um 16 Uhr den laden fluchtartig verlässt... Freitags dafür auch schon um halb eins. Trotzdem hat er Überstunden. Bei einer Vollzeitstelle. Er ist wahrscheinlich im Besitz einer Zeitmaschine, anders ist das nicht zu erklären. Damit arbeitet er dann doppelt, sonst wäre der Schreibtisch nicht immer so leer. Nee, halt. Das liegt daran, dass der Chef seine Aufgabe übernommen hat. Seine teilen sich jetzt der andere Kollege und ich. Wir kommen uns recht nahe. Schließlich verbringen wir reichlich Zeit miteinander.

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