Dienstag, 26. Mai 2015

Druck aus dem Kessel

Es sind Kleinigkeiten, die dafür Sorge tragen, daß der Überdruck zu viel wird. Es ist der Tropfen, welcher das Fass zum Überlaufen bringt. Die Basis dazu wurde mit anderen Dingen gelegt, das ist klar.

Im Büro sieht es weiterhin übel aus. In diesen Tagen bekommen wir eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Auszubildenden, Bachelors, Praktikanten und Nachwuchskräften ins Haus gespült. An sich eine positive Sache. Aber es ist tatsächlich fast niemand mehr da, der sich um die Leute kümmern kann. Es ist ja nicht so, daß die einfach bei dir sitzen und sich beschäftigen. Du mußt dich vielmehr ganz nebenbei mit ihnen beschäftigen, Fördergespräche führen, Unterweisungen geben und nach einiger Zeit qualifizierte Beurteilungen schreiben. Schließlich bereitest du auch noch einen Teil ihrer mündlichen Prüfung vor und bist dabei später Beisitzer. Zu diesem Zweck musst du alles im Auge haben, was sie machen. Das kostet Zeit. Viel Zeit. Zeit, die so nicht in der Arbeitsbemessung vorgesehen ist.

Doch alles willst mußt du neben den Dauervertretungen, überraschenden Zusatzaufgaben und elend langen Besprechungen erledigen, ohne daß die für das Benchmarking – und nur dafür – so wichtigen Statistiken darunter leiden.

Dein Urlaub steht an. Der volle Jahresurlaub aus dem Vorjahr ist noch zu nehmen. Du willst ihn jetzt eigentlich nicht haben, weil der Zeitpunkt gerade ungünstig ist. Aber er ist immer ungünstig. Und noch bist du nicht soweit, Urlaubstage zu verschenken. Überstunden schon, auch wenn du dich jetzt damit zurückhälst. Aus Gründen. Aber keine Urlaubstage. Also musst du den Urlaub nehmen.

Einige Entwicklungen für die Zukunft beginnen sich abzuzeichnen. Neustrukturierungen. Es wird nicht besser werden. Deine bisherige Berufserfahrung, große Teile deines Fachwissens, kannst du dir künftig in den Arsch schieben, dafür aber wieder mit anderen Dingen fast bei Null anfangen. Wenn du keine 20 mehr bist, wird das eine echte Herausforderung.

Du bist schon lange keine 20 mehr. Und auch keine zwei mal 20.

Jeden Morgen, nachdem dein Büro-Rechner seine Dienstbereitschaft signalisiert hat, fällt der erste Blick in die aktuellen Statistiken. In über 30 Arbeitsjahren bist du da drauf programmiert worden. Und auch wenn du weißt, daß diese Zahlen mit der Realität so rein gar nichts mehr zu tun haben, weil sie hochoffiziell durch und durch manipuliert und gefälscht wurden und keine echten Aussagen mehr zulassen, kommst du nicht von ihnen los. Du denkst an den Irrsinn, den du veranstalten musst, um diese gewünschten Manipulationen zu bewerkstelligen. Einem Außenstehenden kannst du das nicht mehr erklären.

Deine Kundschaft gehört zu den Außenstehenden.

Es gibt Vorgaben, welche du zu erreichen hast. Egal wie. Aber alles innerhalb deiner acht Stunden täglichen Arbeitszeit. Mehr ist indiskutabel. Alles wurde genau berechnet, damals, vor 15 Jahren, bei der letzten großen Neuorganisation. Daß die Arbeitsinhalte und –abläufe heute nicht mehr dem entsprechen, was vor 15 Jahren Grundlage der Berechnungen waren, interessiert niemanden.

Der Herr Geschäftsführer findet es nach eigener Aussage spannend zu sehen, wie die einzelnen Bereiche und Außenstellen des Hauses um die Platzierungen kämpfen, nachdem neue Kennzahlen auf den Weg gebracht wurden.


Auf das Aut nonwartetest du vergeblich.

Soviel dazu.

Ein neues Wochenende droht. An sich bist du mal guter Dinge. Die zweitbeste Ehefrau von allen erzählt dir, daß Rajiv sich gerade wieder konkret damit beschäftigt, ein eigenes Studio aufzubauen. In einer unserer Nachbarstädte.

Dies ist der für dich der vollkommen belanglose Punkt. Der Kesseldruck erreicht seinen Grenzwert.

Dieses Studio wird für dich ohne Auto nicht erreichbar sein. Der ÖPNV ist keine realistische Alternative. Du beginnst dich zu fragen, was du eigentlich von der Plackerei und deinem Leben hast. Deine Stimmung wird schlecht.

