Donnerstag, 12. März 2015

Tropfen, Fässer und so

Wir hatten die Mittagspause mal wieder im Restaurant Zum Kleinen Chinamann verbracht. Während unsere uns dorthin begleitenden bezaubernden Kolleginnen meinten, den Rückweg zu Fuß zurücklegen zu wollen, bevorzugten es der Ökoklaus und ich, die Straßenbahn zu benutzen. Es muß ja nicht sein, daß man sich das gute Essen, welches wir gerade erst verinnerlicht und platzoptimiert aufbereitet eingelagert hatten, direkt wieder abtrainiert. Das wäre ja durchaus verfehlt.

An sich waren wir ja sogar zu dritt, denn der Ökoklaus, so wie ich ihn hier im Blog schildere, hat quasi eine gespaltene Persönlichkeit. Dieses Mal waren zwei Teile dieser Persönlichkeit anwesend. Und beide Teile zeichnen sich ebenso wie ich dadurch aus, nicht gerade klein und zierlich gewachsen zu sein, sondern schon eher groß und stattlich daher zu kommen.

Nun mussten wir die letzten Meter von der Haltestelle zum LASA doch tatsächlich per pedes überwinden, was uns auch gelang. Mir drängte sich irgendwie und aus nicht nachvollziehbaren Gründen der Refrain eines alten Seemannsliedes in den Sinn.


Mit letzter Kraft schleppten sich drei beeindruckende Gestalten in Richtung des Aufzuges. Dieses Aufzuges. Mehrfach wurde er zwischenzeitlich repariert, aber ganz eindeutig hatte sich seine Geschwindigkeit im Gegensatz zu früheren Zeiten deutlich verringert. Macht nichts, wir sind im Büro und nicht auf der Flucht.

So rollten traten stolperten wir mit dem letzten Rest der uns verbleibenden Würde in die bereitstehende Kabine. Von draußen stürmte noch Helga auf uns zu. Sie hatte die Pause anderweitig verbracht und wollte mitgenommen werden. Warum auch nicht, Platz ist in der kleinsten Hütte und Helga war eher der zerbrechlich wirkende Typ mit nur dem Nötigsten auf den Rippen.

Die Türen der Kabine schlossen sich. Der Richtungspfeil der Anzeigetafel wies nach oben, aber nichts geschah. Helga, ein wahrer Hänfling unter uns drei Giganten, zückte ihren Dienstausweis und hielt ihn gegen den Kartenleser, um die Sicherheitssperre zu deaktivieren, welche Unbefugte daran hindern sollte, auf unsere Büroetagen zu fahren. Nicht, daß wir das nicht im Vorfeld schon erledigt hätten.

Nun setzte sich der Aufzug in Bewegung. Langsam, wirklich gaaaaanz langsam, noch langsamer als sonst, fuhr die Kabine. Nach unten! Wir schauten uns an. Als zulässiges Maximalgewicht zur Wahrung des ordnungsgemäßen Betriebs des Aufzuges waren 620 kg angegeben. Eine grobe Schätzung seitens eines der beiden Ökokläuse ergab, daß wir drei stattlichen Mannsbilder trotz aktueller chinesischer Innenraum-Zusatzbeladung und leichtester äußerlicher Geradenochso-Winterkleidung keineswegs gemeinsam auch nur die von uns willkürlich gesetzte Grenze von 500 kg überschreiten würden. Das war ja mal so sicher die das berühmte Amen in der Kirche.

Was uns zu dem Schluss gelangen ließ, daß Helga über beachtlich schwere Knochen verfügen musste. Ganz zweifelsfrei.

Der Aufzug war übrigens für die nächsten zwei Tage mal wieder außer Betrieb.

Danke, Helga. Beim nächsten Mal läufst du gefälligst.





Kommentare:

  1. Tja Frauen und Technik

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    1. Oh ohhhh, wenn das die zweitbeste Ehefrau von allen liest...

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  2. Das muss an den Dienstausweisen gelegen haben. Kein Wunder, dass der Aufzug dauernd überfordert ist, wenn jeder Mitarbeiter diesen unnötigen Ballast mitzuführen verpflichtet ist!

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    1. Da unsere Gedanken nicht so schwerwiegender, sondern eher von leichterer Natur waren, ist das eine durchaus bedenkenswerte Theorie.

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  3. Vielleicht waren schwermütige Gedanken der Grund für das Absacken? Soll schon mal vorgekommen sein! ;-)

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    1. Diese Vermutung führt jetzt ja schon wieder zu Problemen: Wende ich mich zur Klärung der Frage an den Hausmeister oder den Betriebsarzt?

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  4. Ihr habt aber nicht den kleinen Chinamann mitgegessen, oder?
    Dann wäret Ihr ohne es zu bemerken zu fünft gewesen.
    Und die Helga kann gar nichts dafür....

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    1. Wir haben mittags leider nicht so viel Zeit, um richtig, aber so wirklich richtig in die Vollen zu gehen. Also haben wir den Gnade walten lassen.

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