Donnerstag, 31. Dezember 2015

Was man eben so macht... (ergänzt)

...an Silvester. Es gibt Menschen, die feiern einfach. Andere hocken vor dem Fernseher. Und wieder andere kämpfen sich damit ab, einen vermaledeiten Säbel ein extrem ausbalanciertes Accessoire immer noch zeitgemäßer, fortgeschrittener orientalischer Tanzkunst auseinanderzunehmen, nur um es später wieder ordentlich zusammenzubauen. Es soll schließlich im Falle eines drohenden technischen Versagens niemand aus dem werten Publikum von einer fliegenden Klinge niedergestreckt werden.

Nach der Show ist vor der Show. Und die nächste findet in ein paar Tagen statt.

Möglicherweise, aber wirklich nur möglicherweise, stellen die zweitbeste Ehefrau von allen und ich mit unserer Silvesterbeschäftigung eine Minderheit dar.

Wir halten es aus.

Die zweitbeste Ehefrau und ich wünschen einen angenehmen Jahreswechsel.





PS: Nein, die Dame auf dem Video ist nicht die zweitbeste Ehefrau von allen. Aber man kennt sich persönlich.

PPS: Und jetzt auch das Video mit Ton.






Mittwoch, 30. Dezember 2015

Ach übrigens...

Hört mal, liebe Leute vom Einzelhandel. Bald ist Ostern, und ihr habt immer noch den Silvesterkram im Verkauf. So geht das nicht! Ich will mein Frühlingsgebäck meinen Schokoladenosterhasen, die Zuckereier und das gebackene Osterlamm haben.

Jetzt!

Und wenn es nur zum Einlagern ist. Die schwiegerelterlichen Schokoladenhasen vom laufenden und vorherigen Jahr liegen hier schließlich noch herum. Und die drohen zu vereinsamen.

Das weihnachtliche Herbstgebäck bekomme ich ja auch schon Ende August.



Dienstag, 29. Dezember 2015

Morgen ist Weihnachten

Wir begeben uns nun zurück in die Vergangenheit. Zurück in jene Zeit, an die wir uns kaum noch zu erinnern vermögen.  Zurück in die Vorweihnachtszeit.

Es ist Mittwoch, der 23. Dezember 2015. Der Ort des Geschehens ist das wohlbekannte  gemütliche Büro, von Eingeweihten auch die Höhle im Schicksalsberg genannt. Die folgende kleine Episode konnte ich leider nicht früher aufschreiben, doch nun sei es nachgeholt.

Helga kommt vorbei, um mit Mandy eine gemeinsame Akte zu besprechen. Die Angelegenheit scheint etwas vertrackt zu sein, so wie ich es mitbekomme. Nach einiger Zeit ist man fertig. Mandy lehnt sich leicht entnervt auf ihrem Bürostuhl zurück, lässt einen Blick auf den Kalender fallen.

„Jippie, morgen ist Weihnachten.“

Natürlich kann ich das so nicht unkommentiert im Raum stehen lassen.

„Ähm, nein. Morgen ist Heilig Abend. Weihnachten beginnt übermorgen.“

„Besserwisser!“

„Was richtig ist, muß richtig bleiben, meine Lieben. Das ist genau so wie mit der Olympiade. Falsch! Wenn ich schon höre, daß die Olympiade soundso da und dort stattfindet, rollen sich mir die Fußnägel einzeln auf.  Das sind die olympischen Spiele. Die Olympiade sind die vier Jahre zwischen den olympischen Spielen.“

„Es ist halt manchmal schwer.“

„NEIN! Es ist schwierig! SCHWIERIG! Dinge sind schwer. Etwas nur mit Anstrengung zu tun ist schwierig.“

Jetzt gucken die beiden mich an wie ein Auto. Oder zwei Autos, um genau zu sein. Tendentiell vom Typ Sachensring Trabant.

„Tja, nich jeda kann eben son gepflegtes Deutsch sprechen wie wia Menschen aussm Kohlenpott.“

Und wieso bitteschön lachen mich jetzt ausgerechnet zwei Sächsinnen aus?



Montag, 28. Dezember 2015

Zielgerade

Wir sind auf der Zielgeraden. Drei Arbeitstage zwischen den Feiertagen. Ich habe mir vorgenommen, mich intensivst mit ein paar Knobelakten zu beschäftigen sowie Schreibtischcontainer und Büroschrank endlich mal auszumisten.

Leider hat sich in den letzten Jahren ein Phänomen ausgebildet. In grauer Vorzeit waren die Telefone an diesen Tagen fast wie tot. Nun aber meint die Nation, nachdem man an den Feiertagen zusammengesessen und die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht hat, unbedingt den freundlichen Onkel aus dem Büro anrufen zu müssen und zu fragen, ob das, was Tante Erna, Onkel Helmut und die Blöd-Zeitung alles verbreitet haben, denn auch so seine Richtigkeit haben kann.

Leute, gönnt uns die Ruhe an diesen drei Tagen. Wir bekommen die Zeit schon sinnvoll rum. Auch, wenn wir Abwesende jetzt mal nicht vertreten müssen. Ehrlich.

Und jetzt mache ich, daß ich weg komme. Lilly und Smilla haben mich im Blick und nehmen Maß. Wenn ich nicht aufpasse, kleben gleich zwei Kuschelkatzen an mir. Muß jetzt nicht sein.

Gehabt euch wohl und lasst die Finger vom Telefon.

Ich mache es auch.



Sonntag, 27. Dezember 2015

Es ist geschafft

So, Weihnachten ist vorbei, selbst das Internet erwacht wieder zu virtuellem Leben.

Ich begrüße alle Überlebenden - und natürlich insbesondere jene, die nach der ekelhaften Völlerei noch nicht wieder in der Lage sind, feste Nahrung zu sich zu nehmen, geschweige denn auch nur daran zu denken.

Keine Sorge, das gibt sich wieder.



Samstag, 26. Dezember 2015

Morgenröte

Es ist ein Uhr. Morgens. Der zweite Weihnachtstag ist angebrochen. Die zweitbeste Ehefrau von allen fährt auf dem Rückweg von unserem – zumindest für mich wie immer wenig tiefenentspannten - Besuch bei meinen Schwiegereltern noch einen Umweg, um mir das Studio zu zeigen, in dem sie ab nächstem Jahr als Trainerin tätig sein wird. Zusätzlich zu den anderen Wirkungsstätten, die sie jetzt schon innehat. Als Trainer kommt man rum. Wie Rajiv einmal seinen Auszubildenden in einer Veranstaltung sagte, auf der wir beide als Referenten zugegen waren:

Fitnesstrainer sind wie Söldner. Sie ziehen von Studio zu Studio, bleiben eine Weile und sind dann wieder unterwegs zum nächsten Studio.

Obwohl eine gewisse Stabilität natürlich auch nicht verkehrt wäre. Beides hat meine Angetraute nun schon erlebt.

Wir sind nun also nächtens auf dem Weg in Richtung dieses brandneuen Studios, welches noch der Eröffnung harrt. Nur mal von außen gucken, mehr nicht. Nach Verlassen der Autobahn fahren wir mit eingeschaltetem Fernlicht weiter über gut ausgebaute Straßen, nur flankiert von großen, unbestellten Feldern. Die Gegend hier ist flach. Sehr flach. Fast wie zu Hause. Also nicht da, wo ich jetzt wohne, sondern in der Heimat am Niederrhein, in der Grenzregion zum Ruhrgebiet. Wir nähern uns einem roten Lichtschein. Eine Ampel steht zwischen den Feldern an einer Kreuzung.

Ich fasse zusammen: Um ein Uhr am fast frühest möglichen Morgen des zweiten Weihnachtstages stehen wir mitten in der Pampa des Neustädter Ländchens einsam und verlassen an einer rot leuchtenden Ampel ohne Kontaktschleifen. Sie spult gnadenlos ihr Programm ab. Zwei Minuten sind nun schon vergangen. Die Kreuzung und die zugehörigen Straßen sind bis weit in die Ferne einzusehen. Nirgendwo ein Licht. Nur wir und die rote Ampel.

Wie bescheuert kann man sein, hier zu warten? Jeder vernunftbegabte Italiener wäre in seinem Heimatland einfach gefahren. Wie andere in anderen Gegenden auch.

Wir nicht.

Denn wir wissen: Der einzige Polizist in Umkreis von fünf Kilometern, der gerade nichts Besseres zu tun hat, wird hier hinter einem der niedrigen Sträucher warten und auf uns lauern. Nur auf uns. Und sobald auch nur eine Achse des Wagens die Haltelinie überrollt hat, wird er zuschlagen. Qualifizierter Rotlichtverstoß.




Nein, kein Risiko. Ich käme einen Monat ohne Führerschein aus, ohne mit der Wimper zu zucken. Die zweitbeste Ehefrau von allen jedoch nicht. Als Söldnerin Fitnesstrainerin ist sie auf den Lappen die kleine Karte zur Legitimierung ihrer Fahrberechtigung angewiesen. Also warten wir als brave Bürger um ein Uhr morgens mitten in der Pampa an dieser roten Ampel.

Irgendwann ist der Durchlauf des Programms beendet. Die Ampel schaltet auf grün. Wir fahren weiter.

Nach wenigen hundert Metern der Fahrt bewegt sich aus einer Seitenstraße kommend ein Polizeiwagen auf die Hauptstraße und uns entgegen. Er war zu weit von der Ampel entfernt, als daß er da auf der Lauer gelegen haben könnte.

In ihm befindet sich bestimmt die Ablösung von dem mutmaßlichen Polizisten hinter dem Busch.

Ich bin mir da sicher.

Sehr sicher.






Freitag, 25. Dezember 2015

Nicht mit uns!



Bockwurst mit Kartoffelsalat?


Fondue?


Raclette?


Nicht mit uns!


Abendessen Heilig Abend 2015



Entrecote!


1.314 Gramm!


Eines medium, das andere englisch.


Kartoffeln.


Blumenkohl und Brokkoli.


Kräuterbutter.


Sauce Hollandaise.


Himalaya-Salz.


Grober Pfeffer.


Yeah!




Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohes Fest 2015





Aufgenommen von der zweitbesten Ehefrau von allen, 
als sie im Rahmen ihrer alljährlichen Teilnahme an dem 
Orientalischen Tanzfestival mal etwas Muße hatte. 



Montag, 21. Dezember 2015

Lohnt es sich?

Die letzten Tage vor Weihnachten. Ich habe mich zu der Meinung durchgerungen, daß es sich nicht lohnenswert scheint, sich über die knallvollen Straßen in der Innenstadt aufzuregen. Über den schon heute Vormittag zusammengebrochenen Verkehr. Über nur deswegen scheinbar überfüllten Parkplätze, weil niemand sich bemüssigt fühlt, auch nur einen Meter weiter zu laufen als nötig und deswegen seinen Wagen auch keinesfalls in der letzten Reihe abstellt. Und auch nicht über das ganztägige Hupkonzert in D-Moll vor dem Büro, welches auch bei fleißigem Üben bis zum Fest mit Sicherheit nicht stimmungsvoller wird.

Ach, was soll's.

Ich rege mich nicht auf.

Seid einfach mal nett zu einander.

Wäre mal ein ganz neue Erfahrung.



Sonntag, 20. Dezember 2015

Düfte

Ich trete auf die Terrasse. Ein Geruch, nein, eher ein Duft empfängt mich. Ziemlich markant, aber keineswegs unangenehm.

Unser Lavendel.

Er blüht.

Jetzt fehlen nur noch die zugehörigen Hummeln.

Übermorgen ist Wintersonnenwende.






Samstag, 19. Dezember 2015

Notfallmaßnahmen

Es ist schon ziemlich doof, wenn der örtliche ÄrWeh-Markt am letzten Samstag vor den Feiertagen, an und nach denen man bekanntlich wochenlang nicht mehr einkaufen kann und folgerichtig am Morgen des Heiligen Abends unbedingt noch höchst verderbliche Frischware wie zum Beispiel Toilettenpapier und Getränkekästen bunkern muß, seine Tür nicht öffnen kann.

Pünktlich um kurz vor Acht stand ich auf der Matte. Die zweitbeste Ehefrau von allen wünschte heute um neun Uhr das Haus zu verlassen und zum Zwecke der Bereicherung der späteren Tagesgestaltung aufgrund des damit verbundenen besonderen Anlasses vier Flaschen eines bestimmten alkoholfreien Sekts mitzunehmen. Dieser Umstand hatte sich erst gestern Abend, als es für entsprechende Beschaffungsmaßnahmen zu spät war, ergeben. Demzufolge musste heute Morgen alles zeitig gewuppt werden.

Und nun stand ich vor der Drehtür und beobachtete zwei vom Marktleiter flankierte Handwerker bei Ihren durchaus handgreiflichen Bemühungen, eben diese Drehtür davon zu überzeugen, daß es in jedem Fall besser für alle Beteiligten inklusive ihrer selbst sei, wenn sie ihren Dienst wieder verrichten würde.

Schließlich definierte man den nächstgelegenen Notausgang kurzerhand zum Noteingang um und ließ mich über diesen Weg hinein. Und ich bin immer wieder begeistert davon, in dem großen Laden zu dieser Uhrzeit fast als einziger Kunde herumzulaufen. Auf jeden Fall findet sich dann mehr Personal vor Ort als Einkaufswillige. Der Rest der ortsansässigen frühaufstehenden Bevölkerung fängt die Samstagsrunde nämlich traditionell bei Feinkost Albrecht, dem Schwarzmarkt und schließlich dem Kolonialwarenhändler an. Die ÄrWeh-Kundschaft hat da einen etwas anderen Rhythmus.

Egal. Ich füllte mein Wägelchen mit vier Flaschen des begehrten Getränkes, stockte um zwei Smoothies sowie ein paar Brötchen auf und konnte mich dann an der Kassenreihe von fünf wartenden Kassierinnen umwerben lassen.

Hach, watt war datt schööön.

Beim Verlassen des Ladens funktionierte die Drehtür übrigens auch schon wieder.

Wie sagt Mandy immer?

Alles boogie!



Freitag, 18. Dezember 2015

Premiere

Zum sich nähernden Jahresausklang versammelten wir uns nochmal in der Mittagspause im Restaurant Zum kleinen Chinamann. Wir, das waren Rebecca, der Ökoklaus, Ludwig, Herr Harnischfeger und ich.

Irgendwie sind auf das Thema Kino gekommen. Es war der Tag der Premiere. DIE Premiere. Na die hier: Klick mich. Wir nannten sie nicht beim Namen, so daß Rebecca nachfragte, um welchen Film es gehe.

„Krieg der Sterne, Rebecca.“

„Ist das das Gleiche wie Star Wars? Ich habe da noch keinen einzigen Film von gesehen.“

„Ja, Rebecca, das ist das Gleiche. Wir nannten das damals so.“

Damals eben.

Ich bin ein Dino. Sage ich ja häufiger. Aber wieso bestätigt man mich in diesem Gefühl immer wieder?

Menno…



Donnerstag, 17. Dezember 2015

Gänsekeule

Aus meiner Kindheit ist mir noch in Erinnerung, daß es damals Menschen gab, die in einer Tageszeitung immer zuerst nach den Traueranzeigen gesehen haben. Damals habe ich das nicht verstanden.  Es war ja alles, was damit zusammenhing, so weit weg von mir.

Heute, Jahrzehnte später, mache ich das auch. Gut, zugegeben, nicht in der Tageszeitung. Da würde ich wohl auch niemanden finden, der mir bekannt ist. Was nicht verwunderlich ist, denn ich kenne hier im Neustädter Ländchen ja auch kaum jemanden.

Und eine Tageszeitung beziehen wir auch nicht.

Aber ich werfe den ersten Blick im Propagandablatt der Geschäftsführung  in der Betriebszeitung immer auf die Seite, auf welcher die Jubilare, Ausgeschiedenen und Verstorbenen notiert sind. Ich bin ja nun so langsam schon länger in dem Alter angekommen, in dem das von Interesse ist. Vielleicht steht mein Name da ja auch schon, ohne das ich die zugehörigen Umstände mitbekommen hätte. Aktuell habe ich wieder den Namen einer früheren Vorgesetzten von mir gelesen, zu der ich seinerzeit auch einen übersichtlichen privaten Kontakt pflegte. Der Name stand nicht bei den Verstorbenen, aber bei den aus dem Dienst Ausgeschiedenen. Frühpensioniert. Sie ist nur wenig älter als ich. Was mich personenbezogen auch nicht übertrieben berührt. Es fällt mir eben schwer, größere emotionale Bindungen zu Menschen aufzubauen. Ich nehme – wie in diesem Fall – den Sachverhalt zur Kenntnis und bewerte ihn. Frühpension. Hätte ich damals nicht gedacht. Nicht bei dieser Kollegin.

In 20 Jahren kann sich viel ändern.

Alljährlich findet zu Beginn der Adventszeit  immer das große Ehemaligentreffen bei Gänsekeule, Rotkohl und Klößen in der LASA-Hauptverwaltung in Bad Husten statt. Ehemalige bedeutet hier Rentner und Pensionäre, keine Gekündigten. Bilder der Veranstaltung finden sich wenig später im Intranet. Mittags habe ich mir diese 159 aktuellen Bilder mal angesehen.  Die Zahl der Gesichter, die ich wiedererkenne, hat natürlich eine deutlich steigende Tendenz. Mittlerweile gibt es kaum noch Aufnahmen, auf denen niemand drauf ist, den ich nicht kenne. Ich bin früher auch viel im Haus herumgekommen; das merkt man jetzt immer wieder.

Die jungen Kollegen von heute können sich das so nicht mehr vorstellen. Sie sind in einer Außenstelle und bleiben da. Vielleicht wechselt man mal die Dienststelle, aber im Normalfall auch nicht mehr als einmal im Arbeitsleben. Und was ist die Personalstärke unserer Außenstelle schon im Vergleich zur Zahl der in der Hauptverwaltung Beschäftigten? Nichts. Ein Fliegenschiss. Wir würden alle auf einer Etage des Hochhauses unterkommen können und hätten noch Platz für mehr.

Wieder sehe ich mir die Gesichter an. Bei manchen bin ich überrascht, sie schon auf dieser Veranstaltung zu sehen. Da muß mir seinerzeit beim Lesen der eine oder andere Name durchgegangen sein.

Die Menschen altern sehr unterschiedlich. Es ist erstaunlich, wenn ich manchmal nur eine Vermutunghabe, daß ich die Person gekannt haben könnte. Weil mich die Augen an was erahnen lassen. Oder Mund, Nase oder andere markante Erkennungszeichen. Und mich erst später an das frühere Gesicht erinnere. Dann sehe ich, mit wem diese Person ständig auf den Bildern zusammen abgelichtet ist, und dann fällt mir ein, wer das ist und wo ich sie oder ihn einsortieren muß. Ohne diese Ableitungen – keine Chance.

An manche Namen kann ich mich nicht erinnern, obwohl wir lange Jahre, teilweise Jahrzehnte zusammen gearbeitet haben. Andere Namen und Gesichter kommen mir spielend zu Bewusstsein, obwohl der Kontakt vor fast 30 Jahren und nur flüchtig war. Vielleicht nur für ein paar Monate, längstens ein halbes Jahr. Auch kenne ich noch die Namen und Gesichter vieler Kolleginnen meiner Mutter aus der Zeit, als ich noch in der Grundschule war.

Unfassbar.

Eine Kollegin, die vereinzelt auch schon als Vorbild für die Figur des Sven herhalten musste, meinte mal, daß sie sich die Namen der jungen Kollegen aus unserer Außenstelle kaum noch  merken würde. Die seien so schnell wieder weg, hätten gekündigt oder sich versetzen lassen, daß es sich nur selten noch lohne.

Ein wenig ist schon daran.

Mich wird man nie auf diesem Ehemaligentreffen finden. Entweder habe ich den Löffel schon abgegeben, bevor ich die Zugangsvoraussetzungen erfülle, oder aber mein Interesse ist gleich Null. Das ist ja wieder eine dieser Panikattacken auslösenden Veranstaltungen. Und ich wüsste auch gar nicht, was ich da soll. Small Talk ist nicht meine Kunst.

