Mittwoch, 25. März 2015

Noch eine Saisoneröffnung

Die zweitbeste Ehefrau von allen tummelte sich in einem jener wohlbekannten Großmärkte, zu denen man nur mit Besucherausweis Zugang erhält, den anscheinend aber jeder Hinz und Kunz - aus welchen Gründen auch immer - zu besitzen scheint. Dieses Mal war es das Ansinnen meiner Angetrauten, einen Laserdrucker käuflich zu erwerben, denn wir hatten zwischenzeitlich festgestellt, daß die üblichen Tintenstrahldrucker aus verschiedenen Gründen für Selbständige eher suboptimal geeignet zu sein scheinen. Was selbstverständlich auch für denjenigen gilt, den wir bereits unser Eigen nennen. Wie denn wohl auch anders? Natürlich.

Da ihr Rückweg ohnehin in der Nähe des hier im Blog allseits bekannten kleinen gemütlichen Büros vorbeiführte, sich die Feierabendzeit näherte und der Paterfelis-Mitbewohnerinnen-Wohnungsschlüssel überdies sicher verwahrt an der Innenseite der zu eben dieser Wohnung gehörenden Wohnungstür hing, unterbrach meine Angetraute ihre Fahrt in Neustadt, um meinen Haustürschlüssel und mich dort aufzulesen.

In Balduins Inneren ließ sich schon erahnen, daß mehr als nur der Drucker gekauft wurde. Die Atmosphäre war irgendwie erfüllt von…


Endlich war wieder Saison. Wenn wir denn schon aus Gründen des Schutzes unseres Umfeldes schweren Herzens und viel zu oft auf die Verwendung von Knoblauch verzichten, dann muß wenigstens der Bärlauch herangekarrt werden, wann immer es ihn gibt. Und er würde gleich am Abend zu Pesto verarbeitet werden, was bei konsequenter Umsetzung wieder meinen heiligen, genau aufeinander abgestimmten Wochenspeiseplan in gewisse Bedrängnisse brächte.  

Nachdem wir Balduin im Carport abgestellt hatten, wurde mir auch direkt der riesige Karton in die Hand gedrückt, welcher den neuen Drucker beherbergte, während meine Angetraute sich die Tasche mit dem Bärlauch und einigen anderen Beutestücken nahm.

Auf dem Weg zum Haus begegneten wir den frisch verwitwerten Herrn Knutsen. Er strahlte Normalität aus, beschäftigte sich mit den in seinem Carport unter der Decke hängenden Fahrrädern. Meine Angetraute plauderte mit ihm, während meiner druckerkartonundinhaltbelasteten Arme immer länger wurden, und fragte, ob er auch etwas von unserem Bärlauchpesto haben wolle, da bei uns eine kurzfristige Überproduktion zu erwarten sei. Er lehnte höflich und dankend ab; sein Gesicht sprach Bände. Bärlauch schien nicht auf seiner persönlichen Hitliste schmackhafter Dinge oben angesiedelt zu sein. Macht nichts, dann bleibt eben mehr für uns.

Und jetzt wird es Zeit, die ganzen anderen Bärlauchrezepte wieder auszugraben.

Es muß ja nicht immer Pesto sein.



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