Donnerstag, 16. Juli 2015

Tropical Feeling

Es geht ums Wetter. Natürlich geht es ums Wetter. Als ob es noch was anderes gäbe. Außer Sternenzerstörer.

Die Wetterfrösche hatten es angesagt, und auch für den nicht akademische ausgebildeten Wetterlaien war es bereits spürbar: Der Tag würde wieder sehr warm werden. Also hatte ich mich in meinen noch von der ersten Wäsche am gestrigen Abend leicht feuchten Neuerwerb geschmissen und nahm den Weg in Richtung LASA, Außenstelle Süd-Südwest, Abschnitt Höhle im Schicksalsberg auf.

Im Bus musste ich mit nicht geringem Erstaunen zur Kenntnis nehmen, daß manche Menschen wieder Jacke trugen. Nicht nur ein einfaches Strickjäckchen, sondern Steppjacken. Dabei hatten meine investigativen Bemühungen zuvor ergeben, daß sich die Außentemperaturen gegen halb sechs Uhr morgens schon knapp unter 20 Grad bewegten. Die 30 Grad-Marke würde heute wieder geknackt werden. Aber der Himmel war nicht ungetrübt, sondern zeigte das eine oder andere Wölkchen. Ein vermutlich sicheres Anzeichen für den drohenden Wintereinbruch.

Als ich die Treppe nach oben zum Erdgeschoss vor mir aufragen sah, lief mir an der Seite schon der erste Schweißtropfen herunter. Buaaahh. Stufe für Stufe stieg ich nach oben, hielt meine Karte gegen den Kartenleser, ließ die Pforte aufschwingen und betrat das Gebäudeinnere.

Die Tür des mir gegenüber befindlichen Aufzugs öffnete sich, als auch schon die Azubinette den Vorraum des Hauses betrat. Na prima, unsereins fährt brav mit Bus und Bahn, während die Jugend ungehemmt das Auto nutzt, um die Wege zu bewältigen. Irgendetwas läuft in meinem Leben ganz gewaltig schief, davon bin ich einfach überzeugt.

Die Azubinette sah mich, grinste wie ein Honigkuchenpferd, deutete auf mein Shirt und begrüßte mich mit den Worten: „ Guten Morgen, Herr Paterfelis. Endlich gibt es von Ihnen auch mal was Positives. Sonst sind sie ja nur am Meckern.“

Mooooment. Ich meckere nie. Ich äußere allenfalls sachdienliche und höchst erwünschte Kritik. Nur um das hier mal direkt zu klären. 

Und selbstverständlich stellt mein Shirt nicht mal im Ansatz den Ausdruck eines Wohlbefindens dar…



Zustand nach Abtrocknen der Schweißflecken


…sondern soll eher den Aufschrei einer gequälten Seele in einem gequälten Körper vermitteln.

Rotzblag.



Kommentare:

  1. Ich bin heute auch mit Jacke los - meine war aber aus Leder und war um die Hüfte trapiert.
    Nachdem ich nun drei Tage in Folge im strömenden Regen nach Hause fuhr (auf dem Rad!) war das reine Sicherheit. Immerhin kam ich gestern nach Hause und unter mir bildete sich nach 5 Sekunden schon eine riesige Pfütze von dem ganzen Wasser. Nicht das ich aus Zucker bin oder so... aber so pitschenass ohne zu schwimmen (oder zu duschen... also so richtig DUSCHEN... NACKT!) bin ich ungern.

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    1. Wasser vom Himmel? Gab es hier zuletzt gestern für vier Minuten während der acht Minuten, die ich vom neuen örtlichen Bahnhof bis zur Heimathöhle latschen musste. Ohne Schirm.

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    2. Moment, jetzt wird mir erst mal bewusst, was du da geschrieben hast. Du duschst nackt?! So richtig nackig? Na, hoffentlich reibst du vorher die Fliesen mit Kernseife ein, damit sich deine sündige Nacktheit nicht überall spiegelt. Abgründe tun sich auf... ;-)

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    3. *lol* Du bist doof! :D
      (Wobei... wie duscht du denn? Im Schneeanzug mit Eskimo-Jacke. Schal übern Gesicht, hochgezogener Kapuze und fetten Boots? ;) )

      Jap...Regen... jeden Tag. Und ja... es fing immer dann an, wenn ich mir gerade aufs Rad geschwungen habe. Und ja... hörte auf, kaum das ich das Rad im Keller hatte.

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    4. Ich bin Warm- ähm -Heißduscher. Da kommen immer so viel Nebelschwaden... :-D

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  2. Schickes Shirt! Hast Du auch eines für Dauerregen und einen passenden Schirm dazu? Ich dusche übrigens auch nackt, sogar manchmal im Garten (hinter einem Paradingsbums- äh einer Bretterwand). Bisher hat sich noch keiner beschwert! ;-)

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