Du gehst nach unten, kümmerst dich um die Wäsche. Im Kellerregal siehst du die stummen Zeugen dessen, was früher einmal Freizeit war. Die Spielesammlung. Die Tabletop-Miniaturen. Die Regelwerke. Du  wühlst etwas in dem Fundus herum, schaust dir an, was da so herumsteht, denkst an das ganze Herzblut, welches darinnen steckt, erinnerst dich an den Stolz, endlich eine neue vollständig und vor allen Dingen selbst bemalte und dabei sogar den eigenen Ansprüchen gerecht werdende Truppe auf die Platte stellen zu können.

Du gehst zurück nach oben und verbreitest schlechte Laune.

Mach doch einfach mal etwas, woran du Spaß hast!

Dieser Satz lässt dich fast zusammenbrechen.

Wann? Wie? Wo? Und vor allen Dingen: mit wem?

Püppies bemalen und endlich mal wieder spielen würde dir Spaß machen, doch fehlen dir gerade seit ein paar Jahren die organisatorischen Rahmenbedingungen, dieses auch anzugehen. Und du kannst diese Bedingungen auch nicht schaffen.   

Such dir einfach Leute, mit denen du spielen kannst!

Nichts wäre einfacher, als via Internet Kontakte zur Neustädter Szene aufzubauen. Theoretisch. Die Praxis ist eine ganz andere Sache. Du kannst deine Blockaden nicht überwinden. Und selbst wenn, dann würde das die entscheidenden Teile an den besagten Rahmenbedingungen immer noch nicht ändern.

Zur Zeit beginnen zwei zarte Pflänzchen an anderen Stellen zu wachsen, aber selbst wenn das funktionieren sollte, wird sich die praktische Ausgestaltung eher schwierig gestalten. Von den Details wird hier später mal berichtet werden, Andeutungen sind ja schon mal gemacht worden. Dein Optimismus jedenfalls hält sich in engen Grenzen. Trotzdem verfolgst du die Sache weiter. Immerhin.

Du gehst zum Sport, setzt Gewichte und Zeiten rauf, bis du nicht mehr kannst. Du hast dich für den Moment abreagiert.

Und der Blog?

Hier schließt sich der Kreis. Immer, wenn du online gehst, und du meinst wirklich immer, egal zum wievielten Mal am Tag, fällt dein erster Blick auf die interne Blogstatistik. Zahlen halten, verbessern, möglichst an jedem Tag ein Beitrag, bevor die Zahl der durchschnittlichen Seitenaufrufe sinkt. So, wie dies immer in den Ferien und an einer Kette von Feiertagen der Fall ist. Was dich wahnsinnig macht, obwohl du diese Wellen kennst. Die Monatsauswertung muß gerettet werden. Wie im Büro. Es ist an dieser Stelle so dermaßen unsinnig und vor allen Dingen unentspannend. Du weißt es selbst. Du kommst aber nicht dagegen an.

Ließe sich die Statistik-Funktion abschalten, würdest du es tun. Sie ist aber nicht abzuschalten.

Du bist unzufrieden mit der inhaltlichen Entwicklung des Blogs und mit der Qualität der eigenen Texte. Alle anderen machen es besser. Ok, du revidierst diese Meinung. Nicht alle anderen. Aber fast alle. Es steht so viel Material zur Verfügung, du hast neue Ideen, aber du setzt sie nicht so um, wie du es gerne möchtest. Aus welchen Gründen auch immer. Du mußt einfach von deinem Anspruchsdenken weg. In der jüngeren Vergangenheit hast du dich förmlich dazu genötigt, mal nicht jeden Tag einen Beitrag zu veröffentlichen. Und es hat dir nicht wehgetan. Aber dennoch fühlt es sich für dich einfach nicht richtigan.

So viele Texte sind schon wieder gedanklich durchformuliert und müssten nur noch getippt werden. Doch es will einfach nicht. Du  musst in der passenden Stimmung sein, um entsprechende Einträge zu formulieren, ja selbst um sie zu veröffentlichen, falls sie schon bereitstehen. Außerdem ist der Blog auch in deinem Umfeld ohne dein aktives Zutun bekannter als es dir lieb sein kann, denn es schränkt dich in dem ein, was und wie du schreibst.

Aber alles wieder auf Anfang setzen? Komplett neu beginnen? Das Erreichte wegwerfen?

Nein, dazu kannst und willst du dich nicht durchringen.