Dabei fällt mir ein, daß ich noch nie Gans gegessen habe.

Viele andere tote Tiere schon, darunter auch Hai, Strauß, Steinbock und Känguruh. Vielleicht auch Pferd, Esel und Würmer im Fisch, wobei das dann wohl eher der Fall war, ohne daß es mir bewusst geworden wäre. Aber keine immerhin - relativ - gewöhnliche Gans.

Ich werde es wohl verschmerzen.

Wie alles andere auch.



Mittwoch, 16. Dezember 2015

Wir sind doch keine Weicheier (Teil 2)

„Warum willst du mit der Flasche nach mir werfen?“

Oh Mann, da zappelte er wieder herum.

„Weil du uns gestern das Superzwischenfeiertagsbloodbowlturnier versaut hast, Sven.“

„Wie das?“

„Wer hat denn hier gesagt, daß er lieber Zeit mit seiner Frau verbringt als mit uns?“

„Ist doch egal. Wenn da kein Klo ist…“

„Hallo?! Ich habe die zweitbeste Ehefrau von allen auch gefragt. Die will mitkommen. Und ihr würde es nichts ausmachen.“

 „Außerdem habe ich da ein Klo. Zwei, um genau zu sein. Hinter den Büschen für Mädchen und vor den Büschen für Jungs.“

Soweit die Stimme aus dem Hintergrund.

„Na also."

„Nur die Heizung fehlt noch.“

Sven bekam wieder Oberwasser. „Da, seht ihr?“

„Nix sehen wir. Wozu wird denn wohl der Grill aufgebaut?“

Wir sind eben keine Weicheier. Zumindest die meisten von uns nicht. Aber immerhin wollte Sven mal versuchen, doch noch etwas Zeit von seiner besseren Hälfte loszueisen.

Man darf gespannt sein.


(Ende)




Dienstag, 15. Dezember 2015

Wir sind doch keine Weicheier (Teil 1)

Montag habe ich Sven darüber informiert, daß ich das Aufleben meiner spielerischen Ambitionen in Richtung Warhammer 40K und meinen superatomgetriebenen Zombierobotermutanten doch weiterhin ruhen lassen werde. Es bringt nichts darin zu investieren, so lange nicht gesichert ist, auch potentielle Spielorte zu erreichen.  Und die Fahrerei mit dem ÖPNV ist mir da viel zu lästig - insbesondere vor dem Hintergrund, daß ich mindestens zwei Taschen an Material mitschleppen müsste.

Wir waren uns darin einig, weiterhin nach Feierabend Blood Bowl zu spielen und hatten für die mittelfristige Zukunft Freebooter’s Fate im Visier, ein Piratenspiel. Sven und ich haben unsere Mannschaften zusammen. Man benötigt nur eine übersichtliche Zahl an Miniaturen, die sich dementsprechend auch deutlich besser transportieren lassen.

Herr Harnischfeger als potentieller Dritter im Bunde meldete sich aus dem Hintergrund.

„Ich habe da einen leeren Raum zur Verfügung. Da können wir zwischen den Feiertagen doch mal grillen und dieses Fantasy Football spielen.“

Joah, das hörte sich interessant an.

„Zum Pinkeln müssen wir aber in den Garten, weil wir die Toiletten im neuen alten Haus noch nicht fertig haben.“

„Aha, du lädst also direkt die Mädels aus.“ Der Einwand kam natürlich von unserem Rotschopf. So konnte ich das nicht stehen lassen.

„Sven, die Mädels können auch im Garten machen. Mandy ist eine Harte, und Frl. Hasenclever wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“

„Egal, ich kann nicht. Zwischen den Feiertagen will ich Zeit mit meiner Frau verbringen.“

Pantoffelheld.

Dann eben nicht.



(wird fortgesetzt)



Dienstag, 8. Dezember 2015

Kellerkinder

Im Rahmen der in diesem Urlaub vorgesehenen Entrümpelungsaktion des schwiegerelterlichen Kellers – der kundige Blogleser weiß, daß ich meine Urlaube seit Jahren zumindest mehrere Tage lang damit verbringe, meine natürliche Gabe, irgendwelche Räume auszumisten, sinnvoll einzusetzen – haben es die zweitbeste Ehefrau von allen und ich es geschafft, im Laufe mehrerer Stunden immerhin den Inhalt des größten Raums des Kellergeschosses zur Hälfte zu sichten, grob vorzusortieren und 12 Müllsäcke zu je 120 Litern mit entsprechenden wegwerfenswerten Dingen zu beladen.

Meine Schwiegereltern haben für diese Zeit Kellerverbot bekommen, damit wir überhaupt die Chance hatten, Dinge zu entsorgen. Und die Müllsäcke haben wir auch mitgenommen, damit wir deren Inhalte nicht während der nächsten Runde erneut eintüten müssten. Kann man ja alles noch gebrauchen. Inklusive der original 70er Jahre Kaffeemaschine in braun-knallorangen Design…

Morgen werde ich mich damit vergnügen, diese Säcke auf der Terrasse einen nach dem anderen zu leeren und den Inhalt nach Müllsorten zu sortieren. Das funktionierte heute vor Ort aus organisatorischen Gründen nicht. Die Entsorgung als Restmüll würde ein Vermögen kosten. Also schön brav trennen, wie man das in diesem unserem Lande so zu machen hat.

Und wehe, das Wetter spielt morgen nicht mit, denn sie Säcke hole ich bestimmt nicht rein in die Wohnung.

In dem Raum ist übrigens eine Bar mit Theke aufgebaut, dazu drei Sofas und ein Tisch. Mein Schwiegervater gedenkt, in diesem Raum nächstes Jahr wieder seinen Geburtstag zu feiern. Ich habe ja keine Idee, was er sich so vorstellt, wohin die Kartons mit den unstrittig aufbewahrenswerten Dingen dann verschwunden sein sollen. Wenn es nach meiner Angetrauten und mir geht, werden die alten Möbel aus dem Raum verschwinden und Regale aufgebaut werden.

Ihm das klarzumachen, wird eine sehr harte Nuss werden. Mein Optimismus ist da sehr eingeschränkt.

Aber ohne Regale geht es nicht.

Basta!



Sonntag, 6. Dezember 2015

Wo bleibt der Frost?

Ich warte auf Frost. Keinen Frühreif, keinen Schnee und auch keine vom Himmel fallende Eiskugeln. Ich will Frost! Bodenfrost. Und idealerweise terminlich so gelegen, daß ich am zweiten Tag nach seinem Einsetzen frei habe.  Natürlich hat das einen Sinn. Als ob ich je etwas machen oder wünschen würde, was keinen Sinn hätte. Also echt jetzt.

Aufgrund der Umstände der Jahreszeit wächst das Unkraut weiterhin haben unsere Mispeln natürlich ihre Früchte verloren. Und die liegen jetzt im Garten herum. Durch die Stürme der letzten Wochen ordentlich verteilt. Die Blätter haben sich weitgehend ordentlich an den üblichen Stellen gesammelt, wo sie auch liegen bleiben können und im Frühjahr abgetragen werden. Sollen sich zufällig vorbeikommende Tiere bis dahin gerne daraus ein Winternest bauen, kein Problem. Aber die abgefallenen Früchte würde ich schon gerne irgendwann mal entfernen. In einem Steingarten kann man allerdings nicht übertrieben gut mit einem Rechen arbeiten. Also muß ich die Dinger Stück für Stück von Hand auflesen. Die sind aber matschig und versauen sogar Gartenhandschuhe.

Also brauche ich Frost.

Tiefkühlware lässt sich da leichter aufnehmen.

Außerdem ist dann die Gefahr, während dessen auf Nachbarn zu stoßen, deutlich geringer.



Samstag, 5. Dezember 2015

Lasse es Abend werden

Wenn du nach einer unruhigen Nacht endgültig wach bewusstseinsklarmit der Erkenntnis versehen wirst, nicht mehr schlafen zu können und quasi sofort das Flipper-Titellied im Kopf hast, dann weißt du, daß du für den Rest des Tages verloren hast. Aber total.

Ich mag ja Delphine. Aber ich hasse die Serie. Vor allen Dingen diese kleinen Jungen, der Flippers Freund sein soll. Und eben die ganze Filmmusik. Wer sich nicht daran erinnern kann, hier die Originalversion:





Die deutsch eingesungene Variante ist noch schlimmer.

Und jetzt geht mir das Lied nicht mehr aus dem Kopf.

*stöhn*

Wir wäre es denn mal zu Abwechslung mit Skippy? Als Realverfilmung, nicht die Trickserie. Kennt das überhaupt noch jemand?





Nicht, daß die Serie ein wesentlicher inhaltlicher Unterschied zu Flipper wäre. Da muß ein System hintestehen.

Irgendwie.



Freitag, 4. Dezember 2015

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Frauenhumor

Sven litt. Ja, wie alle fleißigen Mitleser wissen, ist er zum Leiden geboren, aber dieses Mal verdiente er schon ein wenig Bedauern. Sogar von mir. Ernsthaft!

„Meine Freundin nervt.“

Soll vorkommen.

„Die kann sich nur einen einzigen Witz merken, und den erzählt sie mir immer wieder. Dabei ist der noch nicht mal lustig. Ein Frauen-Witz eben.“

Ach was.

„Wir testen das jetzt mal. Wie nennt man einen schlecht gelaunten Käse?“

„???“

„Mozzarella.“

Meine Mimik vereiste. Von der Seite her war allerdings ein Glucksen und Prusten zu hören.

Da wir zu diesem Zeitpunkt in Frl. Hasenclevers KemenateBüro standen, hatte sie zwangsläufig mitgehört. Und fand den Witz – na, eben zum Glucksen und Prusten.

Frauen-Witz halt. Wie bereits erwähnt.

Sofort rief sie ihren Freund an und erzählte den Witz weiter.

