Montag, 13. April 2015

Sorgen über Sorgen

Am Mülltag ist es in unserem Landkreis die Aufgabe der Hausbewohner, die Müllbehälter selbst vor die Tür zu bringen. Das spart dem Landkreis Kosten und der Müllabfuhr Zeit. Vor die Tür bringen bedeutet hier soviel wie, die Tonnen aus ihren Mülleimergaragen zu holen, denn niemand parkt hier die großen Behälter in irgendwelchen Kellerräumen. Im Regelfall teilen sich drei Parteien eine Mülltonne, beim gelben Müll fallen dann auch mal gerne zwei Tonnen an. Sonst gibt es keine losen Tüten, nichts weiter. Alles ist sauber und übersichtlich; hier stehen nur einige Drei- bzw. Sechsparteienhäuser.

Die komplette Nachbarschaft in unserer kleinen Stichstraße wird von einen Hausmeisterservice betreut. Dieser kommt pünktlich am Nachmittag vor dem Abfuhrtermin, holt die zur Leerung vorgesehenen Mülleimer einiger Häuer und stellt diese zentral an einer für den Müllwagen gut erreichbaren und ansonsten auch niemanden störenden Stelle in der Nähe unseres Carports in Reih und Glied auf.  Stramm stehen sie da, ausgerichtet wie die Zinnsoldaten. Je nachdem, was gerade ansteht, auch sortiert nach Inhalt, denn es gibt Tage, an denen zwei unterschiedliche Müllsorten geholt werden. Kurz nach der Leerung sind die Tonnen dann auch wieder nahezu unsichtbar verschwunden.

Nicht jedem Auswärtigen scheint es so zu gefallen. Und schon gar nicht Frau Kleinhüppgenreuthers jüngerer zweitgradigen Großcousine väterlicherseits.

Durch das Fenster mitgehört:

“Was stehen denn da für Mülltonnen? Das sind ja Unmengen! Nein, also wirklich. Das sieht ja furchtbar aus! Warum werden die denn alle an eine Stelle gestellt? Warum nicht so wie früher?
Jeder stellt seine Tonne vor sein Haus. Das ist doch viel hübscher!“

Na gut. Jeder so, wie er mag. Aber wirklich hübsch fände ich das dann auch nicht.




Kommentare:

  1. Mülltonnen mit dem Wort "hübsch" in Verbindung zu bringen, ist ansich schon total abwegig,weshalb davon auszugehen ist, dass Frau Kleinhüppgenreuthers jüngere zweitgradige Großcousine keine Ahnung hat, was sie von sich gibt. Meckern um des Meckern willens nennt man sowas :)

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    1. Das ist jetzt aber nur eine unbewiesene Behauptung. Wir kennen deren Mülltonnen schließlich nicht. Wer weiß?

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  2. Also ehrlich, lieber Patefelis, *seufz*, da fehlt Dir wohl anscheinend der Sinn für`s Ästhetische! Echt, ich würde Dir ja glat noch zutrauen, dass Ihr Euren Biomüll NICHT fabrlich sortiert und dann hübsche Muster damit legt, *kopfschüttel* :-D

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    1. Ertappt. Ich fühle mich auch schon als Abschaum der Menschheit.

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  3. Großcousinchen hat wohl Müllosophie studiert. :-)

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  4. Tja- die Großcousine zweiten Ranges oder so ist vermutlich eine, die auch den Entsorgungsfachleuten in Orange einen Lehrgang in passendem Dekor der entleerten Tonnen angedeihen ließe, wenn man ihr dann ihren Willen zu haben gestattete (beachte die Satzkonstruktion- nur damit da nicht zwei Mal "ließe" steht!) Da kann man als Müllbürger nämlich zinnsoldatig wie nur was die vollen Tonnen an die Straße rollen. Die Jungs auf den Wagen, die schieben die Dinger dann grad mal so vage Richtung Straßenrand und alles andere schert sie einen feuchten Müll. Bei uns zumindest. So bricht sich Anarchie Bahn...

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    1. Bärenstarker Satz! :-) Zum Glück haben wir den Anarchievermeidungsmeister, der die Mülltonnen zügig wieder wegstellt.

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    2. Ich bin bekannt für meine bärenstarken Sätze, und den Unsinn, den man darin verpacken kann. Im Gegensatz zu Bio- wird Wortmüll auch nicht tonnenpflichtig, wenn man den Inhalt entfernt hat. Das ist der Vorteil.

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