Und dann wiederum liegst du morgens um drei Uhr irgendwas wach im Bett. Wie immer. Es ist Wochenende. Du grübelst ausnahmsweise nur beiläufig darüber nach, wie die Dinge im Büro in den Griff zu bekommen sind, was alles ansteht, was zwingend erledigt werden muß und was liegen bleiben kann. Der Schwerpunkt deiner Gedanken fällt auf das Wochenende. Du hast vor, einen Kuchen zu backen, Socken zu sortieren, die Hütte mal wieder zu saugen, ein einzelnes Foto zu machen und auch etwas Unkraut zu jäten.

Alles Dinge, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Dinge, die ganz ohne Zweifel nebenbei erledigt werden können. Auch das weißt du.

Und du gehst kaputt daran, weil du keine Ahnung hast, wie du das bewältigen sollst. Weil die Energie einfach fehlt. Du bist ausgelaugt vom ewigen Kampf gegen die Windmühlen.  

Du stehst auf, räumst die Spülmaschine ein und zwingst dich selbst, diesen Eintrag zu schreiben.

Irgendwie geht es dann weiter.

Weil es immer irgendwie weiter ging.




Kommentare:

  1. Ich bin gerade sehr geflasht von diesem Blogpost, weil da so viele Gedanken drin stecken, die mir bekannt vorkommen. Vor allem in Bezug auf dieses Freizeit-Ding. Und wie das, was man eigentlich gerne und als Hobby und zur Entspannung (ge)macht (hat) auf einmal zu einer weiteren Belastung werden kann. Der Stress im Job, die kleinen Manipulationen.

    Ich kann dir deine Angst leider nicht nehmen. Aber den zentralen Satz hast du selbst ja schon geschrieben: es geht immer irgendwie weiter!

    Ich drück dir die Daumen, dass du es schaffst, dich nicht zusätzlich zu allem auch noch selber unter so einen mörderischen Druck zu setzen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Im Moment bekomme ich kaum noch zu Hause die Kurve. Alles geht nur noch so unendlich langsam. Dabei kann ich nicht mal behaupten, unmotiviert zu sein.

      Löschen
  2. Und wenn es dann nicht mehr weiter geht, gehts dann doch weiter - Richtung Klinik mit diversen Gebrechen, die verdrängt wurden. Dann ist erst mal Schicht im Schacht. Weiter gehts es dann doch - auch ohne Dich. Selbst erlebt.

    LG und pass auf Dich auf, Menschen brennen still und langsam aus. Aber gründlich.
    Holger

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eigene und fremde Ansprüche, gepaart mit Rücksichtnahme auf andere, können die Hölle sein. Selbst wenn man sich über verschiedene Dinge durchaus im Klaren ist.

      Löschen
  3. Lieber Paterfelis,
    aus Gründen, die ich jetzt hier gar nicht so nennen mag, möchte ich Dir sagen, dass ich Dich sehr gut verstehe und ich finde es gut, dass Du Dir das von der Seele schreibst. Ich kann das leider nicht, da bei mir Problem-Personen mitlesen.
    Nur so viel, ich bin 46, habe dreimal unverschuldet meine Arbeit verloren (Insolvenz, Rationalisierung und mit anderen zusammen Kollegen rausgemobbt worden) und bekomme keinen Fuß mehr auf den Boden. Habe sogar nochmal einen Einser-Abschluss zur Bürokauffrau gemacht und bekomme nur Absagen, wenn überhaupt geantwortet wird. Ich wünsche mir so sehr einen Job, habe aber Angst, diesem Hauen und Stechen nicht mehr gewachsen zu sein. Ich weiss echt nicht, was sich Vorgesetzte denken, wenn sie ihre Mitarbeiter so behandeln, denn ohne deren Arbeit würde der Laden doch gar nicht laufen.
    Ich habe viel über mich und mein Leben in der letzten Zeit nachgedacht und festgestellt, dass mich alle angefangenen Hobbies mehr belasten als erfreuen, weil sie mir vor Augen halten, was ich alles mal wieder nicht geschafft habe. Seitdem sortiere ich knallhart alles aus, was jahrelange Ballast war (Sozialkaufhaus, ebay etc.) und es tut mir gut. Ich habe nie gelernt "nein" zu sagen und dementsprechend haben zig Leute mir Sachen vererbt, vermacht, aufs Auge gedrückt, die nur rumstanden. Fliegt gerade alles weg :o) Mir fällt das Loslassen nur bei ganz wenigen Dingen schwer, die dürfen nich eine Weile bleiben.
    Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, Dir zu dem vorhandenen Druck nicht noch zuviel eigenen zu machen. Und mal ehrlich, meine Blogstatistik ist so unterirdisch, wenn es danach ginge, hätte ich schon lange aufgehört ;o) Die meisten lesen mehr als dass sie kommentieren. Iss so.
    Manchmal ist das Leben einfach ein Arschloch und dann darf man das auch ruhig so sagen.