„Er fand ihn nicht lustig.“ wurden wir anschließend von Frl. Hasenclever aufgeklärt. „Und sein Kollege auch nicht.“

Kein Wunder, es handelt sich bei ihnen ja auch Männer. Die verstehen keinen Frauenhumor.

„Wissen Sie was, Frl. Hasenclever? Jetzt erzähle ich Ihnen mal einen guten Witz. Einen Nerd-Witz.“

Sie kommt im Moment schon etwas mehr mit Nerds in Kontakt, seit Sven und ich sie einst nach Feierabend in einem der leerstehenden Büroräume zu Blood Bowl angefixt haben und Sven sie schon mal in den örtlichen Comic- und Tabletop-Laden geschleppt hat. Natürlich nur zu Studienzwecken, weil sie wissen wollte, worüber wir andauernd reden. Das ist ungefähr so, als wenn die Jungs der Big Bang-Theory eine Frau mit in den Comicbuchladen schleppen. Um nicht zu sagen, es ist genau so.




Mein Dank geht, um mal wieder zum Thema zu kommen, bereits jetzt an Herrn Müller, von dem ich dieses wirklich gelungene Kleinod vollendeten Humors habe.

„Roter Aufkleber an der Stoßstange eines Wagens. ‚Wenn dieser Sticker blau ist, fahren Sie zu schnell.‘“

Sven grinste bis hinter beide Ohren. Frl. Hasenclever schaute mich verständnislos an.

„Ich sagte doch ‚Nerd-Witz‘.“

Die eher allgemein gehaltene Verständnislosigkeit steigerte sich zu einer tiefgehenden Verständnislosigkeit.

„Hallo? Physik? Doppler-Effekt und so?“

Oh, jetzt tut sie so, als ob sie es verstanden hätte.

Muß sie auch noch üben.

Ach übrigens: Die zweitbeste Ehefrau von allen fand den Mozzarella-Witz auch doof, handwerkelt gerne und spielt viel mit Technik herum. Sie fragte sich, was sie dann wohl sei: Männlein oder Weiblein.

Hmmm, ich habe mal nachgesehen; alles ist so, wie es sein muß.



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Weihnachtsmarkt

Auch die 2015er Saison bringt keine wesentlichen Änderungen.

Vor drei Jahren habe ich mich zu dem Thema schon mal in Erinnerungen ausgelassen. Holen wir den Eintrag doch mal aus der Versenkung. Ich bin der Meinung, daß es gerade passend ist. Immer, wenn ich an diese Zeit denke, werde ich schon etwas sentimental.


Klick mich.


PS: Die Kommentarfunktion in dem alten Eintrag habe ich gesperrt. Wenn jemand etwas zum Thema beisteuern möchte, dann gerne hier unter diesem Eintrag. Sonst geht es den anderen Lesern verloren.


Montag, 30. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 4)

Vor Jahren haben die Kollegen meines Fachbereichs im Rahmen eines Teamentwicklungsprogramms beschlossen, mal regelmäßig etwas gemeinsam in der Freizeit zu veranstalten. Man redete so von ein oder zwei Terminen im Jahr.

Viel geworden ist daraus nicht, aber was mal versucht wurde ist, nachmittags nach Feierabend in den dann ungenutzten Besprechungsräumen in unserer LASA-Außenstelle gemeinsam einen Spielenachmittag zu veranstalten. Und das ist ja durchaus was für mich.

An den ersten Termin kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Zum zweiten Termin einigte man sich darauf, gemeinsam UNO zu spielen. In großer Runde mit mehreren Kartendecks. Nun bin ich auch dem UNO nicht ganz abgeneigt, aber das war jetzt nicht das, was ich mir unter einem Spielenachmittag vorstelle. Das hier ist mehr wie ein gemütliches Beisammensein, während dessen man planlos und ohne nachzudenken irgendwelche Spielkarten abwirft.

Mit den gemütlichen Beisammensein komme ich nicht zurecht, sofern es nichts gibt, mit dem ich mich ausreichend beschäftigen kann. Es kann gutgehen, so daß ich ohne Panikattacke aus der Nummer rauskomme. Es kann aber auch anders ausgehen. Also bevorzuge ich die Variante, in der ich mich auf das Spiel konzentrieren kann.

Ich war in der UNO-Runde gar nicht erst dabei. Meine Vorstellung war es eher, daß wir an mehreren Tischen unterschiedliche, durchaus normale Gesellschaftsspiele mit entsprechend angepasster Spielerzahl spielen und man auch mal hier und da schauen kann, was die anderen machen. Zwanghaft alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht mein Ding. Bei den anderen war es vermutlich auch so, denn es war das letzte Mal, daß man sich zu so einem Nachmittag in einer derart großen Runde getroffen hat.

Später unternahm ich einen Versuch, Blood Bowl zu etablieren. Mir schweben da ja mit Blick auf die Zukunft immer gleich langfristige, gut durchorganisierte Veranstaltungen vor, zumal man dieses Spiel sehr gut in Form einer sich entwickelnden Liga betreiben kann. Allerdings bin ich Realist genug um zu wissen, daß das in dieser Form wohl eine Phantasterei bleiben wird. Interesse weckte ich bei Sven, Frl. Hasenclever sowie einer anderen Kollegin, die heute nicht mehr bei uns beschäftigt ist. Wir trafen uns nur zu zwei Terminen, danach überschatteten betriebliche Probleme, die auch ins Persönliche reinragten, alle derartigen Aktivitäten. Die Höllenjahre 2013 und 2014 begannen. So tat sich einige Zeit lang nichts.

Diese Phase scheint nun überwunden, zumindest aber nicht mehr so ausgeprägt zu sein wie einst. Also habe ich versucht, die Blood Bowl-Runde wiederzubeleben. Frl. Hasenclever, Sven, Mandy und Herr Harnischfeger zeigten sich ausreichend davon angetan, wobei letzterer aus den inzwischen hinreichend thematisierten Gründen noch außen vor blieb.

Also fragte ich Dr. Strebsinger wenige Wochen nach der Übernahme ihrer Funktion als Außenstellenleiterin nach ihrer Erlaubnis, unter der Woche nach Feierabend die Räume entsprechend nutzen zu dürfen. Sie war einverstanden und würde alles unterstützen, was der Teamentwicklung förderlich sei. Gut, ich hatte nicht erwähnt, daß wir nur zu fünft sein würden, aber egal. Es ist ein Anfang.

Allerdings stellte Dr. Strebsinger drei Bedingungen. Die Arbeit dürfe nicht darunter leiden. Niemand darf darüber jammern, wenn er deswegen nicht mit seiner Arbeit klarkäme. Nun ja, ist ja Feierabend. An meiner Arbeitszeit ändert sich dadurch nichts. Auch den zweiten Punkt, nach dem wir die anderen nicht stören dürfen, ist verständlich und in der Umsetzung kein Problem, denn der von uns ausgesuchte Raum befindet sich auf einer Etage, welche um diese Uhrzeit nahezu menschenleer ist. Nur die Stühle in dem Raum sind schrecklich: Schwingstühle! Ich traue den Geräten einfach nicht und kann da nicht entspannt sitzen. Jeden Moment rechne ich mit einem Abknicken der Unterkonstruktion.

Der abschließende Punkt aus Dr. Strebsingers spontanem Forderungskatalog allerdings gab mir zu denken: keine Alkoholexzesse! Ich weiß ja nicht, was Dr. Strebsinger an ihrem bisherigen Einsatzort so alles erlebt hat. Bei uns jedenfalls ist das kein Problem, ja noch nicht mal ein Thema.

Die Bedingungen sind also erfüllbar.

So traf ich also meine letzten Vorbereitungen; die Übungsspiele mit den Neueinsteigern konnten unter sachkundiger Leitung von Sven und mir beginnen. Im Moment stelle ich zwei meiner drei Miniaturenteams Mandy und Frl. Hasenclever zur Verfügung, Sven ist bereits aus früheren Zeiten versorgt. Beide Damen haben bereits signalisiert, sich eigene Modelle anschaffen zu wollen. Und auch an Freebooter’s Fate scheint ihrerseits Interesse zu bestehen. Zumindest dem Erzählen nach. Auch wenn wir das rein organisatorisch keinesfalls in den Büroräumen spielen können. Sollte es aber zumindest mit Blood Bowl doch endlich mal funktionieren? Ich wünsche es mir sehr.

Und schon spinne ich weiter rum. Wir brauchen noch mehr Spieler aus dem Kollegenkreis. Wenn wir genug zusammen haben, könnten wir die Liga starten. Die LASA-Liga. Die Pläne liegen noch aus früheren Zeiten griffbereit in der Schublade auf der Festplatte.  Sechs bis acht Personen insgesamt sollten reichen.

Es ist zwar schwierig, Menschen für solche schon etwas schrägen, eher nerdigen Spiele zu begeistern. Aber wer weiß…

Ja, die Sache mit der Spielerei sollte für die meisten Menschen ein Luxusproblem sein. Zumindest aber trivial. Für mich ist sie ungemein wichtig. Sie bedeutet für mich mehr, als nur Unterhaltung zu haben.

Es hat für mich so etwas wie Teilhabe am Leben außerhalb der eigenen vier Wände.


(Ende)



Sonntag, 29. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 3)

Sven spielt immer noch aktiv Warhammer 40K. Eine passende Miniaturenauswahl habe ich hier noch herumstehen, welche allerdings nach einigen Regeländerungen nicht mehr spieltauglich war und ich in mehr als mir genehmen Umfang Material hätte nachkaufen müssen, um damit wieder etwas anfangen zu können. Hier will der Hersteller Umsatz generieren, was diametral zu meinen Ambitionen in dem Bereich steht. 

Man stelle es sich so vor: Der Entwickler des Schachspiels bringt selbiges auf den Markt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur Bauern und den König als Spielfiguren. Die Bauern aber lassen sich nicht nur gerade nach vorne ziehen, sondern auch seitlich.

