Samstag, 28. Februar 2015

Ein Gastbeitrag

Zu Mollys Kommentar vom 25.02.2015 – siehe hier -  fühlte die zweitbeste Ehefrau von allen sich berufen, etwas zu schreiben. Da es als kommentierender Kommentar doch etwas umfangreich wurde, habe ich den Text als Gastbeitrag eingestellt. Um den Fortlauf der Geschichte vom etwas anderen Fokus nicht zu unterbrechen, erfolgte die Veröffentlichung erst heute.


***


*kicher*
Gut erfasst...

Eine Geschichte aus dem Jahr 2012 – oder: Die eine Seite.

Ich hatte in den Sommerferien für meine Trainerin die Leitung des Tanzensembles übernommen, welchem ich selber angehöre, und hatte entsprechend Musikanlage, Klamotten und Zubehör zu transportieren. Weil es meinem Rücken zu der Zeit wirklich nicht besonders gut ging, und auf Trainingshallenseite eine größere Wegstrecke zurückzulegen war, habe ich das alles in einen Einkaufstrolley ("Hackenporsche") gestopft, um es nicht tragen zu müssen.
Dieser Trolley ist einer der "modernen" Teile, die mit Rollen ausgestattet sind, wie sie auch unter Inline-Skates zu finden sind. Also kleine, feste Gummiräder.

Aufgrund der Bauweise ergibt sich so natürlich ein gewisses Abrollgeräusch, welches ich bei meiner Rückkehr (nach 22:00 Uhr) durch langsameres ziehen zu vermindern versuchte. Wirklich laut war es in meinen Ohren nicht und es handelt sich lediglich um etwa 15 Meter zurückzulegende Strecke.

Schon nach der zweiten Trainingseinheit fing mich Frau Kleinhüppgenreuther vor unserem Haus ab und beschwerte sich über die unzumutbaren Transportgeräusche meines Trolleys "zu nachtschlafender Zeit" und war sehr daran interessiert den Grund für meine späte Heimkunft zu erfahren.

Ich erklärte ihr, dass es sich um eine eng begrenzte Zeit handelt, in der diese Geräusche entstehen würden, ich im Moment verletzungsbedingt nicht in der Lage sei den Trolley zu tragen, und dass es sich um meinen Job handelt, der diese Vorgehensweise erfordert. (In meinen Augen geht es sie absolut nichts an, was ich wann warum wo mache, daher die äußerst knapp gehaltene Antwort...)

Nein - also diese Geräusche könne sie so nicht hinnehmen. Es handele sich ja schließlich schon um die Zeit der Nachtruhe. Da müsse ich was dran ändern!

Okay... Da ich bereits mehrfach mit ihr "aneinandergeraten" war indem ich ihr meine Meinung "unverblümt" ins Gesicht gesagt hatte und absolut keine Lust auf weiteren Stress hatte (nachher ruft sie noch das Ordnungsamt an!),  habe ich mich kurzerhand im Internet nach einem Trolley mit Luftbereifung umgesehen, der diese Geräusche dann nicht mehr fabriziert.

Dieser Trolley ist noch heute - damals war noch nicht wirklich absehbar, dass ich mal Trainerin sein werde - mein treuer Begleiter, rollt geräuschlos die paar Meter zwischen Carport und Haustür neben mir her und trägt je nach Kurspensum Musikanlage und bis zu drei Trainingstaschen. Für diesen Weg würde ich ihn eigentlich nicht benötigen, aber die Hallen und Studios in denen ich arbeite weisen überwiegend längere Wege zwischen Parkplatz und Eingang auf, sodass ich heute froh bin ihn mein Eigen nennen zu können. :-)

Die andere Seite:
Herr Kleinhüppgenreuther ist ja bekanntermaßen Jäger und entsprechend mehrmals wöchentlich, manchmal sogar täglich morgens im Wald unterwegs.
Ebenfalls bekanntermaßen ist Frau Kleinhüppgenreuther pedantisch reinlich.

Das sind ja nun aber zwei Dinge, die nicht unter einen Hut zu bekommen sind…
Schuhe, denen Schmutz aus dem Wald anhaftet, gehen ja mal gar nicht!!! Und schon überhaupt nicht in die Wohnung! Wo kommen wir denn da hin!

Also reinigt Herr Kleinhüppgenreuther morgens (je nach Sonnenaufgang mal extrem früh (ca. 5:00 Uhr), mal später) seine Schuhe, bevor er das Haus und die Wohnung betritt.
Zu diesem Zweck hat er einen dieser längeren Eiskratzer,welche zusätzlich über einen Besen verfügen (um Schnee vom Auto fegen zu können), im Einsatz.

Mit diesem Plastikteil klopft, schrubbt und kratzt er jedes Mal pedantisch jedes auch noch so kleine Fitzelchen Erde, Dreck und was weiß ich noch von seinen Schuhen. Teilweise 20 Minuten lang!
Die dabei entstehenden Geräusche wecken selbst mich sturen Tiefschläfer jedes Mal auf. Insbesondere, weil sich meine Schlafzimmerfenster exakt gegenüber der Eingangstür der Kleinhüppgenreuthers befinden.

Nun bin ich wirklich ein friedliebender Mensch, aber ich HASSE es, wenn ich unnötiger Weise geweckt werde! Trotzdem und um des lieben Friedens willen, den vor allem mein liebster Göttergatte benötigt, sage ich dazu ebenso wenig, wie zu den seinem offensichtlich nicht intensiv erzogenen Hundes nachgebrüllten Kommandos, die ebenfalls morgens durch die Straße hallen. Dann allerdings schon zu Zeiten, zu denen er das Haus verlässt!

Wer einmal zwischen halb vier und vier Uhr morgens von einem gebrüllten: „BELLO!!! KOMMST DU HIER HIN!!!“ geweckt wurde, wohnt bestimmt in unserer Nachbarschaft…





Kommentare:

  1. HIhihi!
    -> Vielleicht dann einfach mal aus dem Fenster brüllen: "BELLO! LAUF!" ;-)
    Diese "2 Seiten" erinnern mich an damals, als ich noch in der Urheimat wohnte:
    Wohngegend, strikte 30er-Zone. Nachdem es vermehrt zu Beschwerden seitens der Anwohner über Raser kam, die sich nicht im Geringsten um das Tempolimit störten und so die Sicherheit ihrer Kinder gefährdetet kam, hat die Polizei sich dann mal da hingestellt. Und wer will jetzt raten, welche Menschen in 9 von 10 Fällen zu schnell gefahren sind und angehalten wurden?
    Richtig: Die Anwohner!
    Diese Geschichte amüsiert mich bis Heute.

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    1. Noch besser: Bello: FASS!!!

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    2. Ich unterstütze den Vorschlag, bin mir aber keineswegs sicher, daß der Hund das nötige Verständnis für diese Worte aufbringt.

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  2. Herr K. macht das bestimmt auch nur, damit seine Holde mitkriegt, dass er sich ordentlich die Hufe sauberkratzt. Mannomann. Nachbarn können schon eine Plage sein.

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