Freitag, 27. Februar 2015

Der etwas andere Fokus (Epilog)

Von den Vorbereitungen für die große Feier und der Veranstaltung selber etwas angeschlagen aber dennoch guter Dinge begab sich Frau Knutsen nach der Verabschiedung ihrer Gäste ins Bett. Sie hatte nur den Wunsch, am nächsten Tag mal so richtig auszuschlafen und daher das Gästezimmer für sich in Anspruch genommen, damit der Herr Gemahl, wohl ein Frühaufsteher wie ich auch, sie nicht stört.

Um zehn Uhr ging das Telefon. Herr Knutsen nahm das Gespräch entgegen. Ein Besucher der Feier wollte sich für den schönen Abend bedanken und zu dieser Gelegenheit auch nochmal ein paar Worte mit Frau Knutsen selbst wechseln.

Diese wurde an dem Tag zwar noch nicht gesehen, jedoch vermutete Herr Knutsen, daß seine Frau wegen des Klingelns nun auch wach sei und ging ins Gästezimmer, um das Telefon weiterzureichen. Er fand seine leblose Frau vor, versuchte die Reanimierung, alarmierte den Rettungsdienst.

Als er sie vorgefunden hat, erweckte sie einen friedlich schlafenden Eindruck.

Herr Knutsen fuhr noch am gleichen Tag los, um seine Schwiegermutter zu informieren und sie mit ins Neustädter Ländchen zu nehmen, da sie an ihrem Wohnort ansonsten ganz alleine sei.

Frau Knutsen wurde 63 Jahre alt.

Wir werden sie in guter Erinnerung behalten.


(Ende)



Kommentare:

  1. Zumindest ist sie friedlich eingeschlafen (so liest es sich). Mit der Wendung hätte ich nicht gerechnet.

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    1. Tja, einfach mal dran glauben. Zumindest wäre Siechtum im Krankenhaus schlimmer gewesen.

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  2. Es ist bitter für die Angehörigen, wenn Jemand in diesem Alter bereits abtritt. Friedlich schlafend zu gehen hingegen, ist für den Betreffenden vermutlich die beste Art und Weise, sich von der Welt zu verabschieden.

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    1. Kann man sich eigentlich nur so wünschen.

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  3. Der arme Herr Knutsen! Und doch denke ich beim Lesen, dass es das ist, was ich mir für mich wünschen würde. Einfach friedlich einschlafen... wenn es an der Zeit ist. Und das Idealerweise zuerst...

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