Schließlich wird das Spiel weiterentwickelt. Die Bauern dürfen von nun an nur noch nach vorne ziehen und diagonal schlagen. Stattdessen wird mit dem Turm eine neue Figur eingeführt. Um weiterhin bestehen zu können, muß ich mir also die zwei Turm-Modelle anschaffen. In einer neuen Edition kommt für den weißen Spieler der Läufer auf den Markt, anschließend noch der Springer. Allerdings hat man sich entschieden, diese Modelle nicht für den schwarzen Spieler aufzulegen. Damit ist dieser wohl dauerhaft aus dem Rennen. Bis zu einer neuen Edition, in welcher der schwarze Spieler die Dame als neues Modell einsetzen darf.

Entweder man lässt sich darauf ein oder wechselt das System. Nicht alle Hersteller sind so extrem wie hier bei den beiden Warhammer-Varianten. Es gibt inzwischen Alternativen. Und einige davon habe ich hier im Keller eingelagert. Man muß nur Mitspieler finden. Huch, da sind wir ja wieder bei meinem Problem.

Jedenfalls haben die weiteren Entwicklungen des Spiels dafür gesorgt, daß meine superatomgetriebenen Zombierobotermutanten, die Necrons, nach den aktuellen Regeln durchaus wieder konkurrenzfähig einsetzbar geworden sind. Ich müsste mir tatsächlich nur drei neue Modelle zu einem - in Bezug auf diesen Hersteller sogar relativ übersichtlichen Preis - besorgen, um wieder mit meinem vorhandenen Material mithalten zu können. Und natürlich das aktuelle Regelwerk.  
                            
Was mich noch abhält ist der Umstand, daß das neue Regelwerk aus drei nur gemeinsam erhältlichen Bänden besteht, von denen ich zwei nicht benötige, weil diese nur Hintergrundgeschichten und Bemalanleitungen etc. enthalten. Brauche ich nicht; mit dem Hintergrund der Geschichte bin ich vertraut, ebenso mit den Maltechniken. Zudem sind meine zugehörigen Miniaturen bereits komplett und zu meiner Zufriedenheit mit Farbe versehen. Dazu ist es mir dann doch zu teuer. Und gebraucht kommt man noch nicht günstig an den Band mit dem Regelwerk. Es gibt zwar noch die verkleinerte Regelbuchvariante aus einer Grundbox, aber die darin enthaltene Schriftgröße ist nicht mehr für die Augen eines älteren Menschen gedacht. Sven hat es mir mal ausgeliehen – ehrlich, da kommt meine Sehkraft so langsam an ihre Grenzen. Für ein schnelles Nachblättern jedenfalls taugt es nicht.

Außerdem sind immer noch die Logistik und die Spielorte offen. So lange ich da nicht sicher was zu sagen kann, investiere ich nicht in neue Modelle. Hier steht schon zur Genüge inzwischen unbenutztes Zeug herum.

Kommen wir zur letzten Karte im Spiel.


(wird fortgesetzt)



Samstag, 28. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 2)

Wie bereits erwähnt, zeigte sich Herr Harnischfeger auch an den Gesprächen zwischen Sven und mir zum Tabletop-Spiel überaus interessiert. Er hatte wohl auch mal irgendwelche Bilder oder Berichte im Fernsehen gesehen, bei denen historische Schlachten mit entsprechenden Modellen nachgebildet wurden und stellte sich jetzt auch so etwas vor.

Klar, kann man machen, ist in dem Ausmaß seiner Vorstellungskraft aber so rein gar nichts für Anfänger. Sven und ich versuchten, einen gemeinsamen Nenner zu finden, auf dessen Basis wir vielleicht was auf den Weg bringen könnten, ohne daß zumindest Sven und ich wieder richtig investieren müssen. Alle Spiele mit historischem Hintergrund fielen damit schon mal raus, da Sven sich dafür nicht zu begeistern vermochte. Seine alten Warhammer Fantasy-Modelle hat er zwischenzeitlich verkauft; außerdem handelt es sich dabei trotz mittlerweile vorhandener Alternativen anderer Hersteller ebenfalls nicht um ein günstiges Einsteigerspiel. So zogen wir Blood Bowl und Freebooter’s Fate in Betracht. Mit einer Investition in Höhe von 100 Euro kommt man sehr weit. Dies gilt umso mehr, wenn in dem Spielerkreis bereits Leute vertreten sind, die über das erforderliche Beiwerk wie Geländeplatten etc. verfügen und man sich nur noch auf die Miniaturen und das Regelwerk beschränken muß.

Herr Harnischfeger entwickelte dabei die Vorstellung, daß wir drei Männer spielen könnten, während sich unsere Frauen gleichzeitig zu einer Mädchenrunde treffen, da zumindest für seine Frau derartige Spiele wohl eher nichts sind. Tja, vertan sprach der Hahn. Meine Angetraute würde lieber selber mitspielen, sofern sich eine Fraktion fände, die ihr gefiele. So ein Mädchenabend ist aber nichts für sie. Zumindest nicht in dieser Konstellation. Svens bessere Hälfte hat mit Spielen so gar nichts am Hut und wäre für einen Mädchenabend auch nicht unbedingt zu haben. Was aber uns nicht davon abhalten würde, unsere Männerrunde auf den Weg zu bringen.

Und schon mussten wir Herrn Harnischfeger einen weiteren Zahn ziehen. Sven und ich sind uns zwar darin einig, die Spiele auf dem so genannten Bier-und-Bretzel-Niveau auszutragen (heute nennt man das auf Neudeutsch casual spielen), sind aber beide dem von Herrn Harnischfeger direkt ins Gespräch gefassten Kasten Bier eher abgeneigt. Ok, kein Problem, nur Bretzel sind sehr in Ordnung. Auch seine Vorstellung einer abendlichenRunde fand auch keine Gegenliebe bei uns, denn für derartige Spiele muß man eine gewisse geistige Fitness mitbringen. Die sind kein Mensch-ärgere-dich-nicht, sondern erfordern schon etwas mentale Anstrengung. Nach zwei bis vier Stunden spürt man, was man da gemacht hat. Also den Termin vorziehen auf den frühen Nachmittag bis in den Abend rein. Machbar.

Nun stellte sich wieder die organisatorische Frage. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Herrn Harnischfeger fahren ist eine – sagen wir mal – Herausforderung. So ist das eben auf dem Land. Und alleine schon für das ganze Geländematerial wäre es nicht verkehrt, das Auto als Transportmittel zur Verfügung zu haben. Was bei mir ja immer wieder schwierig ist. Sven geht es da auch nicht wesentlich anders.

Bedingt durch den Hauskauf Herrn Harnischfegers hat sich die Weiterverfolgung dieser Pläne aber auch erst mal erledigt. Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufnehmen.

Es ist an der Zeit, weitere Optionen ins Auge zu fassen.


(wird fortgesetzt)



Freitag, 27. November 2015

Paterfelis spielt - vielleicht mal wieder (Teil 1)

Der geneigte Leser vermag sich daran zu erinnern, daß ich ein leidenschaftliches Spielkind bin. Und daß meine diesbezüglichen Aktivitäten seit einigen Jahren nahezu gänzlich auf Null zurückgefahren wurden. Es ist nicht so, daß es keine Versuche gab, diesen Zustand wieder zu ändern. Also ziehen wir mal eine Zwischenbilanz und schlüsseln Andeutungen auf, die ich vor nicht allzu langer Zeit hier mal gemacht habe.

Beginnen wir mit Herrn Harnischfeger. Er kam vor nicht ganz zwei Jahren zu uns und gewann bei mir in dieser Zeit durch seine zupackende und offene Art. Wir verbrachten viel Bürozeit miteinander, da ich ihn in verschiedene Themen einarbeiten musste, mit denen er in seinem früheren Leben bei dem LASA eines anderen Bundeslandes nichts zu tun hatte. Praktischer Weise wurde er in einem Raum ganz in der Nähe der Höhle im Schicksalsberg untergebracht – auf Ruf- und Hörweite sozusagen. Zumindest, wenn die Türen offen stehen.

Da Sven und ich zumindest was das Tabletop-Spiel angeht fast auf einer Wellenlänge liegen und dahingehend auch eine gemeinsame Vergangenheit haben, gibt es da natürlich immer wieder mal einen informellen Austausch zwischen uns, den Herr Harnischfeger mitbekommt. Wie er berichtete, waren er und seine Frau auch lange in einer Spielrunde vertreten, allerdings eher die üblichen Gesellschaftsspiele, welche aber nach einem Umzug nicht aufrecht erhalten blieb. So spielt er heute mit Frau und Kinder zwar noch regelmäßig Die Siedler von Catan, aber das war es doch auch.

Es kam, wie es kommen musste. Zunächst zeigte Herr Harnischfeger Interesse an dem Spiel mit den Miniaturen, war aber hellauf entsetzt darüber, daß man diese auch noch selbst bemalen müsse. Na ja, man muß nicht. Es ist durchaus möglich, mit unbemalten Miniaturen zu spielen, nur sieht es eben nicht ganz so schön aus. Dies dürfte auch eher der Normalfall sein.

Entscheidend war aber mehr seine Frage, ob die zweitbeste Ehefrau von allen und ich nicht Interesse hätten, mal einen Spieletag ins Leben zu rufen. Auf Ebene der normalen Gesellschaftsspiele. Nun könnte man meinen, daß ich mit Begeisterung eingewilligt hätte. Dem ist aber nicht so, weil sich sofort meine Gedankenmaschinerie in Bewegung setzte.

Der Ort des Geschehens kann aus aktueller Sicht nicht unsere Wohnhöhle sein. Gut, hier stehen wir vor einem lösbaren Problem, denn Familie Harnischfeger besteht neben dem bislang bekannten Protagonisten und seiner Frau auch noch aus zwei Kindern, welche sich in einem Alter befinden, in dem sie der Aufsicht benötigen. Die Veranstaltung würde also nicht bei uns stattfinden. Ein Problem weniger.

Wer allerdings um meiner Begeisterung von Kindern weiß, der mag erahnen, daß ich diesen Aspekt auch nicht so ganz verdrängen kann. Doch da mag man es auf einen Versuch ankommen lassen.

Schwerwiegender ist das Gedankenkreisen und das weiterführende Was-wäre-wenn. Ja, was wäre, wenn es nicht funktioniert? Wenn die Veranstaltung nicht harmonisch verläuft? Im Büro müssen wir ja weiterhin relativ eng zusammenarbeiten. Das sind die Überlegungen, die mir schlaflose Nächte bereitet haben.

