Samstag, 13. Dezember 2014

Brehms Irrtum

Es ist Samstagmorgen. Heute. Ich saß auf dem Sofa und arbeitete an einem Blogeintrag, als es plötzlich in unserer Wohnung hektisch wurde. Meine Angetraute beschäftigte sich gerade mit den ersten Vorbereitungen ihres baldigen Aufbruchs in Richtung Trainerschule. Sie zeichnete für die unbotmäßige Hektik nicht verantwortlich, war sie doch voll in ihrem Zeitplan.

Etwas huschte an meinem Blickfeld vorbei. Hauskater Marty jagte seine Schwester Smilla, unseren kleinen Kugelblitz, durch die Wohnung. Aus Richtung des anderen Endes des Flurs, an eben jener Stelle, an welcher allerspätestens die Entscheidung getroffen werden musste, die wilde Hatz links in Richtung Mädchenzimmer, rechts in Richtung Schlafzimmer oder nach einer 180 Grad-Wende hinunter zum Gartenzimmer fortzuführen, waren plötzlich die Geräusche über Bodenfliesen kratzender Krallen, gefolgt von einem Aufschlag auf ein dort noch auf Abtransport wartendes Sixpack mit Plastikflaschen und dem anschießend doch recht lauten Getrampel die Treppe hinunter zum Souterrain  zu vernehmen. Marty lernt es einfach nie, während Smilla sich geschickt ins Mädchenzimmer retten konnte.

Ich unterbrach mein Tun und schaute nach oben.

„Soweit ich mich erinnere, beschreibt Brehms Tierleben Katzen als lautlose und geschickteJäger.“


Band 1 von 12 Doppelbänden

Aus den Tiefen unserer Wohnung war die Stimme der zweitbesten Ehefrau von allen zu vernehmen.

„Aber was haben wir denn dann für Haustiere?“

„Weiß ich nicht. Aber für Dackel haben sie zu lange Beine.“

Hmmm. Meine Ausgabe von Brehms Tierleben stammt tatsächlich noch aus dem Jahr 1926. Vielleicht gibt es inzwischen ja neuere Erkenntnisse.

Man weiß es nicht.

  
Ja, ich weiß, das ist die Seite mit Fischen und nicht die mit Katzen.




Kommentare:

  1. Mit Katzen kenne ich mich nicht aus, aber ich kann Dir versichern, dass ich eine Menge Hunde kenne, die allein die Domestizierung vor den grausamen Regeln der Evolution bewahrt hat!
    Allein intelligenzmäßig wären die verloren gewesen...
    Oder wie kann es sein, dass sich zB der Hund einer Freundin nach 6 (!) Jahren nicht merken kann, dass er bei zu hoher Geschwindigkeit auf dem glatten Parkett ausrutscht, hinplumst und dann meist noch bis vor die Wand, ersatzweise die Tischgruppe knallt? *kopfschüttel*
    Ist ein ganz lieber Hund, nur... Ja.

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    1. Marty übt das erst seit fast drei Jahren. Alle anderen Katzen, die sich hier so tummeln bzw. in meiner alten Wohnung schon mit Fliesen zu tun hatten, beherrsch(t)en das bis zur Perfektion, teilweise unter Nutzung freier Wände als Steilwandkurve.

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  2. Unser Siam ist auch eher ein Komiker als lautlos und plumpst auch gerne mal vom Kratzbaum im Spiel. Witzig ist der Gesichtsausdruck danach. Ja! Katzen können auch "blöd" schauen! LG H.

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    1. Ganz zweifelsfrei. Und danach tun sie so, als ob nie etwas gewesen wäre. Was dazu führt, daß Katzen, die unschuldig gucken, höchst verdächtig sind.

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