Samstag, 9. Mai 2015

Höchst dramatische Veränderungen

Der aufmerksame Blogleser wird sich daran zu erinnern vermögen, daß im Hause Paterfelis drei große Kratzbäume aufgebaut sind. Es waren derer sogar mal vier, aber die kurze Geschichte des vierten Kratzbaums ist ja schon erzählt. Wie dem auch sei, heutzutage erfreuen sich die verbliebenen Kratzbäume im Schlafzimmer, im Gartenzimmer und im Wohnzimmer einer regen Nutzung.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich bei den Angehörigen der Katzenbande verschiedene Haltungen zu der Fragestellung, wer welchen Kratzbaum zu welcher Zeit und zu welchen Zwecken in Anspruch nehmen darf. Höchst beliebt zeigte sich schon bei der vorherigen Generation der Katzenbande der Kratzbaum im Gartenzimmer. Dieser steht in einer Ecke, welche an beiden Seiten über einen Fensterausblick verfügt.

Nach dem Tod von Miss Daisy und Sally wurden die Rollen hinsichtlich der Kratzbaumnutzung neu verteilt. Hauskater Marty weiß sehr genau, wann er wo zu ruhen oder aus dem Fenster zu glotzen wünscht. Und wenn es denn an der Zeit ist, begibt er sich genau zu eben diesen Orten.

Wie wir nun wissen, hat sich Marty als ausnehmend friedvolles und soziales Katzgetier herausgestellt. Er toleriert es wirklich wunderbar, wenn jemand anderes seinen Platz in Anspruch genommen hat und gesellt sich bekanntlich einfach dazu - zumeist sehr zum Leidwesen von Lilly, die dann zwar beginnt, auf den armen Kater einzuprügeln, was dieser aber mit einer geradezu stoischen Ruhe so lange höchst geflissentlich ignoriert, bis Lilly aufgibt und verschwindet.

Nun ist es ja so, daß mehr oder weniger direkt von Menschenhand geschaffene Dinge dazu neigen, im Laufe der Zeit ihre Funktionalität zu einem gewissen Grad bis hin zur Unbenutzbarkeit einzubüßen. Und das war bei dem im Gartenzimmer aufgestellten Kratzbaum ganz eindeutig der Fall. Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich zeigten schon ein gewisses Maß an Überraschung aufgrund der Tatsache, wie lange er dem Ansturm der Katzenkrallen widerstanden hat. Wir wohnen nun seit sieben Jahren in dieser Wohnung und hatten den Kratzbaum schon in der alten Wohnung über längere Zeit im Einsatz. Aber jetzt war die Zeit gekommen, zu der er ausgewechselt werden musste.

Wer mit Katzen unter einem Dach lebt weiß, daß diese ausgeprägte Gewohnheitstiere sind und jeglichen Veränderungen im heimischen Umfeld höchst kritisch gegenüberstehen. Dies gilt selbstverständlich nicht für Kartons, Matten, Zeitungen und Decken. Diese werden sofort besetzt, sobald sie irgendwo herumliegen. Und bei nachlassendem Interesse sorgt schon eine leichte Ortsveränderung dafür, daß diese direkt mit neu erwachender Begeisterung begutachtet und wieder besetzt werden. Doch wenn von den nachhaltigeren Veränderungen beliebtes Katzenmobiliar betroffen ist… Drama, Baby, Drama.

Der neue Kratzbaum verfügt genau wie der alte über zwei Schlafmulden. Die linke war dabei stets Marty vorbehalten, nachdem es ihm gelang, Lilly entnervt zu veranlassen, künftig nur noch die rechte zu nutzen, an welche er keinerlei Interesse zeigte. Sofern er sich nicht gerade kurz im Wohnzimmer auf der Heizung aufgehalten hat, war Marty tagsüber zumeist in seiner Mulde zu finden und kam erst abends für längere Zeit zu uns.

Allerdings tat sich Marty stets besonders schwer mit Veränderungen. Die Plattformen des neuen Kratzbaums hat er für sich immerhin schon akzeptiert, aber die Mulden sind ihm nicht ganz geheuer. Was dazu führt, daß er nun den Balkon, also das an unserem Monster angebaute Katzennest, nahezu ganztägig nutzt. Sehr zu Lillys Leidwesen, die nun gar keine Gelegenheit mehr sieht, sich hier mal auszubreiten.

Ich bin sicher, hier gibt es eine Fortsetzung.



Kommentare:

  1. Ich sehe es schon - Katzenkrieg - und bin gespannt auf die Fortsetzung ..
    Gruß vonner Grete

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  2. "Ich bin sicher, hier gibt es eine Fortsetzung." - hilft hier sonst die Androhung eines Streiks ... scheint ja jetzt irgendwie so in Mode gekommen zu sein. :D

    LG Schnute

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    1. Was immer da passiert - ich habe es nicht in der Hand, sondern höchstens im Auge.

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