Aber von nichts kommt nichts, also ließ ich mich darauf ein. Angedacht war gemütliches Grillen im Harnischfegerschen Garten, während dessen man auch ein Spielchen wagen könne. Dahingehend habe ich entsprechende Erfahrungswerte, es kann durchaus funktionieren. Und auch eine kühlere Wetterlage sollte uns nicht davon abhalten, zumal sowohl die Harnischfegers als auch wir Gelegenheits-Wintergriller sind.

Die Terminfindung war die nächste Herausforderung, denn es sollte ein Samstag sein. Nun ist es ja bekanntlich so, daß die zweitbeste Ehefrau von allen samstags beruflich beschäftigt ist, und auch Frau Harnischfeger als Pflegekraft durchaus regelmäßig und zu unterschiedlichsten Zeiten im Wochenenddienst steht. Dennoch fanden wir einen Samstag, an dem wir es versuchen würden. Allerdings behielt ich mir den Joker vor, kurzfristig absagen zu dürfen. Denn an dem Termin unserer Wahl waren in der Trainerschule Prüfungen angesetzt, an welchen meine Angetraute zwar nicht als Prüfling, aber teilweise als Prüferin teilnehmen sollte. Dies bedeutet auch aktive Teilnahme an den von den Prüflingen vorbereiteten Kursprogrammen sowie das Abhalten einer mündlichen Prüfung und die Auswertung von schriftlichen Prüfungsarbeiten. Das Ende des Prüfungstages würde sich nach der Teilnehmerzahl richten, welche erst kurz vorher feststehen sollte.

Zwischen dem Zeitpunkt der Terminvereinbarung und dem geplanten Tag der Veranstaltung blieb meine permanente Unruhe bestehen. Außerdem erfuhr ich mehr über das Familienleben der Harnischfegers, hier vor allen Dingen über die Frau des Hauses. Was ich da so mitbekam war nicht dazu angetan, meine Unruhe zu beseitigen. Ganz im Gegenteil. Mir schien Frau Harnischfeger nicht der Typ Mensch zu sein, mit dem meine Angetraute und ich eine engere Verbundenheit herstellen könnten. Aber gut, man kann sich ja auch täuschen.

Schlußendlich aber mußte ich den Joker ziehen und absagen. Die soziophobisch bedingte Unruhe überschritt die Grenze, bis zu der sie noch beherrschbar gewesen wäre. Dazu kam, daß meine Angetraute wie befürchtet voraussichtlich nicht übertrieben früh von dem Prüfungstag zurückkehren würde und danach einfach nur noch platt wäre. Insgesamt passte mir das so auch ganz gut in den Kram, denn zwischen dem Kollegen Harnischfeger und anderen Kollegen begannen im Büro einige auch aus meiner Sicht verständliche Querelen. Kein guter Zeitpunkt, um in unserem Verhältnis zueinander von Sieauf Du zu wechseln. Wie man weiß, gehe ich damit seit einigen Jahren ohnehin wieder sehr viel zurückhaltender mit um als in früheren Zeiten.

Eine Neuauflage des Termins steht jetzt erst mal in den Sternen, denn Familie Harnischfeger hat zwischenzeitlich ein älteres Haus auf dem noch platteren Land als hier gekauft, welches einer gründlichen Renovierung bedarf, die über das übliche Tapezieren deutlich hinausgeht. So etwas macht die Zahl der weißen Flecken im Terminkalender natürlich übersichtlich.

Zeit zum Luft holen.

Doch das Thema Spielen ist damit noch nicht am Ende. Es gab weitere Entwicklungen.


(wird fortgesetzt)



Mittwoch, 25. November 2015

Och nö

Wir haben Tag 1 meiner Strohwitwerzeit. Und was mache ich mehr oder weniger unmittelbar nach dem Aufstehen? Na? Kommt wer drauf?

Ich schnipple mir einen Obstsalat zusammen.

Äpfel, Birnen, Bananen und Nashi.

Die Clementinen habe ich gestern Abend schon verdrückt, aber ich könnte noch ein paar Nüsse reinwerfen.

Was ist nur aus mir geworden?

Nun denn, es ist ja niemand da, der es sehen würde. Und ihr behaltet es bitte für euch, ja?!



Dienstag, 24. November 2015

Ohne (viele) Worte





Die Socke hängt auch im Jahr 2015 wieder.



Pläne und die Realitäten des Lebens

Ich stehe nur noch Stunden vor meiner jährlichen Strohwitwerzeit. Meine Strohwitwerfahne liegt quasi schon bereit. Das bringt es aber mit sich, daß mir das Auto nicht zur Verfügung steht. Dieses Mal für fast eine Woche. Und da der Sporttempel mit dem öffentlichen Nahverkehr zwar leidlich gut zu erreichen, der Rückweg mit denselben Linien aber katastrophal ist, wollte ich mich dort heute Morgen nochmal austoben. So lange ich eben noch Zugriff auf meine eigenen rollenden vier Wände habe.

Wie üblich war ich vor dem (Radio-)Wecker wach. Dieser sprang dann auch zur geplanten Zeit an und dudelte so vor sich hin. Also war ich guter Dinge und wartete auf den passenden Zeitpunkt zum Aufstehen. Ich weiß ganz genau, daß ich anderthalb Stunden wach war. Mindestens. Die Nachrichten haben es mir verraten. Vom Ablesen der Zeitanzeige des Weckers ohne Brille müssen wir jetzt mal lieber nicht reden.

Tja, und irgendwann nach den letzten Nachrichten so gegen halb Sechs ist es passiert: Ich bin wieder eingeschlafen. Nicht sehr lange, meine geplante Aufstehzeit habe ich nur knapp verpasst. Aber ich habe irgendwas, was inhaltlich jetzt völlig ohne Belang ist, geträumt. Und das hat meine Stimmung vor die Wand gefahren, obwohl ich da noch nicht mal eine Querverbindung herleiten kann. Ich weiß ganz genau, daß ich den Sporttempel in dieser Stimmung nicht betreten hätte. Denn es lauerte die Panikattacke. Ich habe es gemerkt. War also wieder nichts.

Ok, dann schleppe ich mich jetzt einfach so unter die Dusche. Hilft vielleicht beim Frustabbau.



Montag, 23. November 2015

Stunde Null + X

Seit der Stunde  Null sind weitere Stunden vergangen.

Noch bin ich nicht angekommen.

Mir ist nur nach dem hier: Klick mich!


Sonntag, 22. November 2015

Erkenntnis des Tages

Das Abtauen eines Eisschranks ist eine sehr feuchte Angelegenheit, wenn man die anstreckbare Ablaufrinne nicht finden kann. Da hätte nicht viel gefehlt und ich wäre glatt ertrunken. Dabei bin ich ein guter Schwimmer. Eher Langstrecke, dafür ein schlechter Taucher. Mein Seepferdchen habe ich seinerzeit gerade so hinbekommen.

Wie gut, daß mein heute Morgen noch im Einsatz befindliches Saunatuch zur Hand war. Zusätzlich zu den ohnehin bereitliegenden Handtüchern.

Trotzdem: Bääääääh!



Männergespräche

Der Ruf der Natur erreichte mich im Büro. Natürlich ließ ich mich nicht sonderlich von derartig unspektakulären Dingen wie eilige Arbeiten davon abhalten, eben diesem vernommenen, unüberhörbaren Ruf auch tatsächlich zu folgen.

Während ich nun so in meinen vier Wänden innerhalb des Porzellanpalastes auf die Dinge wartete, die da noch hoffentlich kurzzeitig das Licht der Welt erblicken würden, hörte ich, wie Sven und der Ökoklaus gleichfalls den Bereich vor meiner Abgeschiedenheit betraten. Es schien ein weitreichender Ruf gewesen zu sein, denn normaler Weise verabreden die beiden sich nicht zu einem gemeinsamen Toilettengang. Das wäre ja schließlich auch eine Mädchensache, und von denen sehen wir auf dem Männerklo eher selten welche.

Man erwies sich als so genannte Stehendnutzer, trotz des Risikos für die auf der rechten Seite stehende Person, während des Nachgehens seiner Tätigkeit eine Tür in den Rücken geschlagen zu bekommen. Klarer Konstruktionsfehler des Architekten.

Ich hörte ein starkes Rauschen, begleitet von einem kurzen Dialog.

„Boaah, du pinkelst wie ein Pferd.“

„Mach jetzt bloß keinen Scheiß.“

„Mache ich nicht. Dann würde ich ja sitzen.“

Sollte man jedenfalls hoffen.



Freitag, 20. November 2015

Die Stunde Null

Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Zumindest für die nächsten drei Wochen. Der Anfang vom Ende des Resturlaubes aus 2014, garniert mit ein paar Überstundentagen. Wie es eben so ist.

Normalerweise versuche ich, am letzten Tag so viel Ordnung zu schaffen, daß meine Vertreter sich nicht zu sehr beklagen können. Was natürlich immer in eine unschöne Hektik ausartet. Darüber hinaus neigen nicht wenige Kollegen dazu, natürlich an meinem letzten Tag noch mit ihren Ekelakten bei mir aufzutauchen, um für sie gerade rechtzeitig vor meiner Abwesenheit damit verbundene Fragen zu klären. Als ob man gerade am letzten Arbeitstag nicht selbst genug zu tun hätte.

Doch heute sollte es anders laufen – sah der Plan vor. Mein Plan. Ein guter Plan.



30 Stunden vor der Stunde Null

Ich hole schon mal die Post rauf, die mich im Normalfall erst am nächsten Morgen erwarten würde, sortiere vor, lege Akten an und erledige, was erledigt werden kann, damit es Freitag etwas ruhiger wird.



24 Stunden vor der Stunde Null

Ich habe alle verschiebbaren Termine entsprechend verschoben. Alles, was eilig oder ekelig ist, wurde erledigt. Am letzten Tag würde ich nur noch den Rest vom Laufenden machen müssen.



