Donnerstag, 28. Mai 2015

Paterfelis geht in die Stadt (Teil 1 - Der Plan)

Was macht man, wenn man mitten in der Nacht plötzlich wach im Bett liegt? Man steht auf und schreibt die Erlebnisse des Vortages als siebenteilige Geschichte auf. Anschießend nimmt man beruhigt den Matratzenhorchdienst wieder auf. Bis viertel nach Elf. Tagesplan ruiniert.

Dieses Mal keine Cliffhanger. Soweit ich mich erinnere. 

Versprochen.


***


„Hast du heute schon etwas vor?“

Mit diesen Worten begrüßte mich die zweitbeste Ehefrau von allen, kaum daß sie am späteren Vormittag zu nicht mehr ganz morgendlicher Stunde das Bett verlassen hatte. Die Spuren, die ich auf dem Wohnzimmertisch schon Stunden zuvor bemerkt hatte, ließen drauf schließen, daß sie die Nacht wieder mit den Arbeiten an einem neuen Auftrittskleid zugebracht hatte. Im Herbst veranstalten Alexandra, die Baronin von und zu Weinstein sowie meine Angetraute und natürlich weitere Teilnehmer ihre neue abendfüllende Bühnenshow. Bis dahin muß es fertig sein. Und man hat ja nebenbei noch anderes zu tun.

Ihr kennt solche Kleider ja. Sie neigen mitunter dazu, über und über mit Glitzerdingern dekoriert zu sein. Und diese Glitzerdinger kommen nicht von alleine auf das Kleid. Das ist Handarbeit. Kann man von fleißigen indischen oder ägyptischen Waisenkinderhänden machen lassen. Oder man macht es selber. Oft gibt es ganze Bilder, die zusammenhängend als größeres Stück aufgetragen werden, viele Glitzerdinger sind aber auch Kleinstteile, bei dem jedes mit einem speziellen Applikationsglitzerdingheißklebegerät – im weitesten Sinne ähnlich einer Heißklebepistole eines Lötkolbens, einzeln angebracht werden muß.

Warum?“ kam ich auf die noch im Raum stehende Fragestellung zurück.

„Das Applikationsglitzerdingheißklebegerät…“ - der Leser möge an dieser Stelle und und auch im weiteren Verlauf der Geschichte gedanklich den Fachbegriff einsetzen, soweit bekannt – „… arbeitet nicht mehr richtig. Das erzeugt kaum noch Wärme. Ich brauche ein neues.“

Das neue Applikationsglitzerdingheißklebegerät, jetzt auch mit Vakuumtechnik, sollte in Neustadt käuflich zu erwerben sein. Meine Angetraute wollte es nicht online beschaffen, sondern in einem richtigen Geschäft und mit richtigen Verkäufern. Die Preise taten sich nicht viel, und der Kundendienst eines Einzelhändlers vor Ort war ihr wichtig. Auf der Herstellerseite hatte sie zuvor nach Vertragspartnern gesucht und war hier auch fündig geworden. Praktischer Weise fand sich einer von jenen Vertragspartnern ganz in der Nähe unserer LASA-Außenstelle, die ich in meinem Urlaub an sich nicht wiederzusehen gedachte - und ich wusste meinte mich auch zu erinnern, daß mein dortiger, von mir ansonsten untervergebener Parkplatz an eben jenem Tag vermutlich frei sein sollte. Also würde ich mitfahren, um meiner Angetrauten und Balduin den Weg zu eben jenem Parkplatz zu öffnen.

Ein Blick zur Uhr ließ mich in einem Anfall von Wahnsinn etwas erkennen.

Wir könnten in der Stadt ja vorher noch frühstücken. In einer viertel Stunde wird das Mittagschinabuffet eröffnet.“

So leichtsinnig, wie ich es daher gesagt hatte, wurde die Idee direkt aufgegriffen. Der Plan stand fest.

Paterfelis würde mal wieder in die reale Welt eintauchen und die große Stadt heimsuchen.


(wird fortgesetzt)



Kommentare:

  1. hehehehehe... der Chinamann..
    liebgewonnene kleine Chinamänner besucht man eben auch gern im Urlaub.

    Aber so ganz ohne Cliffhanger gehts nicht, nä?

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    1. Bis jetzt sehe ich noch keinen ernstzunehmenden Cliffhanger. :-D

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    2. mir reicht das schon...
      Abe rnun kann ich ja weiter lesen ;-)

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