    Lieben Gruß + halt' die Ohren steif
    Conny

    Ups, jetzt habe ich doch so viel von mir geschrieben, sorry.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wollte hier erst mal nicht auf die Kommentare einzeln antworten, sondern alles in Ruhe sacken lassen. Aber soviel schon jetzt: Hier darf jeder Kommentator so viel von und über sich schreiben, wie er möchte. Dafür erst mal meinen Dank an dich. :-)

      Löschen
    2. Reduzieren ist durchaus ein Zauberwort, welches mir auf der Seele liegt. Die Umsetzung geht nur langsam voran, aber zumindest habe ich es im Auge. Und nicht umsonst träume ich davon, weit ab von allem auf einer Hallig zu wohnen. Ist wohl nur schwierig umzusetzen. Und Plan B, der renovierte (zumindest das müsste schon sein) Dreiseit-Bauernhof mit mindestens 500 Meter Abstand zum nächsten Zeichen menschlicher Zivilisation, ist auch keine ernsthafte Alternative.

      Löschen
  4. hmmmm..... ich schliess mich mal Conni an: Manchmal ist das Leben ein Arschloch!
    Und auch Holger: Menschen brennen still, aber gründlich aus.

    Wir mussten uns ja vor gar nicht langer Zeit von dem Leben trennen, dass wir so hervorragend vor uns hin geführt haben.
    Mit dieser ewig langen Zeit, des Augen verschliessens. Bis wir einsehen mussten, dass es so nicht mehr geht.
    So traurig wir auch waren, dass wir das alte Leben nicht halten konnten, so befreit leben wir jetzt.
    Ballast abzuwerfen ist immer ein Abschied, aber es läßt einen auch neu auf die Dinge blicken.

    Ich glaube ja, dass die Statistiken nur dazu sind, uns zu quälen.
    Egal, ob im Beruf (den ich tatsächlich vor einigen Jahren nach 22 Jahren einfach so an den Nagel hängte und deshalb funktionierte dann auch alles andere nicht mehr so wirklich und am Ende mussten wir unser Haus verkaufen, aber ich bin jetzt viel glücklicher) oder bei Blogger.
    Wir sind Sklaven. So oder so. Hier wie da. Immer.

    Wirres Zeug, was ich da so hinschreibe.

    Lass Dich nicht unterkriegen!

    AntwortenLöschen
  5. Manchmal bleibt nur das Aussteigen, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, wie das konkret aussehen wird. Ergreif die Flucht, bevor du nichts mehr hast worauf du dich freuen könntest, wenn du die Zeit fändest. Das ist der Tiefpunkt.
    Ich hab dreißig Jahre lang Arbeit getan, die ich mit jeder Faser meines Wesens gehasst habe. Der Kardinalfehler war, auf diese Tatsache nicht früher zu reagieren. Das hat mich in die Psychiatrie gebracht, und heute, fünf Jahre später, krabble ich immer noch auf allen Vieren den Berg wieder hoch. Karma hat unterwegs ein paar Felsen liegen lassen, die mir von Zeit zu Zeit auf die Rübe knallen.... alles eine Folge vom nicht rechtzeitigen Ausstieg. Meditiere. Laufe. Bete. Tu, was immer du brauchst, um klar zu kriegen, was für dich nötig ist. Und sch... mal eine Weile auf deine Arbeit. Denn wirklich niemanden interessiert, wie es dir ergeht, wenn du nicht selbst das Interesse aufbringst.
    Was würdest du deinem besten Freund raten?
    Richtig. Genau das solltest du auch tun.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann werde ich wohl alles so beibehalten und versuchen, mich nur innerlich zu distanzieren. Wenn ich einmal aus der Arbeitswelt raus bin, dann bin ich fürs Leben raus. In meinem Alter und unter den gegebenen Umständen gibt es für mich keinen beruflichen Neubeginn mehr. Und da ich auch privat Verantwortung über mich hinaus übernommen habe, ist das Aussteigen keine realistische Option. Außerdem liebe ich meinen Beruf, was die originären Tätigkeiten angeht.