8 Stunden vor der Stunde Null

Ich empfange eine E-Mail von Dr. Strebsinger. Besprechung zweier Fachbereiche. Es geht um die Laufzeiten. Immer geht es um die Laufzeiten. Nicht für den Kunden, sondern für die Statistik arbeiten wir. Darum sind auch nicht die Fälle am eiligsten, bei denen jemand am längsten auf sein Geld wartet, sondern jene, die man am schnellsten erledigen könnte, auch wenn der Zahltermin in weiter Zukunft liegt. Dabei kann es sich durchaus um Monate handeln. So eine Besprechung wird dauern.



4 Stunden vor der Stunde Null

Besprechung erledigt. Inhalt wie erwartet. Dazu Mehrarbeit ab Januar. Es kommen nur wenige Kollegen mit ihren Ekelakten. Was auch daran liegen könnte, daß wir mittlerweile an Freitagen aufgrund von Kollegen in Teilzeit, Urlaub und Erkrankung kaum noch Personal vor Ort haben. Wieso müssen eigentlich alle Teilzeitkräfte grundsätzlich freitags frei haben? Und nicht zum Beispiel mittwochs? Mittwoche können doch auch schöne Tage sein.



2 Stunden vor der Stunde Null

Mein Schreibtisch ist blank. Nicht blank in dem Sinne, daß ich nichts mehr zu tun hätte. Aber alles, was jetzt noch herumliegt, hat Zeit und kann in den Schrank. Ich riskiere es, mich auf einen pünktlichen Feierabend und damit Urlaub einzustellen. Zur Feier des Tages mache ich mir einen heißen Kakao. Ohne Sahne. Danach fange ich an, mir ein paar schnelle und geistig nicht herausfordernde Fälle von meinen Resten zu holen und beginne, diese zu erledigen.



58 Minuten vor der Stunde Null

Ich schreibe eine E-Mail an meine Kollegen, verabschiede mich und gebe die letzten Hinweise, Bitten und freundlichen Anweisungen für die Zeit meiner Abwesenheit.



32 Minuten vor der Stunde Null

Frl. Hasenclever wünscht mir schon mal einen schönen Urlaub. Donnerstag werden wir uns wiedersehen. Denn es ist Blood Bowl-Tag.



7 Minuten vor der Stunde Null

Mein Arbeitsmaterial beginnt, in den Schreibtisch zu wandern. Auf dem Tisch liegen noch zwei Akten, die ich erst zwischen den Feiertagen benötige, um eine Schulung vorzubereiten.



6 Minuten vor der Stunde Null

Der Fachbereichsleiter des Bereichs Leistungsgewährung erscheint ungefragt.

„Ich hatte gerade einen Typen am Telefon, der wohl schlecht gefrühstückt hat.“

Oh oh, wenn der so anfängt…

„Er hat mich rund gemacht und besteht darauf, seinen Bescheid zu bekommen. Er will nicht zurückgerufen werden, falls es nicht möglich ist, sondern verlangt nach dem Bescheid. Ohne Wenn und Aber. Hier, kümmere dich mal darum.“

Ok, meine Zuständigkeit. Keine Ahnung, warum der Typ so einen Wirbel macht. Der Antrag ist noch fast frisch. Ich kann keinen Grund zu besonderer Eilbedürftigkeit erkennen, es geht um kein Auszahlungen und nichts. Reine Dokumentation. Aber eine fiese Sache.

Nichts, was man den Kollegen hinterlässt. Und schon gar nicht, wenn jemand meint, Terror machen zu müssen.



1 Stunde und 45 Minuten nach der Stunde Null

Dr. Strebsinger wünscht wider besseren Wissens nur ein schönes Wochenende. Ich weise nicht korrigierend auf meinen anstehenden Urlaub hin, um das übliche Abschiedsgesülze zu vermeiden. 



2 Stunden nach der Stunde Null

Akte erledigt. Drei Viertel des Beantragten abgelehnt. Er wollte es nicht anders. Wenn ich nicht ausermitteln darf und die Belege nicht genügen, ist das die logische Konsequenz. Um den zu erwartenden Widerspruch kümmere ich mich in vier Wochen. Oder so.



2 Stunden und zehn Minuten nach der Stunde Null

Urlaubsanfang.



Und irgendwann werde ich es erleben, daß der letzte Arbeitstag so etwas wie einen gleitenden Übergang in die Freizeit bietet. Ohne nochmal so richtig hochgepuscht zu werden.

Schon meldet sich die Lebenserfahrung mit einem abgewandelten Zitat des verblichenen Herrn von Moltke (wahlweise auch Rommel, Clausewitz oder Herrn Müller von drei Häuser weiter):

Kein Plan übersteht den ersten Kontakt mit der Realität.

Isso!



Auf und ab

Die auf dem Display meines Amtstelefons eingeblendete Uhr bedeutet mir, daß es an der Zeit sei, zu der ich meine Arbeit nach den allgemeinen statistischen Vorhersagen erledigt haben sollte. Nun ist es ja so, daß derartige Ermittlungen von studierten, hochbezahlten Fachkräften unter Zuhilfenahme eines akademisch geschulten Verstandes erstellt worden sind. Und wer bin ich schon als Unstudierten, daß ich an solchen in harter Kleinarbeit mit geballter Sachkompetenz ermittelten Ergebnissen zweifeln würde?

Eben.

Also ist Feierabend, gleich was da noch alles an Zeug herumliegt. Ich fuhr den Rechner runter und schleppte mich zu unserem Abzug. Natürlich zum Abzug, denn ich wollte ja ab nach unten und nicht auf nach oben. Denn dann hätte ich den Aufzug genommen. Ist doch logisch.

Vor mir wartete bereits Herr Maus. Herr Maus ist ein großer Liebhaber des pünktlichen Feierabends. Und Raucher. Was ihn immer wieder wertvolle Arbeitszeit kostet. Darüber hinaus gehört er auch zu jenen, die regelmäßig Überstunden abbauen. Niemand weiß so richtig, wie er die zusammenbekommt, weil die beiden erstgenannten Punkte der kleinen Auflistung nicht so ganz mit dem letztgenannten in Einklang zu bringen sind. Aber das ist nicht mein Problem.

Mit leichtem Scheppern öffneten sich die Metalltüren, welche uns in geschlossenem Zustand davor bewahren sollen, in die Untiefen des AufAbzugsschachtes zu stürzen, falls die Kabine mal nicht an Ort und Stelle sein sollte. Wir betraten die Metallbox, Herr Maus drückte brav den Knopf, den es zu drücken galt, um unserem Begehr nach Feierabend förderlich zu sein, und schon schlossen sich die Türen. Ein leichter Ruck; los ging die kurze Fahrt.

„Jetzt geht es mit uns abwärts.“ sinnierte Herr Maus.

„Es kann auch schön sein, wenn es mit einem abwärts geht.“ ergänzte ich seinen Gedankengang.

„Morgen sind wir wieder hier, dann geht es mit uns aufwärts.“ setzte Herr Maus ein.

„Und was lernen wir daraus? Es ist nicht immer prickelnd, wenn es mit einem aufwärts geht.“

Paradoxe Welt.



Dienstag, 17. November 2015

Steigerungen

Es lässt sich ja immer meistens noch ein Schüppchen drauflegen. So auch jetzt. Die Saison ewiger Sauerstoffarmut im Büro ist bekanntlich mit Eintreten der kalendarischen Heizphase unabhängig von realen Außentemperaturen wieder höchst präsent. Also röchle ich wieder vor mich hin, atme viel zu trockene Luft und leide wegen akuter Sauerstoffunterversorgung unter einem dumpfen Kopfschmerz, der sich zügig gibt, sobald ich die Räumlichkeiten verlasse. Und wenn es nur in Richtung des Ganges ist.

Aber meiner aktuellen Gegenüberin genügen die geschlossenen Fenster nicht. Das Experiment wird ausgeweitet.

Werte Mitlesenden, es gibt nicht nur menschliches Leben ohne Sauerstoff. Parallel dazu wird Licht neuerdings auch überbewertet. Aber so was von. Man würde am Liebsten im Halbdunkel arbeiten, Deckenbeleuchtung ausgeschaltet. Egal, ob von draußen Sonnenlicht einfällt oder der Himmel sturmwolkenstarkregenverhangen ist.

Mandy und ich haben es versucht. 20 Minuten lang.

Dann durfte die Deckenbeleuchtung wieder ihren Dienst verrichten.

Bin gespannt, welche Idee als nächstes kommt.

Nur noch drei und der Rest von heute.

Eigentlich nur noch drei.



Sonntag, 15. November 2015

Bitte nicht stören

Kurze Zwischenmeldung: Sonntage dienen der Erholung und Entspannung. Deswegen mache ich heute auch im Rahmen meiner neuen Funktion hier im Haus die Hausgeldabrechnung für das Jahr 2014. Ja, so etwas macht mir wirklich Spaß. Ich liebe es, mit Zahlen zu jonglieren und zu erleben, wie alle Teilergebnisse aus den Kontrollrechnungen schließlich das erwartete Endergebnis bestätigen. Aus dem Chaos bildete sich ein harmonisches Ganzes. Das ist meine Welt.

Und da ich ja bekanntlich einen Frühaufsteher-Rhythmus habe, verließ ich die Koje heute um 5.00 Uhr, habe zunächst die Katzen und dann mich versorgt und schließlich den großen Tisch im Gartenzimmer für meine Zwecke in Anspruch genommen. Nachmittags brauche ich mit so etwas gar nicht erst anzufangen; das funktioniert dann nicht mehr.

Die Katzen mussten auch erst davon überzeugt werden, daß es gerade nicht erwünscht ist, hier auf dem Tisch herumzulaufen und darauf aufmerksam zu machen, daß sie betuttelt werden wollen. Und erst recht nicht, daß sie sich mit ihren Kackärschenhintern auf die Unterlagen zu setzen oder sich sonst wie gemütlich darauf einzurichten. Jetzt haben sie sich auf dem umliegenden Stühlen verteilt und glotzen mich an, bis es ihnen zu langweilig wird und sie sich mal wieder zu einem Nickerchen zusammenrollen.

