Mittwoch, 13. Mai 2015

Ein richtiger Dessertteller

Nach einem Besuch im Restaurant Zum Kleinen Chinamann bemerke ich immer so ein pelziges Gefühl im Mund. Das kommt zweifelsohne von den Zähnen, welche nach Abarbeitung der diversen Gänge einen gewissen Belag aufweisen. Doch nun habe ich einen Weg gefunden, dem abzuhelfen.

Wer schreit hier „Putz dir die Zähne!“? Das kommt doch erst zu Hause dran. Hier geht es eher um Sofortmaßnahmen.

Nein, die Sache ist ganz simpel. Nach dem ganzen frittierten und sonstigem herzhaften Zeug, gefolgt von verschiedenen, mitunter - da aus der Konserve stammend - in Zuckerwasser eingelegten Obststücken, Eiskugeln und weiterem üblichen Nachtischkram sollte man sich einfach noch einen angemessenen, finalen Dessertteller gönnen. Einen Männerdessertteller. Aber so richtig.

Auf meinem fanden sich fünf kleine (!) Stücke Rindersteak, drei kleine (!) Stücke Känguruhsteak sowie drei kleine (!) Stücke Schweinesteak, alle grob gepfeffert, kurz mit einem Berg von roten Zwiebeln gebraten und in einer BBQ-Sauce – je nach Vorhaben am nächsten Tag mit oder ohne Knoblauch – serviert. Das ist jetzt zwar noch weniger chinesisch als das sonstige europäisierte Chinaessen, erfüllt aber seinen Zweck und bildet einen wahrhaft krönenden Abschluß der Völlerei. Mit reduziertem Zahnpelz.

Daß ich den Rest der köstlichen, unchinesischen BBQ-Knoblauch-Sauce so ganz unpseudoasiatisch mit Pommes aufgetunkt habe, behalte ich wohl besser für mich. Ist echt peinlich.

Danach ist Zeit, sich die ganzen seltsamen Gestalten in Ruhe zu betrachten, die sonst noch so in dem Laden herumlaufen. Ein Milieustudium sozusagen.

Es ist einfach nur schrecklich anzusehen, mit wem man die letzten Stunden unter einem Dach verbracht hat. Da könnte man Bücher drüber schreiben.

Oder eventuell mal bloggen…


Kommentare:

  1. Super, jetzt hab ich Hunger... Und das Griechenbuffet steht erst morgen auf dem Programm... Verdammt...

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    1. Griechenbuffet? Na toll, so etwas möchte ich mal erleben dürfen.

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  2. Es gibt einen wirklich unchinesischen "Steakteller" und dann auch noch mit Kanguruhfleisch ... *staun* ... bei so einem Angebot an fantastischen Desserttellern würde ich auch mal essen gehen wollen ...

    Und ja, Bücher schreiben ... aber blogge hier doch bitte schonmal so zwischen der Fertigstellung der vielen Bücher den einen oder anderen "Appetitanreger". :D

    LG Schnute

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    1. Känguruh ist ja eher so eine typisch mongolische Delikatesse, wie jeder weiß, der sich schon mal an einem Mongolen-Buffet gütlich getan hat. :-D

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  3. Wer braucht chinesisch, wenn es Dessertteller gibt? Ich nicht...
    Mongolische Känguruhs? Sind das nicht eher Beutelratten? Egal, Hauptsache mit Stauraum. Dem Magen wirds schon egal sein.

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    1. Auf den Effekt kommt es an. Nur auf den Effekt.

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