Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachten anno dunnemals (Teil 1)

Anno dunnemals, das ist die Zeit damals, in den wilden 70ern. Weihnachten hatte noch dieses Faszinierende. Zumindest für mich, denn ich war noch ein Kind. All die bunten Lichter, die Musik und natürlich die Geschenke. Genau wie vor meinen Geburtstagen konnte ich auch die Nächte vor Heilig Abend kaum schlafen.

Wie die Weihnachtsfeiern vor dem Tod von Opa Paterfelis väterlicherseits so abliefen, kann ich heute nicht mehr sagen. Ich war noch viel zu jung, um mich an Opa Paterfelis überhaupt erinnern zu können. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auf dem Bild, welches hier zu sehen ist, sein letztes Weihnachten.


Weihnachten 1970

In den Folgejahren holten meine Eltern meine nun verwitwete Oma an Heilig Abend zu uns. Oma war eigentlich Omi, denn Oma sagte ich zur Mutter meiner Mutter. Erst später wechselte dies wieder zu Oma. Na ja, eher Omma, denn wir waren Kinder des Ruhrgebietes. So ist es bis heute geblieben, wenn wir von ihr reden.

Es bürgerte sich jedenfalls ein, daß ich die letzten Tage bis Heilig Abend immer bei  Omma verbrachte. Sobald ich zur Schule ging, war dies konsequent ab dem ersten Tag der Schulferien. Omma bewohnte ein altes Haus, in dem es kein fließendes warmes Wasser oder gar ein Badezimmer gab. Wasser wurde auf dem Gasherd oder im Winter auf dem stets in Betrieb befindlichen Kohlenofen erhitzt. Man wusch sich aus einer im großen, eckigen Spülbecken aufgestellten Waschschüssel. Immerhin hatte ich dort nicht mit einem Plumpsklo zu tun. So etwas lernte ich erst später kennen.

Von Ommas Weihnachtsdekoration ist mir eine aus Messingblech hergestellte Weihnachtspyramide in Erinnerung geblieben. Am Windrad waren vier Engel befestigt, an denen wiederum jeweils ein Messingstab herabhing. Und dieser Stab stieß, während die Engel windradgetrieben ihre Bahnen zogen, immer wieder an zwei Messingglöckchen, welche ein leises Plingen von sich gaben.

In der Nähe der Weihnachtspyramide standen zumeist Sternsinger-Miniaturen aus lackiertem Holz. Eine handvoll dieser Miniaturen sah gleich aus; dies waren die Sänger. Sie hatten einen schwarzen Umhang übergezogen und einen dazu passenden Hut auf. In den Händen trugen sie ein Gesangbuch. Ein einzelnes Modell hielt an einem langen Stab befestigt einen Stern. Ich musste immer aufpassen, daß das Gesangbuch eines der Sänger nicht verloren ging, wenn ich mich spielend mit den Modellen beschäftigte, denn dies lag nur noch lose in seinen Händen. Es kam nie jemand auf die Idee, es einfach wieder festzukleben.

(Eigene Bilder sowohl von der Weihnachtspyramide als auch den Sternsingern habe ich nicht. Fündig geworden bin ich auf meiner Bildersuche online zwar schon, aber leider waren die Ergebnisse nicht verlinkungsfähig,)


(wird fortgesetzt)




Kommentare:

  1. Unsere Glockenpyramide sieht fast genauso aus, wie die von Deiner Omma. Nur mit ohne Engelchen. Und wenn alle 4 Kerzen brannten, dann ging das "Windrad" schon mal in den Turbogang. ;-)
    (das verlinkte Foto ist nicht MEIN Original, das steht bei meiner Mom)
    Dann war noch um die Pyramide ein Adventskranz gelegt und es sah aus, als ob´s zusammen gehörte. Ich mag heutzutage keine Adventskränze ohne Pyramide in der Mitte.

    Tja, Weihnachtserinnerungen aus der Kindheit sind schön, da war die Welt in Ordnung ... dieses "kindlich Naive" sollte man sich eigentlich bewahren .....

    Ich fand immer die beiden Tage nach der Bescherung am schönsten, nach dem Aufstehen mit den Geschenken spielen, Frühstück ohne Hektik, unterm Tannenbaum spielen, der "bunte Teller" mit Schokolade und Apfelsinen, Zeichentrickfilmklassiker, wie "Das letzte Einhorn" und .... und .... und ...
    die besten Ferien ever, da konnten nicht mal die Sommerferien mithalten. ;-)

    Bin gespannt, wie´s bei Dir weitergeht.
    LG Schnute

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    1. Ja, die Pyramide dürfte vom gleichen Hersteller stammen. Viele Teile scheinen mir identisch zu sein.

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