Es ist für mich durchaus sinnvoll, bei der erstmaligen Durchführung von für mich neuen Abrechnungen alles von Hand zu machen und sich nicht auf vom Vorgänger übernommene EXCEL-Tabellen zu verlassen, um die Sachen auch von Grund auf zu verstehen.

Und deswegen bin ich jetzt immer noch nicht fertig. Gut, die Rechnerei ist erledigt, jetzt kommt noch der Aufbau einer schöneren und vor allen Dingen nachvollziehbareren Abrechnung zur Aushändigung an die Miteigentümer. Mit der bisherigen war ich da nie so zufrieden.

Übrigens: Die Stühle im Gartenzimmer sind nicht rückenfreundlich, wenn man da ein paar Stunden drauf verbringen muss.  *autschverdammtekacke* Sport ist also ausgefallen; ich wäre gerade nie die Treppe von den Umkleiden zur Trainingsfläche hochgekommen. Und eine Etage fahre ich nicht mit dem Aufzug…

…zumindest nicht im Fitnessstudio.

Wobei sich mir gerade die Frage aufdrängt, wie ich gleich die Treppe vom Gartenzimmer zurück ins Erdgeschoss bewältigen könnte. Mist! Na ja, nebenan ist das Vorräteregal; Wasser gibt es hier auch. Vermutlich kann ich ein paar Tage durchhalten.

Ich mache dann jetzt mal weiter.



Donnerstag, 12. November 2015

Vom Bilden eines Gedankens gegen 8.23 Uhr

Menschen können sich irren, behauptet der Volksmund. Nun, ich bin wohl ein Mensch. Sogar bei näherer Prüfung überwiegen die Indizien, daß ich einer bin. Und als solcher nehme ich mir die Freiheit heraus, mich entsprechend der eingangs aufgestellten Theorie Weisheit des Volksmundes mal zu irren. Oder zu vertun, um es mal simpelsprachlicher auszudrücken.

Unsere EDV im LASA hakelte nun schon seit mehreren Tagen. Mal mehr, mal weniger, mal die Allgemeinheit betreffend, mal nur eher Einzelpersonen. Aber es lief nicht rund und schon gar nicht flüssig.

Auch heute nicht.

Als ich um kurz nach acht Uhr ein PDF zu öffnen wünschte, war es um meinen Rechner geschehen. Nichts ging mehr. Vor dem Anruf beim Helpdesk, um deren übliche erste Frage zielführend mit einem Ja beantworten zu können, schaltete ich den Rechner mangels anderer Möglichkeiten aus und startete neu. Schwerer Fehler. Nun konnte ich mich gar nicht mehr anmelden.

Anruf beim Helpdesk. Eine freundliche Frauenstimme erklärte mir mit einem nahezu ekelhaft unpassenden, ja nahezu überschwänglichem Frohlocken in der Stimme, daß zur Zeit alle Mitarbeiter im Gespräch seien und ich warten möge. Auch beim zweiten, dritten vierten Versuch im Abstand von ein paar Minuten wiederholte sich diese Bandansage.

Irgendwann war ich so entnervt, daß ich mich zu Frl. Hasenclever begab, um mein Ansinnen anzubringen, den mir zugewiesenen Arbeitsplatz vorzeitig mit dem Ziel Heimat verlassen zu dürfen. Bevor ich was sagen konnte, meinte sie mindestens genauso entnervt, daß es wohl ein allgemeines technisches Problem gäbe und sie sich beim Helpdesk immerhin schon auf Platz 15 der Warteliste vorgekämpft habe. Da aber auch eine Dienstbesprechung anstände, zog ich mein Begehr nach vorzeitigem Feierabend zumindest bis nach der Besprechung zurück. Ohnehin würde einem Entsprechen des Begehrs schwierig werden, da die Personaldecke damit für den Rest des Tages einen bedrohlich dünnen Zustand annehmen könne. Na ja, ich kann ihr ja kaum etwas abschlagen, wenn sie es nur freundlich genug sagt. Also blieb ich bis zum vorgesehenen Feierabend und prüfte einige Akten so gut es ohne EDV ging. Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie sehr man auf die Maschine angewiesen ist. Und das soll sogar noch deutlich ausgebaut werden.

Irgendwann kam Sven rein. Er hatte jemanden von der IT erwischt. Ich hörte mir an, was er zu sagen hatte und kam zu folgender Hypothese:

Wenn jemand von der IT sagt, daß gerade alle Server dabei sind durchzudrehen und man im dortigen Kompetenzzentrum nicht den Hauch einer Ahnung hat, warum das so ist, dann wird das für mich kein erfolgreicher Arbeitstag.

Jetzt wäre es angemessen, den menschlichen Faktor ins Spiel zu bringen. Nämlich die Sache mit dem Irren und so.

Nein, ich war unmenschlich. Ich habe mich nicht geirrt.

Bis zum Feierabend lief definitiv - nichts.



Mittwoch, 11. November 2015

Mach es doch selbst

Es geht jetzt mal nicht um diesen Stempel. Nein, die zweitbeste Ehefrau von allen und ich saßen zu Hause herum. Ich habe meinen Astralleib und den ganzen Rest zwecks abendlicher Erquickung nach einem der üblichen durchwachsenen Tage auf dem Monster gebettet und quälte die elektronische Rechenmaschine, während meine Angetraute den Fernsehsessel mit ihrer Anwesenheit erschwerte und auf ihrem beweglichen Schnurlosfernsprechapparat Katzenvideos laufen ließ.

Eines davon wurde mir auch ansichtig, als sie mir von der Seite diese kleine Mehrzwecktaschenlampe mit Telefonzusatzfunktion fast unter die Nase hielt. Das bewegliche Bild auf dem zur Darstellung desselben vorgesehenen Bildschirms zeigte einen Katzenwelpen, der rücklings auf dem Schoß eines Menschen liegt, während die Daumen des ansonsten nicht sichtbaren Menschen das Wangenfell streicheln.

Ich deutete auffordernd mit meinem Kopf zu Hauskater Marty, welcher sich hinter meiner Angetrauten auf der Rückenlehne des Fernsehsessels ausgebreitet hatte. Das Wangenfell gestreichelt zu bekommen mag er gerne. Hochgehoben zu werden ist hingegen so eine Sache für Notfälle. Immer noch besser als bei Smilla. Bei der würden wir das nur in extremen Notfällen versuchen. Auch nur einen von beiden auf den Rücken zu legen ist – was soll ich sagen – ähnlich einer Division durch Null. Nur riskanter.

Meine Angetraute verstand mein nonverbal kund gegebenes Ansinnen, verweigerte mir als Hausherren jedoch schlichtweg die Umsetzung.

„Das kannst du selbst ausprobieren.“

„Nix, ich kuriere noch an meinen letzten Verletzungen, die mir Lilly verpasst hat, während sie mich als Absprungszwischenpodest in Richtung Monsterrückenbalkon missbrauchte.“

Meine Angetraute zeigte mir einen Finger. Nein, nicht auf diese Art. Anders eben.

„Hier, ich habe noch die Verletzung von Smillas Kralle, die sie an meinem Finger durchgezogen hat, als sie neben mir kuschelte und sich dann wegen irgendwas erschreckte.“

„Meine Verletzung ist aber frischer.“

„Und meine tiefer.“

Tja, Marty. Da hat aber jemand mächtig Glück gehabt. Eigentlich sogar zwei Jemande. Denn wenn wir genau das mit ihm versucht hätten, was auf dem Video zu sehen war, hätte er uns zerfleischt. Jeden einzeln.

Kampfschmuser hin oder her. 




Dienstag, 10. November 2015

Delete 10.11.2015 - Enter

Einer dieser Tage, die man aus dem Kalender streichen sollte. Ehrlich. Wenn es damit losgeht, daß ich im Büro schon erwartet, also quasi schon morgens beim Ankommen vor dem Aufzug in Empfang genommen werde, um irgendwelche Probleme zu lösen, und man mir noch nicht mal Zeit gibt, den PC hochzufahren, dann bin ich direkt bedient. Und wenn ich mich dieses ersten Problems anderer Leute eine Stunde widmen durfte, um dann festzustellen, daß die von mir als einziger Ausweg gefundene Notlösung auch die einzige möglich Lösung ist und man das bei den maßgeblichen Stellen durchaus bekannte Problem nicht mal eben als Hinweis ins technische Benutzerhandbuch aufnehmen wollte, könnte ich schon herumflippen. 

In diesem Stile ging es weiter. Keine Sorge, ich erspare euch die Details. Allerdings verschmähte ich den Gedanken an die berühmt-berüchtigte benzinbetriebene Kettensäge mit extra langem Blatt, sondern erfreute mich an dem Wunsch, einen Granatwerfer zum Einsatz zu bringen, welcher sich im Laufe des Tages zu Wahnvorstellungen in Richtung einer Stalinorgel weiterentwickelte.

Aber zwei Erkenntnisse aus früheren Zeiten haben sich wieder bestätigt.

Zunächst mal bleibt die unbewiesene Theorie, nach der man in der Mittagspause mal rausgehen sollte, um wieder runterzukommen, was mich betrifft eine unbewiesene Theorie.

Immerhin habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, meinem eigentlichen Plan entsprechend den örtlichen Schnellwok zur Frustbekämpfung zu plündern. Als ich ihn auf dem Weg in die Stadt passierte, war es mir das Geld noch nicht wert. Und auf dem Rückweg war mir der Laden zu voll. Gut, mindestens 10 Euro gespart. Mehr als ich beim Chinamann-Mittagsbuffet hinterlassen hätte. Wird übrigens auch mal wieder Zeit.

Der zweite Fakt des Tages – für öffentlich-rechtliche Bürokraten auch nicht neu: Liebe Bürger, wenn es euch immer irrer vorkommt, was die Behörden von euch so wollen und daß die Bescheide, ja selbst ganze Verwaltungsverfahren inhaltlich durch Formalien immer aufgeblähter werden, dann liegt es nur allzu oft nicht an den Behördenmitarbeitern, sondern an der deutschen Gerichtsbarkeit. Sage ich mal ganz wertfrei.

So gut es eben noch geht…