Montag, 24. November 2014

Niedergeknüppelt: Goldes wert und Bodenlosigkeit

Heimischer Herd ist Goldes wert. Ich glaube, so lautet eine alte Weisheit. Vermutlich geht es dabei um den Umstand, überhaupt ein eigenes Zuhause zu haben, aber dennoch wollen wir uns zur Klärung der neunten Frage dem augenscheinlich zentralen Gegenstand des Spruches widmen: dem Herd. Denn Ednong wünscht zu erfahren, was ich kochen würde, wenn ich dazu fünf Euro zur Verfügung hätte. Den Begriff des Kochens fasse ich jetzt etwas weiter und lasse ihm auch die Bedeutung backen, garen, grillen, also Nahrung zubereiten als Ganzes zukommen.

Nun sind fünf Euro nicht wenig, wenn es darum geht, nur für mich alleine Essen auf den Tisch zu bringen. Da bleibt glatt noch etwas übrig. Soll es lange reichen, gibt es Nudeln oder Kartoffeln. Ich gehe jetzt aber mal nicht von Notfallsituationen aus. 

Meine konkreten Ambitionen, nur etwas für mich alleine zu kochen, werde ich in der nächsten, in Kürze wieder anstehenden Strohwitwerwoche umsetzen. Da geht es nicht um gesundes Essen, sondern um Essen, welches ich mag und die zweitbeste Ehefrau von allen eben nicht. Einmal im Jahr gibt es diese paar Tage für mich, an denen ich in der Küche rücksichtslos sein kann. Und das werde ich auch sein.

Und was machen wir da für fünf Euro? Salzbraten!

Man nehme ein Stück Schweinekrustenbraten (im Angebot für 3,99/kg ohne Knochen) sowie die entsprechende Menge Salz (0,19 Cent/500 g) sowie etwas Senf aus dem Vorrat, zur Not auch gekauft. Kann man aber auch weglassen. Das Geld jedenfalls sollte noch reichen. Dann schütte man das Salz auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech, möglichst auf einen Haufen, und lege das zuvor mit dem Senf eingeriebene Fleisch mit der rautenförmig eingeschnittenen Schwarte nach oben auf den Salzhaufen. Bei 200 Grad sollte es je nach Größe in gut zwei Stunden fertig gebacken sein. Etwas Pfeffer findet sich noch irgendwo, Beilagen werden überbewertet und sind für einen Strohwitwer verzichtbar. Na ja, wenn das Geld noch reicht, sollte ein Gurkensalat drin sein. Muß aber nicht.

Mit vollem Magen packe ich dann meine Reste ein und begebe mich auf den Weg zur zehnten und letzten Frage: Würdest du dich an den Rand der Welt wagen, wenn diese eine Scheibe wäre?

Den Umstand ignorierend, daß ich nicht gerne verreise und da ich ohnehin gerade schon auf dem Weg bin, würde ich das wohl machen. Die Anreise müsste bequem sein, also nicht in der engen Touristenklasse eines Flugzeuges. Mehrtägige Anfahrten würde ich auch nicht in Kauf nehmen wollen. In diesem Fall sehe ich mir die Sache eher auf Bildern an. Wenn der Rand der Welt denn aber für mich gut erreichbar ist, hätte ich kein Problem damit, mir die Sache mal anzusehen und einen Blick in die Bodenlosigkeit zu werfen.

Leute, wir leben in einer Welt, in welcher dieser Scheibenrand touristisch erschlossen und gesichert wäre. Was soll da passieren? Gut, ich verabscheue Massen- und Pauschaltourismus, aber das wäre wohl mal zu verkraften. Was tut man nicht alles, um das Ende der Welt zu sehen?

Und das Ende des Fragenkatalogs!

Hiermit sind die zehn Fragen abgearbeitet. Gezielt weitergeben möchte ich sie nicht, aber natürlich kann sich jeder gerne daran bedienen. Ich bin gespannt auf weitere Antworten.

In diesem Sinne: Knüppel aus dem Sack!




Kommentare:

  1. Wenn du zum Scheibenrand reist, sieh dir unbedingt Berilia, Tubul, Groß-T'Phon und Jerakeen an. Nicht zu vergessen Groß-A'Tuin . Das ist eine Reise wert....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe mir sagen lassen, daß insbesondere die Stoßzähne von Tubul sehr beeindruckend sein sollen. Mache ich also auf alle Fälle.

      Löschen
    2. Vielleicht kannst du mir ein Souvenir mitbringen...

      Löschen
  2. Bring auf jeden FAll eine Menge guter Fotos mit zurück!

    Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Wirklich sehr interessante Antworten dabei, muß ich ja sagen.

    Vielleicht kann man am Ende der Scheibe ja auch mit einem Aufzug runterfahren - so einem wie du im Bürogebäude bei dir hast ;)
    Ich wüßte dann zwar nicht, wo die Sprungfedern angebracht sind, aber hätte schon was.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gäbe jedenfalls eine gute Gegenbeschleunigung.

      Löschen