Donnerstag, 1. Januar 2015

So ein hundsverkackter Mistkerl

Der Erfinder des Teigschabers war ein ArschlochKnallbonbon. (Bleiben wir aus Gründen des Anstandes und der Atmosphäre doch einfach mal bei den aktuellen Begrifflichkeiten der Zeit.)

Warum? Das ist doch wohl dermaßen offensichtlich, daß es sich schon fast gar nicht mehr lohnt, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Ich mache es trotzdem, damit dieser unerhörte Skandal nicht in Vergessenheit gerät.

Die zweitbeste Ehefrau von allen hatte sich am Silvesternachmittag in unsere Küche verzogen. Es war ihr Ansinnen, mehrere Neujahrskränze zu backen, um diese sowohl der näheren Nachbarschaft, namentlich den über uns wohnenden Knutsens, sowie natürlich uns selbst  zukommen lassen zu können.

Während ich zur Ableistung gelegentlicher Hilfsdienste in die Küche abkommandiert wurde, musste ich mit zunehmendem Entsetzen feststellen, daß der Inhalt der Teigschüssel mit dem extra zu diesem Zweck erfundenen Schaber entfernt wurde. Bei der Verwendung dieser Erfindung des Teufels bleibt ja kaum ein itzefitzelwinzigkleiner Teigrest übrig, den man später ganz klassisch mittels Löffel- oder unmittelbarem Fingereinsatz von den Schüsselwänden zum Zwecke des Direktverzehrs kratzen könnte.

Da muß man ja förmlich darum betteln, daß etwas Essbares in der Schüssel verblieben möge, falls es einem nicht angeboten werden sollte.  (Mir wurde zwar das entsprechende Angebot unterbreitet, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Hier geht es um Teigschaber und um das Gefühl, mit vertretbarem Aufwand eine Herausforderung – nämlich das Reinigen der Schüssel mittels eines Löffels - bestanden und so wertvolle Lebensmittel vor dem Verderben im Spülwasser gerettet zu haben. Eine Domäne kleiner Jungs, größerer Jungs und der später sich daraus entwickelnden erwachsenen Jungs. Das problemlose, vollständige Herausholen eines gnadenhalber hinterlassenen Restes an Teig bringt nicht das gleiche wohlige Gefühl.)

Dabei weiß doch jeder, daß Rohkost so gesund sein soll.

Der Erfinder des Teigschabers schien darüber aber wohl nicht im Bilde gewesen zu sein.

Dämlicher Knallfrosch, dämlicher.



Kommentare:

  1. skandalöserweise lassen sich mit diesem Teufelswerkzeug auch Nutellagläser nahezu rückstandslos entleeren! Kindsein ist heute nix mehr für Feiglinge!

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    1. Ich fasse es nicht, so weit sind wir schon?

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  2. Ich finde es furchtbar, dass die Werte unserer guten alten Tage so verloren gehen. Den Inhalt der Schüssel gleich nebst Teigschaber einfach zu beseitigen zeugt nicht von viel Respekt der guten alten Zeit gegenüber. Ich wäre auch entsetzt gewesen, Du hast mein volles Mitgefühl :-)

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    1. Vielleicht sollte man die Öffentlichkeit suchen, um etwas gegen die Unsitte der Verwendung von Teigschabern durch Normalverbraucher zu unternehmen. So etwas gehört ausschließlich in die professionelle Handhabung von Bäckern, Konditoren und Metzgern.

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  3. Mein öffentlicher Appell an die zweitbeste Ehefrau von allen: Bitte umgehend nochmals Teig machen ohne Zuhilfenahme von so unnötigen Erfindungen wie Teigschabern!
    Ein fröhliches und gesundes neues Jahr wünsch ich Euch außerdem noch!
    LG H.

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    1. Danke, wir dir auch. Und bitte nicht noch etwas zum Auskratzen. Wir haben gerade unser aktuelles Adventstiramisu verdrückt. Ich fühlte mich danach noch nicht mal mehr in der Lage, mich um diese Schüssel zu kümmern.

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  4. Schweres Los, lieber Paterfelis, ganz schweres Los :-)
    … blieben dann wenigstens die Quirle des Mixers zum vernaschen?

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    1. Ja, blieben sie. Aber irgendwann wird jemand die Idee haben, sie mit einer Lotus-Effekt-Beschichtung zu versehen. Dann ist es auch damit vorbei.

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    2. Sofort zum Patentamt, anmelden und dann in der Schublade verschwinden lassen.
      So einfach ist das! :-)

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    3. Es wäre einer Überlegung wert.

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