      Löschen
  6. Oh. Och je.
    Ironischer Weise lese ich diesen Beitrag erst heute. Weil? Weil ich wieder einmal in einem völligen Erschöpfungszustand war (und auch noch zum Teil bin).
    Das mit dem Blog kenne ich: Und der Statistik, oh ja. Der Zaubertrick ist natürlich, sich selbst bzw. die Qualität des Blogs nicht an den Besucherzahlen zu messen: Zahlen sind Nebensache und wenn Deine Beiträge für Dich gut sind, dann sind sie gut und fertig. Verkanntes Genie, man macht halt kein/wenig Marketing, aber die Qualität wird sich schon durchsetzen!
    ... und dann landest Du zufällig auf einem Blog, dass Du einfach nur mit dem Wort "grottenschlecht" beschreiben kannst: Da gibt sich einer mal so gar keine Mühe, kann nicht schreiben, heult nur rum oder schreibt nur langweiliges Zeug, das Dir schon nach dem 5. Satz zum Hals raushängt.
    Und der hat 5 Trillion Follower und 28 "Liebster Blog-Awards"
    Man möchte schreien.
    Oder in meinem Falle die Hausarbeit: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Bei schönstem Wetter stundenlang aufräumen, putzen, waschen. Und wofür? Dass es so aussieht, wie gestern. Und morgen ist wieder Chaos und die Wäschetruhe ist voll. Und dann geht alles von Vorne los. Dann sagen Dir Leute: "Du machst so eine wichtige Arbeit, ziehst Deine Kinder groß".
    Aber davon sieht man ja nichts im Alltag, oder?
    ich glaube, das ist es, was einen bei manchen Arbeiten so fertig macht: Das man kaum oder nie sieht, ein Ergebnis errreicht zu haben! Jeder Erfolg ist nur ein Erfolg für den Moment. Danach geht er wieder unter, wird zur Vergangenheit, ist *schwubs* schon wieder weg.
    Und die tolle Blogstatistik von heute spielt Übermorgen auch keine Rolle mehr. Es sei denn, sie war besser ...
    Wie hieß noch der Grieche, der zur Strafe immer wieder einen Stein den Hang hinaufrollen musste? Sysyphos?
    jaaa, das ist es: Und dann versinkt man im Brüten über die Sinnlosigkeit der eigenen Bemühungen und Anstrengungen.
    Was macht man da?
    Die Augen öffnen. Gucken und suchen. Weil man ja was erreicht und bewegt! Man sieht es nur vielleicht nicht! Weil sich heutzutage kaum mehr einer bedankt. Weil viele nur den Mund aufmachen, wenn sie was zu meckern haben.
    Ich verstehe Dich sehr gut, lieber Paterfelis. Na, zumindest denke ich das! ;-)
    Ich mag Dein Blog sehr und finde Dich absolut sympthatisch. Gerde auch Deine Beiträge über Ängste/Sozialphobie finde ich immer wieder interessant und noch wichtiger: Mut machend!
    Und was die Freizeit angeht: Such Dir Deine Nische. Kleine Oasen der Erholung und Entspannung. Es muss nicht immer viel sein, nicht immer ein ganzer Nachmittag im Hobbykeller oder dies oder das. Leben ist anstrengend; noch meine Eltern kannten so etwas wie "ein Hobby" gar nicht: Da wurde aufgestanden und gearbeitet. Das höchste war es, abends nach den Nachrichten noch einen Film zu gucken. Aber nie in der Woche, das war für`s Wochenende gedacht! Dann ins Bett Alle Freizeitvergnügungen fanden generell am WE oder im Urlaub statt. Und selbst da ging es zu 90% um die Kinder. Ein eigenes Hobby? Das kam erst viiiiiel später. Generationen im Wechsel. Und noch heute ist es meinem Vater unverständlich, wie ich auch mal nachmittags ein Buch lesen kann, obwohl die Wohnung aussieht wie Sau, :-D
    Kleine Augenblicke, lieber Paterfelis! Kleine Momente des Glücks! Die sind, als würde Dich einer anlächeln: *Strahl*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da kann ich nicht mehr viel hinzufügen. Kleine Momente des Glücks? Ein großer Moment des Glücks wäre es, wenn der ganze Kram, den ich gerade aus dem Keller-Keller geholt habe und der nach grober Vorbesichtigung in den Müll kann, schon das strenge Auge meiner Angetrauten passiert hätte sowie natürlich auch schon von den Müllmännern mitgenommen wäre.
      Schlimm, was man alles für einen Ballast mit sich herumträgt. Psychisch und physisch. Da gibt es so viele Dinge, von denen man gar nicht wusste, daß sie noch da sind geschweige denn daß man sie jemals hatte.

      Löschen