Sonntag, 31. Mai 2015

Aktion Keller-Keller 2015

Wir unterbrechen die laufende Erzählung mit einem aktuellen Zwischenbericht.

Die Entrümpelung unseres Keller-Kellers hat ihren Höhepunkt erreicht. Der Raum zeigt sich mit Ausnahme einiger Regale vollkommen geleert. Sogar entfusselt, entstaubt und sonstwie entdreckt wurde er. Ein Operationssaal ist nichts dagegen. Hier würde ich mir glatt und auf der Stelle meinen Appendix rausoperieren lassen.

Die bislang im Keller-Keller eingelagerten Dinge belegten zum Leidwesen der Katzenbande zunächst sämtliche zum Abstellen von Kartons, Plastikboxen und Tüten geeigneten freien Flächen des Gartenzimmers. Da konnten mussten die lieben Kleinen mal wieder zeigen, wie gut, weit und hoch sie springen können, um den Kratzbaum zu erreichen. Außerdem sind sämtliche Veränderungen des Umfeldes ja ohnehin höchst verdächtig. Und wenn der Katzenpapa dann auch noch wie zufällig drei Katzentransportboxen bereitstellt, dann verschwindet man besser. Sie werden nie erfahren, daß ich das nur gemacht habe, weil die Dinger woanders gerade im Weg herumstanden.

Den Nachmittag verbrachten meine Angetraute und ich dann damit, die diversen eingelagerten Behältnisse vorsichtig – man weiß ja nie, was man darin vorfindet - zu öffnen, zu sichten und den vorgefundenen Müll auszusortieren.

Die gesammelten Werkzeuge bedürfen ebenfalls einer Neuverteilung. Jetzt muß die zweitbeste Ehefrau von allen mir erst mal verständlich machen, was das alles für seltsame Sachen sind und welche davon unbedingt gemeinsam gelagert werden sollten. Und ich bin in Erklärungsnot, warum ich einst die von meiner Schwiegermutter dringlich angeforderte Körnermühle unserer Küchenmaschine zusammen mit einer Heißluftpistole in einem Werkzeugkoffer gelagert hatte, auf daß sie niemand mehr finden möge. He, ich dachte, die gehören irgendwie zusammen. Oder zur Bohrmaschine. Wäre ja auch möglich. Denn wie eine Körnermühle, so wie ich sie mir vorstelle, sieht das Ding echt nicht aus. Das muß als Begründung einfach mal reichen. Lebt damit.

Wenn ihr in ein paar Jahren mal von einem Typen hört, der die Frage nach dem Beginn seines weltweiten Schraubenhandelsimperiums damit beantwortet, daß er einst seinen Keller entrümpelt hat, dann bin ich das.

Da ich einige Dinge aus Gründen der Zweckmäßigkeit aus dem Keller in den Keller-Keller und umgekehrt verlagern will, muß ich erst mal sichten, was an Kram sonst noch vorhanden ist und wo er nach einer eventuellen Neuverpackung am ehesten Regalplatz verbrauchen darf. Das geht mir besser von der Hand, wenn ich alleine bin. Also werde ich dies in den nächsten Tagen in aller Ruhe angehen.

Es ist wirklich unglaublich, wie viele Dinge, die man vielleicht nochmal gebrauchen könnte, sich wieder angehäuft hatten. Alleine die gesammelten Holzplattenreste, von denen ich noch nicht mal mehr immer nachvollziehen konnte, wozu die ursprünglich mal gedient haben, reichen für eine Ladung Sperrmüll. Dazu fanden sich die üblichen Farbreste, Elektroschrott und sonstiges inzwischen durch Zeitablauf eindeutig wegwerfenswert gewordenes Gerümpel.

Alles wurde erst mal in Flur und Wohnzimmer zwischengelagert, da es sich von hier aus einfacher in Richtung Auto schleppen lässt als über die Terrasse. Und das muß ja nicht unbedingt am Sonntagabend erledigt werden. Dazu habe ich die Sachen die halbe Treppe nach oben geschleppt und dann der zweitbesten Ehefrau von allen zur Annahme entgegengehalten. Natürlich musste ich mir unbedingt bestätigen lassen, daß dies auch einen sportlich sinnvollen Effekt hat. Sie verglich das alles irgendwie mit einem Crosstrainer.

Ich hasse Crosstrainer. Die sehen mich sonst nur vorbeihuschen.

Bei einem kurzen Gang zum Briefkasten zwecks Abholens des Sonntagswerbeblättchens bemerkte ich an der dort hängenden Pinnwand einen seit ungewisser Zeit angehefteten gelben Zettel. Ein Blick darauf sorgte dafür, daß mich fast der Schlag traf: Der Schornsteinfeger kommt am Montagmorgen. Und benötigt Zugang zu unserer Wohnung.

Ausgerechnet jetzt.

Hier sieht es gerade aus wie in einer Messiewohnhöhle.

Waaaahhh!

Und nun geht es weiter im laufenden Programm.




Kommentare:

  1. muhahahahahaha.. ao ein Schornsteinfeger hat hellseherische Fähigkeiten.
    Monate im Voraus legt er sein Zettelchen in den Briefkasten, wohlwissend, dass die Bewohner ihn auf jeden Fall vergessen werden und ihr Innerstes (ausm Keller/Dachboden, Keller-Keller) herauskramen und er richtig was zu kucken bekommt

    Bei uns wären es - neben den Schrauben - Kabel gewesen.... Warum sammeln Männer sowas?

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    1. Weil man es bestimmt nochmal gebrauchen kann. Das Schlimme ist, daß der Schraubenkarton absolut unsortiert ist. Das wird mal ein langer Winterabend. Oder mehrere.

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