Sonntag, 1. Februar 2015

Es will nicht

Die Nacht war unauffällig. Wie üblich wurde ich früh wach. Katze Lilly drängte sich in voller Länge an meine Seite. Ich blieb ruhig liegen und grübelte vor mich hin. Das Radio ließ ich ausgeschaltet. Meine wohlbekannte innere Unruhe war wieder spürbar. Die Zustände im Büro tragen im Moment auch wieder das Ihrige dazu bei.

Nach zwei Stunden stand ich auf, duschte, begrüßte den danach wie üblich vor dem Badezimmer auf mich wartenden Hauskater Marty. In meinen Bademantel gehüllt sichtete ich die Schmutzwäsche. Da wartete 30 dunkel auf mich. Eine Sporthose und ein Oberteil würden noch dazu passen, damit es langte. Also suchte ich mir aus meinem Fundus entsprechend dunkle Kleidung raus, nahm sie mit ins Wohnzimmer und legte sie über den Sessel. Es war noch viel zu früh, um in Richtung Sporttempel aufzubrechen. Der Gedanke daran… es stand wieder auf der Kippe. Schon jetzt bemerkte ich es. Manche Tage beginnen einfach so. Noch aber war alles möglich.

Ich ging in die Küche, leerte die Spülmaschine, räumte ein paar Kleinigkeiten hin und her. Fertig. Nicht richtig fertig, aber fertig genug. Für den Moment sollte es reichen.

Sieben Uhr. Noch fast zwei Stunden.

Zur Überbrückung der Zeit schaltete ich den Laptop ein, rief eine Datei mit einem Text auf, den ich gestern geschrieben hatte und den ich heute veröffentlichen wollte. Nein, er gefiel mir überhaupt nicht. Ich versuchte, ihn etwas zu überarbeiten, aber es sollte nicht werden. Würde ich ihn mit Interesse lesen wollen? Nein. Langweilig. Nicht unterhaltsam. Es fehlte an allem.

Ich ließ das Video aus meinem Eintrag von gestern laufen. Ich mag dieses Lied. Doch wenn ich mich schlecht fühle, zieht es mich weiter runter. Wie so viel von der Musik aus den Achtzigern. Und von anderen erinnerungsbehafteten Dingen, welche mir heute schon untergekommen sind.

Es wurde Zeit, mich anzuziehen. Die Tasche war gepackt.

Das Gedankenkreisen nahm zu. Im Sporttempel würde es voll sein. So wie letzten Sonntag. So wie immer zum Jahresanfang. Kaum mir vertraute Gesichter. Viele Neulinge. Zu viele. Ich würde es wieder einmal nicht schaffen, da hineinzugehen. Ich wusste es. Keine Chance.

Ich ging ins Schlafzimmer und zog meine Hauskleidung an.

Vorbei. Alea iacta est, wie wir Asterix-Leser zu sagen pflegen.

Jetzt bin ich wieder auf dem Sofa. Smilla und Marty haben sich wie üblich zu dieser Zeit zurückgezogen. Lilly hat sich, wie sie es auch vormittags gerne macht, wenn ich zu Hause auf dem Sofa bin, wieder an mich gepresst. Ich lege meine Hand auf sie, mehr will sie jetzt nicht. Normal. Sie brummt zufrieden vor sich hin und schläft dann ein. Meine Hand bleibt auf ihr liegen; ich schreibe wieder einhändig.

Mal sehen, wie es heute noch wird.

Verdammt.



Kommentare:

  1. Ach, was kommt mir das bekannt vor! Dieser ewige, stetige Kampf, bis auf wenige Ausnahmen jedes Mal auf`s Neue. Sollte man nicht meinen, man gewöhne sich daran? Mit der Zeit oder nach dem 100. Mal?
    Mein volles Mitgefühl, lieber Paterfelis!
    Und: Nicht aufgeben! :-)

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    1. Der Mensch ist eben nicht in jeder Beziehung ein Gewohnheitstier. :-(

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    2. Ja, leider. Und da fragt man sich doch, was verdammt nochmal schief läuft mit einem, wenn sich Menschen doch an die widrigsten Umstände irgendwie anpassen können, die solch vermeindlich simplen Anforderungen bei Weitem in den Schatten stellen.
      Will damit sagen: Einmal körperkontaktfreies Knuddeln aus der Ferne plus einer enormen Hochachtung für`s nicht aufgeben und weiterkämpfen inklusive einem Funken Hoffnung! .-)

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  2. klingt irgendwie total bekannt und vertraut....
    mit anderen Worten, kann ich sagen; Kenne ich....
    Hut ab, Kopf hoch, es wird wieder...und dir ein guter Morgen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!und Schnurrer an die faulen Katzen....

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    1. Danke. Ich gebe es an das faule Pack weiter. :-)

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